Pflichtlektüre für politisch interessierte Menschen !

„Als Europäer in Nordamerika landeten, trafen sie auf Millionen Indianer, die zu zahlreichen Stämmen verbunden, verstreut in einem riesigen Land lebten. Die Europäer wollten etwas haben, das ihnen nicht gehörte.

Als die Staaten die Geschichte offiziell in die Hand nahmen und es darum ging, Kolonien zu bilden, erklärten sie Land, das ihnen nicht gehörte und das sie in einem unmittelbaren Sinne gar nicht brauchten, zu ihrem Besitz.

Von dieser Katstrophe, die über Jahrhunderte hinweg forciert wurde, handelt das Buch des Luzerner Historikers Aram Mattioli. Sentimental ist es nie, nur traurig und empörend und erhellend. Die nüchterne Erzählung, die den Zeitläufen folgt, macht klar, dass die Siedler nur eine von materieller Not und dem unchristlichen Streben nach Glück getragene Menge von Einzeltätern waren, die sich nahmen, was sie brauchten.

Erst der Staat, der Kolonien gründete, und dann die Kolonien, die sich zu einem unabhängigen Staat erklärten, gaben der Ausrottung der Indianer eine rechtliche, vom Staat legitimierte und getragene Fassung. Der christliche, zivilisierte europäische Rassismus war die Grundlage der kommenden Blüte der modernen Welt: Nordamerika.

Ein großer Teil der Indianer ist schon vor der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung an den von den Europäern eingeführten Krankheiten wie Pocken, Masern, Diphterie zugrunde gegangen.

Das junge Nordamerika, eine spezifische Mischung aus Macht, Politik und Mentalität, die erfolgreich zeigte, was in ihr steckte, war rassistisch, rücksichtslos, gierig, hochmütig, gewalttätig und verlogen. Die Indianer, die wie neben der Zeit existiert hatten, wurden in dieses Desaster hineingezogen und kamen darin um.

Nordamerika, Europas Neugeburt, wurde immer größer und mächtiger. Aber wenn eine Sache so schlecht begonnen hat, kann sie dann gut enden? (Eberhard Rathgeb) Aram Mattioli: „Verlorene Welten. Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas 1700-1910“. Klett-Cotta-Verlag.

 

Kurz und interessant

= Das Bundesland Bremen ist mit 65 Prozent vom Bruttosozialprodukt verschuldet. Alle Bundesländer zusammen haben einen Verschuldungsgrad von 17 Prozent. Seit dem Jahr 2007 haben alle Bundesländer zusammen ihre Verschuldung um 6,5 Prozent erhöht; Bremen hat seine Verschuldung in der gleichen Zeit um fast 50 Prozent erhöht.

Von dieser gefährlichen Entwicklung muss der Bremer Bürgermeister Bovenschulte irgendwie ablenken. Zunächst versucht er (vergeblich) die Polizeikosten für Bundesligaspiele auf Werder Bremen abzuwälzen. Jetzt lenkt er von seiner krassen Inkompetenz ab, indem er die DFL als „seelenlosen Machtaparat“ bezeichnet, der „seine Interessen gnadenlos durchsetzt“.

Könnte es sein, dass Werder Bremen durch die seriös und kompetent ausgehandelten Fernsehverträge der DFL schon mehrere hundert Millionen Euro erhalten hat ?

= Der ehemalige Verfassungsrichter Udo di Fabio schreibt, dass die Gesellschaft der Gegenwart volatiler wird; sie verliert an Gewissheiten, ohne bereits neue an die Stelle setzen zu können. „Wir haben einen Verlust von Orientierung stiftenden Gemeinschaftskräften wie Familien, Kirchen, Parteien oder Vereine.“

= Sprachwissenschaftler streiten über den Ursprung des Deutschen. Haben afrikanische Händler ihre Sprache und Schrift an die Nordseeküste gebracht? (FAZ)

= „Von den Juden und ihren Lügen. Die Juden sind unser Unglück. Ein solch verzweifelt, durchböset, durchgifftet, durchteufelt ding ists umb diese Jüden, so diese 1400 jar unser plage, pestilenz und alles unglück gewest, und noch sind.“ (Martin Lutter)

= Die Anti-China-Propaganda des von Amerikanern aufgekauften Springer-Konzerns geht weiter. Die WELT a.S. (21.6.2010) widmet wieder eine ganze Seite dem China-Bashing und titelt „Gefährliche Dreiecksbeziehung. Der Grenzkonflikt zwischen Indien und China ist eskaliert. In dem Gebiet stehen sich zudem mit Pakistan drei von Populisten geführte Atommächte gegenüber – ohne Sicherheitsplan.“

Am 21.6.2010 war der Konflikt, bei dem sich indische und chinesische Grenzsoldaten körperlich attackierten, schon von höchster Stelle beigelegt.

= Der Zwangsfernsehsender ZDF bietet am 20. Juni 2020 folgendes Programm an: Von 10.30 morgens bis 3.50 nachts neun Thriller, Krimis und Horrorfilme. ZDF Neo bringt fast ausschließlich Krimis.

= Die USA sind kein Vertragsstaat des Internationalen Strafgerichtshofs, der jetzt Ermittlungsverfahren zu Kriegsverbrechen in Afghanistan eingeleitet hat. Mister Trump genehmigt Sanktionen gegen Mitarbeiter des Strafgerichtshofs, die gegen US-Sicherheitskräfte ermitteln oder diese strafrechtlich verfolgen.

= Am 23. März 1933 tagte der deutsche Reichstag, um über das sogenannte Ermächtigungsgesetz abzustimmen. N u r die Sozialdemokraten stimmten gegen dieses Gesetz, das die Nazi-Dktatur einleitete.

= Gina Lückenkemper, Vize-Europameisterin im 100-Meter-Lauf über ihre Schulzeit: „Schule müsste mehr Themen im Unterricht behandeln, die wir im späteren Leben brauchen. Z.B. ein Kurs „Alles rund um das Thema Steuern“. Und: „Alles, was mit Geschichte zu tun hatte, war für mich in der Schule extrem spannend. Und das ist immer noch so. Ich bin ein großer Geschichtsfan.“ (S.Z.)

= Das rechte Hetzblatt „Compact“ schreibt zu der Randale in Stuttgart: „Eine Migrantenarmee hat die Stuttgarter Innenstadt in Schutt und Asche gelegt.“

= Teil der katholischen Messe ist die „Eucharistie“. Was ist das ? Bei Google finde ich ausführliche Erläuterungen, die ich aber nicht verstehe.

= „Je mehr Ge- und Verbote es gibt, desto mehr schwillt auch die Bürokratie an, die der Gesetzeswut nicht Herr werden kann. Defizite im Gesetzesvollzug schwächen wiederum das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Rechtsstaats. Der Rechtsstaat darf sich durch Umweltaktivisten auch in dieser Hinsicht nicht auf eine falsche Fährte locken lassen.“ (Fundstück)

 

Müssen wir uns Sorgen machen ?

Vor ein paar Tagen hat eine Umfrage ergeben, dass über 50 Prozent der Deutschen überzeugt sind, dass unsere Politiker keinen guten Job machen. Wenn man bedenkt, dass sich unser Land noch vor 70 Jahren am moralischen und wirtschaftlichen Tiefpunkt seiner Geschichte befand und heute zu den erfolgreichsten Ländern der Welt gehört – dann ist das Ergebnis dieser Umfrage erstaunlich. Natürlich haben Arbeiter und Architekten unsere Häuser gebaut und kreative Wissenschaftler Patente entwickelt und begabte Unternehmer ihre Firmen erfolgreich entwickelt usw. usw.

Aber das alles war nur möglich auf der Grundlage politischer Entscheidungsprozesse, die in der Summe einen großen Anteil an unserem Wohlstand und an unserer Sicherheit und an unserem Sozialstaat haben.

Politische Arbeit ist frustrierend, weil bei fast jeder Entscheidung Pro- und Contra-Argumente abzuwägen sind und weil die diversen gesellschaftlichen Kräfte natürlich immer nur ihre eigenen Argumente propagieren und weil die meisten Medien nur knackigen SchwarzWeiß-Journalismus praktizieren – soll heißen: Alle politischen Entscheidungen sind falsch. Das kostet nicht viel Aufwand und findet – wie o.g. Umfrage beweist – die meisten Leser.

Aber weil gedruckte Medien wegen des Internets unter großem wirtschaftlichen Druck stehen, muss die Kritik an der Politik noch aggressiver und primitiver ausfallen, damit sie sich verkauft. Ein paar Beispiele:

  • Das Handelsblatt war vor vielen Jahren eine ziemlich kompetente und in Sachen Politiker-Schmäh zurückhaltende Zeitung. Die Auflage geht deutlich zurück. Also muss das Hetz-Niveau der Bild-Zeitung unterboten werden. Die folgende Schlagzeile muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: „Konzernzentrale Reichstag. Hilfskredite, stille Beteiligungen, Kurzarbeitergeld: Der Staat greift bei der Bekämpfung des Coronavirus in einem nie da gewesenen Maß in Wirtschaft und Unternehmen ein. Die Rettungspolitik führt zu Fehlentwicklungen, Betrügereien und Belastungen für die nächsten Generationen.“ Abgesehen von dem widerlichen Begriff „Reichstag“: Die Gewerkschaften und Unternehmerverbände waren in die Entscheidungen des Wirtschafts- und Finanzministers eingebunden.
  • Der Chef-Hetzer Tiedje schreibt in „Euro am Sonntag“ zum 750-Milliarden-EU-Wirtschaftsprogramm: „Was nutzt es dem deutschen Volk, wenn die Corona-gebeutelten Italiener mit derartigen Hilfsgeldern ihre Schrott-Airline Alitalia retten? Warum erklären Merkel & Co. den Deutschen die Zusammenhänge nicht? Wenn der deutsche Rentner/Sparer/Steuerzahler weiß, wie führende Politiker sein Geld verschenken, wird er seine Schlüsse daraus ziehen.“
  • Nochmal das Handelsblatt mit einer Schlagzeile, die kein Leser versteht: „Die Rückkehr der Vulgär-Keynesianer“ und der Feststellung: „Die Schuldendebatte entgleist. Die Politik kalkuliert mit langfristig niedrigen Zinsen. Das ist fahrlässig.“ Nachdem die Regierung jahrelang wegen der Schwarzen Null kritisiert wurde („Investieren statt sparen“) ist jetzt das Gegenteil richtig.
  • Nach langen und schwierigen Verhandlungen hat die Bundesregierung den Kohle-Ausstiegsvertrag mit den Kraftwerksbetreibern gebilligt. Schwierig deshalb, weil unterschiedliche Interessen von Arbeitnehmern, Eigentümern, Bundesländern, Steuerzahlern und Umweltschützern zu berücksichtigen waren. Die Schlagzeile zu diesem Thema lautet in der Süddeutschen Zeitung: „Kohle für die Konzerne“.

Weniger als vier Prozent der Deutschen sind Mitglied einer politischen Partei und fast 50 Prozent der Wahlberechtigten wählen nicht oder wählen eine radikale Partei.


 

G e d i c h t e

Peter Hacks: Zum ersten Mai

Ich mag einmal nicht klassenkämpfen, das soll man im November tun. Ich will zum Lied die Leier dämpfen und waldwärts ziehn auf Flügelschuhn.

Da wohnt der Mai auf einer Wiese. Und Birken stehen. Und der Wind ist lau, als wenn er gar nicht bliese. Und jeder Käfer ist mein Kind.

Doch will mich wer davongehn heißen, weil er der Eigentümer sei, dann werd ich den mit Hölzern schmeißen zum ersten Mai.

Peter Hacks: Flüchtlingskind

Denk ich der Heimat, die ich ließ, o welche Pein! und soch so süß; es ist sentimentaler als Bücher von Courths-Mahler.

Die Heimat ist ein herrlich Land, wie es noch kein Kolumbus fand; mit Bergen und mit Tälern, mit breitern und auch schmälern.

Darin liegt die Heimatstadt, wie man sie nicht gesehen hat; sie ist gemacht aus Häusern, aus kleinern und auch größern.

Vernehm ich dies, so wird euch klar, was ich verlor, und wie es war; daß ihr nicht unbegründet mich voll Betrübnis findet.

Wenn mancher Platz auch reicher wär, die Heimatstadt bleibt singulär: Bedenkt! in ihren Toren bin ich! ich selbst! geboren.

Peter Hacks: Gotisches Bild

In einer Landschaft, die voll runder, bestielter, netter Bäume steht, verharrt ein Mädchen im Gebet und fleht um Wunder.

Ein Blümlein ist bei ihrem Fuße. Halb träumend noch und liebesmatt verübt sie, weil sie Gründe hat, andächtig Buße.

Ganz gleich, was ihr statt jener tätet. Sie tut es schön….wenn man ermißt, wie sehr sie uns sympathisch ist, obwohl sie betet.

Heinrich Heine

Mein Kind, wir waren Kinder, zwei Kinder klein und froh; wir krochen ins Hühnerhäuschen, versteckten uns unter das Stroh.

Wir krähten wie die Hähne, und kamen Leute vorbei – „Kikereküh!“ sie glaubten, es wäre Hahnengeschrei.

Die Kisten auf unserem Hofe, die tapezierten wir aus, und wohnten drin beisammen, und machten ein vornehmes Haus.

Des Nachbars alte Katze kam öfters zum Besuch; wir machten ihr Bückling` und Knickse und Komplimente genug.

Wir haben nach ihrem Befinden besorglich und freundlich gefragt; wir haben seitdem dasselbe mancher alten Katze gesagt.

Wir saßen noch oft und sprachen vernünftig, wie alte Leut`, und klagten, wie alles besser gewesen zu unserer Zeit!

Wie Lieb und Treu und Glauben verschwunden aus der Welt, und wie so teuer der Kaffee und wie so rar das Geld!- – –

Und vorbei sind die Kinderspiele und alles rollt vorbei, – das Geld und die Welt und die Zeiten, und Glauben und Lieb und Treu.

 

Danke Fußball !!!!

Es ist der pure Wahnsinn wie die drei Bundesligen bei Millionen Fans Hoffnungen, Freude und Ängste schüren. Da schießt ein fast schon abgestiegener Club wie Preußen Münster in der 94. (!!!) Minute gegen den direkten Konkurrenten Zwickau das Siegtor und kann sich wieder Hoffnungen auf den Klassenverbleib machen. Kurz vor Ende der Saison haben noch fünf Drittligisten Aufstiegschancen und sechs Clubs kämpfen noch gegen den Abstieg.

In der zweiten Bundesliga lässt der Dorfverein Heidenheim den Millionenclub HSV hinter sich und die Metropole Nürnberg kämpft gegen den Abstieg, der erst am letzten Spieltag entschieden wird.

Und die „großen“ Vereine Düsseldorf und Bremen versuchen mal wieder am letzten Spieltag der ersten Bundesliga den Abstieg zu verhindern, während „kleine“ Clubs wie Mainz und Augsburg ganz cool in ihr zehntes Erstligajahr gehen.

Gibt es noch mehr Spannung ? Millionen Fernsehzuschauer lassen in den Fußballkneipen die Wände zittern oder können zu Hause die Abstandsregel-Langeweile wunderbar neutralisieren.

Und all die Journalisten, die wegen der Geisterspiele oder angeblich zu hoher Gehälter oder aus anderen fadenscheinigen Gründen unseren geliebten Fußball kaputt schreiben wollen, halten jetzt hoffentlich die Klappe.

Der Fußball lebt und begeistert hunderte Millionen Menschen auf der ganzen Welt !!!

 

R e l i g i o n

Ich beneide jeden Menschen, der das Gebot der Nächstenliebe von Jesus Christus befolgt und der andere friedliche Religionen respektiert. Meinen eigenen Glauben kann ich am besten erklären, wenn ich Albert Einstein zitiere:

„Ich denke, dass die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber den Mitmenschen (und allgemein gegenüber den Mitgeschöpfen) der allein wesentliche moralische Inhalt der Religionen ist und zugleich die einzig mögliche Grundlage für ein befriedigendes Dasein vom sozialen Gesichtspunkt. Was den philosophischen Gehalt des Religiösen anlangt, so sollte er weder auf der Autorität menschlicher Organisationen noch auf der von Büchern ruhen, sondern ausschließlich auf einer vertieften Auffassung der erfahrbaren Welt.

Der Mensch ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein in Raum und Zeit begrenzter Teil. Er erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als getrennt von allem anderen – eine Art optische Täuschung des Bewusstseins. Diese Täuschung ist wie ein Gefängnis für uns, das auf unsere eigenen Vorlieben und auf die Zuneigung zu wenigen uns Nahestehenden beschränkt ist.

Unser Ziel muss es sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Horizont unseres Mitgefühls erweitern, bis er alle lebenden Wesen und die gesamte Natur in all ihrer Schönheit umfasst.

Zu empfinden, dass hinter dem Erlebbaren ein für unseren Geist Unerreichbares verborgen sei, dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur mittelbar und in schwachem Widerschein erreicht, das ist Religiosität.

In diesem Sinne bin ich religiös.“

Nach seiner Einstellung zum Christentum befragt, erklärte Einstein, dass er den Talmud und die Bibel studiert hätte und er Jesus Christus verehre. Das Evangelium sei so sehr mit der Persönlichkeit von Jesus Christus verbunden, dass man kaum daran zweifeln könne, dass er wirklich gelebt hat.

Einstein stellt klar, kein Atheist zu sein. Gottes Existenz übersteige jedoch den menschlichen Horizont. So wie ein Kind, das nicht lesen kann, weiß, dass ein Buch tiefes Wissen enthält und eine Bibliothek nach bestimmten Prinzipien geordnet ist, müsse ein intelligenter Mensch beim Blick auf das Universum erkennen, dass hier eine übergeordnete Macht am Werk sei.

Nach seinem Glauben an ein Leben nach dem Tod befragt, antwortete Einstein schlicht, dass seine Lebenszeit für ihn ausreichend sei.“

 

Nur ein Vogelschiss

„Als Stark mit Engelschall vom Block 11 zurückkam, haben sie mit den Häftlingen der SK Sport gemacht. Sie befahlen ihnen, ins Wasser zu springen und wieder herauszukommen. Unter den Juden befand sich einer, Isaak mit Namen, der sehr stark war. Ihm wurde befohlen, die anderen Häftlinge zu ertränken. So sind einige getötet worden. Schließlich befahl man ihm, seinen eigenen Vater zu ertränken. Isaak wurde wahnsinnig und fing zu schreien an. Daraufhin hat Stark Isaak erschossen.“ (Jozef Kral, Obercapo Neubau, Auschwitz)

 

Fakten-Check nach 10 Jahren

Nach der damaligen Finanz- und Eurokrise haben ganze Heerscharen von Experten, Journalisten, Historikern, Philosophen, Schauspielern, Pfarrern und Ökonomen die Ursachen und die Folgen der Krise „analysiert“. Der deutschen Bundesregierung wurde vorgeworfen, das Gesetz zu brechen, weil sie sich mit einer hohen Summe am Krisenfonds ESM beteiligt und weil die EZB Staatsanleihen aufkaufte.

Einige Beispiele für die damaligen „Analysen“:

  • Große Finanzzeitung/Titelseite am 1.8.2012: „In 18 Monaten ist der Euro kaputt!“
  • Carl Christian v. Weizsäcker vom Max-Planck-Institut am 10.5.2013: „Gelingt die Überwindung der Staatsschuldenkrise, dann wird der Euro so stark aufgewertet, dass er die Prosperität des Euroraums zerstört und massive Arbeitsplatzverlagerungen folgen.“
  • Der ehemalige „Chefvolkswirt“ der EZB, Herr Professor Dr. Volker Stark bezeichnet im Juli 2013 den „verbotenen Aufkauf von Staatsanleihen“ als „Nuklearwaffe“ und kündigt kurzfristig die nächste Finanzkrise an und rechnet mit einer Inflationsrate von mindestens vier Prozent. Herr Stark hat seitdem seine krassen Fehl-Diagnosen und Analysen ständig wiederholt und hatte nicht ein einziges mal den Anstand, seine falschen Behauptungen zu korrigieren oder sich gar zu entschuldigen.
  • Wirtschaftsprofessor Joachim Starbatty (22.4.2010): „Ich glaube, dass die Inflationsrate stark steigen wird: Über fünf Prozent.“
  • Wirtschaftsprofessor Roland Vaubel (11.10.2012): „Ich erwarte, daß wir in den nächsten Jahren hohe Inflationsraten von um die fünf Prozent bekommen.“
  • Große Tageszeitung (28.9.2009): „Nach der Wahl kommt der Stellenabbau.“ Das Gegenteil ist eingetreten.
  • Finanz-Zeitschrift: „Der Goldpreis wird bis Ende 2014 auf 5000 Dollar steigen.“ Tatsächlich belief sich dieser Goldpreis auf 1350 Dollar.
  • Mehrere Medien Anfang 2011: Griechenland ist nicht zu retten. Portugal fällt auf jeden Fall! Auch hier ist das Gegenteil eingetreten.
  • Große Tageszeitung Oktober 2011: „Der S&P-Index dürfte sich halbieren – also von 1070 Punkten auf etwa 535 Punkte.“ Auch hier das krasse Gegenteil: Der Index stieg auf 1970 Punkte.
  • Der Professor und Großexperte Paul Krugmann im Mai 2012: „Der Euro könnte in rasanter Geschwindigkeit auseinanderbrechen.“
  • Rolf von Hohenhau, Präsident des Europäischen Steuerzahlerbundes, schreibt Mitte 2012: „Wir stehen vor einer finanziellen Atom-Explosion.“
  • Jetzt kommt der Clou: Anfang 2014 titelte eine große Tageszeitung: „2013 ließ sich kinderleicht Geld verdienen. Dax, TecDax, S-Dax legen unerwartet eine Rallye hin.“ Kinderleicht ? Welcher Hohn nach all den Horrormeldungen und all den falschen Prognosen !
  • Ab Januar 2014 wurde plötzlich die gegenteilige Gefahr akut: „Deflation“ stand auf allen Titelseiten – mit umgekehrten Horrorszenarien.

All diese „Analysen“ haben natürlich fatale Folgen, weil Sparer, Anleger, Unternehmen oft auf diese „Experten“ hören. In der Antike rollten bei solchen Irrtümern die Köpfe – das sollten wir nicht kopieren. Aber mir würde es reichen, wenn diese Typen ihre Klappe halten. Bertrand Russell sagte dazu vor vielen Jahren: „Experte ist ein Mann, der zuerst weiß, wie alles kommen wird, und danach weiß, wieso es anders gekommen ist.“

DKS „Ignoranz gegenüber der eigenen Inkomptenz oder auch Dunning-Kruger-Syndrom (DKS). Entdecker David Dunning umschreibt das Problem so: Die Leute sind so inkompetent, daß sie nicht einmal merken, daß sie inkompetent sind. Und nicht nur das: Sie halten sich auch noch für kompetenter als all die anderen.“

DKS spielt bei vielen Experten die Hauptrolle !

 

Sparschwein

Liebe Leser, wenn Sie entschieden haben, für sich selbst oder Ihre Kinder oder Ihre Enkel langfristig sinnvoll zu sparen, dann kommen Sie an Aktien nicht vorbei! Die wegen der Corona-Wirtschaftskrise bestätigten Null-Zinsen werden noch viele Jahre anhalten. Deshalb bleiben – neben einer selbst genutzten Immobilie – Aktien von Unternehmen, die seit Jahrzehnten erfolgreich sind und deren Produkte auch in zwanzig Jahren weltweit benötigt werden. Kompetente und seriöse Fachleute empfehlen daher:

= WKN A1JWVX Facebook + 865985 Apple + A117ME Alibaba + A2H5LX Sea + 716460 SAP + 909800 T.S.C. + A1138D Tencent + A14Y6F Alphabet + 870747 Microsoft + 881823 Samsung + 884241 Reliance + 853510 Toyota + BASF11 BASF + 766403 VW + 851194 Danone + 856958 McDonald + AOQ4DC Nestlè + AOJMQ9 Unilever + 853888 Loreal + 858560 Elly Lilly + A1XA8R Novo Nordisk + 853260 Johnson & Johnson + 904278 Novartis + 867900 Amgen + 855167 Roche + 920657 Sanofi + 928619 Lonza + 840400 Allianz + 850727 Total + 903276 Gazprom + ENAG99 EON.

Wenn Sie keine Einzelaktien kaufen wollen, dann kaufen Sie keine Fonds sondern nur ETF mit Gesamtkosten von maximal 0,20 Prozent; es gibt sehr solide ETF mit Gebühren von unter 0,10 Prozent (z.B. DBXONJ Nikkei oder A1CYW7 S & P. 500). Legen Sie das Depotkonto wegen der niedrigen Gebühren nur bei einer Direktbank an.

 
 
 

Die Welt ist ein Dorf

= In Myanmars weiterführenden Schulen soll künftig Sexualkunde unterrichtet werden. Das hat die Regierung des Landes (früher als Burma bezeichnet) beschlossen. Konservative, nationalistisch gesinnte Gruppierungen und insbesondere einflussreiche buddhistische Mönche lehnen das als „in der birmanischen Kultur unangemessenen Lehrstoff“ ab. Der Arzt Kyaw Win Than, der daraufhin den Mönchen öffentlich – auf Facebook – vorgeworfen hatte, sie hätten von Sexualaufklärung keine Ahnung, wurde wegen „Beleidigung der Religion“ zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt. (C.i.G.)

= Für Milch – gegen Wucherzinsen: Die Ordensgemeinschaft der Assumptionisten in der philippinischen Provinz Negros Oriental unterstützt arme Kleinbauern dabei, in Milchproduktion zu investieren. Über eine ordenseigene Entwicklungsstiftung können die Bedürftigen kostenlos eine Kuh bekommen. Sie dürfen drei Viertel des damit erwirtschafteten Einkommens sowie den Nachwuchs der Kuh behalten; ein Viertel geht an die Stiftung zurück, die damit Hilfen für weitere Bauern finanziert. Das Projekt soll auch die Abhängigkeit der Kleinbauern von Kredithaien verringern, die Wucherzinsen und zur Begleichung der Schulden oft drei Viertel der Milch-Einnahmen verlangen. (C.i.G.)

= Afrika hat nicht nur durch Corona riesige Probleme – vor allem die Korruption der herrschenden Klasse und das weiter rasante Wachstum der Bevölkerung. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts vom Jahr 2000 bis 2019 deutet allerdings auch an, dass Afrika zum wirtschaftlichen Wachstums-Kontinent werden könnte:

Drei Länder verringerten ihr BIP: Libyen um 55, Sudan um 45 und Simbabwe um 5 Prozent.

Das höchste Wachstum realisierten: Tschad um 210, Tansania um 236, Sierra Leone um 246, Mosambik um 248 und Äthiopien um 413 Prozent.

 
 
 
 

Zur aktuellen Lage

= Wenn ich spazieren gehe habe ich größte Mühe, zu den mir entgegen kommenden Menschen Abstand zu halten; die vorgeschriebenen 1,50 Meter Mindestabstand werden so gut wie nie eingehalten. Wenn ich mit Gesten oder höflichen Worten auf Abstand hinweise, werde ich entweder blöd angegafft oder laut angemotzt oder man reagiert nicht. Weil ich nicht mit einer Maske spazieren gehen will, versuche ich auszuweichen, was bei schmalen Wegen schwierig ist; ich müsste auf die Bäume klettern oder mich ins Gebüsch schmeißen. Bin ich zu ängstlich? Sind die Risiken zu vernachlässigen ?

= In Italien gibt es kompetente und seriöse Politiker – wie z.B. Ministerpräsident Conte – , die sehr gut wissen, dass ihr Land mit finanzieller Hilfe der EU tiefgreifende Reformen umsetzen muss, wenn es eine gute Zukunft haben will und wenn es Mitglied der EU bleiben und den Euro behalten will. Diese Reformen harren seit vielen Jahren der Umsetzung: Steuerrecht (konfuse Mehrwertsteuerregeleung, Steuerhinterziehung mit jährlichen Verlusten für den Staat von ca. 150 Milliarden Euro u.a.m.) und komplette Renovierung der Regelungen für Renten, Pensionen, Bürgergeld und Entbürokratisierung aller politischen Instanzen sowie der freien Marktwirtschaft, deren Produktivität seit 20 Jahren stagniert. (Die Schattenwirtschaft machte 2017 sage und schreibe 12 Prozent des Bruttosozialprodukts aus.)

Zu investieren ist in die unterfinanzierte Hochschulbildung und in die Erwachsenenbildung und in die Digitalisierung; die Dauer von Prozessen im Justizsystem muss verkürzt und das marode Bankensystem saniert werden u.a.m.

All diese Probleme sind unstrittig. Das Problem ist, dass seit dem – auch durch Korruption beförderten – Niedergang der Christdemokraten und Sozialisten und dem damit einhergehenden Erfolg der Berlusconis und Salvinis im Parlament keine Mehrheiten für diese unaufschiebbaren Reformen zustandekommen.

Conte und seine Kollegen stecken in einer Sackgasse.

= Kluge Worte von Angela Merkel: „Kein Land kann die Corona-Krise isoliert und allein bestehen. Die Pandemie hat offengelegt, wie fragil das europäische Projekt noch ist. Erste Reaktionen auch in Deutschland sind eher national und nicht durchgehend europäisch gewesen. Das war unvernünftig.“

= Manchmal darf man auch stolz auf sein Land sein: Deutschland schickt im Zuge der Corona-Pandemie gezielt Ärzte und Labormaterial in Länder, die Hilfe bei der Bekämpfung des Virus brauchen. Laut Entwicklungshilfeminister Müller fragen z.Zt. zehn Länder nach akuter Hilfe – darunter Togo und Peru. Die nächsten Einsätze der SEEG („Schnell einsetzbare Expertengruppe Gesundheit“) mit Ärzten und Labormaterial sind in einer Woche geplant.

= Warum sind viele deutsche Politiker gegen den von Mister Trump angekündigten Abzug amerikanischer Soldaten ? Wie perfide die US-Politik ist, kann man daran erkennen, dass in dieser Woche eine kostenlose Waffenlieferung durch die USA an die Ukraine beschlossen wurde. Natürlich ohne Absprache mit der EU.

= Ein afroamerikanischer Wissenschaftler spricht in der Rassismus-Debatte vom Selbst-Mitleid seiner Landsleute, die sich im ewigen Opferdasein einrichten. Die Empörung über die Tötung von Pink Floyd dürfte nicht die kritische Selbstreflexion der afroamerikanischen „Community“ über die sozialen, kulturellen und strukturellen Probleme der prekären Milieus verhindern. „Es geht um Bildung, um Bewusstseinsbildung und (Selbst-)Aufklärung. Es bedarf eines Kampfes gegen den verinnerlichten Unterdrücker, gegen die Bequemlichkeit, Opfer zu sein und andere dafür anzuklagen. Jede Befreiung beginnt mit Selbstbefreiung. Das ist das wirksamste Mittel gegen Rassismus.“

Selbstbefreiung ? Wie soll das einem Menschen möglich sein, der in einem der Riesen-Slums in den USA geboren wird und der vom ersten Lebenstag an verbale und körperliche Gewalt in der eigenen Familie und dann auf der Straße erlebt und der früh mit Drogen in Berührung kommt und der bis zur Pubertät keine einzige positive Anregung im Sportverein oder in der Kirche oder in der Schule erfährt und der sich Anerkennung nur mit erfolgreichen krminellen Aktionen verdienen kann. Dieser Mensch hat keine Chance auf eine „Selbstbefreiung“ !! Und das ist der eigentliche Kern dieser Rassismus-Debatte: Wie schafft man mehr Chancengerechtigkeit ? Es macht überhaupt keinen Sinn, Denkmäler von Generälen abzureißen und auch die geplante und sinnvolle Polizeireform wird dieses Problem, unter dem übrigens auch Millionen weiße Amerikaner leiden, nicht lösen.

Selbst die mehr Gerechtigkeit und soziale Fürsorge schaffende Soziale Marktwirtschaft in Deutschland hat das Problem der Chancengerechtigkeit noch nicht gelöst. Im Turbokapitalismus der in allen Klassen vor Waffen starrenden USA scheint mir das völlig unmöglich.