Black is not biutiful

Ein weißer Polizist ermordet einen schwarzen Mitbürger in den USA. Eine Handy-Kamera filmt das Verbrechen und hunderttausende amerikanische Bürger gehen auf die Straße und demonstrieren gegen die immer noch existierende Zwei-Klassen-Gesellschaft. Leider sind die Zeiten von Martin Luther King vorbei. Jetzt begannen tausende Demonstranten, Gewalt anzuwenden und Geschäfte zu plündern und spielten damit den reaktionären und konservativen Kräften in die Hände. Mister Trump tönte sofort, gegen alle Gesetzesbrecher unter den Demontranten hart vorzugehen. Das wird er tun ! Das eigentliche Problem in den USA – die immer noch grassierende und zutiefst inhumane Benachteiligung der unteren sozialen Schichten – besteht seit 200 Jahren und hat sich in den letzten 30 Jahren sogar wieder verschärft. Wenn du in den USA im falschen Viertel auf die Welt kommst, dann steigen deine Chancen, im Knast zu landen und deine Chancen, ein normales und gewaltfreies und krankenversichertes und mit einer Rente versehendes Leben zu führen, tendieren gegen null.

Einige Beispiele aus den USA-Notizen:

  • In den Gefängnissen herrscht Krieg. Häftlinge ermorden oder vergewaltigen andere Häftlinge. Waffen und Drogen werden ins Gefängnis geschmuggelt und die Wärter werden bestochen.
  • Vor wenigen Wochen wurde ein elfjähriger US-Amerikaner zu einer längeren Haftstrafe verurteilt. Es gibt auf der Welt nur drei Länder, die die UN-Kinderrechtskovention nicht unterschrieben haben – eines davon : USA. Diese Konvention würde z.B. verbieten, dass ein zwölfjähriger Junge – wie in den USA geschehen – wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wird.
  • Immer noch wird in den USA die Todesstrafe vollstreckt und das Urteil „lebenslänglich“ ist oft wörtlich zu nehmen. Über 2000 Häftlinge warten auf ihre Hinrichtung. Seit DNA-Analysen möglich sind, wurden hunderte Todesurteile als Fehlurteile entlarvt.
  • „Der Rassismus ist in den USA systematisch auf allen Ebenen verankert, ein Fortschritt ist nicht zu erkennen. Z.B. ist die Rassentrennung im New Yorker Schulsystem fast so umfassend wie zu Zeiten der Segregation. Während der Präsidentschaft von Barack Obama f i e l der Anteil der Schwarzen am nationalen Einkommen, weil sie unter dem Arbeitsplatzabbau in der Industrie stärker litten als die Weißen. Wenn Donald Trump behauptete, Obama sei kein Amerikaner, dann folgten diese Verleumdungen einer jahrhunderte alten Taktik der weißen Herrscherklasse, dem schwarzen Mann seine Legitimität als Bürger und Mensch abzusprechen. Nachdem Obama seine Geburtsurkunde vorgelegt hatte, behauptete Trump, Obama habe seinen Harvard-Abschluss gefälscht. Trumps Botschaft: Kein Schwarzer kann so intelligent sein. Und damit Sie, liebe Leser, keine falschen Schlüsse ziehen: Trump gewann die Wahl bei der weißen Bevölkerung (Frauen, Männer, Gebildete, Ungebildete, Reiche, Arme im Osten, Westen, Süden, Norden, in der Mitte)mit deutlichem Vorsprung. Was diese Wählerschaft zusammenhält, ist ihre Hautfarbe. Die große Mehrheit der Weißen wählt einen offenbar geisteskranken Karnevalsclown zum Präsidenten, weil er ihnen verspricht, „das Land wieder großartig zu machen“. Nicht alle Trump-Wähler sind Rassisten, aber sie sind einverstanden damit, dass ein Rassist sie regiert.“ (Aus einem FAZ-Bericht über den amerikanischen Journalisten Ta-Nehisi Coates)
  • An einer Schule im amerikanischen Bundesstaat Georgia wird die Prügelstrafe wieder eingeführt.
  • „Trump gibt Amerikas Rechtsextremisten Auftrieb. Ku-Klux-Klan, Neonazis und „Alt Right“-Anhänger marschieren gemeinsam auf. Das gab es noch nie.“ (FAZ)
  • Über drei Millionen Gefangene sitzen unter teilweise inhumanen Bedingungen in Amerikas Gefängnissen – das ist jeder vierte Häftling der Welt.

Der geschätzte amerikanische Anwalt und Autor Louis Begley: „Wir wissen, dass die Trump-Wähler, gemessen an der zunehmend jüngeren Bevölkerung der USA, überwiegend Ältere sind, Weiße, dass nur wenige Hispanics dazugehören, dass sie eher aus den unteren Einkommensgruppen stammen und meist kein College besucht haben und dass sie Kirchgänger sind. Sie möchten ein Amerika demontieren, in dem sie sich ausgeschlossen und unterbewertet, ratlos und tief verängstigt fühlen. Tiefer als all ihre anderen Ängste und Verbitterungen sitzt die Enttäuschung, dass sie um den amerikanischen Traum betrogen wurden. Sie sehen ein Amerika, in dem der Vati auf nichts mehr bauen kann: weder auf den sicheren Job bei einem amerikanischen Arbeitgeber, ordentliche Bezahlung, jährliche Lohnerhöhungen und Zusatzvergütungen noch auf eine anständige Altersversorgung. Kleine Geschäftsleute spüren Konkurrenzdruck von einer ungeahnten Art, unter anderem die Bedrohung durch den Online-Handel. Es kann vorkommen, dass auch die Mutti arbeiten gehen muss, um die Familie über Wasser zu halten. Paradox ist, dass sie offenbar nicht die Wall-Street und die großen Banken für ihre Notlage verantwortlich machen. Sie geben den Drahtziehern in Washington die Schuld und vor allem den „Anderen“, den Immigranten – besonders den illegalen Einwanderern, die ihnen die Jobs stehlen.“

 

Kluge Worte

= Wirklich frei ist nur, wer die Kunst der Gelassenheit beherrscht (Thomas Ribi)

= Kluge Rede, der die Tat folgt, wird nicht ohne Früchte darben, ist wie eine Wunderblume reich an Duft und reich an Farben.

Kluge Rede, der nicht Tat folgt, wird dir ohne Früchte darben, ist wie eine Wunderblume, ohne Duft, nur reich an Farben. (Dhammapada 51-52)

= Andere erkennen ist weise. Sich selbst erkennen ist Erleuchtung. (Laotse)

= Unwissenheit ist die Mutter des Misstrauens, der Feindseligkeit und des Abscheus. Unwissenheit ist auch die Mutter der Angst. (Thich Nhat Hanh)

= Lerne, den Augenblick zu ergreifen! Schleiche dich nicht davon, fliehe nicht in die Wahngebilde der Vergangenheit oder der Zukunft. Sammle deinen Geist dort, wo du bist, mit einem für den Augenblick geschärften Bewusstsein. Dort ist es, wo wir sind. Es gibt keinen anderen Ort als hier. (Drukpa Rinpoche)

= Es ist besser, ein kleines Licht anzuzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen. (Laotse)

= In den Tiefen meiner Seele wohnt ein Lied, das sich weder in Worte kleiden noch mit Tinte zu Papier bringen lässt, es umgibt meine Gefühle wie eine Hülle und gelangt nicht auf meine Zunge.

Es ist ein Lied, das in der Stille erklingt und beim Lärm verstummt, das sich im Traum offenbart und beim Erwachen zurückzieht.

Es ist das Lied der Liebe.

(Khalil Gibran)

= Pessimisten sind Menschen, die sich über den Lärm beklagen, wenn jemand bei ihnen anklopft.

= Ein Lächeln kostet weniger als elektrischer Strom und gibt mehr Licht. (Schottisches Sprichwort.

= Glück ist ein Wunderding. Je mehr man gibt, desto mehr hat man. (Germaine de Staèl-Holstein)

 

Kurz und interessant

= Warum wird die Gebührenerhöhung für das öffentlich-rechtliche Fernsehen nicht um mindestens fünf Jahre zurückgestellt; wegen der allseitigen Wirtschaftsprobleme müssten die Gebühren gesenkt oder abgeschafft werden. Das Gesamtvolumen der Gebühren beträgt acht Milliarden Euro – dazu kommen noch die Werbeeinnahmen. Das sogenannte Qualitätsfernsehen mit täglichen Krimis, Quizspielen, Seifenopern, lächerlichen Talk-Shows etc. ist nicht mehr zu ertragen.

= Es ist die wichtigste Aufgabe des Staates, a l l e n Menschen – also auch jenen aus sozial schwachen Schichten – eine ganzheitliche und umfassende Bildung zu ermöglichen. Wenn dazu noch ein verpflichtendes Soziales Jahr für alle Schulabgänger kommt, dann haben wir viel erreicht.

= Rentner-Frust: Gestern hatte ich keine Lust, mich um unbezahlte Rechnungen zu kümmern und im Fernsehen gab es keinen Fußball und meine Frau war outdoor; sie hatte mir auf dem Küchentisch einen Teller mit Haferflocken und Biomilch hinterlassen und einen Zettel: „Guten Appetit“. Ich bin ab ins Auto und losgebraust. Ich wollte was erleben. Das Ende vom Lied: Bratwurst und Pommes bei McDonald.

= Die Bestsellerautorin und Verfassungsrichterin Juli Zeh kritisiert heftig die Corona-Politik der Regierung und fordert ein Ende des Lockdowns. Schon vor elf Jahren faselte sie in ihrem Roman „Corpus Delicti“ von einer Gesundheitsdiktatur.

= Schnell wieder weg !!! Der US-Botschafter Richard Grenell wird von seiner Regierung wieder abberufen. Wahrscheinlich hat die Bundesregierung – diskret wie immer – darum gebeten. Grenell hat vor allem gegen Russland gehetzt. Zitat: „Deutschland muss aufhören, die Bestie (Russland) zu füttern und zugleich nicht genug für die Nato zu zahlen.“ Er wollte auch den Bau von Nordstream2 verhindern, damit die Amerikaner ihre Fracking-Kraftstoffe besser verkaufen.

= Der Verfassungsschutz stuft die Organisation „Ende Gelände“ als linksextrem ein, da sie „Gewaltanwendung mindestens billigend in Kauf nimmt.“ Die Polizei spricht von hemmungsloser Gewaltbereitschaft sogenannter Aktivisten. Die Ökoaktivisten von „Fridays for Future“ solidarisieren sich mit den Radikalinskis und verlangen sogar im Bündnis mit der grünen Parteijugend und den Jusos die Abschaffung des Verfassungsschutzes, weil der „mit Nazis durchsetzt“ sei. Die grüne Parteijugend trommelt im Internet mit der Parole „Wir sind linksextrem“ gegen Konzerne, gegen die Wirtschaft und die Soziale Marktwirtschaft und will den Kapitalismus und den Wachstumswahn überwinden.

= Barbara Borchardt war Mitglied der SED und ist Mitglied der als extremistisch eingestuften „Antikapitalistischen Linken“ (AKL). Jetzt ist Borchardt zur Verfassungsrichterin in Mecklenburg-Vorpommern gewählt worden. Die AKL fordert einen „Grundsätzlichen Systemwechsel“ sowie den „Bruch mit den kapitalistischen Eigentumsstrukturen“. Noch im Jahr 2011 schrieb Borchardt, der Mauerbau sei „für die Führung der DDR ohne vernünftige Alternative“ gewesen.

= Die Polizei hat berichtet, dass am Himmelfahrtstag zahlreiche Vorfälle mit rechtem Hintergrund erfasst wurden. „Sieg-Heil“-Rufe und Angriffe auf die Polizei mit Latten und Rohren und Gläsern wurden registriert. Einem jüdischen Ehepaar wurde von einer Nazitruppe „Sieg Heil“ entgegengerufen.

= „Mögen der Liebe Gott und unsere europäischen Politiker dafür sorgen, dass die Amerikaner keinen Krieg – auch keinen Wirtschaftskrieg – mit China vom Zaun brechen. Wenn Donald Trump vor der Wahl seine Felle wegschwimmen sieht, dann ist er zu allem fähig.“ (Fundstück)

 
 
 
 

Der Fall Russland

= Zar Nikolai I. errichtete Mitte des 19. Jahrhunderts einen Polizeistaat, der die wachsenden demokratischen Neigungen der Intelligenz rigoros unterdrückte. Der von revolutionären Offizieren organisierte „Dekabristen-Aufstand“ wurde brutal niedergeschlagen.

Alexander Puschkin gilt als Begründer der modernen russischen Literatur; seine Werke wollte der Zar persönlich zensieren. 1837 stirbt Puschkin an den Folgen eines Duells.

= Russland verliert den Krim-Krieg (1853 – 1856) gegen Türken, Briten und Franzosen.

= Zar Alexander II. hebt 1861 die Leibeigenschaft der Bauern auf, bremst die angekündigte Modernisierung seines Reiches aber bald aus Angst vor einer Revolution. Alexander II. wird im März 1881 von Terroristen ermordet.

= Der populäre Dichter Fjodor Dostojewski hatte die russischen Intellektuellen mit nationalrussischen Ideen beeindruckt. Im Februar 1881 nahmen in St. Petersburg 60.000 Menschen an der Beerdigung des im Alter von 59 Jahren gestorbenen Dichters teil.

= Zar Alexander III. vertritt eine mittelalterliche Politik; nach seiner Überzeugung hat Russland nur zwei Verbündete: Seine Armee und seine Flotte.

= Wladimir Uljanow, der sich später Lenin nennt, gründet 1895 in St. Petersburg den „Kampfbund zur Befreiung der Arbeit.“

= Zar Nikolai II. setzt die versprochenen Reformen nicht um und treibt Russland in einen Krieg mit Deutschland und Österreich-Ungarn. Gleichzeitig annulliert er die Ehrenmitgliedschaft des sozialkritischen Schriftstellers Maxim Gorki in der Akademie der Wissenschaften; daraufhin verlässt der Dichter Anton Tschechow die Akademie.

= 1903: Russische Sozialdemokraten und Anhänger Lenins gründen auf einem Exilparteitag in London die „Bolschewiki“ (Mehrheitler).

= Am „Blutsonntag“ (22.1.1905) schießt die Armee in St. Petersburg auf demonstrierende Arbeiter. Im Herbst schlägt das Zarenregime revolutionäre Unruhen brutal nieder.

= Am 1. August 1914 erklärt das Deutsche Reich Russland den Krieg.

= Zar Nikolai II. dankt nach Massenstreiks und der Bildung einer provisorischen Regierung ab. Die russische Revolution beginnt.

Im November 1917 putschen sich die Bolschewiki an die Macht.

Der ehemalige Zar Nikolai Romanow wird mit seiner Familie am 17. Juli 1918 in Jekaterinburg von einem bolschewistischen Mordkommando erschossen.

= Ab 1917 praktizieren die Kommunisten einen extremen Staats-Terrorismus mit Millionen Hungertoten und der Unterdrückung jedweder intellektueller oder ökonomischer Freiheit. (Denunziation wird Volkssport)

Unter Lenin und Stalin geschahen fürchterliche Verbrechen mit Millionen Opfern, die erschossen wurden oder die man bewusst verhungern ließ oder die man zu Tode folterte oder die in den Arbeitslagern krepierten oder die Opfer von Massenerschießungen wurden oder die an Typhus oder Skorbut starben. Wer sich informieren will, sollte „Archipel Gulag“ von Alexander Solschenizyn oder die Lagerberichte von Jewgenija Ginsburg u.v.a.m. lesen.

Man kann den Gulag als „ein Auschwitz ohne Öfen“ bezeichnen.

Fortsetzung folgt

 

Mein Freund ist Ausländer – Eine immer noch aktuelle Initiative

Am Morgen des 29. Mai 1993 brannte im nordrhein-westfälischen Solingen ein Zweifamilienhaus, in dem türkische Familien lebten und zu diesem Zeitpunkt schliefen. Fünf Menschen starben bei dieser rechtsextrem motivierten Gewalttat. Egidius Braun war seit wenigen Monaten Präsident des Deutschen Fußbalbundes. Aus seiner spontanen Reaktion entstand die Tradition der Benefiz-Länderspiele. Traurigerweise ist unser gemeinsames Aufstehen gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit heute immer noch geboten und wichtig.

 
 

Zur aktuellen Lage

= Bei den Klimaaktivisten der Süddeutschen Zeitung ist der Wunsch Vater des Gedankens. In einem großen sogenannten Essay heißt es: „Die Corona-Krise zeigt, warum es in dieser Auto-Nation so schwierig ist, über das Auto hinauszudenken.“ Und jetzt kommt das Wunschdenken: „Abkehr vom Autofetisch – die globale Nachfrage nach PKW ist zunehmend gesättigt.“ Diese Essayisten bei der S.Z. ignorieren völlig schmerzfrei die Realität. Vor etwa fünf Jahren wurde in der S.Z. die Falschbehauptung aufgestellt, dass größere PKWs nicht mehr gekauft würden. Danach trat genau das Gegenteil ein; vor allem in Asien waren Porsche, BMW und Daimler die Renner und dann kam die große SUV-Welle.

Nach der Corona-Epidemie wird sich das wiederholen.

= Es ist für den Weltfrieden und für die Sicherheit Europas extrem wichtig, dass die Nahostkrise mit dem Krieg in Syrien und der Israel-Palästina-Konflikt nicht wieder hochkochen oder gar explodieren. Lösungen kann es nur geben, wenn alle Beteiligten incl. der Türkei und der Assad-Regierung und Libanon und Israel und Palästina in Friedensverhandlungen eingebunden sind. Dabei muss Israel die Zwei-Staaten-Lösung akzeptieren und den angekündigten Landraub von palästinensischem Gebiet nicht umsetzen.

Ein Hindernis auf diesem Weg ist der wiedergewählte Premier Netanjahu, der mit dem Einverständnis von Mister Trump gar nicht daran denkt, eine friedliche langfristige Lösung zu suchen.

Netanjahu instrumentalisiert sogar den Holocaust für seine Interessen, indem er behauptet, Holocaust-Überlebende würden ihm schreiben und für ihn beten.

= Jede Krise – so auch die Corona-Pandemie – bietet große Chancen für langfristige politische Verbesserungen. Einige Vorschläge:

  • Wenn wir die Konjunktur wieder in Schwung bringen und krisenfest machen wollen, dann müssen Belastungen für die Wirtschaft ausgeschlossen werden ! Keine neuen Gesetze, die Aufwand für Unternehmen mit sich bringen ! Das gilt auch für Verwaltungsvorschriften jeder Art ! Der Bundestag muss prüfen, welche Gesetze und Vorschriften abgeschafft werden können ! Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt und digitalisiert, Melde- und Aufzeichnungspflichten müssen vereinfacht oder ausgesetzt werden!
  • Der Bürokratie-Wahnsinn behindert auch den s c h n e l l e n Ausbau von Straßen, Schienen und Gebäuden und die zügige Glasfaser-Verlegung ! Auch hier ist noch dieses Jahr eine Änderung der Gesetze erforderlich!
  • Wie in Deutschland so muss auch in der EU das Planungs- und Vergaberecht rationalisiert werden !
  • Der bereits auf dem Tisch liegende Vorschlag für den steuerlichen Verlustrücktrag muss sofort umgesetzt werden!
  • Innovation und Technologie müssen vorangetrieben werden – z.B. durch Sonderabschreibungen auf betriebliche Innovationen.
  • Wann wenn nicht jetzt !?! Projekte in den Bereichen Wasserstoff, Quantencomputer, Cloud und Cybersicherheit mit Augenmaß und Kompetenz prüfen und dann mit finanziellen Mitteln ausstatten! Generell muss es mehr Anreize für Unternehmen geben, in Forschung und Entwicklung zu investieren.
  • Der Außenhandel ist nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa existenziell wichtig. Die Konkurrenz in China und in Asien schläft nicht. Europa muss eine durchdachte Asien- und Afrika-Strategie entwickeln und schnell umsetzen!
  • Die Digitalisierung aller Verwaltungsebenen – von der Gemeinde bis zum Bund – muss energisch vorangetrieben werden! Das entlastet die Bürger und die Unternehmen !

Für uns Deutsche ist das Ringen um Europa der Kampf „um unser Schicksal“ (Angela Merkel). Europa ist quantitativ die größte Wirtschaftsmacht der Welt. Wir werden den Brexit verkraften, wir werden den „sacro egoismo“ in Italien überwinden und die Flüchtlingskrise gemeinsam lösen ! Nur mit einem klaren europäischen Kurs werden die Nationalisten besiegt, so wie es Präsident Macron in Frankreich bewiesen hat. Macron verkündet das Projekt eines weltpolitisch „souveränen Europas“, das sich zum globalen Kraftzentrum entwickelt; er verlangt, diplomatische, militärische und ökonomische Machtinstrumente zu schmieden; Europa muss stark genug werden, „um entscheiden zu können, und nicht erdulden zu müssen.“

= So läuft das mit der Klima-Propaganda in Deutschland:

  • Zunächst äußert sich der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einer Pressemitteilung, dass es sehr unpraktisch wäre, wenn es erneut einen trockenen Sommer gäbe, auch weil schon der letzte Sommer zu trocken war. Für die Presseagentur des DWD war das aber zu brav; also dichtete man die Sache um: „Deutschland droht weiterer Dürresommer.“
  • Sofort raste die Medienkarawane los und propagierte ein Weltuntergangsszenario. Die „Bild“ kam mit der Lüge, dass die Meteorologen „sicher seien“, dass ein neuer Sahara-Sommer mit Mega-Dürre bevorsteht. Viele Qualitäts-Medien berichteten ähnlich wie „Bild“

= Die WELT auf unterstem Wutbürger-Niveau ! Ein gewisser Sascha Lehnartz schreibt: „Angela Merkel präsentierte am Montag erstmals in ihrer 150-jährigen Amtszeit eine europäische Vision. Zugleich räumte sie dabei sämtliche finanzpolitischen Überzeugungen ab, die in Deutschland seit 1929 hochgehalten werden. Gemeinsam mit Emmanuel Macron stellt sie einen Corona-Wiederaufbauplan vor, für den locker 500 Millionen Euro europäische Rudelschulden aufgenommen werden. In Bari, Cádiz, Colmar und Thessaloniki werden demnächst Merkel-Statuen errichtet.“

Mal abgesehen davon, dass dieser Sascha Millionen und Milliarden nicht unterscheiden kann: Primitiv geht immer !

 

Kehrt der Kalte Krieg zurück? Kann daraus ein „Heißer Krieg“ mit Atomwaffen entstehen?

Vor über 40 Jahren – mitten im Kalten Krieg – haben Millionen Europäer über den Bau von Atomschutzbunkern nachgedacht, weil ein Krieg zwischen der Sowjetunion und den USA immer wahrscheinlicher wurde und weil dieser Krieg mit Atomwaffen große Teile Europas vernichtet hätte. (Einige tausend private Atomschutzbunker wurden gebaut).

Ein Abkommen über atomare Mittelstreckenraketen (INF) hat die Situation beruhigt und der Kalte Krieg war spätestens 1989 mit der Beerdigung der Sowjetunion zu Ende.

Im Jahr 1992 wurde das sogenannte „Open-Skies-Abkommen“ geschlossen, das 2002 in Kraft trat und das den Staaten der Nato und des früheren Warschauer Pakts erlaubt, über den Territorien der anderen Seite Aufklärungsflüge zu realisieren. Dieser Open-Skies-Vertrag ist ein wichtiger Teil der gegenwärtigen Weltordnung.

Trotz einiger Provokationen von beiden Seiten haben wir in Europa 30 friedliche Jahre hinter uns.

Jetzt hat die Regierung Trump den Austritt der USA aus dem Open-Skies-Abkommen angekündigt. Der aggressive Isolationismus und der ökonomische Nationalismus der Trump-Regierung bringt den Weltfrieden in Gefahr. Die America-first-Politik und die Verabschiedung aus zahlreichen internationalen Abkommen (Beispiele Weltgesundheitsorganisation und Iran) zeigen glasklar: Internationale Verträge und Verpflichtungen machen nur dann Sinn, wenn sie Washington nützen ! Und weil Mister Trump als abgebrühter Kaufmann weiß, daß mit China ein Konkurrent heranwächst, der die USA eines Tages wirtschaftlich und technologisch überholen könnte, setzt er alles daran, diesem Konkurrenten zu schaden, ihn zu diffamieren und zu bedrohen und zu provozieren, wie z.B. mit der soeben angekündigten Lieferung von Waffen an Taiwan oder den von den USA beeinflussten Demonstrationen in Hongkong.

Die Chinesen sind keine Gandhi-Jünger. Und die Russen auch nicht. Deshalb muss die militärisch und politisch starke EU mit Kanada und Australien und anderen Ländern und mit der UNO alles daran setzen, Atomwaffensperrverträge, Nichtangriffspakte und andere wirksame, dem Weltfrieden dienende Vereinbarungen (wie Internationale Freihandelsabkommen) zu realisieren. Auch wenn es z.Zt. unrealistisch ist: Das große Ziel muss die weltweite Abschaffung aller Atomwaffen sein !

Ich muss nochmal auf den mit Milliarden Dollar befeuerten Propagandakrieg der USA zurückkommen; man kann das am Beispiel der von Amerikanern übernommenen WELT-Gruppe wiedergeben.

Nachdem der Springer-Konzern jahrzehntelang die Sowjetunion und dann Russland verbal bekämpft hat, ist jetzt der USA-Konkurrent China an der Reihe. Mit ganzseitigen Artikeln und aberwitzigen Behauptungen und Verdrehungen wird geballert:

  • Ganzseitiger Artikel mit der Riesenschlagzeile: „Peking drückt der Welt seine Standards auf. Die kommunistische Partei Chinas nutzt die internationale Normung, um die High-Tech-Branche nach ihren Wünschen zu formen. Zulasten des Westens.“ Ich habe selten so gelacht. Schon mal was von Alphabet, Facebook, Apple, Amazon, Cisco, Microsoft, Intel usw. usw. gehört ? Schon mal überlegt, wieviele Milliarden Dollar die Geheimdienste der USA zur Verfügung haben und damit a l l e Länder und großen Unternehmen der Welt ausspionieren ?
  • Noch eine absurde Schlagzeile der WELT: „Anstößige Kooperation. In der Zusammenarbeit mit China hat die Freie Universität Berlin einen problematischen Kurs eingeschlagen. Sie dient sich an, obwohl sie weiß, wie wenig Peking von der Freiheit der Wissenschaft hält.“ Verdammt noch mal ! Wir müssen uns mit allen Ländern und Universitäten und Unternehmen und Wissenschaftlern austauschen, uns gegenseitig befruchten und natürlich sicherstellen, dass wir nicht benutzt oder ausspioniert werden.
  • Bei dem folgenden Foto „Beschämender Kotau“ handelt es sich um einen deutschen Unternehmer; der Text in der WELT dazu: „Einerseits führen sie soziale Standards ein, andererseits zeigen sie sich sehr unterwürfig gegenüber Peking. Das zwiespältige Verhalten deutscher Firmen in China irritiert viele.“ Das ist wirklich der Gipfel der Verlogenheit !! Deutsche Unternehmen haben sich in China niedergelassen, um gute Geschäfte zu machen. Und das funktioniert gut. Auch unsere Exporte nach China sind lebenswichtig. Der asiatische Markt umfasst über vier Milliarden Menschen, die an deutschen Autos und Maschinen interessiert sind.

Der deutsche Unternehmer-Verband hat vor ein paar Tagen die Bundesregierung auf die enorme Bedeutung des chinesischen Marktes hingewiesen und verlangt, eventuelle von den USA eingeleitete Sanktionen gegen China strikt zurückzuweisen !

Es wird Zeit, dass die Europäer sich gegen Bevormundung, Erpressung, Nötigung und andere inakzeptable Maßnahmen aus den USA zur Wehr setzen. Und es wird Zeit, dass die Europäer die Nato verlassen und einen eigenen Militär-Verbund gründen, der ausschließlich dem Weltfrieden und unserer eigenen Verteidigung dient.

Zum Schluss eine nicht ganz unwichtige Info: Der Militäretat der USA betrug ohne den Etat der Geheimdienste im letzten Jahr 732 Milliarden Dollar. Der Etat von China, Indien, Russland, Saudi-Arabien, Frankreich, Deutschland, England, Japan, Südkorea und Brasilien betrug z u s a m m e n 726 Milliarden Dollar. Noch Fragen ?

 
 

Auf Ihre Gesundheit !

= Norwegische Wissenschaftler haben zwei Jahrzehnte lang Daten von Frauen und Männern erfasst und festgestellt, dass Frauen, die häufig mit chemischen Reinigungsmitteln putzten, spätestens nach 20 Jahren unter Asthma und Atemwegsproblemen litten. Die schädliche Auswirkung dieser Putzmittel könne man mit dem Rauchen von täglich 20 Zigaretten vergleichen. Es gibt eine große Auswahl an ökologischen Reinigungsmitteln, die komplett auf chemische Zusätze verzichten und z.B. auf natürliche Wirkstoffe wie Essig oder Zitrone setzen.

= Inzwischen sind sich alle Wissenschaftler einig, dass sogenannte Industriefette, die in Frittenbuden und vielen Restaurants und Fertigspeisen verwendet werden, p u r e s Gift für Ihren Körper sind ! Gute Fette wie Olivenöl, Weizenkeimöl, Leinöl, Walnussöl sollten nicht erhitzt in kleinen Mengen am Schluss der Zubereitung hinzugefügt werden.

= Wenn Sie im Supermarkt einkaufen, greifen Sie im Regal immer nach hinten !! Dort steht die frischere Ware mit dem längeren Haltbarkeitsdatum !

= Kein Sport – S t r e s s !! Langsam beginnen und dann etwas steigern und dann wieder langsamer usw. Wenn Sie regelmäßig Sport treiben steigt die Schmerzgrenze. Der Körper hat über 800 Muskeln: Also auch mit Dehnen und Strecken Beine, Bauch, Rücken, Hals, Arme, Kopf etc. belasten; für wenig Geld gibt es gute Übungsanleitungen. Ruhig und gleichmäßig atmen. Keine Pressatmung !

= Glutamat steckt z.B. in Geschmacksverstärkern und wird in vielerlei Hinsicht negativ beurteilt. Bei dieser Gelegenheit: Millionen Menschen ernähren sich inzwischen von Gerichten, die sie sich nach Hause bringen lassen oder von Fertiggerichten. In all diesen Speisen befinden sich jede Menge falsche Fette, ungesunde Geschmacksverstärker, Zucker, Salz usw. usw. Wenn ich richtig informiert bin, dann bietet z.B. die Firma Frosta Fertiggerichte ohne schädliche Zusatzstoffe an.

= Bauchatmung ist wichtig ! An der frischen Luft mit offenem Mund ausatmen und dabei den Bauch nach innen ziehen. Und dann mit geschlossenem Mund durch die Nase tief einatmen.

= Ich nehme seit Jahren täglich Flohsamen mit Wasser (Beschreibung auf der Dose). Das fördert auf risikolose Weise die Verdauung.

= Keine vorgeschnittenen Blattsalate kaufen !

= Tiefgefrorenes Gemüse wird sofort nach der Ernte gereinigt und eingefroren und ist damit frischer als das Gemüse aus der Theke. Das gilt auch für Fleisch ! In der Tiefkühltruhe aufbewahren und nach dem Auftauen sofort verarbeiten und verzehren. Nicht nochmal einfrieren !!

 

Notizen zu „America first“

= Die Vertretung der deutschen Unternehmen in Osteuropa (Osteuropaverein) hat die Sanktionspolitik der USA scharf kritisiert: „Die angekündigte Anwendung von amerikanischem Sanktionsrecht auf europäische Unternehmen widerspricht den Regeln der Welthandelsorganisation und des Völkerrechts. Es kann nicht sein, dass von Abgeordneten in Washington darüber entschieden wird, welche Geschäftspartner deutsche Unternehmen haben dürfen und welche nicht.“

= Ulrich Wippermann war im Vorstand der Deutschen Forfait AG zuständig für die Export- und Zahlungsabwicklung großer deutscher und europäischer Unternehmen wie z.B. Siemens oder Sanofi. Eines Tages kam er auf die sogenannte „Blacklist“ der Amerikaner; dagegen legte er Beschwerde beim amerikanischen Finanzministium ein. Wippermann bat darum, von der „Blacklist“ herunterzukommen. Die vierseitige Antwort der Abteilung „Global Trading“ des US-Finanzministriums offenbart deren brutale und jedes Recht brechende Einstellung:

  • Die Amerikaner wollten wissen, was Wippermann vom 22. bis 24. Januar 2013 in Moskau gemacht habe; ob er tatsächliche oder potentielle Kunden der Deutschen Forfait getroffen habe. Er möge doch eine „ausführliche Darstellung“ (detailed narrative description) seiner Begegnungen in der russischen Hauptstadt liefern, einschließlich der Namen und Institutionen aller seiner Gesprächspartner.
  • Genau so unverfroren fragte das Ministerium nach Wippermanns Aufenthalten in Vietnam im August 2013, in London im Februar, in Dubai im April und in Teheran Anfang November desselben Jahres; und man fragte nach dem IT-System, das er einmal in Georgien verwendet habe.
  • Dann bitten die Amerikaner um Auskunft, wie Wippermann mit Geschäftsleuten, deren Namen persisch oder arabisch klingen, bekannt wurde. „Eine Weigerung, die gewünschten Informationen in allen Einzelheiten mitzuteilen, werde seine Petition, von der Terrorliste herunterzukommen, negativ beeinflussen.“ Schließlich erbitten sie noch einen Lebenslauf von Wippermann, der das kommentiert: „Da frage ich mich natürlich, welches Interesse man an einem Lebenslauf hat. Wie man das aus Stasi-Erzählungen kennt: Erst schlägt man dem Opfer in den Magen. Und dann sagt man: Wenn du mit uns zusammenarbeitest, dann können wir auch netter zu dir sein.“

Wollten die Amerikaner Wippermann mit falschen Anschuldigungen unter Druck setzen, um ihn für eine Informantentätigkeit zu gewinnen?

Geht es eigentlich um die Bekämpfung des internationalen Terrorismus oder wollen die Amerikaner ihre nationalen Handelsgesetze im Ausland durchsetzen? Findet hier ein verdeckter Wirtschaftskrieg zum Schaden von ausländischen Konkurrenten statt?

„Die Amerikaner schneiden mit, was sie kriegen können, überall und seit Jahrzehnten. Sie zapften die Leitungen von Angela Merkel, Gerhard Schröder und Helmut Kohl an. Die Amerikaner brauchen ihre Verbündeten gar nicht mehr zu fragen, was sie vorhaben; sie wissen es schon.“ (FAZ)

= Theatermacher Peter Stein: „Aber von den Amerikanern und ihrem Verständnis von Freiheit sollten wir besser aufhören, denn die USA sind ein autoritärer Staat. Das waren sie schon immer, jetzt ist es gerade besonders deutlich. Für mich gilt: Jede Art von Freiheitsbelehrung aus Amerika geht nicht mehr. Vorbei. The American dream does not exist anymore.“

= Donald Trump zu Deutschlands Gasimporten aus Russland: „Es ist furchtbar, was Deutschland macht, es ist ein furchtbarer Fehler. Deutschland zahlt Milliarden Dollar in die russischen Kassen, während die USA sich um Frieden in der Welt bemühen.“

= „Kein anderes Land hat eine so große Spionagefähigkeit wie die USA. Das Budget der NSA ist noch immer größer als alle anderen Staaten zusammen. Und die USA haben noch immer diese globalen Allianzen. Das ist einzigartig. Chinas Spionagefähigkeit hingegen basiert im Wesentlichen darauf, dass es ein Industriegigant geworden ist und dass es dieAusrüstung für die 5G-Netzwerke herstellt.“ (NZZ)

= Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Rumänien und Litauen wegen Menschenrechtsverletzungen in geheimen CIA-Gefängnissen auf ihrem Staatsgebiet verurteilt. Die Staaten hätten von den Gefängnissen gewusst und mit dem amerikanischen Geheimdienst kooperiert. Beschwerde eingereicht hatten ein Palästinenser und ein Saudi. Sie hatten geltend gemacht, misshandelt worden zu sein. Die Richter sehen es als erwiesen an, dass in Litauen von Februar 2005 bis März 2006 ein CIA-Gefängnis existierte, in Rumänien von September 2003 bis November 2005.

In Polen soll der CIA über Jahre ein Foltergefängnis betrieben haben oder noch betreiben.

= Ein junger Jemenit wird vor vierzehn Jahren als Unschuldiger nach Guantanamo verschleppt. Er wird gefoltert, isoliert, verhungert fast. Jetzt fürchtet er sich nur noch vor der Freiheit.“ (SPIEGEL)

= Die amerikanische Regisseurin Laura Poitras beschreibt die nach nine/eleven exorbitant gestiegene Macht der Geheimdienste: „Der „deep state“, das sind die Kräfte, die der Staat nutzt, die vollkommen im Verborgenen sind und oft geheim. Dazu gehören die Geheimdienste, also CIA und NSA, sowie geheime Programme. Er wird von Leuten gelenkt, die wir nicht gewählt haben, deren Namen wir in vielen Fällen noch nicht einmal kennen, genau so wenig wie ihre Entscheidungen, die aber in der Weltpolitik immens viel Macht und Einfluss haben. Das findet also außerhalb des demokratischen Prozesses statt. Man könnte sagen, der amerikanische Präsident und der NSA-Chef haben sehr viel Macht. Den NSA-Chef wählen wir aber nicht.“

 
 

Kurz und interessant

= Riesenschlagzeile in der Tagespresse: „Wo ist eigentlich die FDP?“ – Die Antwort ist ganz einfach: „Der Lindner hat`s versaut !“

= Mexikaner arbeiten im Durchschnitt 2250 Stunden pro Jahr. Spanier, Italiener u. Griechen kommen auf über 1600 Stunden und die Deutschen auf knapp 1370 Stunden p.a.

= Die erste tarifliche Urlaubsregelung wurde im Jahr 1903 im Brauereigewerbe ausgehandelt: Es gab drei freie bezahlte Tage pro Jahr.

= Die ägyptische Regierung hat erneut zahlreiche koptische Kirchen als rechtmäßig anerkannt, nachdem die Gebäude vorher ohne amtliche Genehmigung errichtet worden waren. Mit den 74 neu legalisierten Gotteshäusern steigt die Zahl der seit 2016 zugelassenen Kirchen auf über 1500. Für weitere 5000 Kultstätten haben die christlichen Gemeinden die Anerkennung beantragt. (C.i.G.)

= Die Bewohner des Indianer-Reservats Navajo Nation in den USA haben mit einem Spendenaufruf wegen der Corona-Krise auch viele Menschen in Irland erreicht. Auf dem Konto der Hilfsaktion gingen drei Millionen Dollar ein, die überwiegend aus Irland stammen. Viele irische Spender wollten sich für die Großzügigkeit des Choctaw-Stammes bedanken; die Ureinwohner hatten im Jahr 1847 den nach mehreren Kartoffelmissernten hungernden Iren eine Spende von 170 Dollar zukommen lassen.

= Die Verbrechen im Stalinismus werden in Umfragen in Russland immer noch von fast jedem Zweiten gerechtfertigt.

= Internet: „Frau mit Klopapier sucht Mann mit Nudel.“

= Der neue DFB-Präsident Fritz Keller in der Fußball-Hasser-Zeitschrift SPIEGEL: „Man sieht nun, wozu es führt, wenn die Neureichen, auch in der Bundesliga, mit ihrem Geld herumprotzen. Diese Großkotzigkeit fällt uns allen auf die Füße. Das ist eine Katstrophe für das Image des Fußballs.“ Wenn der Fußball mit einer Katastrophe konfrontiert ist, dann heißt die Fritz Keller; der muss sich wohl mit Vorwürfen, die nicht einmal auf Bayern München zutreffen, bei gewissen Medien und Fan-Gruppen einschleimen. Herr Keller gehört natürlich nicht zu den Neureichen, denn er besitzt einige Weinberge und gehört damit zu den Altreichen.

Und Edmund Stoiber möchte sich in Erinnerung rufen und sondert einen intelligenten Satz ab: „Die Millionensummen entfremden viele Menschen vom Fußball.“

= Der Soziologe Armin Nassehi in der ZEIT: „Mein Vater war ein Einwanderer aus Persien, meine Mutter die Tochter eines CDU-Politikers. Beide waren brave Willy-Brandt-Wähler. Ich bin heute ein großer Angela-Merkel-Fan. Wie sie manchmal die starken Jungs auflaufen ließ, ohne sie zu attakieren, ist hohe Schule.“

Nassehi erzählt in der ZEIT auch einen politischen Witz: „Der Jude Abramowitsch möchte aus der Sowjetunion nach Israel ausreisen und muss dafür zu einem Volkskommissar gehen. Der fragt: „Genosse Abramowitsch, warum willst du aus der glorreichen Sowjetunion ausreisen?“ – „Das hat zwei Gründe. Der erste Grund: Sollte die Sowjetunion untergehen, werden wir Juden wie üblich für alle ihre Verbrechen verantwortlich gemacht werden.“ – „Aber Genosse Abramowitsch, die Sowjetunion wird niemals untergehen!“ – „Das ist der zweite Grund.“

= Die Trumpf-Chefin Nicola Leibinger: „Die Rückkehr zur gesellschaftlichen Normalität wird nur auf Basis einer sozialen Stabilität gelingen.“

 

Nur ein Vogelschiss

Liebe Leser, wir Deutsche müssen uns hin und wieder an die von den Nazis begangenen Verbrechen erinnern. Ich kann Ihnen nicht empfehlen, sich so intensiv und im Detail mit diesem Thema zu befassen, wie ich das über viele Jahre getan habe; möglicherweise gefährden Sie Ihre mentale Gesundheit.

Aus zwei Gründen müssen wir erinnern:

  1. Es ist eine selbstverständliche moralische Pflicht ! Auch für die folgenden Generationen !
  2. Die Nazidiktatur ging aus einer Demokratie hervor und begeisterte die große Mehrheit unseres Volkes. Jetzt leben wir in einem Rechtsstaat mit einer vorbildlichen Verfassung und einer parlamentarischen Demokratie und wir sind in Europa eingebunden. Schützt uns das unter allen Umständen vor der Machtübernahme radikaler linker oder rechter Parteien? Vor der Corona-Krise ging es den Deutschen wirtschaftlich besser denn je und trotzdem haben etwa 20 Millionen Deutsche im Jahr 2018 die Linkspartei oder die AfD oder gar nicht gewählt. Was passiert, wenn wir eine dramatische Wirtschaftskrise mit über zehn Millionen Arbeitslosen und einer Hyperinflation erleben?

Wir müssen die weit fortgeschrittene historische Forschung über Nazi-Deutschland und den Zweiten Weltkrieg zu Ende bringen und dokumentieren und wir müssen dieses Wissen an die nächsten Generationen weitergeben, damit eine Wiederholung solcher Menschheitsverbrechen für immer verhindert wird. Und wir müssen die Europäische Union stärken und auch rechtlich in die Lage versetzen, Rechts- und Verfassungsbrüche einzelner Mitgliedsstaaten zu verhindern.

Der folgende Artikel geht unter die Haut und ist nichts für zarte Nerven !

Der hippokratische Eid

Claude Lanzmann hat in den siebziger und achtziger Jahren Interviews mit Überlebenden und Tätern des Holocausts geführt und in seinem Film „Shoa“ und in vier weiteren Filmen dokumentiert. Einer dieser Filme heißt „Der hippokratische Eid“. In ihm erzählt Ruth Elias ihr Schicksal unter den Nazis. Das Interview wurde 1979 geführt. Elias starb vor zehn Jahren in Israel.

Ruth Elias wurde 1922 als Ruth Huppert in Mährisch-Ostrau geboren. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen konnte sie mit ihrer Familie untertauchen. Sie schlugen sich als Tagelöhner bei Bauern durch. Doch dann wurden sie verraten und in das KZ Theresienstadt gebracht. Dort traf Ruth ihren Verlobten wieder. Sie wurde schwanger. Bald darauf deportierte man sie nach Auschwitz.

In dem Interview wird deutlich, dass die junge Frau, deren Eltern, Schwester und Verwandte allesamt ermordet wurden, durch einen besonderen Instinkt mehrfach tödlicher Gefahr entging. Bei der Selektion in Auschwitz gelang es ihr, die Schwangerschaft vor dem SS-Lagerarzt Josef Mengele zu verbergen. Statt in die Gaskammer wurde sie mit etwa 1000 anderen Frauen zur Zwangsarbeit nach Hamburg geschickt. Erst dort wurde ihre Schwangerschaft entdeckt. Die SS brachte sie zusammen mit einer zweiten Schwangeren zurück nach Auschwitz. Und so schilderte sie, was dann geschah:

Im Frauenlager waren wir eine große Sensation. Denn wir beide waren die ersten, die jemals von einem Transport zurückgekehrt waren, der Auschwitz verlassen hatte. Wir hatten nicht geglaubt, dass Transporte aus Auschwitz tatsächlich irgendwo hinfuhren. Niemand in Auschwitz glaubte das. Wir waren die ersten lebenden Zeugen, die zurückgekehrt waren. Die Nachricht verbreitete sich im gesamten Frauenlager. Wir waren solch eine Sensation, dass Mengele von uns hörte. Er wollte uns sehen und ließ uns rufen. Dann begann er zu schreien: „Wie ist es möglich, dass ich zwei schwangere Frauen übersehen habe? Wo wart ihr, als ich die Leute für die Arbeit ausgesucht habe?“ Ihm war schleierhaft, wie er uns übersehen konnte; dann sagte er: „Gut. Entbinden Sie, und dann werden Sie weitersehen.“ Er kam jeden Tag und war ganz reizend. Er wechselte einige Worte mit uns: „Wie fühlen Sie sich?“ „Was machen Sie so?“ Er war sehr attraktiv und charmant, mit sehr guten Manieren; von mittlerer Statur und sah sehr gut aus in seiner Uniform. Und er war sehr selbstbewusst.

Natürlich hatten wir von Mengele gehört. Wir hatten große Angst vor ihm. Meine Zunge war wie gelähmt. Ich brachte kaum ein Wort heraus und antwortete nur auf seine Fragen. Er besuchte uns täglich im Krankenrevier des Frauenlagers. Eine Tages setzten meine Wehen ein; ich wusste nicht, dass es Wehen waren. Ich dachte, ich hätte etwas Falsches gegessen. Im Krankenrevier gab es eine polnische Hebamme, die mich betreute; ich konnte mich auf eine Decke legen und die Hebamme setzte sich zu mir, um den Rosenkranz zu beten. In jener Nacht brachte ich ein wunderschönes, sehr großes Mädchen zur Welt. Die Hebamme half mir; es gab weder Mull noch heißes Wasser; es gab gar nichts; ich lag in meinem eigenen Schmutz. Die Hebamme besorgte ein Leintuch und legte das Baby neben mich.

Am Morgen kam Mengele und sagte: „Dieser Frau muss die Brust bandagiert werden. Sie darf das Baby nicht stillen; ich will herausfinden, wie lange ein Baby ohne Nahrung leben kann.“ Meine Brüste wurden einbandagiert und das Baby schrie neben mir vor Hunger, während ich Suppe bekam. Ich nahm eine kleine Ecke von dem Leintuch, tunkte ein Stück Brot in die Suppe und wickelte es in das Leintuch, das ich meinem Kind in den Mund steckte, denn das Kind war hungrig. So ging es mehrere Tage. Ich bekam hohes Fieber, weil meine Brüste voller Milch waren und ich das Kind nicht stillen konnte. Mengele kam täglich, um seine Forschung zu betreiben: Wie lange kann ein Baby ohne Nahrung überleben?

Wir lagen beide in unserem eigenen Schmutz. Das Baby wurde immer dünner, bekam Ödeme. Ein schrecklicher Anblick. Am achten Tag kam Mengele und sagte: „Sei morgen früh um acht mit deinem Kind bereit. Ich werde euch abholen.“ Ich wusste, wenn er uns abholt, bringt er uns in die Gaskammer. Und ich wollte nicht mehr leben. Ich konnte das alles nicht mehr ertragen. In gewisser Weise war ich froh, dem Elend zu entkommen. Dann ging das Licht aus und ich begann zu weinen und zu schreien. Da kam eine Ärztin und fragte: „Warum schreien Sie so?“ Als sie mich und das Kind sah, sagte sie: „Ich werde Ihnen helfen.“ Nach einer halben Stunde kam sie mit einer Injektionsnadel zurück und sagte: „Geben Sie das Ihrem Kind.“ Ich fragte, was das sei, und sie sagte: Morphium. Ich fragte: „Wie kann ich meinem Kind das geben? Soll ich mein eigenes Kind ermorden?“ Sie antwortete: „Ich habe den hippokratischen Eid geleistet. Ich muss Leben retten. Du bist jung. Und ich muss dein Leben retten. Dein Kind wird nicht überleben. Schau es doch an. Aber du bist jung und darfst nicht sterben. Gib das deinem Kind, denn ich kann das nicht, ich darf das nicht.“ Sie redete lange auf mich ein und brach meinen Widerstand. Und so tat ich es dann. Ich gab meinem Kind die Injektion. Sie brachte die Nadel weg und das Kind lag neben mir im Sterben. Es dauerte ein bis zwei Stunden.

Bei Tagesanbruch wurden im Krankenrevier immer die Leichen eingesammelt. In Auschwitz gab es jeden Morgen eine Unmenge von Leichen. Sie kamen und nahmen auch mein Kind mit. Als um acht Uhr Mengele kam, stand ich schon für den Transport bereit. Er fragte. „Wo ist das Kind?“ Ich sagte: „Es ist heute Nacht gestorben.“ – „Ich will die Leiche sehen.“ Und damit ging er fort. Mir wurde erzählt, er hätte sie gesucht, aber die winzige Leiche in dem großen Haufen nicht gefunden. Das war selbst für Doktor Mengele schwierig.

Als er zurückkam, sagte er auf Deutsch zu mir: „Haben Sie ein Schwein gehabt. Mit dem nächsten Transport gehen Sie weg.“ Ich war nicht froh. Ich war gebrochen und konnte nicht mehr leben. Oder doch? Ich wusste nicht, was ich wollte. Ich war so apathisch. Nichts konnte mich efreuen, überhaupt nichts.“ (FAZ)