Bilder können besser lügen als Worte

Die folgenden Fotos stammen aus dem Buch „Bilder des Krieges – Krieg der Bilder“ – von Gerhard Paul – erschienen im Verlag Schöningh/W.Fink.

 
 
 
 
 
 

Das Medien-Sündenregister

Völlig abgebrüht werden inzwischen die Leser getäuscht, indem Werbeanzeigen mit redaktionellen Inhalten vermischt werden und nicht als Werbung oder Anzeige überschriftet sind. (Siehe „Flossen hoch“ aus dem Süddeutsche-Zeitung-Magazin). Die NZZ nennt das „Heikle Verwirrspiele mit dem Publikum“ und schreibt: „Die gestalterische Angleichung von Anzeigen umd Redaktionellem gefährdet die Glaubwürdigkeit der Medien“. Und der Mundartdichter Wilhelm Wörle verfasste ein Gedicht dazu:

„Im Zoara: Was i gar it leida ka, dös sind Zeitungsschreiber, weil sie gar so gneschtig sind wia de alte Weiba. Hockat in de Stuba dinn bloß zom feirig Gaffa; leabat guat vom Hiaraschwoiß andrer Leute Schaffa. Zeitungsschreiber sind wia de Flöah, dia oim tagsdur beißat ond füars Bluat, dös gsoffa hand, oim ins Hemmad scheißat.“

Auch Johann Wolfgang von Goethe äußerte sich voller Groll:

„Da hatt ich einen Kerl zu Gast, er war mir eben nicht zur Last; ich hatt just mein gewöhnlich Essen, hat sich der Kerl pumpsatt gefressen, zum Nachtisch, was ich gespeichert hatt. Und kaum ist mir der Kerl so satt, tut ihn der Teufel zum Nachbarn führen, über mein Essen zu räsonieren: „Die Supp hätt können gewürzter sein, der Braten brauner, firner der Wein.“ Der Tausendsackerment! Schlag ihn tot, den Hund! Er ist ein Rezensent.“

Der geschätzte Autor und Journalist Albert Camus:

„Ein freier Journalist veröffentlicht nichts, was den Hass schüren oder die Verzweiflung fördern könnte. Wahrheit und Freiheit sind anspruchsvolle Geliebte, die nur wenige Liebhaber haben.“

= Bettina Wulf (Ex-Frau des Bundespräsidenten): „Was mich wirklich angreift, das sind fiese Geschichten über die Familie und meine Kinder. Paparazzi haben unsere Kinder verfolgt und haben ihnen vor der Schule oder vor unserem Haus aufgelauert.“

= Und der Journalist David Gow: „Die Zeitungen erfinden Geschichten, fälschen Statistiken. Es ist ihnen einfach egal.“

= „Sexistisch, homophob, antisemitisch. Die Zeitung „Akit“ verbreitet Hassnachrichten in der Türkei.“ (Bülent Mumay)

= „Die Leute zahlen Gebühren für ein Fernsehen, das sie nicht nutzen, die damit finanzierten Talk-Shows laden Gäste ein, die nichts zu dem beitragen können, was gerade geschieht, die Zuschauer vergessen sofort, was gesagt wurde, eben weil es kein sinnvoller Beitrag zu etwas war – und das Ganze nennen wir Bildungsauftrag, Öffentlichkeit, Aufklärung oder Demokratie oder so.“ (Fundstück)

= Harald Martenstein (ZEIT) heißt ein Star-Journalist, dem vor lauter Arroganz das Hirn vernebelt ist; er schreibt: „Unsere kulturelle Elite würde, wenn heute NSDAP oder SED regieren würde, zu mindestens fünfzig Prozent aus denselben Leuten bestehen.“ Ist das eine Selbsteinschätzung von Herrn Martenstein?

= Süddeutsche Zeitung: „Der Fall SAT 1: Pharma- und Finanzfirmen zahlen über die Schweiz für redaktionelle Beiträge im Frühstücksfernsehen und am Vorabend.“

= Der Genforscher Kari Stefanson: „Deutsche Journalisten verstellen sich. Sie haben keine Skrupel zu täuschen und zu verschleiern, auf was sie in Wahrheit hinauswollen. Ich möchte nur sagen, dass sie alle ohne Ausnahme Arschlöcher („pieces of shit“) sind. Vielleicht sind sie sehr gebildete Arschlöcher, aber das ist mir gleich.“

= Verdachtsberichterstattung kann Menschenleben gefährden. Erst wenn der Staatsanwaltschaft genügend Hinweise oder Beweise für eine schwere Straftat vorliegen, kann sie Anklage erheben. Medien berichten besonders bei Prominenten schon dann, wenn ein Verdacht aufkommt und nennen den Namen des Verdächtigen – gerne garniert mit Fotos. Wenn sich der Verdacht als haltlos erweist, ist der Schaden nicht zu reparieren. Schon lange wird eine Änderung der Pressegesetze gefordert; demnach dürften die Behörden keine Namen oder sonstigen Informationen über die Identität von Verdächtigen weitergeben, weil u.a. die wirtschaftliche Existenz (manchmal sogar das Leben) auf dem Spiel steht.

= Ulrich Wickert: „Ein leitender Redakteur einer deutschen Wochenzeitschrift bat mich kürzlich um ein Interview. Ja, ich erhielt das Gespräch zum Autorisieren, änderte die eine oder andere Antwort, um sie unterhaltsamer, griffiger zu formulieren. Mit gefiel, was dabei rauskam. Davon erschienen aber nur wenige Zeilen und meine Antworten wirkten nun wie Gestammel – so armselig, dass ich es nie freigegeben hätte. Ja, pardon, so der Kollege hinterher, er habe nicht gewusst, dass sein Interview mit mir lediglich für eine Rubrik geplant war, in der nur drei Fragen erlaubt sind.“ Diese Manipulation, die Herr Wickert erlebt hat, ist die Regel und nicht die Ausnahme. Geben Sie Interviews oder Stellungnahmen nur schriftlich ab und lassen Sie sich vorher schriftlich zusagen, dass Änderungen oder Kürzungen vor der Veröffentlichung von Ihnen bestätigt werden müssen.

= Frankreichs Ex-Ministerin in der WELT: „Es gibt Sachen, die unerträglich sind: Gerüchte und Verleumdungen. Ich habe eine Familie. Man kann sich nicht vorstellen, wie verantwortungslos Journalisten sein können. Das ist die einzige Berufsgruppe, die völlige Immunität genießt. Sie schreiben alle möglichen Lügen und Behauptungen über Ihre Familie auf, ohne sich irgendeine Frage zu stellen. Dass man mich wegen meines Programms oder meiner Überzeugungen angreift, einverstanden. Aber dass man meine Nächsten angeht, das ist nicht hinnehmbar.“

 

Wer im Glashaus sitzt….

…..sollte nicht mit Steinen schmeißen. Der Milliardär Keith Krach ist in der Trump-Regierung zum führenden Wirtschaftsdiplomaten aufgestiegen. In einem Interview mit dem DUB UNTERNEHMER-Magazin äußert sich Krach über China:

„In den letzten acht Monaten hat die Kommunistische Partei Chinas einen Virusausbruch verschwiegen, aus dem eine Pandemie wurde. Sie hat Hongkongs Freiheiten unterjocht, ein blutiges Gefecht an der indischen Grenze ausgelöst und die Lager von Xinjiang mit Brutalität weitergeführt. Möglich wird dieser Machtmissbrauch durch einen orwellschen Staat, der Milliarden weltweit überwacht. Regierungs- und Wirtschaftsführer rund um den Globus wehren sich gegen die Tyrannei der KPCh. Hier sind sich Demokraten und Republikaner der USA aus einem einfachen Grund einig: „Die Menschenwürde ist unantastbar“. Es ist die Pflicht aller amerikanischen Regierungsbehörden, sie zu respektieren und zu schützen. So steht es auch in der deutschen Verfassung. Das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen.“

Das war von Herrn Krach nicht als Scherz gemeint. Der Mann spricht von einem Land, in dem mindestens 50 Millionen Bürger von der Menschenwürde ausgeschlossen sind und er spricht von einem Land, das – im Gegensatz zu China – in den letzten 70 Jahren die halbe Welt mit Kriegen überzogen hat. Haben die USA die Menschenwürde nach Hiroshima, nach Korea, nach Vietnam, nach Laos, in den Irak, nach Lybien, nach Syrien, in den Libanon, nach Chile usw. gebracht? Haben die USA ihren engen Partner Saudi-Arabien auch nur ansatzweise von der Menschenwürde überzeugt?

Der Politikwissenschaftler Kishore Mahbubani war u.a. Singapurs Botschafter bei den Vereinten Nationen und in den USA; er sagt zum gleichen Thema:

„China versucht Kriege zu vermeiden, will keine Marine-Basen in der Welt anlegen. Aber das Land will stark sein und respektiert werden. Es muss also einen globalen Fußabdruck hinterlassen, und das reduziert den US-Einfluss. China ist nicht expansionistisch, wird nichts erobern. Aber der Einfluss des Landes wird sich ausdehnen. Und Geopolitik ist nun einmal ein Nullsummenspiel – gewinnt der eine, verliert der andere. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Thailand ist ein enger Verbündeter der USA. Früher war der amerikanische Botschafter die Nummer eins in Bangkok, heute ist es der Botschafter aus China; der aus den USA ist die Nummer drei oder vier. Die Amerikaner spüren das Dilemma. Was ist wichtiger für die langfristigen Ziele – das Wohlergehen der Menschen oder das Primat des geopolitischen Einflusses? Das Land lebte zuletzt in einer unipolaren Welt, das ist nun vorbei. Dieser Wechsel ist für Amerika eine psychologische Herausforderung.

Kann Amerika verlieren? Diese geistige Haltung ist dort undenkbar. Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Kalter Krieg – alles hat Amerika gewonnen – nie verloren. Doch etwas hat sich geändert. Der Wettbewerber China hat eine viermal so große Bevölkerung. Amerika könnte also verlieren und sollte diesen Gedanken auch zulassen. Dies ist ein großer Fehler des Landes: anzunehmen, man würde immer gewinnen. Meine Frage an Amerika lautet also: Warum denkt ihr nicht strategisch? Mit Blick auf China sagte der ehemalige Außenminister Kissinger, der größte Fehler der USA sei der Mangel einer China-Strategie.

Schauen Sie sich den Umgang mit Corona und eine Zahl an: die der Toten pro eine Million Einwohner; in China liegt sie etwas unter zehn, in den USA zwischen 600 und 700. Warum das so ist? China hat die meritokratischste Regierung der Welt geschaffen, also auf Fähigkeiten basierend. Und das in jedem Ministerium; es sind alles sehr fähige Menschen, die gut und diszipliniert miteinander arbeiten. Diese Arbeit verbessert das Leben der Menschen und sie stärkt die Unterstützung für die Regierung in der Bevölkerung. Corona zeigt also, dass Chinas Regierung eine der kompetentesten der Welt ist. Und wie stehen die USA da? Man hat dort die Politik demoralisiert.

Amerikas politisches Kapital ist gesunken, etwa nach dem unnötigen Irakkrieg. Fünf Billionen Dollar wurden ausgegeben, um Kriege nach den 9/11-Anschlägen zu führen. Und das in Zeiten, in denen das Durchschnittseinkommen der unteren Gesellschaftshälfte g e s u n k e n ist.

Für das Ausland lautet mein Ratschlag: Unterschätzt China nicht, aber dämonisiert das Land auch nicht. Und die USA sollten nicht voraussetzen, immer zu gewinnen.

Es gibt auf der Welt drei große Mächte. Das sind die USA und China, aber eben auch Europa. Europa könnte eine balancierende Rolle spielen. Europas Stärke liegt darin, dass es keine Bedrohung ist – es hat beispielsweise kein großes Militär. Und gerade die nordeuropäischen Staaten mit ihrer Balance aus wirtschaftlichen Fähigkeiten und Wohlfahrt könnten ein Vorbild für die Welt sein.“

 

Kluge Worte

= M. Gandhi: Religion kann nur durch die Reinheit ihrer Anhänger und durch ihre guten Taten verteidigt werden, keinsfalls durch Kampf mit den Anhängern anderer Glaubensbekenntnisse.

= M. Gandhi: Bevor ein Kind mit dem Alphabet und anderem Wissen von der Welt befasst wird, sollte es lernen, was die Seele ist, was Wahrheit und Liebe sind, welche Kräfte in der Seele schlummern. Wesentlicher Teil der Bildung müsste sein, dass das Kind unterwiesen wird, wie man im Lebenskampf Hass durch Liebe, Unwahrheit durch Wahrheit, Gewalt durch eigenes Leiden besiegelt.

= Rachel Naomi Remen: Etwas in uns kann Leid in Weisheit umwandeln. Der Prozess, in dem das geschieht, hat oft etwas von einem Aussortieren. Zuerst erfahren wir einfach alles. Dann lassen wir, Schritt für Schritt, die Dinge gehen, den Zorn, die Schuldzuweisungen, das Gefühl, daß einem Unrecht getan wurde, und schließlich sogar den Schmerz selbst – bis alles, was übrig bleibt, ein tieferes Gefühl für den Wert des Lebens ist und eine größere Fähigkeit, es zu leben.

= Swami Prajnanpad: Es gibt keine mächtigere Waffe zur Verwirklichung der Wahrheit als die, sich selbst zu akzeptieren.

= Immanuel Kant: Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der besternte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.

= Bertrand Russell: Moralisten sind Menschen, die sich jedes Vergnügen versagen, außer jenem, sich in das Vergnügen anderer Menschen einzumischen.

= „Vor meinem eigenen Tod“, schrieb Mascha Kaléko, „ist mir nicht bang – nur vom dem Tod derer, die mir nah sind. – Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind? – Allein im Nebel tast ich totentlang – und lass mich willig in das Dunkel treiben – das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben – der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr. – Und die es trugen, mögen mir vergeben – bedenkt, den eigenen Tod, den stirbt man nur – doch mit dem Tod der anderen muss man leben.“

 

G e d i c h t e

Johann Wolfgang Goethe: Der Narr epilogiert

Manch gutes Werk hab ich verricht, Ihr nehmt das Lob, das kränkt mich nicht: Ich denke, daß sich in der Welt alles bald wieder in´s Gleiche stellt.

Lobt man mich weil ich was Dummes gemacht, dann mir das Herz im Leibe lacht; schilt man mich weil ich was Gutes getan, so nehm ichs ganz gemächlich an.

Schlägt mich ein Mächtiger daß es schmerzt, so tu ich als hätt´er nur gescherzt; doch ist es einer von meines Gleichen, den weiß ich wacker durchzustreichen.

Hebt mich das Glück, so bin ich froh und sing in dulci Jubilo; senkt sich das Rad und quetscht mich nieder, so denk ich: nun, es hebt sich wieder!

Grille nicht bei Sommersonnenschein daß es wieder werde Winter sein; und kommen die weißen Flockenscharen, da lieb ich mir das Schlittenfahren.

Ich mag mich stellen wie ich will, die Sonne hält mir doch nicht still, und immer gehts den alten Gang das liebe lange Leben lang.

Der Knecht so wie der Herr vom Haus ziehen sich täglich an und aus, sie mögen sich hoch oder niedrig messen: müssen wachen, schlafen, trinken und essen.

Drum trag ich über nichts ein Leid; machts wie der Narr so seid ihr gescheid!

Justinus Kerner: Ikarus

Mir träumt´, ich flög´gar bange weit in die Welt hinaus, zu Straßburg durch alle Gassen bis vor Feinsliebchens Haus.

Feinsliebchen ist betrübet als ich so flieg und weint: wer dich so fliegen lehrte das ist der böse Feind.

Feinslieb, was hilft hier lügen da du doch alles weißt: wer mich so fliegen lehret, das ist der böse Geist.

Feinsliebchen weint und schreiet daß ich am Schrei erwacht da lieg ich, ach! in Augsburg gefangen auf der Wacht.

Und morgen muß ich hangen Feinslieb mich nicht mehr ruft, wohl morgen als ein Vogel schwank ich in freier Luft.

Das Mädchen mit dem Muttermal

Woher sie kam, wohin sie ging, das hab´ich nie erfahren. Sie war ein namenloses Ding von etwa 18 Jahren. Sie küßte selten ungestüm. Dann duftete es wie Parfüm aus ihren keuschen Haaren.

Wir spielten, wir scherzten nur; wie haben nie gesündigt. Sie leistete mir jeden Schwur und floh dann ungekündigt, entfloh mit meiner goldnen Uhr am selben Tag, da ich erfuhr, man habe mich entmündigt.

Verschwunden war mein Siegelring beim Spielen oder Scherzen. Sie war ein zarter Schmetterling, ich werde nie verschmerzen, wie vieles Goldene sie stahl, das Mädchen mit dem Muttermal zwei Handbreit unterm Herzen.

Missglücktes Liebesabenteuer

Das Herz sitzt über dem Popo. – Das Hirn überragt beides. Leider! Denn daraus entspringen so viele Quellen des Leides.

Doch ging uns plötzlich das Hirn ins Gesäß und die Afterpracht in die Köpfe, wir wären noch minder als hohles Gefäß, nur gestürzte, unfertige Töpfe.

Herz, Arsch und Hirn. – Ich ziehe retur meine kleinliche Überlegung. – Denn dieses ganze Gedicht kommt nur aus einer enttäuschten Erregung.

A u s

Nun geh ich stumm an dem vorbei, wo wir einst glücklich waren, und träume vor mich hin: es sei alles wie vor zehn Jahren.

Und du bist schön, und du bist gut und hast so hohe Beine: Und mir wird so loreley zumut, und ich bin doch nicht Heine.

Ich klappe meine Träume zu und suche mir eine Freude. Auf daß ich nicht so falsch wie du mein Stückchen Herz vergeude.

 

Kurz und interessant

= „Ohne die gemeinsame europäische Währung wäre Deutschland ein Spielball einer irritierenden Wirtschafts- und Handelspolitik der Vereinigten Staaten. Nur durch eine gemeinsame Währung spielt Europa im Konzert eines multilateralen Währungssystems eine Rolle.“ (Theo Waigel)

= „Der schlimmste Feind der Menschheit ist die Gleichgültigkeit. Wenn andere Menschen oder die Gesellschaft gleichgültig werden gegenüber dem Schicksal der Schwachen, der Minderheiten, der am Rande Stehenden, regiert die Kälte. Dann nämlich können andere ihre Verachtung und ihren Hass ausleben und niemand protestiert.“ (Fundstück)

= Vor über zehn Jahren wurde die EU und die deutsche Bundesregierung von Experten und Medien übel beschimpft, weil sie das arme Griechenland in die Staatspleite treiben würden. Das Gegenteil ist eingetreten. Das ist z.B. daran zu erkennen, dass für zehnjährige griechische Staatsanleihen nur noch 0,87 Prozent Zinsen gezahlt werden; damals waren es weit über zehn Prozent. Italien zahlt nur 0,73 Prozent und spart ebenfalls viele Milliarden Euro an Zinsen. Angesichts der Corona-Wirtschaftskrise hauen die gleichen Medien wieder auf die Pauke. So schreibt die ignorante „Wirtschaftswoche“ auf der Titelseite: „Die giftige Geldflut. Politiker, Ökonomen und Notenbanker ignorieren alle Warnungen und pumpen Billionen ins System. Doch was kurzfristig hilft, beerdigt langfristig unsere Wirtschaftsordnung.“ Auch diese Beerdigung wird nicht stattfinden.

= US-Unternehmen geben dem Wirtschaftsstandort Deutschland auch in der Coronakrise gute Noten. Die 50 größten US-Firmen hierzulande bewerten den Standort mit der Note 1,8 und damit noch positiver als voriges Jahr. Maßnahmen wie das Kurzarbeitergeld und Rettungsschirme für Selbständige und Mittelständler „zeichnen Deutschland aus“. Die US-Firmen erwarten, dass sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021 deutlich erholt.

= Der Papst hat seine Sozialenzyklika „Fratelli Tutti“ veröffentlicht und wettert gegen den Kapitalismus, gegen die Unterdrückungsmaschine Globalisierung und gegen neue Technologien. Auch von Sozialer Marktwirtschaft will er nichts wissen. Da bleibt nur die Abschaffung des Privateigentums und die Wiedereinführung des Kommunismus. Viel Erfolg!! (Warum heißt die Enzyklika „Fratelli Tutti“ und nicht „Fratelli e Sorelle Tutti“ ? Sollen die Frauen wieder an den Herd und den Männern dienen?)

= „Wir müssen mit Bürokratieabbau die Wirtschaft wieder in Schwung bringen! Mehr Tempo bei Planungsverfahren, mehr Freiraum für wirtschaftliche Entfaltung, einen optimalen Rahmen für Gründer und deutlich mehr Mut und Tempo bei der Digitalisierung. Neue Lasten, Abgaben und Meldepflichten wie das „Lieferkettengesetz“ gehören auf den Prüfstand!“ (Armin Laschet)

= Der große israelische Schriftsteller Amos Oz ist tot. In seiner letzten Veröffentlichung „Die letzte Lektion. Leitfaden für die Zukunft“ entwirft er eine Vision für das Land Israel. Unbedingt lesen !

= „Die Nato rückt entgegen allen Versprechungen an die russische Grenze vor, die USA führen von Deutschland aus ihren Drohnenkrieg und kündigen internationale Abkommen. Es ist doch einfach nur irre, sich in dieser Situation dem Aufrüstungsdiktat der USA, sprich der US-Waffenindustrie, zu beugen.“ (Oskar Lafontaine)

= In Berlin betreiben Flüchtlinge mit Unterstützung des Integrationsvereins „Be an Angel“ das Restaurant „Kreuzberger Himmel“, das in der Corona-Krise geschlossen blieb. Also kochen die aus sechs Nationen stammenden Mitarbeiter des Restaurants für Obdachlose, die vom Shutdown besonders betroffen sind. Der „Kreuzberger Himmel“ gibt jede Woche 500 kostenlose Mahlzeiten an Obdachlose aus.

= Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhielt den Friedensnobelpreis. Zweitgrößter Geldgeber der WHO ist Deutschland. Die USA wollen austreten.

= Auf Bankkonten und Depots verstorbener Anleger schlummern Milliarden Euro, ohne dass deren Angehörige davon erfahren. Jetzt soll gesetzlich für mehr Transparenz gesorgt werden.

 

Chancen-Gerechtigkeit

In der deutschen Gesellschaft geht es ziemlich gerecht zu – allerdings mit der Ausnahme, dass die Chancengerechtigkeit in den letzten Jahrzehnten kaum verbessert wurde.

Es gibt zwei Aspekte, die unser Leben im Guten wie im Bösen prägen: Das sind die ererbten Gene und die Lebensverhältnisse, in die ich hineingeboren werde. Die Wissenschaft streitet darüber, welcher der beiden Aspekte mehr Gewicht hat. Für mich ist das nicht relevant, weil ich weder etwas dafür kann, wenn ich „schlechte“ Gene geerbt habe, noch dafür, dass ich in einem katastrophalen Umfeld aufwachse.

Wir wissen heute, dass schon im Mutterleib mentale Prägungen beginnen (bereits im Alter von zwei Tagen können Neugeborene den Duft ihrer Mutter von fremden Frauen unterscheiden) und dass die ersten Wochen, Monate und Jahre entscheidend sind für die seelische Entwicklung; dabei geht die Kurve von oben nach unten: die Einflüsse des Umfelds sind am Lebensanfang sehr groß und nehmen dann bis zur Pubertät ab; danach geht kaum noch was.

Mir sind keine seriösen Analysen bekannt, aber nach meiner Einschätzung wachsen circa drei bis vier Millionen Kinder in Familien auf, wo verbale und körperliche Gewalt und mentale Verwahrlosung alltäglich sind; die deutsche Beobachtungsstelle für Drogensucht meldet, dass zweimillionensechshundertfünfundsechzigtausend Kinder in alkoholbelasteten Familien aufwachsen; diese Kinder befassen sich täglich mit widerwärtigen Videospielen – z.B. mit „Shooterspielen“, wo d a s Kind gewinnt, das möglichst vielen Gegnern ins Gesicht geschossen hat; harte Pornos kommen dann bald dazu. Ein paar Zitate zum Thema:

  • „Schläge auf die Gene – die Kindheit prägt einen Menschen viel mehr, als man vermuten würde. Misshandlung hinterlässt deutliche Spuren im Gehirn, wo Forscher sie auch im Erbgut entdecken.“
  • „Zu Hause in einem Müllberg. In Deutschland werden immer mehr verwahrloste Kinder entdeckt.“
  • „Die extreme Verwund- und Formbarkeit eines Kleinkindes erlaubt Einwirkungen, die zum Guten wie zum Bösen disponieren.“
  • „Ein Kind, das mit seinen Signalen nicht ankommt, das erleben muss, wie sie uminterpretiert werden je nach den Bedürfnissen und Ängsten der Eltern, baut kein gutes Selbstwertgefühl auf; es lernt nicht, seinen Reaktionen zu trauen.“
  • „Ökonomie des frühen Eingreifens. Die Familie ist laut Wirtschaftsnobelpreisträger James Heckman entscheidend für späteres Glück oder Unglück. Kinder aus schwierigen Verhältnissen müsse man darum früh staatlich betreuen. Denn wenn ihre Gehirnzellen nicht stimuliert werden, entwickeln sich diese kaum. Die Hauptquelle von Not im Leben eines Kleinkindes ist magelnde Stimulation:“
  • „…………diese Jugendlichen und jungen Erwachsenen reagieren verständnislos bis aggressiv, wenn ihnen in Schule oder Beruf Anforderungen abverlangt werden, die dem bisherigen verinnerlichten Selbstverständnis von einem problem-, hindernis- und anstrengungslosen Lebensweg nicht entsprechen. A b e r : Für diese Einstellung mit ihren daraus resultierenden Verhaltensweisen und den vielfach fatalen Folgen in individueller wie auch gesamtgesellschaftlicher Hinsicht ist am allerwenigsten diese Jugend selbst verantwortlich zu machen; diese Situation ist nicht von ihr kreativ gewollt und nicht aus sich selbst heraus entstanden.“-
  • „Es gibt zwar viele Risikofaktoren für Entwicklung zur Gewalt, verhindert wird sie nur durch emotionale Anbindung, institutionelle Einbindung mit Gewinnchancen und die Ermöglichung jugendgemäßer konventioneller Betätigung.“
  • „Etwa 5,5 Stunden täglich verbringen Jugendliche in Deutschland heute mit digitalen Medien. Wie die Gehirnforschung zeigen kann, behindert ein Leben „Online“ nicht nur das Lernen und die Konzentration, sondern auch das s o z i a l e V e r h a l t e n. Zur Dummheit gesellt sich eine merkwürdige Dumpfheit.“
  • „Vierfach werden Schüler aus unteren sozialen Schichten bestraft: Zunächst durch ihre Herkunft, dann durch die ungerechte Selektion am Ende der Grundschule, dann durch die schlechten Bedingungen an den Hauptschulen und dann lebenslang durch die geringsten Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“ (Jedes Jahr verlassen über 60.000 Schüler die Hauptschule ohne einen Abschluss)
  • „Oft wird der Einzelgänger nicht deswegen ausgeschlossen, weil er sich unsozial verhält, sondern erst die Ausgrenzung macht ihn aggressiv, egoistisch oder sogar dümmer als zuvor.“

Was müsen wir tun? Auch dazu ein paar Zitate:

  • Bis zum 16. Lebensjahr gehen alle Schüler in eine Gemeinschaftsschule. Was soll die Teilung in Hauptschule, Realschule und Gymnasium? Warum teilen wir die Kinder in dumm, dümmer und schlau?
  • „Bildung ist der Schlüssel! In der Schule sollen sie nicht nur gesundes Essen bekommen, sondern auch lernen, wie man es kocht. Insbesondere Jungen müssen zu größerer Familienfähigkeit erzogen werden. Das fängt mit der Verhütung an und reicht hin bis zur gewaltfreien Lösung von Konflikten.“
  • „Man muss die Kinder nicht die ganze Zeit mit Wissen füttern, man muss ihnen auch nicht sechs Sprachen beibringen. Eher als ständiger Unterricht hilft den Kindern sozialer Austausch. Lassen Sie Ihre Kinder mit anderen spielen, bei anderen übernachten, das ist geistig anspruchsvoller als sechs Stunden Geigenunterricht.“
  • „An einer Schule in Heidelberg unterrichten Theaterschauspieler, Leistungssportler und Familientherapeuten, damit die Schüler lernen, was Glück ist.“
  • „Ertragen ist mutiger als schlagen. Ein beeindruckender Dokumentarfilm („Der Zorn junger Männer“) zeigt den Erfolg von Anti-Aggressivitäts-Training bei jungen Straftätern.“
  • Die wichtigste Therapie mit der besten Kosten/Nutzen-Relation ist Mannschaftssport: Fußball, Basketball und Handball. Wir müssen es unbedingt schaffen, alle Kinder in Ganztagsschulen unterzubringen; die Hausaufgaben sind i n der Schule unter Aufsicht der Lehrer zu erledigen und die Lehrer sind für die Noten ihrer Schüler mitverantwortlich. Vor allem aber wird viermal in der Woche Mannschaftstraining eingeplant; alles lernen die jungen Leute hier: Verlieren, gewinnen, Loyalität, Kameradschaft, soziales Verhalten („Der Starke beschützt den Schwachen“), Disziplin, Pünktlichkeit, gesunde Ernährung. Dieser Mannschaftssport kann in den Schulen stattfinden, wenn geeignete Lehrer und Sportplätze zur Verfügung stehen; er kann aber auch an die Sportvereine delegiert werden, wenn der Staat die entsprechenden Kosten an die Vereine erstattet. Eine wunderbare Seelen-Medizin für alle Menschen (auch für die Alten!) ist singen; alle Schulen sollten Chöre organisieren. Alle Eltern sollten ihre Kinder zu den Pfadfindern schicken – dort können sie dann „Wir wollen niemals auseinander gehn“ oder „Jenseits des Tales“ am Lagerfeuer singen. Die DVD „Die Kinder des Monsieur Matthieu“ ist die ideale Motivation!

Der Fußball-Ex-Profi Ewald Lienen zum Thema: „Ich sage seit Jahrzehnten, dass wir viel zu wenig in den Breitensport, in den Schulsport, in den Gesundheitssport und insbesondere in die Jugendbildung durch Sport investieren. Sport ist die größte Möglichkeit, Jugendliche zu erziehen, ihnen nahezukommen, überhaupt Einfluss auf sie zu haben. Durch das Sporttreiben können wir ihnen wichtige Werte wie gegenseitige Achtung und Respekt vermitteln. Dazu müssen wir die Sportvereine finanziell deutlich besser unterstützen. Im Grunde hat das Internet die Weltherrschaft übernommen und wir verlieren Zugang und Einfluss.“

 

Das muss wahre Liebe sein

Bei einem Tanzabend im Juli 1918, kurz nach ihrem High-School-Abschluß, lernte die siebzehnjährige Zelda Sayre Francis den 22-jährigen Leutnant der US Army Scott Fitzgerald kennen. Er war sofort verknallt, sie weniger. Angesichts der Veröffentlichung seines erfolgreichen Debütromans „Diesseits vom Paradies“ zerstreuten sich jedoch ihre Zweifel bezüglich seiner beruflichen Aussichten, und sie versprach ihm, seine Frau zu werden. Die beiden wurden ein prominentes Paar der „Goldenen Zwanziger“, ergingen sich in Alkoholexzessen und ständigen Streitereien, was ihnen im Lauf der Ehe, die als eine der stürmichsten der Literaturgeschichte gilt, zur Gewohnheit wurde. Den folgenden Brief schrieb Zeida 1920 nach einem Streit und nur sechs Monate nach ihrer Hochzeit:

„Ich blicke die Gleise entlang und sehe dich kommen – und aus all dem Dunst & Nebel heraus eilen mir deine lieben zerknitterten Hosen entgegen – ohne dich , mein liebster Liebster konnte ich nichts sehen oder hören oder fühlen oder denken – oder leben – ich liebe dich so und niemals in unserer beider Leben werde ich es zulassen, dass wir eine weitere Nacht getrennt verbringen. Ohne dich ist es, als wollte man einen Sturm um Gnade anflehen oder die Schönheit morden oder alt werden. Ich will dich so sehr küssen – hinten an deinem lieben Haaransatz und auf deine Brust – ich liebe dich – und ich kann dir nicht sagen wie sehr – der Gedanke, ich werde sterben, ohne dass du davon weißt – Goofo, du m u s s t versuchen, ebenso stark zu fühlen wie ich – wie leblos ich bin, wenn du fort bist – ich kann diese abscheulichen Menschen nicht einmal hassen – niemand hat das Recht zu leben außer uns – und sie verschmutzen unsere Welt, aber ich kann sie nicht hassen, weil ich dich so sehr will – komm rasch – komm rasch zu mir – ich könnte niemals ohne dich sein, wenn du mich hassen würdest und von Wunden übersät wärst wie ein Aussätziger – wenn du mit einer anderen Frau durchbrennen, mich verhungern ließest und mich schlagen würdest – ich würde dich immer wollen, das weiß ich – Liebster, liebster Darling – Deine Frau“

 
 
 

Die Welt ist ein Dorf

= Indonesien will Predigern verschiedener Religionen künftig Zertifikate verleihen. In dem Land mit den meisten Muslimen weltweit – über 200 Millionen – gibt es seit Jahrzehnten radikalislamische Tendenzen und eine schwindende religiöse Toleranz gegenüber Andersgläubigen. Mit dem Prediger-Zertifikat will das Land seine fünf Prinzipien stärker im Bewusstsein der Gläubigen verankern: Diese sind Glaube, Humanismus, Einheit, Demokratie und Gerechtigkeit. Sie werden als „Pancasila“ bezeichnet und gelten als geistiges Fundament des Vielvölkerstaates, der offiziell kein islamischer Staat ist.

Das Zertifikate-Verfahren ist mit 8200 beteiligten Predigern aller anerkannten Religionen – Islam, Christentum, Buddhismus, Hinduismus und Konfuzianismus – gestartet. Der katholische Priester Antonius Benny Susetyo, der an dem Projekt beteiligt ist, sagt: „Religionsführer in Indonesien müssen Predigten halten, in denen es um die Werte der Pancasila und der interreligiösen Harmonie geht.“ (C.i.G.)

= Im Sudan soll der Islam nicht mehr Staatsreligion sein. Das Land sei eine „multiethnische, multireligiöse und multikulturelle Gesellschaft“, erklärte die Regierung. Kein Bürger dürfe wegen seiner Religion benachteiligt werden. Bereits im Juli wurde die Todesstrafe für den „Glaubensabfall“ vom Islam gestrichen. Ungefähr 70 Prozent der Sudanesen sind Muslime.

Die Trennung von Kirche und Staat ist eine Forderung von sudanesischen Rebellen, die mit der Regierung nach einem 17-jährigen Bürgerkrieg einen Friedensvertrag unterzeichnet haben. Die Rebellen fordern mehr Selbstbestimmung für die Minderheiten, darunter auch Christen. Dem im vergangenen Jahr gestürzten radikalislamischen Diktator Omar al-Baschir werden vom Internationalen Gerichtshof Völkermord und Kriegsverbrechen vorgeworfen; allein in der Region Dafur starben über 300.000 Menschen. (C.i.G.)

= In Burkina Faso, Mali und Niger gab es im ersten Halbjahr bereits 85 mutmaßlich dschihadistische Angriffe auf Schulen. Das meldet eine „Globale Koalition zum Schutz der Bildung vor Angriffen“. Häufig werden Schüler und Lehrer entführt und mit dem Tod bedroht, die Schulgebäude niedergebrannt oder als Kasernen genutzt; Schülerinnen und Lehrerinnen sind von Vergewaltigungen und Zwangsheiraten betroffen. In den drei Ländern gibt es radikalislamische Gruppen, darunter auch den „Islamischen Staat“. C.i.G.)

= Die Guerilla bittet die Opfer um Vergebung: „Wir können uns den tiefen Schmerz und die Qualen der Söhne und Töchter derer vorstellen, die von der FARC entführt wurden.“ Mit diesen Worten hat die ehemalige kolumbianische Guerilla-Organisation die Opfer ihrer Geiselnahmen um Vergebung gebeten. Die Entführungen seien ein schwerer Fehler gewesen, der nur Verletzungen in der Seele der Betroffenen hinterlassen und die Glaubwürdigkeit und Legitimität der eigenen Anliegen beschädigt habe.

Ende 2016 war zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC ein Friedensabkommen unterzeichnet worden. Die entwaffnete FARC sitzt inzwischen als politische Partei im Parlament. (C.i.G.)

= Ebola-Helfern wird sexuelle Ausbeutung vorgeworfen. Übergriffe von Mitarbeitern internationaler Organisationen in Kongo-Kinshasa. (NZZ)

= Hoffnung für Italien !?!? Die NZZ schreibt: „Italiens Populisten sind entzaubert. In der Corona-Krise haben die Italiener erkannt, dass laute Polemik und abgedroschene Feindbilder wenig bringen. Sie wählen wieder vermehrt unaufgeregte Politiker, die mit ihrem Leistungsausweis überzeugen. Die Italiener wählen wieder mehr mit dem Kopf als mit der Wut im Bauch.“ Drücken wir den Italienern die Daumen !!!

 
 
 

Der Birkenrindenbrief

Bei archäologischen Grabungen wurde im Jahr 1951 im historischen Ortskern der russischen Stadt Nowgorod ein persönlicher Brief gefunden, der in ein Stück Birkenrinde eingeritzt war und der einer von über tausend solchen Briefen ist, die auf das 14. Jahrhundert datiert werden. Der Text dieses in einer unerforschten altostslawischen Sprache verfassten Briefes lautet:

„Ergebene Grüße von Gawrila Posenya an meinen Schwager Grigori und meine Schwester Ulita. Wollt Ihr mir nicht die Feude machen, unser Wort nicht zu vergessen und in die Stadt zu kommen? Gott gebe Euch Glück. Wir alle vergessen Euer Wort nicht.“

 
 

Fußball – Fetischist

Das Spiel unserer National-Mannschaft gegen die Schweiz war eine Katastrophe. Dieser Bundestrainer hat alles falsch gemacht, was möglich war! Für seinen Kollegen aus der Schweiz war es einfach, seine Spieler auf Löws körperlosen Guardiola-Fußball einzustellen; die Deutschen wurden auf dem ganzen Platz gejagt und hart attackiert, sind nicht eine Sekunde von ihrem Stil abgewichen und waren daher sehr berechenbar. Herr Löw sollte in Rente gehen !

= David Hockney ist ein zweitklassiger Maler. Jetzt habe ich gelesen, dass eines seiner Gemälde für lächerliche 18 Millionen Pfund verkauft wird. Ich gönne Herrn Hockney die Kohle; aber mich kotzt es an, wenn die sogenannte Hochkultur weltweit von Steuergeldern mit Milliarden Euro in Museen und Theatern gefördert wird, während sich unser geliebter Fußball, der auf der Welt Milliarden Menschen glücklich macht, für selbst finanzierte Ablösesummen und Gehälter rechtfertigen muss. Dabei wird auch der Amateurfußball oft vergessen. Millionen Kinder und Jugendliche und Erwachsene auf der Welt lernen dort Werte kennen, die man im Leben braucht: Orientierung, Gemeinschaft, Regelwerk, Fairplay, Respekt. Allein in Deutschland leisten tausende Ehrenamtliche herausragende Arbeit; sie stärken die Gemeinschaft, schaffen Integration, vermitteln grundlegende Regeln unseres Zusammenlebens. Dafür ist SV Rot-Weiß Viktoria 08 aus Berlin ein gutes Beispiel:

Der Verein ist erst gut zehn Jahre alt, hat schon über 3000 Mitglieder, die aus 85 Kulturkreisen stammen und engagiert sich z.B. beim Projekt „1:0 für ein Willkommen“. Das Programm für Flüchtlinge „Gemeinsam spielen, gemeinsam leben“ ist beispielhaft: Dort gibt es interkulturelle Work-Shops, Sprachunterricht, Austausch über die Kulturen der alten und neuen Heimat, Umgangsformen, Sprache, Religion. Viktorias Jugendleiter Elias Bouziane: „Fußball ist ein einfaches Mittel zur Verständigung. Sport kennt nur eine Sprache und das ist die Gemeinsamkeit.“

= Der in Hamburg als Sohn türkischer Einwanderer geborene Schauspieler Fahri Yardim liebt den Fußball als „unnachahmliches Drama“ über alles. „Bei mir jodeln die tiefsten Kammern des Herzens. Fußball, du geiles Opium!“

= Nicht alle Fußball-Profis sind Intelligenz-Bestien; manche lassen sich von Medien nach ihrer Verrentung als Nestbeschmutzer benutzen. Beispiel Mario Basler: „Es geht um zu viel Kohle, der Kommerz hat den Fußball total im Griff. Ich hätte noch zwei Jahre spielen können, kam mit dem Zirkus aber nicht mehr klar, er hat mich teilweise nur noch angekotzt.“ Oder Oliver Kahn: „Nur wer wie jeder abstumpft in diesem Geschäft, kommt durch.“ (Das hat Kahn vor seinem neuen Job bei Bayern abgesondert) Oder Thomas Berthold: „Die Fans mucken unaufhörlich auf gegen die, die papstgleich Wasser predigen und Wein trinken.“ Oder Peer Mertesacker, der ausgerechnet den Fußball-Hassern vom SPIEGEL ein Interview gibt und dort über den Druck, das Leid und die Versagensangst als Fußball-Profi spricht.