Kurz und interessant

= Nur noch weniger als die Hälfte glaubt, man könne seine Meinung in Deutschland frei äußern. (Für die andere Hälfte ist das eine willkommene Begründung, sich kein fundiertes politisches Wissen anzueignen.)

= Russlands Präsident Putin hat Vorwürfe eines russischen Cyberkriegs gegen die USA als „absurd“ bezeichnet. Dem amerikanischen Sender NBC sagte Putin: „Wir sind aller möglichen Dinge beschuldigt worden; die USA haben sich dabei nicht ein einziges Mal die Mühe gemacht, irgendwelche Beweise vorzulegen.“

= Es dürfte allseits bekannt sein, dass der saudische Journalist Kashoggi im Auftrag eines saudischen Prinzen ermordet wurde. Jetzt meldet die New York Times, dass vier Mitglieder dieses saudischen Mordkommandos im Jahr 2017 in den USA (!!!) an einem Training der Sicherheitsfirma Tier1 teilgenommen haben; diese Schulung der späteren Mörder erfolgte mit Genehmigung der US-Regierung.

= Ab 1.9.2021 ist in Texas das Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit wieder erlaubt; Voraussetzung: mindestens 21 Jahre und nicht vorbestraft. Bisher muss eine Prüfung erfolgen mit Schießtraing und Abgabe von Fingerabdrücken; das entfällt dann.

= Plastik ist für die Umwelt nicht schlecht – falls es recycelt wird. Das war bisher ein Problem. Eine neue Technik macht es möglich, aus altem Kunststoff neuen zu machen. Das geht auch mit Matratzen und Autoreifen.

= Obwohl die Corona-Krise noch nicht richtig vorbei ist, suchen zahlreiche Unternehmen händeringend Arbeitskräfte – und das nicht nur für die Apfelernte. In der IT-Branche und in der Industrie und im Baugewerbe und im Handwerk werden gut bezahlte Jobs angeboten.

= „Die Programmatik grüner Erinnerungskultur ist scheinmoralisch, undurchdacht und weist klaffende Wissenslücken auf. Blamabel für eine Akademikerpartei.“ (Michael Wolffsohn)

= Ärzte verschreiben gegen Ende eines langen Arbeitstages mehr Opiode als Vormittags, ohne dass es dafür medizinische Erklärungen gäbe.

= In der feministischen Süddeutschen Zeitung schreibt die Kolumnistin Jagoda Marinic: „Der Hass der Zeit. Wie man mit einer Frau umgeht, die nach Macht strebt, zeigen nicht nur die Kampagnen gegen Annalena Baerbock. Diese Misogynie ist nicht hinnehmbar.“ (Im Lexikon nachgeschaut: Misogynie bedeutet Verachtung von Frauen)

= „Wir brauchen einen ganz anderen Unterricht, weg vom Frontalunterricht und Konsum hin zum aktiven, selbst gesteuerten Lernen und zu individuellen Lernkonzepten.“ (Uwe Cantner – Vors. der Expertenkommission für Forschung und Innovation)

= „Luther erschütterte Deutschland – aber Franz Drake beruhigte es wieder: Er gab uns die Kartoffel.“ (Heinrich Heine)

 

Immer noch richtig!!

Schon vor ein paar Jahren sagte Charles Munger (Berkshire):

„Die Asiaten sind so, wie die Deutschen nach dem Krieg waren – es gibt eine neue Art von Deutschen, die man Chinesen nennt; sie sparen 50 Prozent ihres Einkommens. Die neuen Deutschen sind gelb.

Als Volkswirtschaft hat sich China schneller entwickelt, als je ein einziges der großen Unternehmen in der Menschheitsgeschichte gewachsen ist. Es ist schwierig, etwas Interessanteres zu finden als China und Korea. Die Koreaner hatten keine guten Voraussetzungen: kein Öl, keine Kohle, dazu schlechte Bedingungen für ihre Landwirtschaft und einen langen Krieg. 40 Millionen Koreaner auf einem lausigen Stück Land – und schauen Sie, was sie aus nichts gemacht haben, seit der Krieg vorbei ist.“

Mungers damalige Aussagen sind immer noch zutreffend – man könnte Singapur und Taiwan hinzufügen und Länder wie Malaysia, Indochina, Vietnam, Pakistan und Indien im Auge behalten.

Aber wie soll man in den asiatischen Aktienmarkt investieren? Fast alle Fonds und ETFs fordern zu hohe Gebühren. Ein mit 0,18 % Gesamtkosten preiswerter ETF ist der schon empfohlene von Blackrock (WKN A111X9), der vor allem in die besagten asiatischen Märkte investiert – aber auch in mehrere andere Entwicklungsländer. Ansonsten gibt es eine Reihe von Einzelaktien, die sich wahrscheinlich gut entwickeln: Tencent, Netease, Pinduoduo, Baozun, Alibaba, Bilibili, Sea, Baidu, J.D.Com, Xiaomie, Reliance, Ehang, Hyundai, Nio, Byd, Samsung, Toyota, Luckin-Caffee, Zai-Lab.

Die guten Prognosen für Asien bedeuten nicht, dass die USA und Europa uninteressant werden – darauf kommen wir zurück. Mit der Empfehlung von Gazprom (WKN 903276) kann nicht gewartet werden – diese Aktie ist ein echtes Schnäppchen und hat eine sehr hohe Dividendenrendite

 

Alles müssen diese Journalisten-Typen kaputt schreiben. Politiker können ein Lied davon singen. Jetzt muss auch der Fußball ans Messer geliefert werden.

Mehrere hundert Millionen Europäer haben sich auch auf diese Europa-Meisterschaft gefreut. Die Niederlage der Deutschen gegen Frankreich haben über 20 Millionen im Fernsehen angeschaut. Ein Spiel der Italiener – ohne deutsche Beteiligung – hatte alleine in Deutschland neun (!!!!!) Millionen Zuschauer. Nichts kann unseren wegen Corona aufgestauten Frust besser beseitigen als Fußball.

Ein gewisser Peter Körte von der FAZ spricht von „gierigem Voyeurismus“ und schreibt: „Hauptsache, es geht immer weiter. Ohne Empathie. Ohne Innehalten. Ohne Rücksicht auf die Wahrheit. Und so trat an dem Tag, an dem das Herz von Christian Eriksen kurze Zeit stillstand, an dem jeder wünschte, er möge zurückkommen, ein Zustand der umfassenden Verantwortungslosigkeit ein: bei der UEFA, bei dem von ihr beauftragten Fernsehdienstleister und im Apparat des deutschen Fernsehens. Dieser Zustand wird anhalten bis zum Finale am 11. Juli. Und darüber hinaus. Es wäre zu wünschen, ist aber nicht zu erwarten, dass bei der nächsten Gelegenheit jemand aus diesem Versagen Konsequenzen zieht. Die WM in Katar wäre eine solche Gelegenheit.“

Wann wollen diese Ignoranten endlich mal begreifen, dass es k e i n e friedlichere Institution auf der Welt gibt, als Fußball. Fußball ist für hunderte Millionen Menschen auf der Welt das wichtigste oder sogar das einzige „Ich-will-weiter-leben-Medikament“. Fußball bringt Frieden zwischen verfeindeten Völkern; das hat selbst der ehemalige UNO-General-Sekretär festgestellt. Fußball ist die einzige Massenbewegung auf der Welt, in der alle Menschen willkommen sind: Schwarze, Gelbe, Rote und Weiße – Frauen und Männer – Kinder – Reiche und Arme – Gebildete und Doofe. Fußball kostet nichts; vor jeder Hütte und auf jeder Wiese im ärmsten Land der Welt kann Fußball gespielt werden. Fußball ist Mannschaftssport und damit das beste Erziehungsmittel und eine gute Vorbereitung auf das Leben. (Wenn ich König von Deutschland wäre, würde ich alle Schüler vom 6. bis zum 16. Lebensjahr verpflichten, mindestens viermal in der Woche Mannschaftssport zu betreiben; das kann z.B. auch Basketball sein.)

Selbst den autoritären Staat Qatar wird die Fußball-Weltmeisterschaft ein wenig friedlicher machen und öffnen.

 
 
 
 

Nur ein Vogelschiss – Zum Schicksal der Roma und Sinti

  • Sehr früh versuchten Städte und Gemeinden, ihre Facharbeiter, Handwerker und Kaufleute zu beschützen, indem sie die Ausübung traditioneller Handwerke und Gewerbe durch Roma und Sinti für ungesetzlich erklärten.
  • Nationalsozialisten verbreiteten die Behauptung, dass Roma und Sinti ihr angeblich „asoziales“ Verhalten von ihren Familien erben.
  • Deutsche Soldaten, von denen bekannt wurde, dass sie aus Roma- oder Sinti-Familien stammten, wurde in der Regel auf Heimaturlaub geschickt, um sie dort verhaften zu können. Die Kameraden dieser Soldaten sollten das nicht mitbekommen.
  • Viele als „Zigeunerkinder“ klassifizierte Waisen- und Pflegekinder wurden von ihren Pflegefamilien getrennt und in Konzentrationslager verschickt.
  • Als im Dezember 1941 im „Zigeunerlager“ des Ghettos Litzmannstadt in der heutigen polnischen Stadt Lodz eine Typhusepidemie ausbrach, wurden 4600 Roma in Vergasungswagen getötet. 4400 von ihnen liegen in unmarkierten Massengräbern im Wald von Chelmno.
  • Das Auschwitz-Dekret Heinrich Himmlers vom 16. Dezember 1942 verfügte die Deportation aller im Deutschen Reich noch lebenden „Zigeuner“ nach Auschwitz-Birkenau. Dieser Befehl markierte die letzte Phase eines Plans zur Vernichtung der „Zigeuner“. Die Massendeportationen deutscher, österreichischer und tschechischer Roma und Sinti nach Auschwitz-Birkenau begannen im April 1943. Mehr als 20.000 Roma und Sinti wurden in 32 Holzbaracken im „Zigeunerfamilienlager“ in Auschwitz zusammengepfercht. Bis zum Juni 1944 waren 70 Prozent von ihnen bereits gestorben. Während die noch Arbeitsfähigen in andere Konzentrationslager überstellt wurden, wurden die zurückgebliebenen 2.879 Gefangenen in der Nacht des 2. August 1944 vergast.

 
 
 
 
 
 

Todesstrafe nach Belieben im USA-Partnerland Saudi-Arabien

„Vor einem Jahr schien die saudische Scharia-Justiz einen Weg der Besserung einzuschlagen. Gemäß einem königlichen Erlass sollten Verbrecher, die zum Zeitpunkt ihrer Tat noch nicht 18 Jahre alt waren, nicht mehr zum Tode verurteilt werden. Auch sollten bereits gefällte Urteile in einen Freiheitsentzug von maximal zehn Jahren umgewandelt werden. Eine Kommission des obersten Gerichts kündigte zudem im April 2020 die Aussetzung der Prügelstrafe an. Es handele sich um eine Weiterführung der von König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman begonnenen Menschenrechtsreformen, hiess es.

Der Fall von Mustafa Darwish zeigt indes, dass minderjährige Straftäter nicht in jedem Fall der Todesstrafe entkommen. Er gehörte der schiitischen Minderheit an der Ostküste an und soll dort 2011 und 2012 an Demonstrationen teilgenommen haben. Die saudische Staatsreligion des Wahhabismus, eine fundamentalistische Auslegung des sunnitischen Islams, anerkennt die Schiiten nicht als Glaubensbrüder. In der Folge des arabischen Frühlings kam es unter den Schiiten daher wiederholt zu regimekritischen Protesten.

Laut seiner Familie wurde Darwish 2015, also mehrere Jahre nach den Protesten, mit zwei Freunden auf der Straße festgenommen. Die Polizisten ließen ihn zunächst gehen, behielten aber sein Mobiltelefon, auf dem sie später ein belastendes Foto fanden. Nach der erneuten Festnahme wurde Darwish unter Folter zu einem Geständnis gezwungen, das er später vor Gericht widerrief, wie die britische Menschenrechtsorganisation Reprieve schreibt, die sich dem Kampf gegen die Todesstrafe verschrieben hat.

Vor drei Jahren verurteilte ein saudisches Sondergericht Darwish zum Tode. Es warf ihm unter anderem die Teilnahme an einer „bewaffneten Rebellion“ und an über zehn „Krawallen“ vor. Während vieler dieser Handlungen soll Darwish allerdings erst 17 Jahre alt gewesen sein. Menschenrechtsorganisationen forderten deshalb, den Fall des Jugendlichen unter Berücksichtigung des königlichen Erlasses vom Vorjahr neu zu beurteilen. Zudem drängten sie den britischen Aussenminister Dominic Raab dazu, den Fall bei seinem Besuch in Riad anzusprechen. Raab soll die saudischen Menschenrechtsprobleme gegenüber seinen Gastgebern allerdings nur in allgemeiner Form angesprochen haben.

Am Dienstag nun wurde Darwish hingerichtet – gerade als der britische Handelsminister zu Besuch war. Die Eltern des jugendlichen Todeskandidaten sollen von der Hinrichtung ihres Sohnes erst über Internetmedien erfahren haben, berichtet Reprieve.

Amnesty International hat darauf hingewiesen, dass Straftaten, die unter das Anti-Terror-Gesetz fallen, vom königlichen Erlass zur Todesstrafe für Minderjährige ausgenommen sind. Somit ist weiterhin nicht ausgeschlossen, dass saudische Richter dem Leben rebellischer Teenager auch künftig ein vorzeitiges Ende setzen werden.“ (NZZ)

 

Kurz und interessant

= Anteile am globalen Bruttoinlandsprodukt:

  • China im Jahr 2000 3,5 Prozent und im Jahr 2020 17,4 Prozent
  • EU im Jahr 2000 21,4 Prozent und im Jahr 2020 17,9 Prozent
  • USA im Jahr 2000 30,2 Prozent und im Jahr 2020 24,8 Prozent

= Der „klimatische Hufabdruck“: Ein Futterzusatz soll in Dänemark helfen, Rülps-Emissionen von Kühen zu reduzieren.

= Prinzipien einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung: * Achtung vor den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten, vor allem vor dem Recht der Persönlichkeit auf Leben und freie Entfaltung. * Volkssouveränität *Gewaltenteilung * Verantwortlichkeit der Regierung * Gesetzmäßigkeit der Verwaltung * Unabhängigkeit der Gerichte * Mehrparteienprinzip * Chancengleichheit für alle politischen Parteien mit dem Recht auf verfassungsmäßige Ausübung einer Oppoition.

= Auf der Erde gibt es derzeit etwa 50 Milliarden Vögel bei 9700 Vogelarten.

= Der Pro-Kopf-Ausstoss an CO2-Emissionen betrug im Jahr 2019 in Australien 17 Tonnen – in Kanada 15,5 Tonnen – in den USA 15 Tonnen – in Russland 13 Tonnen – in Japan 9 Tonnen – in Deutschland 8 Tonnen – in China 8 Tonnen – in der Schweiz 4 Tonnen.

= Nach der Wahl von Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten der CDU hat der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt ganz schmerzfrei Markus Söder als idealen Kanzler in den Himmel gelobt. Keine Spur von Loyalität zu seiner Partei. Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt bedankte sich Söder in der NZZ: „Der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt ist ein großer Erfolg für die CDU und vor allem für Reiner Haseloff. Er ist der Matchwinner. Gewonnen hat Reiner Haseloff, weil er gut regiert.“ Offensichtlich sind Haseloff und Söder Brüder im Geiste.

= Seitdem Angela Merkel an der Regierung ist, arbeiten sich die deutschen Macho-Journalisten an ihr ab. So schreibt ein Herr Prantner aus Berlin in der NZZ: Schlagzeile: „Merkel – keine Gestalterin der internationalen Angelegenheiten. Die auch als „Führerin der freien Welt“ bezeichnete Staatschefin hat weltpolitisch kaum richtungsweisende Visionen formuliert.“ Das stimmt. Für populistische Visionen hat Merkel keine Zeit. Sie arbeitet ein Problem nach dem anderen ab – auch in der internationalen Politik. Dutzende Staatschefs anderer Länder werden das bestätigen.

= In einem großen Interview fragt die Süddeutsche Zeitung den Daimler-Chef Ola Källenius „Und dann ist da noch eine andere Herausforderung für Daimler: China. Einerseits ein prosperierender Riesenmarkt, der Ihnen einen goldenen Jahresstart beschert hat. Andererseits ist diese Abhängigkeit doch eine große Gefahr.“ Källenius antwortet: „Die Entwicklung von China in den vergangenen 40 Jahren ist Wachstumsmotor Nummer eins in der Welt, hat 700 Millionen Menschen aus der Armut geholt. Ein modernes Wirtschaftswunder, von dem die ganze deutsche Industrie profitiert. Wie alle Wirtschaftsunternehmen werden wir die Marktpotentiale bestmöglich nutzen.“

= Die größten Technologie-Konzerne der Welt nach Börsenbewertung (in Milliarden Dollar):

*Apple 2.125 *Microsoft 1.942 *Amazon 1.688 * Alphabet (Google) 1.658 * Facebook 939 *Tencent 737 * Alibaba 573 (In der EU hat ASML eine Bewertung von 291 Milliarden und SAP eine von 176 Milliarden)

 

Wir wollen die Vereinigten Staaten von Europa !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Helmut Schmidt: „Wir Europäer können im globalisierten Weltgefüge nur g e m e i n s a m bestehen, nur gemeinsam werden wir unsere Werte von Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit behaupten. Die europäische Integration ist im ureigenen deutschen Interesse, sie ist im Interesse aller europäischen Völker. Deshalb müssen wir für Europa kämpfen. Mit Herz, Verstand und mit dem notwendigen Respekt voreinander.“

Richard v. Weizsäcker: „Wir müssen lernen, europäisch zu denken und zu handeln. Europa ist vollkommen unvermeidlich. Wir werden in Zukunft noch weniger ohne Europa auskommen, als wir das in der Vergangenheit getan haben.“

Ein Brief ins Paradies: „Lieber Herr Schmidt, lieber Herr von Weizsäcker, bitte kommen Sie für zwei Jahre auf die Erde zurück und beraten Sie die deutsche und die europäische Regierung. Folgende Fragen brennen uns auf den Nägeln:

  • Wie können wir sicherstellen, dass – im Gegensatz zu den letzten 2000 Jahren – unser Kontinent von Kriegen verschont bleibt?
  • Sollen die europäischen Staaten die NATO verlassen und gemeinsam eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft gründen, die dann mit den USA und – falls möglich – mit Russland kooperiert?
  • Wie würden Sie ein Friedens- und Freihandelsabkommen mit China gestalten?
  • Wie lösen wir das nach Corona wieder auf Europa zukommende Flüchtlings-Problem? Brauchen wir Auffangläger außerhalb der europäischen Grenzen? Der Erfolg der AfD basiert auf der Aufnahme von weit über einer Million Flüchtlingen aus Syrien im Jahr 2015. Wie können wir den Flüchtlingen helfen, ohne die Stabilität unseres Rechtsstaats zu gefährden?

Eine Frage an Herrn Schmidt haben wir noch: Wie können wir die SPD vor dem totalen Untergang bewahren und ihr vermitteln, dass eine sozialdemokratische Partei andere Prioritäten haben sollte, als Geschwindigkeitsbeschränkungen und Forstwirtschaft? Wie wäre es z.B. mit dem Thema Chancengerechtigkeit, das in unserem Land und auch in der SPD viel zu wenig Beachtung findet?

 

Präsident Biden wollte auf der G7-Konferenz eine „Allianz der Demokraten“ schmieden, mit der China ausgegrenzt und bekämpft werden soll. Einige europäische Politiker – vor allem Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Macron – haben das verhindert.

Es ist notwendig und sinnvoll, wenn die G7 die demokratischen und humanitären Werte beschwört und auf Menschenrechtsverletzungen in anderen Staaten hinweist. Aber wir dürfen den Rest der Welt nicht nur nicht ausgrenzen, sondern wir müssen versuchen, mit a l l e n Ländern im Gespräch zu bleiben und zum gegenseitigen Nutzen Handel zu betreiben. Und wir müssen mit Verhandlungen und mit Entwicklungshilfen gezielt die wirtschaftliche und die politische Entwicklung in den betroffenen Ländern fördern. Sollen wir die etwa 150 immer noch nicht demokratisch regierten Länder etwa anweisen, zuerst eine perfekte Demokratie zu realisieren und dann die EU um diplomatische Beziehungen zu bitten?

China ist keine Demokratie. China ist eine kommunistische Diktatur. China ist im Besitz von Atomwaffen und bis an die Zähne bewaffnet. China hat in den letzten vierzig Jahren 700 Millionen Menschen aus ihrer bitteren Armut befreit. China ist ein extrem erfolgreiches Industrieland und forscht und erfindet in allen zukunftsweisenden Wirtschafts-, Technologie- und Pharma-Bereichen auf Welt-Niveau. Inzwischen bestreitet niemand mehr, dass China in spätestens zehn Jahren mit dem weltweit höchsten Bruttosozialprodukt die USA auf den zweiten Platz verweist.

Wir zitieren den noch nicht von Amerikanern aufgekauften „Schweizer Monat“:

  • Über China, die aufstrebende Nummer zwei der Weltmächte, wissen wir zu wenig. Trennend waren und sind die geographische Distanz, aber auch die Sprache, ganz zu schweigen von der Geschichte und der Kultur des Landes, die sich beide fundamental von den unsrigen unterscheiden. Die Uhren ticken in China anders als im Rest der Welt: Wer morgens um 7 Uhr in Peking in einen Stadtpark kommt, findet ihn so voll wie in Paris oder Berlin an einem Sommerabend um 19 Uhr. Die Leute machen Tai-Chi, spielen Ball, hängen an einem Baum oder gehen einfach eine Weile rückwärts, das soll gesund sein. Doch gleich danach machen sie sich an die Arbeit, mit einer Mentalität, die im Westen im Rückzug begriffen scheint: Nach Kulturrevolution, Massenarmut, Hungersnot und sozialistischer Misswirtschaft will das Land zurück an die Spitze.
  • Chinas aktuelle Staatsform ist ein Hybrid, eine Art Autokratie mit marktwirtschaftlichen Elementen; das fordert unser eigenes Weltbild heraus, denn wir haben angenommen, dass ab einem gewissen Wohlstands-Niveau Marktwirtschaft und Demokratie zwingend zusammengehen.
  • Was in China zwischen 1985 und 2020 passiert ist hat im Westen 200 Jahre gedauert. Im Sommer 1985 fuhr der Schweizer Syngenta-Verwaltungsrat Jürg Witmer nach Schanghai und traf den jungen Direktor einer kleinen Pharmafabrik, der mit ihm auf die andere Seite des Huangpu River fuhr und ein riesiges Reisfeld zum Kauf anbot. Heute liegt dieses Reisfeld in der Mitte von Shanghai, es ist ein Hightech-Park für Biotechnologie und Pharmazie, umgeben von Hochhäusern.
 

Antichinesische Propaganda auf Primitiv-Niveau. Auf vier Zeitungsseiten versucht die von Amerikanern aufgekaufte WELT, die G7-Verhandlungen zu beeinflussen. Die WELT schreibt z.B.: „Staatschef Xi Jinping hat ein ehrgeiziges Ziel: Er will sein Land in der Welt als fortschrittlichen, demokratischen Staat in Szene setzen – Menschenrechtsverletzungen passen dabei nicht ins Bild. Dafür hat die Volksrepublik einiges unternommen und zahlreiche Helfer angeworben, die, teils gut getarnt, daran arbeiten. Auch in Deutschland.“

 

Die Welt ist ein Dorf

= In Amerika ist das Studium so teuer, dass manche Studenten einen Pakt mit der Wall Street schließen: Sie lassen sich die Ausbildung von Hedgefonds bezahlen – und versprechen dafür einen Teil ihres zukünftigen Einkommens.

= In der Finanzmetropole Hongkong ist ein 12,5 Quadratmeter großer Parkplatz für umgerechnet mehr als eine Million Euro verkauft worden.

= Gertrude Lübbe-Wolf, ehemalige Richterin am Bundesverfassungsgericht, kommentiert im Handelsblatt das Urteil des niederländischen Bezirksgerichts, mit dem der Konzern Royal Dutch verpflichtet wird, seine CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 45 Prozent zu reduzieren: „Unternehmen als Verantwortliche, die Leistungen für das Gemeinwohl unabhängig von gesetzlichen Regeln zu erbringen haben, die auch Mitbewerber verpflichten? Emissionsminderung nach dem Rasenmäherprinzip, die alle regulatorischen Bemühungen um Einsparungen dort, wo sie am kostengünstigsten sind – wie etwa Emissionshandelssysteme -, zur Makulatur macht? Festlegung von Klimazielen und der Weg dahin, einschließlich Lastenverteilung, nicht mehr durch den Gesetzgeber, sondern durch die Justiz? Besorgniserregend, dass ein Gericht sich dahin verirrt, all das zu bejahen. Noch besorgniserregender, dass so viele das Gericht dafür bejubeln.“

= Der Todesrichter soll Präsident werden! Im Iran ist der sogenannte Revolutionsführer und oberste Geistliche Khamenei immer noch Alleinherrscher. Jetzt macht er den Justizchef Ebrahim Raisi zum Präsidenten. Im iranischen Volk wird Raisi hinter vorgehaltener Hand Todesrichter oder Mörder genannt. Durch Raisis Karriere zieht sich als roter Faden eine Blutspur. In den vierzig Jahren seiner Karriere war Raisi Staatsanwalt, Revolutionsrichter, Justizrivisor und Vorsitzender eines Inquisitionsgerichts für Kleriker – auf sein Konto gehen zahllose Todesurteile. Raisi wurde bereits 1988 vom damaligen Revolutionsführer Khomeiny in ein Todeskomitee aus vier geistlichen Richtern berufen. Bis November 1988 verurteilten die Komitee-Mitglieder in meist nur wenige Minuten dauernden Prozessen zwischen 3900 und 5000 Gefangene zum Tod am Galgen. Geheimdienste und Polizei verscharrten die Mordopfer in anonymen Massengräbern.

= Mustafa Alizai hat in Afghanistan als Ortshelfer für die Bundeswehr gearbeitet. Heute fürchtet er täglich um sein Leben. Alle Afghanen, die in Afghanistan für westliche Organisationen oder für das westliche Militär gearbeitet haben, müssen damit rechnen, von den Taliban ermordet zu werden. Das haben die Taliban ohne jede Einschränkung angekündigt. Die USA und andere Länder müssen allerdings jeden Einreiseantrag ihrer Mitarbeiter sehr gründlich prüfen, weil die Taliban offensichtlich einige dieser Helfer anwerben und zwingen, nach erfolgter Ausreise in den westlichen Ländern Terrorakte zu verüben.