Arthur Koestler: Politischer Aktivist + Bestseller-Autor + Journalist

Der ungarisch-jüdische Schriftsteller und Journalist Arthur Koestler (1905-1983) hat wie kaum ein anderer unter Einsatz seines Lebens die Extreme und Ideologien des 20. Jahrhunderts durchlebt. In den zwanziger Jahren prügelte er sich als Wiener Student mit Antisemiten, lebte als Kibbutznik, Limonadenverkäufer und Reporter in Palästina. Anfang der dreißiger Jahre pilgerte er mit Langston Hughes durch Stalins Sowjetunion, spürte 1937 arabische Terroristen in Beirut auf, fuhr Ambulanzwagen durch das London des „Blitz“ und berichtete aus dem israelischen Unabhängigkeitskrieg. Er saß als kommunistischer Spion in Francos Todeszelle, die französische Vorkriegsregierung internierte und die Gestapo jagte ihn, von Moskau wurde er als „nervenkranker“ Kalter Krieger beschimpft. Koestler engagierte sich nicht nur in der Politik: Er überflog im Zeppelin den Nordpol, forderte die wissenschaftliche Anerkennung der Parapsychologie, traf Gurus in Indien, stritt sich in Japan mit Zen-Priestern und schlug die gezielte Manipulation des menschlichen Gehirns durch Drogen vor, um der selbstzerstörerischen Tendenz unserer Spezies Herr zu werden.

 

Die Welt ist ein Dorf

= Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten: Seit dem Sturz der Taliban in Afghanistan vor 20 Jahren hat man in Deutschland immer wieder und immer wieder nur von Terrorakten gelesen und gehört. Jetzt ziehen die westlichen Alliierten ab und was liest man in der Zeitung?

  • Nach dem 1. Weltkrieg half Deutschland den Afghanen beim Aufbau ihres Schulwesens und in den sechziger Jahren bei der Errichtung von Landwirtschaftsschulen.
  • Seit dem Sturz der Taliban ist Deutschland nach den USA zweitgrößter Geldgeber mit aktuell 450 Millionen Euro jährlich.
  • Deutschland hat sich an der internationalen Förderung eines Ausbildungs- und Gesundheitswesens beteiligt.
  • Heute können 50 Prozent der Afghanen lesen und schreiben. Im Jahr 2001 waren es noch 20 Prozent. 40 Prozent der Mädchen gehen heute zur Schule – unter den Taliban waren es fast keine.
  • Die Lebenserwartung ist in zwanzig Jahren von 45 Jahren auf 64 Jahre gestiegen. Die Müttersterblichkeit konnte um 80 Prozent gesenkt werden.
  • Durch die deutsche Unterstützung konnten 450 Ausbildungsstätten neu geschaffen werden (Schulen, Berufsschulen, Universitäten).

Die Arbeitslosigkeit ist immer noch hoch, weil jedes Jahr 400.000 Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen. Deshalb sollte sich die zukünftige Entwicklungszusammenarbeit auf zwei Felder konzentrieren:

  1. Im Verbund mit der weiteren Unterstützung von Berufsschulen muss die Gründung kleinerer und mittlerer Betriebe gefördert werden – vor allem mit der Vergabe von Kleinkrediten. Das gilt auch für den ländlichen Raum. Und es könnten Arbeitsmöglichkeiten für rückkehrende Afghanen entstehen.
  2. Die Entwicklungszusammenarbeit muss an verbindliche Reformen gebunden werden – vor allem zur Bekämpfung der ausufernden Korruption. (Aus einem FAZ-Leserbrief von Prof.Dr. Michael Bohnet)

= Wie will Syrien wieder auf die Beine kommen? Nördlich der Front bei Afrin stehen die türkische Armee und die sogenannten Syrische Volksarmee, ein Zusammenschluss vorwiegend islamistischer Rebellengruppen. Auf der anderen Seite haben die Syrischen demokratischen Kräfte – eine Allianz der kurdischen YPG und arabischer Milizen – ein Zweckbündnis mit dem Asad-Regime und der russischen Armee geschlossen, um den Vormarsch der Türkei und der Islamisten aufzuhalten. Die Russen unterstützen die Asad-Regierung und die Amerikaner stehen aufseiten der Kurden. Die USA haben sich auf wenige Gebiete im äußersten Osten zurückgezogen, denn dort liegen die grössten Erdölvorkommen des Landes, die heute zu 90 Prozent von den USA kontrolliert werden.

= Ex-Bundeskanzler Schröder wird vom DUB-Unternehmer-Magazin interviewt: „Wie erklären Sie sich die offenbar wachsende Russlandfeindlichkeit in Deutschland?“ Einige Antworten von Gerhard Schröder:

„Ich habe den Eindruck, dass man Sehnsucht nach einem neuen Kalten Krieg hat. Daraus kann nichts Gutes entstehen – weder wirtschaftlich noch politisch. Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Dialog.“

„Wenn man bei Themen wie Rechtssicherheit für Unternehmen oder Korruptionsbekämpfung weiterkommen will, geht das nur, wenn man dialogbereit ist.“

„Die Amerikaner sind zurück in der Weltgesundheitsorganisation und im Klimaabkommen von Paris. Das ist positiv, aber nicht genug. Der Klimawandel ist ohne Russland und China nicht in den Griff zu bekommen. Auch die Migrationsfrage ist nicht isoliert lösbar. Bei allen Unterschieden in den Werten ist es vernünftig zu fragen: wo können, wo müssen wir trotzdem zusammenarbeiten? Man muss die Unterschiede deutlich machen. Aber sie zum Maßstab der Politik zu machen, ist irrational.“

„Niemand hat an einer Eskalation des Handelskriegs mit China Interesse. Bisher kann ich aber noch keine Überwindung von „America first“ durch Biden erkennen – weder beim Handel, beim Exportverbot für Impfstoffe oder in der Energiepolitik. Deutschland hat als Exportnation andere Interessen. Wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen, brauchen wir Dialog. Wir können uns den USA nicht einfach anschliessen, sondern müssen widersprechen, wenn man uns in einen Handelskrieg hineinzieht.“

„Kein europäisches Land kann ökonomisch und politisch a l l e i n auf dem gleichen Niveau wie China oder die USA spielen. Die EU kann es. Dazu muss sie aber einheitlicher werden, wirtschaftlich wie militärisch. Nur die Geldpolitik zu koordinieren reicht nicht aus. Wir brauchen mehr Integration in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Und wir brauchen eine europäische Verteidigungsgemeinschaft, die innerhalb der Nato, aber eigenständig agieren kann.“

„In Deutschland müssen wir die Bildung in den Mittelpunkt stellen – von den Grundschulen bis zu den Universitäten. Wir sind angewiesen auf die Köpfe der Menschen. Andere Rohstoffe haben wir nicht. Damit hängt das dritte Problem zusammen, das wir angehen müssen: der Arbeitskräftemangel. Deshalb sollten wir die Leute, die zu uns geflüchtet sind, schnell und gut ausbilden. Sie müssen gerüstet sein für die Arbeit, die in Zukunft anders organisiert wird. Scheitert diese Integration, werden wir nicht nur wirtschaftlich Schwierigkeiten bekommen.“

 
 
 
 
 
 

So nicht Mister Präsident !!!

Der Vorstoß des US-Präsidenten Biden, den Patentschutz von Corona-Impfstoffen auszusetzen, ist auf berechtigte und deutliche Kritik gestoßen. Biden selbst sorgt für Impfstoffknappheit, weil amerikanische Firmen von deutschen Unternehmen benötigte Grundstoffe nicht exportieren dürfen. Das gefährdet die Produktion von vielen Millionen Impfdosen. Kanzlerin Merkel hat den Vorschlag von Biden abgelehnt und will in Absprache mit den anderen EU-Ländern die Produktionskapazitäten deutlich erhöhen.

 

Weltmeister im deutschen Mittelstand – Ein paar Beispiele:

= Jedes unnötige Kilogramm verringert die Reichweite von Elektroautos – deshalb muss bei allen Komponenten Gewicht eingespart werden. Das Familienunternehmen Benteler bietet u.a. spezielle Metallleichtbau-Batteriewannen an. Außerdem hat Benteler zusammen mit Bosch und Pininfarina mit „Rolling Chassis“ eine Elektroplattform entwickelt, die den Autobauern den Bau von Elektromodellen erleichtert.

= Die Lidar-Branche befasst sich mit der optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung. Ulrich Lages gründete in den neunziger Jahren das Unternehmen Ibeo, an dem sich der Autozulieferer ZF Friedrichshafenn mit 40 Prozent beteiligte und das beim autonomen Fahren technologisch führend ist.

= Die Zukunftstechnologie Sensorik ist das Sinnesorgan der Industrie 4.0. Weltweit werden etwa 30 Milliarden intelligente Sensoren gebraucht – j e d e s J a h r !! Mit diesen Sensoren soll der Datenschatz für die Fabrik der Zukunft gehoben werden. Die Firma IFM zählt mit einer Milliarde Jahresumsatz zu den Hauptlieferanten für die vernetzte Industrie und produziert Drehzahl-, Sicherheits-, Druck- oder Ströungssensoren, die u.a. in Molkereien, Aufzügen, Windkraftanlagen und in der Autoproduktion eingesetzt werden.

= Das Dresdener Unternehmen Kiwigrid liefert innovative Programme, die Stromzähler, Akkus, Speicher, Windräder und Solaranlagen miteinander verknüpfen und managen. So können die Geräte miteinander kommunizieren und aus der Ferne gesteuert werden.

= Die Firma Exasol aus Nürnberg analysiert Datenbestände für ihre Kunden. So nutzt der Weltkonzern Adidas die Exasol-Software, um Kunden personalisierte und auf ihre Einkaufshistorie maßgeschneiderte E-Mails zu senden. Und das Landwirtschaftsunternehmen Agravis nutzt die Exasol-Datenanalyse, um die Felder optimal zu düngen.

= Die Lünener Recycling-Firma Remondis betreibt seine 16-Tonner-LKWs mit flüssigem Biogas, das in Eigenprodultion aus dem eingesammelten Rohmaterial (Kompost und Grünabfall etc.) hergestellt wird und das in eigenen Anlagen zu Methanol vergärt wird. Mit der RWE-Tochter Rheinbraun will Remondis nun ein geeignetes Tankstellennetz aufbauen.

 

Kluge Worte

= Liebe Seele, trachte nicht nach dem ewigen Leben, sondern schöpfe das Mögliche aus. (Funstück)

= Wenn die Welt erst ehrlich genug geworden sein wird, um Kindern vor dem 15. Lebensjahr keinen Religionsunterricht zu erteilen, dann wird etwas von ihr zu erhoffen sein. (Schopenhauer)

= Ein Lehrer, der das Gefühl an einer einzigen guten Tat, an einem einzigen guten Gedicht erwecken kann, leistet mehr als einer, der uns ganze Reihen untergeordneter Naturbildungen der Gestalt und dem Namen nach überliefert. (Goethe)

= Da sie nur Lehrer für 600 Mark sich leisten können, bleiben die Völker so dumm, daß sie sich Kriege für 60 Millionen leisten müssen. (Morgenstern)

= Siehst du einen Schüler, der sein Thema so schwer bewältigt wie Stahl, so kommt dies wahrscheinlich daher, daß ihn sein Lehrer nicht freundlich, klar und richtig unterweist. (Talmud)

= Die Klugheit des Fuchses wird oft überschätzt, weil man ihm auch noch die Dummheit der Hühner als Verdienst anrechnet. (Hans Kasper)

= Man muß das Gute tun, damit es in der Welt sei. (Ebner-Eschenbach)

= Güte, die auf Gegenwert rechnet, ist nicht Güte. (Aus China)

= Wer empfing, der rede! Wer gab, der schweige! (Fundstück)

 

Chinas Wirtschaft boomt !

Nachdem das BIP Chinas im 1. Quartal 2021 um sensationelle 18 Prozent gestiegen war, steigt der Außenhandel Chinas im April 2021 um rekordverdächtige 32 Prozent zum April 2020.

Seit zehn Jahren kündigen deutsche Qualitätsmedien mit absurden und lächerlichen Analysen den wirtschaftlichen Niedergang Chinas an. Nachdem die Süddeutsche Zeitung sich bereits im Jahr 2014 mit den Schlagzeilen „China ist ein hoffnungsloser Fall“ und „China befindet sich im kontrollierten Sinkflug“ blamierte, legte sie im Jahr 2016 mit den Schlagzeilen „Vor dem Abstieg“ und „Crash in China – Gefahr aus Fernost“ nach. Ziemlich verschämt folgte dann im Januar 2018 ein kleines Artikelchen mit der Überschrift „Überraschung aus Peking. Chinas Wachstum übertrifft die Erwartungen.“ Auch andere Medien haben ständig von „Schattenbanken“ und von „Chinas gefährlichen Finanzjongleuren“ und von einer angeblichen „Schuldenblase“ geschwafelt. (Die Verschuldungsprobleme Chinas sind langfristig nicht so groß wie in westlichen Ländern, weil die Sparquoten der Privathaushalte extrem hoch sind).

 

Ein interessanter Leserbrief

„Es ist schon erstaunlich, welche Torheiten ein intelligenter Mann wie Markus Söder derzeit äußert und wie kritiklos seine Anhänger sie hinnehmen. Die Grünen haben eine süß lächelnde Kanzlerkandidatin, die Bürokratie nach ihren eigenen Worten nicht eindämmen, sondern nur besser koordinieren will, und sie gehört dabei noch zu dem vernünftigen Teil einer Partei, deren Programm die Zukunft Deutschlands so sieht: mehr Staat, mehr Verbote, mehr Steuern und mehr Schulden. Das soll, wie Söder sagte, der „spannendere Koalitionspartner“ der Union sein?

Söder, der zu Recht die Migrationspolitik Merkels im Jahr 2015 harsch kritisiert hat, verlangt jetzt, die „Realität der Migration“ müsse sich in der Bundesregierung abbilden. Etwa dadurch, dass mindestens zehn Prozent der Minister einen Migrationshintergrund nachweisen müssen? Söder will „den Zeitgeist repräsentieren“, also offenbar jedem Unsinn nachlaufen, der gerade in Mode ist. Eine sachlich erarbeitete Meinung, wohlüberlegte Grundsätze oder die Einhaltung von Absprachen sind dabei nur hinderlich: Bayern und Söder sind dem Zeitgeist und der Kanzlerin gerne gefolgt, als der vorschnelle Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen wurde. Als der Zeitgeist allerdings merkte, dass die Energiewende Hochspannungsleitungen auch über den heiligen bayerischen Boden erfordert, hat er sich ganz schnell dagegen ausgesprochen, und wieder war die CSU wider alle Vernunft dabei. Die von Söder jetzt geforderte Wendigkeit, um nicht zu sagen Prinzipienlosigkeit, ist ihm schon lange eigen.

Armin Laschet ist sicher kein Messias. Das ist auch nicht nötig. Er ist aber ein Mann, der in den vergangenen Jahren in NRW nach dem rot-grünen Niedergang endlich wieder eine Politik mit den richtigen Schwerpunkten begonnen und die Wirtschaftskraft des Landes wieder über den bundesrepublikanischen Durchschnitt gehoben hat.

Der smarte Herr Söder mag derzeit in den Umfragen besser dastehen. Ich bin überzeugt, dass Herr Laschet als ein überlegender, zuverlässiger Mann der Mitte auf Dauer mehr Menschen für die Union und für die dringend notwendige Modernisierung Deutschlands gewinnen kann. (Volker Persch – FAZ)

 

Nur ein Vogelschiss

= „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ vom 15.9.1935:

„Eheschließungen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes sind verboten. Trotzdem geschlossene Ehen sind nichtig.“

= Aus einer deutschen Zeitung vom 20.1.1934: „Vermögenseinziehung bei landesverräterischen Lumpen. Auf Grund des Gesetzes über die Einziehung staats- und volksfeindlichen Vermögens zugunsten des preußischen Staates sind wieder eine ganze Anzahl Vermögen von ehemaligen marxistischen Führern eingezogen worden. Nach der hierüber veröffentlichten neuen umfangreichen Liste befindet sich unter dem eingezogenen Vermögen auch die Wohnungseinrichtung des ehemaligen Vorsitzenden der SPD, Otto Wels, der in Friedrichshagen bei Berlin eine Villa bewohnte. Ferner wurden die Vermögen und Einrichtungsgegenstände des üblen Juden und Pamphletisten Alfred Kerr, der Literaten Heinrich Mann und Arnold Zweig sowie eine Forderung des ehemaligen Chefredakteurs des galizischen „Vorwärts“, Jud Stampfer, eingezogen. Auch der ehemalige Führer des RFB, Loew, befindet sich auf der Liste der von Beschlagnahme betroffenen Verräter.

Wenn auch der ungeheure Schaden, den diese Schurken und Verführer in den vergangenen Jahren angerichtet haben, mit dieser Vermögenseinziehung in keinerlei Vergleich zu bringen ist, so efreut einen doch die Tatsache, dass diesen Lumpen wenigstens das, was sie in Deutschland noch besaßen, nun genommen worden ist.“

 

Kurz und interessant

= Die Corona-Videos deutscher Schauspieler haben heftige und überwiegend sehr kritische Reaktionen hervorgerufen. Ein Beispiel: „Die Corona-Maßnahmen schmecken uns alle nicht, sind aber wegen der Pandemie notwendig. Was wollen gutbezahlte Schauspieler uns vermitteln? Sie sind nicht diejenigen, die uns die Welt erklären müssen. Noch dazu ohne jegliche Empathie für die über 81000 Corona-Toten in Deutschland und ihre Angehörigen. Wer so agiert, dem empfehle ich dringend einen einzigen Tag auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Dort kann man darüber nachdenken, wie zerbrechlich unser Leben ist. Es ist sehr schade, dass sich Schauspieler für so eine Aktion hergeben. Wo es hinführt, sieht man am Applaus der AfD. (Leserbrief FAZ Dr. Christiane Engel)

= Unternehmensgewinne müssen zunächst im Unternehmen selbst versteuert werden. Wenn Aktiengesellschaften Dividenden ausschütten, müsen diese nochmal versteuert werden.

= Die Kirche und die Frauen. Man könnte denken, dass den Frauen nur dann ein Status in der Kirche und eine größere Bedeutung eingeräumt würden, wenn sie zu den heiligen Weihen (also dem Priesteramt) zugelassen würden. Genau das will Papst Franziskus und die herrschende Männer-Clique nicht. Und die Begründung von Franziskus muss man auswendig lernen: „So eine Klerikalisierung der Frauen würde auf subtile Weise zu einer Verarmung ihres unverzichtbaren Beitrags führen.“ Schon 2013 fürchtete sich Franziskus vor einer „Männlichkeit im Rock“ und warnte vor einer Verwechslung von „Funktion und Würde“.

= Irgendwie muss man in die Schlagzeilen kommen: Der Russe Kirill Serebrennikow hat Richard Wagners „Parsifal“ an der Wiener Staatsoper inszeniert – und das mit einem schwulen Schwan.

= Die Windenergie wird in den kommenden Jahrzehnten die mit Abstand größte Rolle im Energiemix spielen und das sowohl mit Windmühlen an Land als auch mit Offshore-Anlagen. Nach Berechnungen von Fachleuten werden sich dadurch die Kosten bis zum Jahr 2050 um 37 bis 49 Prozent verbilligen.

= Die deutsche Wirtschaft ist Weltklasse! IDT Biologika ist ein Auftragsfertiger aus Sachsen-Anhalt, produziert Impfstoffe von Astra-Zeneca und Johnson & Johnson und wahrscheinlich auch Sputnik und forscht zugleich an einem eigenen Impfstoff. Nach der politischen Wende 1989 hätte IDT fast nicht überlebt.

= Der Aufbau einer Cloud für die deutsche Autoindustrie ist überlebenswichtig! Jetzt haben BMW, SAP, Daimler und VW ihren Beitritt zum Projekt „Catena-X“ erklärt. Die Allianz will einen unternehmensübergreifenden Datenaustausch ermöglichen und die Hersteller eng mit Zulieferern vernetzen. Erste Anwendungen sollen noch in diesem Jahr starten.

= Schafft Mario Draghi das Wunder ? Mit einer breiten Zustimmung hat das italienische Parlament die Verwendung des EU-Fonds von 221 Milliarden Euro genehmigt und hat sogar noch fast 50 Milliarden Euro hinzugefügt. In seiner Rede vor dem Parlament sprach Draghi weniger von den Planzahlen als von den Menschen im Land: „Der Plan ist mehr als eine Ansammlung von ehrgeizigen Projekten, von Zahlen und Zielen. Der Plan soll ein Wegweiser für das Leben der Jugend, der Frauen und unserer zukünftigen Mitbürger sei.“ Draghi zeigte sich überzeugt, dass „Anständigkeit, Intelligenz und Zukunftslust der Italiener über Korruption, Dummheit und bestehende Einzelinteressen siegen werden.“ Draghi hat es verstanden, in kurzer Zeit seine breite und bunte Koalition zu disziplinieren und nach außen hin Bestimmtheit und Entschlossenheit auszustrahlen.

= Im hundertsten Gründungsjahr der Kommunistischen Partei reisen Millionen Chinesen an die Orte der Revolution, singen rote Lieder und huldigen Mao, der für die Massenmorde an Millionen unschuldigen Chinesen verantwortlich ist. Der Tag wird kommen, dass auch China dieses dunkelste Kapitel seiner Geschichte aufarbeiten muss.

 

Fußball – Fetischist

Ohne Fußball wäre die Corona-Welt nicht auszuhalten. Kliniken für Psychiatrie wären überfüllt; tausende Ehen würden geschieden und die Selbstmordraten würden stark zunehmen. Es ist ein Segen, dass die vielen ausgefallenen Spiele nachgeholt werden und die drei deutschen Bundesligen und der Pokal und die Champions-League und die Euro-League uns fast jeden Tag in Spannung versetzen. Danke Fußball !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Und was machen die sogenannten Qualitätsmedien? Sie versuchen den Fußball jenseits aller Realitäten kaputt zu schreiben. Die WELT ließ vor einiger Zeit einen leibhaftigen Diplom-Psychologen folgenden Müll absondern: „Fußballer fallen häufig mit Eskapaden auf. Diese jungen Menschen haben einen kleineren IQ (Intelligenzquotienten). Sie sind nicht besonders charakterstark oder besonders intelligent – sie haben eine Inselbegabung: Fußball spielen.“

Jetzt bringt die WELT die Riesenschlagzeile: „Ist der Fußball dabei, sich zu ruinieren? In der Pandemie wollten die Manager bescheidener und bodenständiger werden. Stattdessen gab es Rekord-Ablösesummen und Skandale. Kommt den Deutschen ihr Lieblingssport abhanden?“

Hoffentlich kommt uns bald der von Amerikanern aufgekaufte Springer-Konzern mit der WELT abhanden !!!

Als wegen der Epidemie keine Zuschauer mehr in die Stadien gelassen wurden, wussten die Qualitätsmedien sofort, dass die Spannung weg ist und der Fußball den Bach runtergeht. Fakt ist, dass Millionen Menschen – mehr als vor der Krise !! – vor dem Fernseher sitzen und Fakt ist, dass von der dritten bis zur ersten Liga weder Aufstiege noch Abstiege noch Meisterschaften entschieden sind und die Spannung hoch bleibt.

Spätestens im Herbst dieses Jahres sind wir Fußball-Verrückten wieder in den Stadien und wir werden unseren Club leidenschaftlicher anfeuern als jemals zuvor. Und auch die Kids und die Amateure können endlich wieder den Ball rollen lassen. Das Leben ist schön !!

(Natürlich versuchen die Qualitätsmedien die gravierenden Probleme an der Spitze des DFB auszuschlachten. Wir schlagen vor, den gesamten Vorstand – vor allem den inkompetenten und charakterlich nicht erstklassigen Herrn Koch aus Bayern – in die Wüste zu schicken. Anschließend sollten Leute wie Andreas Rettig und Reinhard Rauball den Laden aufräumen und ein neues Team zusammenstellen; dazu darf auf keinen Fall Herr Rummenigge gehören!)

 

Gedichte

Die alte Waschfrau (Autor ?)

Du siehst geschäftig bei dem Linnen die Alte dort in weißem Haar, die rüstigste der Wäscherinnen im sechsundsiebzigsten Jahr. So hat sie stets mit sauerm Schweiß ihr Brot in Ehr und Zucht gegessen, und ausgefüllt mit treuem Fleiß den Kreis, den Gott ihr zugemessen.

Sie hat in ihren jungen Tagen geliebt, gehofft und sich vermählt; sie hat des Weibes Los getragen, die Sorgen haben nicht gefehlt; sie hat den kranken Mann gepflegt; sie hat drei Kinder ihm geboren; sie hat ihn in das Grab gelegt und Glaub und Hoffnung nicht verloren.

Da galt´s die Kinder zu ernähren; sie griff es an mir heiterm Mut, sie zog sie auf in Zucht und Ehren, der Fleiß, die Ordnung sind ihr Gut. Zu suchen ihren Unterhalt entließ sie segnend ihre Lieben, so stand sie nun allein und alt, ihr war ihr heitrer Mut geblieben.

Sie hat gespart und hat gesonnen und Flachs gekauft und nachts gewacht, den Flachs zu feinem Garn gesponnen, das Garn dem Weber hingebracht; der hat´s gewebt zu Leinewand; die Schere brauchte sie, die Nadel, und nähte sich mit eigener Hand ihr Sterbehemde sonder Tadel.

Ihr Hemd, ihr Sterbehemd, sie schätzt es, verwahrts im Schrein am Ehrenplatz; es ist ihr Erstes und ihr Letztes, ihr Kleinod, ihr ersparter Schatz. Sie legt es an, des Herren Wort am Sonntag früh sich einzuprägen, dann legt sie´s wohlgefällig fort, bis sie darin zur Ruhe sie legen.

Und ich, an meinem Abend, wollte, ich hätte diesem Weibe gleich, erfüllt, was ich erfüllen sollte in meinen Grenzen und Bereich; ich wollt, ich hätte so gewusst am Kelch des Lebens mich zu laben, und könnt am Ende gleiche Lust an meinem Sterbehemde haben.

Ludwig Uhland – Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht, sie säuseln und weben Tag und Nacht, sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herz, sei nicht bang! Nun muss sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag, man weiß nicht, was noch werden mag, das Blühen will nicht enden. Es blüht das fernste, tiefste Tal: Nun armes Herz, vergiss die Qual! Nun muss sich alles, alles wenden.

Franz Werfel – Elternlied

Kinder laufen fort. Lang her kann´s noch gar nicht sein, kamen sie zur Tür herein, saßen zwistiglich vereint alle um den Tisch.

Kinder laufen fort. Und es ist schon lange her, schlechtes Zeugnis kommt nicht mehr. Stunden Ärgers, Stunden schwer: Scharlach, Diphterie!

Kinder laufen fort. Söhne hängen Weibern an. Töchter haben ihren Mann. Briefe kommen, dann und wann, nur auf einen Sprung.

Kinder laufen fort. Etwas nehmen sie doch mit. Wir sind ärmer, sie sind quitt, und die Uhr geht Schritt für Schritt um den leeren Tisch.

Kurt Tucholsky – Park Monceau

Hier ist es hübsch. Hier kann ich ruhig träumen. Hier bin ich Mensch – und nicht nur Zivilist. Hier darf ich links gehn. Unter grünen Bäumen sagt keine Tafel, was verboten ist.

Ein dicker Kullerball liegt auf dem Rasen. Ein Vogel zupft an einem hellen Blatt. Ein kleiner Junge gräbt sich in der Nasen und freut sich, wenn er was gefunden hat.

Es prüfen vier Amerikanerinnen, ob Cook auch recht hat und hier auch Bäume stehn. Paris von außen und Paris von innen: sie sehen nichts und müssen alles sehn.

Die Kinder lärmen auf den bunten Steinen. Die Sonne scheint und glitzert auf ein Haus. Ich sitze still und lasse mich bescheinen und ruh von meinem Vaterlande aus.

Heinrich Heine – Leise zieht durch mein Gemüt

Leise zieht durch mein Gemüt liebliches Geläute. Klinge, kleines Frühlingslied, kling hinaus ins Weite.

Kling hinaus bis an das Haus, wo die Blumen sprießen, wenn du eine Rose schaust, sag, ich lass sie grüßen.

Peter Hacks – Zum ersten Mal

Ich mag einmal nicht klassenkämpfen. Das soll man im November tun. Ich will zum Lied die Leier dämpfen und waldwärts ziehn auf Flügelschuhn.

Da wohnt der Mai auf einer Wiese. Und Birken stehen. Und der Wind ist lau, als wenn er gar nicht bliese. Und jeder Käfer ist mein Kind.

Doch will mich wer davongehn heißen, weil er der Eigentümer sei, dann werd ich den mit Hölzern schmeißen zum ersten Mai.

 

Fragwürdige EU-Sanktionen gegen China

Unter diesem Titel schreibt Rolf Cremer (Professor und Vizepräsident der China Europe International Business School in Schanghai) in der NZZ: „Die EU möchte die Lage der Uiguren verbessern, indem sie Sanktionen über China verhängt. Das ist der falsche Weg. Die EU sollte Chinas Aufstieg als Bereicherung begreifen und konstruktive Arrangements mit dem Land fördern. Glaubt die EU wirklich, dass sich die Lage der Uiguren verbessert, wenn sie Sanktionen über China verhängt? Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Druck erzeugt Gegendruck. Richtig bleibt hingegen der Ansatz „Wandel durch Handel“.

Wer China wirklich kennt, weiss, dass sich das Land in den vergangenen vierzig Jahren epochal verändert hat – und zwar zum nachweislichen Nutzen seiner 1,4 Milliarden Menschen und der ganzen Welt. In chinesischen Megacitys ist das Leben kaum noch von dem in westlichen Metropolen zu unterscheiden. Die wirtschaftliche Armut der Mao-Zeit ist verschwunden. Das durchschnittliche Einkommen pro Kopf der Bevölkerung ist um mehr als das Hundertfache gestiegen.

Die Sanktionen führen nicht nur nicht zu Fortschritten für die Uiguren. Sie haben darüber hinaus negative wirtschaftliche Konsequenzen, auch in und für Europa. Dabei geht es nicht nur um Unternehmensprofite, wie es immer wieder abfällig von jenen unterstellt wird, die für sich in Anspruch nehmen, das einzig Gute hochzuhalten. Tatsächlich geht es um Millionen Arbeitsplätze und Einkommen und Versorgung in der EU.

Es verwundert, dass Menschenrechtsverletzungen in anderen Teilen der Welt für die EU keine oder kaum eine Rolle spielen. Warum fixiert man sich immer wieder auf China?

Der wirtschaftliche, politische und militärische Aufstieg Chinas ist insbesondere eine Herausforderung für die USA, nicht für die EU. Wir in der EU sollten Chinas Aufstieg als wirtschaftliche und kulturelle Bereicherung begreifen, so wie wir auch das Zusammenleben mit den USA positiv gestalten. Dass es dabei immer wieder zu wirtschaftlichen und politischen Konflikten kommt, bleibt nicht aus. Seit Jahrzehnten arrangieren wir uns mit den USA und ihren für uns manchmal schwierigen Positionen; man denke an den Irakkrieg, an Nord Stream 2 oder die mit der Iranpolitik der USA verbundenen Sanktionen gegen europäische Unternehmen. Im Gegensatz dazu sind die gegenwärtigen EU-Sanktionen nicht geeignet, um konstruktive Arrangements mit China zu fördern.“