Bildungs – Stadl

= „Der klassische Kinosaal ist derzeit epidemiologisch, aber auch kulturindustriell betrachtet ein Kunstort unterm Unstern.“ (FAZ)

= „………. schon gar nicht muss er den Einhufer selbst dann herzallerliebst anlächeln, wenn der in olfaktorisch bedenklichem Zustand bei ihm ankommt.“ (Peter Dausend/ZEIT)

= „Diskurs? O Gott, nein. Dieses Modewort kann ich nicht ausstehen – ich führe keine Diskurse. Diskurs ist ein Wort für Intellektuelle, die gar keine Intellektuellen sind, die Finca der Halbgebildeten, der SUV der Nichtdenker.“ (Fundstück)

= „Der Schamane des Nichtwissens. Roger Buergel will mit der Hamburger Ausstellung „Mobile Welten“ den Eurozentrismus exorzieren. Doch mit der Kompilation aus Kitsch und Kunst, Fakes und Originalen entlarvt er nur seine Verblasenheit.“ (Süddeutsche Zeitung)

= „Den Suspense des Paranormalen hätten Hitchcock oder de Palma nicht besser inszenieren können.“ (Süddeutsche Zeitung)

= „Das Sprechen über die Digitalisierung ist von einer irreführenden Naturmetaphorik geprägt. Letztlich bedeutet das Sprechen von Datenbergen einen Rückfall in den Mystizismus. Im Datapozän werden Daten zu einem gewichtigen geologischen Faktor.“ (Süddeutsche Zeitung)

= „Dany Laferrières Roman „Ich bin ein japanischer Schriftsteller“ ist eine Satire auf den identitätspolitischen Essenzialismus.“ (Süddeutsche Zeitung)

= „Plädoyer zugunten einer Lebensführung, die die Reize einer teleologisch ausgerichteten, viril-konnotierten Zweckorientierung zwar anerkennt, sich aber letztlich couragiert für den Weg ins Unbekannte entscheidet.“ (Fundstück)

= „Brüsseler Milliarden. Über die EU und andere schöne Geschichten. Es wäre fürchterlich naiv, sich eine Welt ohne Narrative zu wünschen. Das Leben wäre ärmer, wenn so ein Wunsch in Erfüllung ginge. Aber es wäre einiges gewonnen, wenn wir Narrative kritsich zu lesen lernten. Dabei können wir die Fähigkeit ausbilden, Gegen-Narrative zu konstruieren, die das zur Sprache bringen, was die Narrative unterschlagen. Wettbewerb hilft: Das bessere Narrativ ist der Feind jeder simplen Erzählung.“ (Rainer Hank/FAZ)

= „Diese Romane leben vom Zauber des Hochtrabenden, sind aber doch seltsam generisch.“ (Süddeutsche Zeitung)

 

Lachen ist gesund

= Eine Familie aus Ostfriesland ist zum ersten Mal in einem Kaufhaus. Während die Mutter sich die Kleider anschaut, stehen Vater und Sohn voller Staunen vor einer Tür, die sich wie von Geisterhand öffnet und einen kleinen Raum freigibt (es ist ein Aufzug). Der Sohn fragt verblüfft: „Vater, was ist das?“ Der Vater: „Mein Sohn, so etwas habe ich im Leben auch noch nicht gesehen!“

Da humpelt eine kleine alte Dame mit einem schrumpeligen Gesicht und einem Buckel, der einer Hexe zur Ehre gereicht hätte, in den Aufzug. Die Tür schließt sich, und Vater und Sohn beobachten die Zahlen über der Tür, wie sie nacheinander aufleuchten: 12 – 13 – 14 – 15 – 14 – 13 – 12. Da geht die Tür wieder auf, und eine wunderschöne Blondine verlässt den Lift. Der Vater zu seinem Sohn: „Schnell! Hol deine Mutter!“

= „Ich war gestern mit meinem Mann auf dem Flohmarkt“, erzählt Frau Krüger im Büro. „Und“, fragt die Kollegin, „bist du ihn losgeworden?“

= Kollegin: „Wenn Sie mein Mann wären, würde ich Ihnen Gift geben!“ ER: „Wenn Sie meine Frau wären, würde ich es nehmen.“

= Von Kollege zu Kollege: „Na, wie war denn dein Urlaub?“ – „Hör bloß auf! Meine Frau wurde zur Schönheitskönigin gewählt, da kannst du dir ja vorstellen, was das für ein Kaff war.“

= Am Frühstückstisch will der kleine Sohn wissen: „Mama, Mama, warum hat unser Vater eine Glatze?“ – „Weil der so klug ist.“ – „Und warum hast du so viele Haare?“ – „Hör auf zu reden und iss weiter!“

= Der Vater liest am Bett Märchen vor, damit der Sohn einschläft. Eine halbe Stunde später öffnet die Mutter leise die Tür und fragt: „Ist er eingeschlafen?“ Antwortet der Sohn: „Ja, endlich.“

= „Ich kann einfach machen, was ich will“, klagt Jörg seinen Pokerfreunden. „Ich lasse den Wagen geräuschlos in die Garage rollen, gehe auf Strümpfen ins Wohnzimmer und ziehe mich leise aus, um da zu übernachten. Trotzdem keift meine Frau jedes Mal los!“ – „Das mache ich ganz anders. Ich hupe wie ein Wilder, trete mit dem Fuß laut singend die Schlafzimmertür auf und frage meine Frau lallend: Na Süße, wie wär´s noch mit `nem Quickie?“ Sie tut dann immer so, als würde sie tief und fest schlafen…“

= Das Ehepaar sitzt auf dem Balkon. Sie sieht verträumt in den Sonnenuntergang und säuselt romantisch: „Hör mal Schatz, die Grillen…..“ Er – vertieft in den Sportteil seiner Zeitung: „Ich riech nichts!“

= Der Mathelehrer empört sich: „Ihr seid alle so schlecht in Mathe, dass sicher 90 % der Klasse eine glatte fünf bekommen.“ Da ruft ein Schüler aus dem Hintergrund: „Aber so viele sind wir doch gar nicht!“

 

Nur ein Vogelschiss

Zitat aus „Die Vernichtung der Juden“ von Raul Hilberg:

„Im Sommer und Herbst 1942 wurden in der Region Wolhynien-Podolien Hunderttausende von Juden abgeschlachtet. Als die Deutschen in ein kleines Getto kamen und die Juden in Reihen antreten ließen, sagte ein Mädchen: „Mutter, warum soll ich das Sabbat-Kleid anziehen? Wir gehen doch raus und werden erschossen.“ Die Erschießungsstelle lag auf einem Hügel, etwa drei Kilometer entfernt und die Mutter, die ihr Kind trug, mußte die ganze Strecke hinter einem Lastwagen herlaufen, der bereits voll mit Opfern beladen war. Als sie neben der halb mit Leichen gefüllten Grube standen, sagte das Mädchen: „Mutter, warum bleiben wir, lass uns weglaufen!“ Einige derer, die zu fliehen versuchten, wurden direkt gefasst und an Ort und Stelle erschossen. Die Mutter starrte in die Grube. Ein Deutscher ging auf sie zu und fragte: „Wen soll ich zuerst erschießen?“ Als sie schwieg, riß er ihr die Tochter aus dem Arm. Das Mädchen schrie auf und wurde getötet.“

 
 
 

Hundert-Prozent-Chance

Die großen Ölkonzerne der Welt haben im Rahmen der Klimadebatte und wegen des sinkenden Ölpreises über 50 Prozent ihres Aktienwertes verloren. Bei BP und Royal Dutch sehen kompetente Analysten die Chance auf eine Verdoppelung ihres Kurses bis Ende 2021; bei Total wird ein Kursplus von 50 Prozent prognostiziert.

Die Jahresumsätze belaufen sich bei BP auf 236 Milliarden, bei Royal Dutch auf 148 Milliarden und bei Total auf 160 Milliarden Euro; die drei Unternehmen werden dieses Jahr mit einem Verlust abschließen – vor allem wegen hoher Abschreibungen auf ihre Ölaktivitäten – und im nächsten Jahr einen Gewinn ausweisen, der niedriger ausfällt, als der Gewinn im Jahr 2019. Die Unternehmen verfügen über ein hohes Eigenkapital und können es sich leisten, auch für 2020 eine Dividende zu zahlen, die über fünf Prozent liegt.

Natürlich befassen sich alle Firmen seit Jahren mit der Energiewende. So hat Total den Fokus auf Wasserstoff und innovative Batterien und Erneuerbare Energien und Lithium gerichtet und hohe Investitionen getätigt. BP und Royal Dutch gehen ähnliche Wege und haben die finanziellen Mittel, die erforderlichen Investitionen zu tätigen und – falls sich die Gelegenheit ergibt – kleinere Unternehmen aufzukaufen.

Es ist auch nicht auszuschließen, dass die Kurse von BP und Royal Dutch bis Ende 2022 um 200 Prozent und die von Total um 100 Prozent steigen.

 

Die Demokratien des Westens und ihre christliche Kultur

Fernsehprogramm (incl. Sky) Freitag – 16. Oktober 2020 – nach 20 Uhr:

  • Insgesamt 85 Krimis, Thriller, Horrorfilme, Actionfilme, Science-Fiction und Kriegsfilme. Fast alle mit englischem Titel. Beispiele: „The Book of Eli/Eine Katstrophe hat vor 30 Jahren den Großteil der Menschheit vernichtet.“ + „In Ägypten erwacht der böse Scorpion King aus einem 6000-jährigen Schlaf.“ + „Special Victims Unit/Ein Serientäter treibt in Schwulenbars sein Unwesen“ + „Death in Paradise/Mord gegen Liebe“.
  • Auffällig ist die zunehmende Anzahl von in den USA produzierten Kriegsfilmen. Der Sender „Sky Cinema Special“ zeigt an einem einzigen Tag von morgens 7.05 bis nachts 4.30 zwölf Kriegsfilme.
 

Bilder können besser lügen als Worte

Die folgenden Fotos stammen aus dem Buch „Bilder des Krieges – Krieg der Bilder“ – von Gerhard Paul – erschienen im Verlag Schöningh/W.Fink.

 
 
 
 
 
 

Das Medien-Sündenregister

Völlig abgebrüht werden inzwischen die Leser getäuscht, indem Werbeanzeigen mit redaktionellen Inhalten vermischt werden und nicht als Werbung oder Anzeige überschriftet sind. (Siehe „Flossen hoch“ aus dem Süddeutsche-Zeitung-Magazin). Die NZZ nennt das „Heikle Verwirrspiele mit dem Publikum“ und schreibt: „Die gestalterische Angleichung von Anzeigen umd Redaktionellem gefährdet die Glaubwürdigkeit der Medien“. Und der Mundartdichter Wilhelm Wörle verfasste ein Gedicht dazu:

„Im Zoara: Was i gar it leida ka, dös sind Zeitungsschreiber, weil sie gar so gneschtig sind wia de alte Weiba. Hockat in de Stuba dinn bloß zom feirig Gaffa; leabat guat vom Hiaraschwoiß andrer Leute Schaffa. Zeitungsschreiber sind wia de Flöah, dia oim tagsdur beißat ond füars Bluat, dös gsoffa hand, oim ins Hemmad scheißat.“

Auch Johann Wolfgang von Goethe äußerte sich voller Groll:

„Da hatt ich einen Kerl zu Gast, er war mir eben nicht zur Last; ich hatt just mein gewöhnlich Essen, hat sich der Kerl pumpsatt gefressen, zum Nachtisch, was ich gespeichert hatt. Und kaum ist mir der Kerl so satt, tut ihn der Teufel zum Nachbarn führen, über mein Essen zu räsonieren: „Die Supp hätt können gewürzter sein, der Braten brauner, firner der Wein.“ Der Tausendsackerment! Schlag ihn tot, den Hund! Er ist ein Rezensent.“

Der geschätzte Autor und Journalist Albert Camus:

„Ein freier Journalist veröffentlicht nichts, was den Hass schüren oder die Verzweiflung fördern könnte. Wahrheit und Freiheit sind anspruchsvolle Geliebte, die nur wenige Liebhaber haben.“

= Bettina Wulf (Ex-Frau des Bundespräsidenten): „Was mich wirklich angreift, das sind fiese Geschichten über die Familie und meine Kinder. Paparazzi haben unsere Kinder verfolgt und haben ihnen vor der Schule oder vor unserem Haus aufgelauert.“

= Und der Journalist David Gow: „Die Zeitungen erfinden Geschichten, fälschen Statistiken. Es ist ihnen einfach egal.“

= „Sexistisch, homophob, antisemitisch. Die Zeitung „Akit“ verbreitet Hassnachrichten in der Türkei.“ (Bülent Mumay)

= „Die Leute zahlen Gebühren für ein Fernsehen, das sie nicht nutzen, die damit finanzierten Talk-Shows laden Gäste ein, die nichts zu dem beitragen können, was gerade geschieht, die Zuschauer vergessen sofort, was gesagt wurde, eben weil es kein sinnvoller Beitrag zu etwas war – und das Ganze nennen wir Bildungsauftrag, Öffentlichkeit, Aufklärung oder Demokratie oder so.“ (Fundstück)

= Harald Martenstein (ZEIT) heißt ein Star-Journalist, dem vor lauter Arroganz das Hirn vernebelt ist; er schreibt: „Unsere kulturelle Elite würde, wenn heute NSDAP oder SED regieren würde, zu mindestens fünfzig Prozent aus denselben Leuten bestehen.“ Ist das eine Selbsteinschätzung von Herrn Martenstein?

= Süddeutsche Zeitung: „Der Fall SAT 1: Pharma- und Finanzfirmen zahlen über die Schweiz für redaktionelle Beiträge im Frühstücksfernsehen und am Vorabend.“

= Der Genforscher Kari Stefanson: „Deutsche Journalisten verstellen sich. Sie haben keine Skrupel zu täuschen und zu verschleiern, auf was sie in Wahrheit hinauswollen. Ich möchte nur sagen, dass sie alle ohne Ausnahme Arschlöcher („pieces of shit“) sind. Vielleicht sind sie sehr gebildete Arschlöcher, aber das ist mir gleich.“

= Verdachtsberichterstattung kann Menschenleben gefährden. Erst wenn der Staatsanwaltschaft genügend Hinweise oder Beweise für eine schwere Straftat vorliegen, kann sie Anklage erheben. Medien berichten besonders bei Prominenten schon dann, wenn ein Verdacht aufkommt und nennen den Namen des Verdächtigen – gerne garniert mit Fotos. Wenn sich der Verdacht als haltlos erweist, ist der Schaden nicht zu reparieren. Schon lange wird eine Änderung der Pressegesetze gefordert; demnach dürften die Behörden keine Namen oder sonstigen Informationen über die Identität von Verdächtigen weitergeben, weil u.a. die wirtschaftliche Existenz (manchmal sogar das Leben) auf dem Spiel steht.

= Ulrich Wickert: „Ein leitender Redakteur einer deutschen Wochenzeitschrift bat mich kürzlich um ein Interview. Ja, ich erhielt das Gespräch zum Autorisieren, änderte die eine oder andere Antwort, um sie unterhaltsamer, griffiger zu formulieren. Mit gefiel, was dabei rauskam. Davon erschienen aber nur wenige Zeilen und meine Antworten wirkten nun wie Gestammel – so armselig, dass ich es nie freigegeben hätte. Ja, pardon, so der Kollege hinterher, er habe nicht gewusst, dass sein Interview mit mir lediglich für eine Rubrik geplant war, in der nur drei Fragen erlaubt sind.“ Diese Manipulation, die Herr Wickert erlebt hat, ist die Regel und nicht die Ausnahme. Geben Sie Interviews oder Stellungnahmen nur schriftlich ab und lassen Sie sich vorher schriftlich zusagen, dass Änderungen oder Kürzungen vor der Veröffentlichung von Ihnen bestätigt werden müssen.

= Frankreichs Ex-Ministerin in der WELT: „Es gibt Sachen, die unerträglich sind: Gerüchte und Verleumdungen. Ich habe eine Familie. Man kann sich nicht vorstellen, wie verantwortungslos Journalisten sein können. Das ist die einzige Berufsgruppe, die völlige Immunität genießt. Sie schreiben alle möglichen Lügen und Behauptungen über Ihre Familie auf, ohne sich irgendeine Frage zu stellen. Dass man mich wegen meines Programms oder meiner Überzeugungen angreift, einverstanden. Aber dass man meine Nächsten angeht, das ist nicht hinnehmbar.“

 

Wer im Glashaus sitzt….

…..sollte nicht mit Steinen schmeißen. Der Milliardär Keith Krach ist in der Trump-Regierung zum führenden Wirtschaftsdiplomaten aufgestiegen. In einem Interview mit dem DUB UNTERNEHMER-Magazin äußert sich Krach über China:

„In den letzten acht Monaten hat die Kommunistische Partei Chinas einen Virusausbruch verschwiegen, aus dem eine Pandemie wurde. Sie hat Hongkongs Freiheiten unterjocht, ein blutiges Gefecht an der indischen Grenze ausgelöst und die Lager von Xinjiang mit Brutalität weitergeführt. Möglich wird dieser Machtmissbrauch durch einen orwellschen Staat, der Milliarden weltweit überwacht. Regierungs- und Wirtschaftsführer rund um den Globus wehren sich gegen die Tyrannei der KPCh. Hier sind sich Demokraten und Republikaner der USA aus einem einfachen Grund einig: „Die Menschenwürde ist unantastbar“. Es ist die Pflicht aller amerikanischen Regierungsbehörden, sie zu respektieren und zu schützen. So steht es auch in der deutschen Verfassung. Das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen.“

Das war von Herrn Krach nicht als Scherz gemeint. Der Mann spricht von einem Land, in dem mindestens 50 Millionen Bürger von der Menschenwürde ausgeschlossen sind und er spricht von einem Land, das – im Gegensatz zu China – in den letzten 70 Jahren die halbe Welt mit Kriegen überzogen hat. Haben die USA die Menschenwürde nach Hiroshima, nach Korea, nach Vietnam, nach Laos, in den Irak, nach Lybien, nach Syrien, in den Libanon, nach Chile usw. gebracht? Haben die USA ihren engen Partner Saudi-Arabien auch nur ansatzweise von der Menschenwürde überzeugt?

Der Politikwissenschaftler Kishore Mahbubani war u.a. Singapurs Botschafter bei den Vereinten Nationen und in den USA; er sagt zum gleichen Thema:

„China versucht Kriege zu vermeiden, will keine Marine-Basen in der Welt anlegen. Aber das Land will stark sein und respektiert werden. Es muss also einen globalen Fußabdruck hinterlassen, und das reduziert den US-Einfluss. China ist nicht expansionistisch, wird nichts erobern. Aber der Einfluss des Landes wird sich ausdehnen. Und Geopolitik ist nun einmal ein Nullsummenspiel – gewinnt der eine, verliert der andere. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Thailand ist ein enger Verbündeter der USA. Früher war der amerikanische Botschafter die Nummer eins in Bangkok, heute ist es der Botschafter aus China; der aus den USA ist die Nummer drei oder vier. Die Amerikaner spüren das Dilemma. Was ist wichtiger für die langfristigen Ziele – das Wohlergehen der Menschen oder das Primat des geopolitischen Einflusses? Das Land lebte zuletzt in einer unipolaren Welt, das ist nun vorbei. Dieser Wechsel ist für Amerika eine psychologische Herausforderung.

Kann Amerika verlieren? Diese geistige Haltung ist dort undenkbar. Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Kalter Krieg – alles hat Amerika gewonnen – nie verloren. Doch etwas hat sich geändert. Der Wettbewerber China hat eine viermal so große Bevölkerung. Amerika könnte also verlieren und sollte diesen Gedanken auch zulassen. Dies ist ein großer Fehler des Landes: anzunehmen, man würde immer gewinnen. Meine Frage an Amerika lautet also: Warum denkt ihr nicht strategisch? Mit Blick auf China sagte der ehemalige Außenminister Kissinger, der größte Fehler der USA sei der Mangel einer China-Strategie.

Schauen Sie sich den Umgang mit Corona und eine Zahl an: die der Toten pro eine Million Einwohner; in China liegt sie etwas unter zehn, in den USA zwischen 600 und 700. Warum das so ist? China hat die meritokratischste Regierung der Welt geschaffen, also auf Fähigkeiten basierend. Und das in jedem Ministerium; es sind alles sehr fähige Menschen, die gut und diszipliniert miteinander arbeiten. Diese Arbeit verbessert das Leben der Menschen und sie stärkt die Unterstützung für die Regierung in der Bevölkerung. Corona zeigt also, dass Chinas Regierung eine der kompetentesten der Welt ist. Und wie stehen die USA da? Man hat dort die Politik demoralisiert.

Amerikas politisches Kapital ist gesunken, etwa nach dem unnötigen Irakkrieg. Fünf Billionen Dollar wurden ausgegeben, um Kriege nach den 9/11-Anschlägen zu führen. Und das in Zeiten, in denen das Durchschnittseinkommen der unteren Gesellschaftshälfte g e s u n k e n ist.

Für das Ausland lautet mein Ratschlag: Unterschätzt China nicht, aber dämonisiert das Land auch nicht. Und die USA sollten nicht voraussetzen, immer zu gewinnen.

Es gibt auf der Welt drei große Mächte. Das sind die USA und China, aber eben auch Europa. Europa könnte eine balancierende Rolle spielen. Europas Stärke liegt darin, dass es keine Bedrohung ist – es hat beispielsweise kein großes Militär. Und gerade die nordeuropäischen Staaten mit ihrer Balance aus wirtschaftlichen Fähigkeiten und Wohlfahrt könnten ein Vorbild für die Welt sein.“

 

Kluge Worte

= M. Gandhi: Religion kann nur durch die Reinheit ihrer Anhänger und durch ihre guten Taten verteidigt werden, keinsfalls durch Kampf mit den Anhängern anderer Glaubensbekenntnisse.

= M. Gandhi: Bevor ein Kind mit dem Alphabet und anderem Wissen von der Welt befasst wird, sollte es lernen, was die Seele ist, was Wahrheit und Liebe sind, welche Kräfte in der Seele schlummern. Wesentlicher Teil der Bildung müsste sein, dass das Kind unterwiesen wird, wie man im Lebenskampf Hass durch Liebe, Unwahrheit durch Wahrheit, Gewalt durch eigenes Leiden besiegelt.

= Rachel Naomi Remen: Etwas in uns kann Leid in Weisheit umwandeln. Der Prozess, in dem das geschieht, hat oft etwas von einem Aussortieren. Zuerst erfahren wir einfach alles. Dann lassen wir, Schritt für Schritt, die Dinge gehen, den Zorn, die Schuldzuweisungen, das Gefühl, daß einem Unrecht getan wurde, und schließlich sogar den Schmerz selbst – bis alles, was übrig bleibt, ein tieferes Gefühl für den Wert des Lebens ist und eine größere Fähigkeit, es zu leben.

= Swami Prajnanpad: Es gibt keine mächtigere Waffe zur Verwirklichung der Wahrheit als die, sich selbst zu akzeptieren.

= Immanuel Kant: Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der besternte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.

= Bertrand Russell: Moralisten sind Menschen, die sich jedes Vergnügen versagen, außer jenem, sich in das Vergnügen anderer Menschen einzumischen.

= „Vor meinem eigenen Tod“, schrieb Mascha Kaléko, „ist mir nicht bang – nur vom dem Tod derer, die mir nah sind. – Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind? – Allein im Nebel tast ich totentlang – und lass mich willig in das Dunkel treiben – das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben – der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr. – Und die es trugen, mögen mir vergeben – bedenkt, den eigenen Tod, den stirbt man nur – doch mit dem Tod der anderen muss man leben.“

 

G e d i c h t e

Johann Wolfgang Goethe: Der Narr epilogiert

Manch gutes Werk hab ich verricht, Ihr nehmt das Lob, das kränkt mich nicht: Ich denke, daß sich in der Welt alles bald wieder in´s Gleiche stellt.

Lobt man mich weil ich was Dummes gemacht, dann mir das Herz im Leibe lacht; schilt man mich weil ich was Gutes getan, so nehm ichs ganz gemächlich an.

Schlägt mich ein Mächtiger daß es schmerzt, so tu ich als hätt´er nur gescherzt; doch ist es einer von meines Gleichen, den weiß ich wacker durchzustreichen.

Hebt mich das Glück, so bin ich froh und sing in dulci Jubilo; senkt sich das Rad und quetscht mich nieder, so denk ich: nun, es hebt sich wieder!

Grille nicht bei Sommersonnenschein daß es wieder werde Winter sein; und kommen die weißen Flockenscharen, da lieb ich mir das Schlittenfahren.

Ich mag mich stellen wie ich will, die Sonne hält mir doch nicht still, und immer gehts den alten Gang das liebe lange Leben lang.

Der Knecht so wie der Herr vom Haus ziehen sich täglich an und aus, sie mögen sich hoch oder niedrig messen: müssen wachen, schlafen, trinken und essen.

Drum trag ich über nichts ein Leid; machts wie der Narr so seid ihr gescheid!

Justinus Kerner: Ikarus

Mir träumt´, ich flög´gar bange weit in die Welt hinaus, zu Straßburg durch alle Gassen bis vor Feinsliebchens Haus.

Feinsliebchen ist betrübet als ich so flieg und weint: wer dich so fliegen lehrte das ist der böse Feind.

Feinslieb, was hilft hier lügen da du doch alles weißt: wer mich so fliegen lehret, das ist der böse Geist.

Feinsliebchen weint und schreiet daß ich am Schrei erwacht da lieg ich, ach! in Augsburg gefangen auf der Wacht.

Und morgen muß ich hangen Feinslieb mich nicht mehr ruft, wohl morgen als ein Vogel schwank ich in freier Luft.

Das Mädchen mit dem Muttermal

Woher sie kam, wohin sie ging, das hab´ich nie erfahren. Sie war ein namenloses Ding von etwa 18 Jahren. Sie küßte selten ungestüm. Dann duftete es wie Parfüm aus ihren keuschen Haaren.

Wir spielten, wir scherzten nur; wie haben nie gesündigt. Sie leistete mir jeden Schwur und floh dann ungekündigt, entfloh mit meiner goldnen Uhr am selben Tag, da ich erfuhr, man habe mich entmündigt.

Verschwunden war mein Siegelring beim Spielen oder Scherzen. Sie war ein zarter Schmetterling, ich werde nie verschmerzen, wie vieles Goldene sie stahl, das Mädchen mit dem Muttermal zwei Handbreit unterm Herzen.

Missglücktes Liebesabenteuer

Das Herz sitzt über dem Popo. – Das Hirn überragt beides. Leider! Denn daraus entspringen so viele Quellen des Leides.

Doch ging uns plötzlich das Hirn ins Gesäß und die Afterpracht in die Köpfe, wir wären noch minder als hohles Gefäß, nur gestürzte, unfertige Töpfe.

Herz, Arsch und Hirn. – Ich ziehe retur meine kleinliche Überlegung. – Denn dieses ganze Gedicht kommt nur aus einer enttäuschten Erregung.

A u s

Nun geh ich stumm an dem vorbei, wo wir einst glücklich waren, und träume vor mich hin: es sei alles wie vor zehn Jahren.

Und du bist schön, und du bist gut und hast so hohe Beine: Und mir wird so loreley zumut, und ich bin doch nicht Heine.

Ich klappe meine Träume zu und suche mir eine Freude. Auf daß ich nicht so falsch wie du mein Stückchen Herz vergeude.

 

Kurz und interessant

= „Ohne die gemeinsame europäische Währung wäre Deutschland ein Spielball einer irritierenden Wirtschafts- und Handelspolitik der Vereinigten Staaten. Nur durch eine gemeinsame Währung spielt Europa im Konzert eines multilateralen Währungssystems eine Rolle.“ (Theo Waigel)

= „Der schlimmste Feind der Menschheit ist die Gleichgültigkeit. Wenn andere Menschen oder die Gesellschaft gleichgültig werden gegenüber dem Schicksal der Schwachen, der Minderheiten, der am Rande Stehenden, regiert die Kälte. Dann nämlich können andere ihre Verachtung und ihren Hass ausleben und niemand protestiert.“ (Fundstück)

= Vor über zehn Jahren wurde die EU und die deutsche Bundesregierung von Experten und Medien übel beschimpft, weil sie das arme Griechenland in die Staatspleite treiben würden. Das Gegenteil ist eingetreten. Das ist z.B. daran zu erkennen, dass für zehnjährige griechische Staatsanleihen nur noch 0,87 Prozent Zinsen gezahlt werden; damals waren es weit über zehn Prozent. Italien zahlt nur 0,73 Prozent und spart ebenfalls viele Milliarden Euro an Zinsen. Angesichts der Corona-Wirtschaftskrise hauen die gleichen Medien wieder auf die Pauke. So schreibt die ignorante „Wirtschaftswoche“ auf der Titelseite: „Die giftige Geldflut. Politiker, Ökonomen und Notenbanker ignorieren alle Warnungen und pumpen Billionen ins System. Doch was kurzfristig hilft, beerdigt langfristig unsere Wirtschaftsordnung.“ Auch diese Beerdigung wird nicht stattfinden.

= US-Unternehmen geben dem Wirtschaftsstandort Deutschland auch in der Coronakrise gute Noten. Die 50 größten US-Firmen hierzulande bewerten den Standort mit der Note 1,8 und damit noch positiver als voriges Jahr. Maßnahmen wie das Kurzarbeitergeld und Rettungsschirme für Selbständige und Mittelständler „zeichnen Deutschland aus“. Die US-Firmen erwarten, dass sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021 deutlich erholt.

= Der Papst hat seine Sozialenzyklika „Fratelli Tutti“ veröffentlicht und wettert gegen den Kapitalismus, gegen die Unterdrückungsmaschine Globalisierung und gegen neue Technologien. Auch von Sozialer Marktwirtschaft will er nichts wissen. Da bleibt nur die Abschaffung des Privateigentums und die Wiedereinführung des Kommunismus. Viel Erfolg!! (Warum heißt die Enzyklika „Fratelli Tutti“ und nicht „Fratelli e Sorelle Tutti“ ? Sollen die Frauen wieder an den Herd und den Männern dienen?)

= „Wir müssen mit Bürokratieabbau die Wirtschaft wieder in Schwung bringen! Mehr Tempo bei Planungsverfahren, mehr Freiraum für wirtschaftliche Entfaltung, einen optimalen Rahmen für Gründer und deutlich mehr Mut und Tempo bei der Digitalisierung. Neue Lasten, Abgaben und Meldepflichten wie das „Lieferkettengesetz“ gehören auf den Prüfstand!“ (Armin Laschet)

= Der große israelische Schriftsteller Amos Oz ist tot. In seiner letzten Veröffentlichung „Die letzte Lektion. Leitfaden für die Zukunft“ entwirft er eine Vision für das Land Israel. Unbedingt lesen !

= „Die Nato rückt entgegen allen Versprechungen an die russische Grenze vor, die USA führen von Deutschland aus ihren Drohnenkrieg und kündigen internationale Abkommen. Es ist doch einfach nur irre, sich in dieser Situation dem Aufrüstungsdiktat der USA, sprich der US-Waffenindustrie, zu beugen.“ (Oskar Lafontaine)

= In Berlin betreiben Flüchtlinge mit Unterstützung des Integrationsvereins „Be an Angel“ das Restaurant „Kreuzberger Himmel“, das in der Corona-Krise geschlossen blieb. Also kochen die aus sechs Nationen stammenden Mitarbeiter des Restaurants für Obdachlose, die vom Shutdown besonders betroffen sind. Der „Kreuzberger Himmel“ gibt jede Woche 500 kostenlose Mahlzeiten an Obdachlose aus.

= Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhielt den Friedensnobelpreis. Zweitgrößter Geldgeber der WHO ist Deutschland. Die USA wollen austreten.

= Auf Bankkonten und Depots verstorbener Anleger schlummern Milliarden Euro, ohne dass deren Angehörige davon erfahren. Jetzt soll gesetzlich für mehr Transparenz gesorgt werden.