So nicht Mister Präsident !!!

Der Vorstoß des US-Präsidenten Biden, den Patentschutz von Corona-Impfstoffen auszusetzen, ist auf berechtigte und deutliche Kritik gestoßen. Biden selbst sorgt für Impfstoffknappheit, weil amerikanische Firmen von deutschen Unternehmen benötigte Grundstoffe nicht exportieren dürfen. Das gefährdet die Produktion von vielen Millionen Impfdosen. Kanzlerin Merkel hat den Vorschlag von Biden abgelehnt und will in Absprache mit den anderen EU-Ländern die Produktionskapazitäten deutlich erhöhen.

 

Weltmeister im deutschen Mittelstand – Ein paar Beispiele:

= Jedes unnötige Kilogramm verringert die Reichweite von Elektroautos – deshalb muss bei allen Komponenten Gewicht eingespart werden. Das Familienunternehmen Benteler bietet u.a. spezielle Metallleichtbau-Batteriewannen an. Außerdem hat Benteler zusammen mit Bosch und Pininfarina mit „Rolling Chassis“ eine Elektroplattform entwickelt, die den Autobauern den Bau von Elektromodellen erleichtert.

= Die Lidar-Branche befasst sich mit der optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung. Ulrich Lages gründete in den neunziger Jahren das Unternehmen Ibeo, an dem sich der Autozulieferer ZF Friedrichshafenn mit 40 Prozent beteiligte und das beim autonomen Fahren technologisch führend ist.

= Die Zukunftstechnologie Sensorik ist das Sinnesorgan der Industrie 4.0. Weltweit werden etwa 30 Milliarden intelligente Sensoren gebraucht – j e d e s J a h r !! Mit diesen Sensoren soll der Datenschatz für die Fabrik der Zukunft gehoben werden. Die Firma IFM zählt mit einer Milliarde Jahresumsatz zu den Hauptlieferanten für die vernetzte Industrie und produziert Drehzahl-, Sicherheits-, Druck- oder Ströungssensoren, die u.a. in Molkereien, Aufzügen, Windkraftanlagen und in der Autoproduktion eingesetzt werden.

= Das Dresdener Unternehmen Kiwigrid liefert innovative Programme, die Stromzähler, Akkus, Speicher, Windräder und Solaranlagen miteinander verknüpfen und managen. So können die Geräte miteinander kommunizieren und aus der Ferne gesteuert werden.

= Die Firma Exasol aus Nürnberg analysiert Datenbestände für ihre Kunden. So nutzt der Weltkonzern Adidas die Exasol-Software, um Kunden personalisierte und auf ihre Einkaufshistorie maßgeschneiderte E-Mails zu senden. Und das Landwirtschaftsunternehmen Agravis nutzt die Exasol-Datenanalyse, um die Felder optimal zu düngen.

= Die Lünener Recycling-Firma Remondis betreibt seine 16-Tonner-LKWs mit flüssigem Biogas, das in Eigenprodultion aus dem eingesammelten Rohmaterial (Kompost und Grünabfall etc.) hergestellt wird und das in eigenen Anlagen zu Methanol vergärt wird. Mit der RWE-Tochter Rheinbraun will Remondis nun ein geeignetes Tankstellennetz aufbauen.

 

Kluge Worte

= Liebe Seele, trachte nicht nach dem ewigen Leben, sondern schöpfe das Mögliche aus. (Funstück)

= Wenn die Welt erst ehrlich genug geworden sein wird, um Kindern vor dem 15. Lebensjahr keinen Religionsunterricht zu erteilen, dann wird etwas von ihr zu erhoffen sein. (Schopenhauer)

= Ein Lehrer, der das Gefühl an einer einzigen guten Tat, an einem einzigen guten Gedicht erwecken kann, leistet mehr als einer, der uns ganze Reihen untergeordneter Naturbildungen der Gestalt und dem Namen nach überliefert. (Goethe)

= Da sie nur Lehrer für 600 Mark sich leisten können, bleiben die Völker so dumm, daß sie sich Kriege für 60 Millionen leisten müssen. (Morgenstern)

= Siehst du einen Schüler, der sein Thema so schwer bewältigt wie Stahl, so kommt dies wahrscheinlich daher, daß ihn sein Lehrer nicht freundlich, klar und richtig unterweist. (Talmud)

= Die Klugheit des Fuchses wird oft überschätzt, weil man ihm auch noch die Dummheit der Hühner als Verdienst anrechnet. (Hans Kasper)

= Man muß das Gute tun, damit es in der Welt sei. (Ebner-Eschenbach)

= Güte, die auf Gegenwert rechnet, ist nicht Güte. (Aus China)

= Wer empfing, der rede! Wer gab, der schweige! (Fundstück)

 

Chinas Wirtschaft boomt !

Nachdem das BIP Chinas im 1. Quartal 2021 um sensationelle 18 Prozent gestiegen war, steigt der Außenhandel Chinas im April 2021 um rekordverdächtige 32 Prozent zum April 2020.

Seit zehn Jahren kündigen deutsche Qualitätsmedien mit absurden und lächerlichen Analysen den wirtschaftlichen Niedergang Chinas an. Nachdem die Süddeutsche Zeitung sich bereits im Jahr 2014 mit den Schlagzeilen „China ist ein hoffnungsloser Fall“ und „China befindet sich im kontrollierten Sinkflug“ blamierte, legte sie im Jahr 2016 mit den Schlagzeilen „Vor dem Abstieg“ und „Crash in China – Gefahr aus Fernost“ nach. Ziemlich verschämt folgte dann im Januar 2018 ein kleines Artikelchen mit der Überschrift „Überraschung aus Peking. Chinas Wachstum übertrifft die Erwartungen.“ Auch andere Medien haben ständig von „Schattenbanken“ und von „Chinas gefährlichen Finanzjongleuren“ und von einer angeblichen „Schuldenblase“ geschwafelt. (Die Verschuldungsprobleme Chinas sind langfristig nicht so groß wie in westlichen Ländern, weil die Sparquoten der Privathaushalte extrem hoch sind).

 

Ein interessanter Leserbrief

„Es ist schon erstaunlich, welche Torheiten ein intelligenter Mann wie Markus Söder derzeit äußert und wie kritiklos seine Anhänger sie hinnehmen. Die Grünen haben eine süß lächelnde Kanzlerkandidatin, die Bürokratie nach ihren eigenen Worten nicht eindämmen, sondern nur besser koordinieren will, und sie gehört dabei noch zu dem vernünftigen Teil einer Partei, deren Programm die Zukunft Deutschlands so sieht: mehr Staat, mehr Verbote, mehr Steuern und mehr Schulden. Das soll, wie Söder sagte, der „spannendere Koalitionspartner“ der Union sein?

Söder, der zu Recht die Migrationspolitik Merkels im Jahr 2015 harsch kritisiert hat, verlangt jetzt, die „Realität der Migration“ müsse sich in der Bundesregierung abbilden. Etwa dadurch, dass mindestens zehn Prozent der Minister einen Migrationshintergrund nachweisen müssen? Söder will „den Zeitgeist repräsentieren“, also offenbar jedem Unsinn nachlaufen, der gerade in Mode ist. Eine sachlich erarbeitete Meinung, wohlüberlegte Grundsätze oder die Einhaltung von Absprachen sind dabei nur hinderlich: Bayern und Söder sind dem Zeitgeist und der Kanzlerin gerne gefolgt, als der vorschnelle Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen wurde. Als der Zeitgeist allerdings merkte, dass die Energiewende Hochspannungsleitungen auch über den heiligen bayerischen Boden erfordert, hat er sich ganz schnell dagegen ausgesprochen, und wieder war die CSU wider alle Vernunft dabei. Die von Söder jetzt geforderte Wendigkeit, um nicht zu sagen Prinzipienlosigkeit, ist ihm schon lange eigen.

Armin Laschet ist sicher kein Messias. Das ist auch nicht nötig. Er ist aber ein Mann, der in den vergangenen Jahren in NRW nach dem rot-grünen Niedergang endlich wieder eine Politik mit den richtigen Schwerpunkten begonnen und die Wirtschaftskraft des Landes wieder über den bundesrepublikanischen Durchschnitt gehoben hat.

Der smarte Herr Söder mag derzeit in den Umfragen besser dastehen. Ich bin überzeugt, dass Herr Laschet als ein überlegender, zuverlässiger Mann der Mitte auf Dauer mehr Menschen für die Union und für die dringend notwendige Modernisierung Deutschlands gewinnen kann. (Volker Persch – FAZ)

 

Nur ein Vogelschiss

= „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ vom 15.9.1935:

„Eheschließungen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes sind verboten. Trotzdem geschlossene Ehen sind nichtig.“

= Aus einer deutschen Zeitung vom 20.1.1934: „Vermögenseinziehung bei landesverräterischen Lumpen. Auf Grund des Gesetzes über die Einziehung staats- und volksfeindlichen Vermögens zugunsten des preußischen Staates sind wieder eine ganze Anzahl Vermögen von ehemaligen marxistischen Führern eingezogen worden. Nach der hierüber veröffentlichten neuen umfangreichen Liste befindet sich unter dem eingezogenen Vermögen auch die Wohnungseinrichtung des ehemaligen Vorsitzenden der SPD, Otto Wels, der in Friedrichshagen bei Berlin eine Villa bewohnte. Ferner wurden die Vermögen und Einrichtungsgegenstände des üblen Juden und Pamphletisten Alfred Kerr, der Literaten Heinrich Mann und Arnold Zweig sowie eine Forderung des ehemaligen Chefredakteurs des galizischen „Vorwärts“, Jud Stampfer, eingezogen. Auch der ehemalige Führer des RFB, Loew, befindet sich auf der Liste der von Beschlagnahme betroffenen Verräter.

Wenn auch der ungeheure Schaden, den diese Schurken und Verführer in den vergangenen Jahren angerichtet haben, mit dieser Vermögenseinziehung in keinerlei Vergleich zu bringen ist, so efreut einen doch die Tatsache, dass diesen Lumpen wenigstens das, was sie in Deutschland noch besaßen, nun genommen worden ist.“

 

Kurz und interessant

= Die Corona-Videos deutscher Schauspieler haben heftige und überwiegend sehr kritische Reaktionen hervorgerufen. Ein Beispiel: „Die Corona-Maßnahmen schmecken uns alle nicht, sind aber wegen der Pandemie notwendig. Was wollen gutbezahlte Schauspieler uns vermitteln? Sie sind nicht diejenigen, die uns die Welt erklären müssen. Noch dazu ohne jegliche Empathie für die über 81000 Corona-Toten in Deutschland und ihre Angehörigen. Wer so agiert, dem empfehle ich dringend einen einzigen Tag auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Dort kann man darüber nachdenken, wie zerbrechlich unser Leben ist. Es ist sehr schade, dass sich Schauspieler für so eine Aktion hergeben. Wo es hinführt, sieht man am Applaus der AfD. (Leserbrief FAZ Dr. Christiane Engel)

= Unternehmensgewinne müssen zunächst im Unternehmen selbst versteuert werden. Wenn Aktiengesellschaften Dividenden ausschütten, müsen diese nochmal versteuert werden.

= Die Kirche und die Frauen. Man könnte denken, dass den Frauen nur dann ein Status in der Kirche und eine größere Bedeutung eingeräumt würden, wenn sie zu den heiligen Weihen (also dem Priesteramt) zugelassen würden. Genau das will Papst Franziskus und die herrschende Männer-Clique nicht. Und die Begründung von Franziskus muss man auswendig lernen: „So eine Klerikalisierung der Frauen würde auf subtile Weise zu einer Verarmung ihres unverzichtbaren Beitrags führen.“ Schon 2013 fürchtete sich Franziskus vor einer „Männlichkeit im Rock“ und warnte vor einer Verwechslung von „Funktion und Würde“.

= Irgendwie muss man in die Schlagzeilen kommen: Der Russe Kirill Serebrennikow hat Richard Wagners „Parsifal“ an der Wiener Staatsoper inszeniert – und das mit einem schwulen Schwan.

= Die Windenergie wird in den kommenden Jahrzehnten die mit Abstand größte Rolle im Energiemix spielen und das sowohl mit Windmühlen an Land als auch mit Offshore-Anlagen. Nach Berechnungen von Fachleuten werden sich dadurch die Kosten bis zum Jahr 2050 um 37 bis 49 Prozent verbilligen.

= Die deutsche Wirtschaft ist Weltklasse! IDT Biologika ist ein Auftragsfertiger aus Sachsen-Anhalt, produziert Impfstoffe von Astra-Zeneca und Johnson & Johnson und wahrscheinlich auch Sputnik und forscht zugleich an einem eigenen Impfstoff. Nach der politischen Wende 1989 hätte IDT fast nicht überlebt.

= Der Aufbau einer Cloud für die deutsche Autoindustrie ist überlebenswichtig! Jetzt haben BMW, SAP, Daimler und VW ihren Beitritt zum Projekt „Catena-X“ erklärt. Die Allianz will einen unternehmensübergreifenden Datenaustausch ermöglichen und die Hersteller eng mit Zulieferern vernetzen. Erste Anwendungen sollen noch in diesem Jahr starten.

= Schafft Mario Draghi das Wunder ? Mit einer breiten Zustimmung hat das italienische Parlament die Verwendung des EU-Fonds von 221 Milliarden Euro genehmigt und hat sogar noch fast 50 Milliarden Euro hinzugefügt. In seiner Rede vor dem Parlament sprach Draghi weniger von den Planzahlen als von den Menschen im Land: „Der Plan ist mehr als eine Ansammlung von ehrgeizigen Projekten, von Zahlen und Zielen. Der Plan soll ein Wegweiser für das Leben der Jugend, der Frauen und unserer zukünftigen Mitbürger sei.“ Draghi zeigte sich überzeugt, dass „Anständigkeit, Intelligenz und Zukunftslust der Italiener über Korruption, Dummheit und bestehende Einzelinteressen siegen werden.“ Draghi hat es verstanden, in kurzer Zeit seine breite und bunte Koalition zu disziplinieren und nach außen hin Bestimmtheit und Entschlossenheit auszustrahlen.

= Im hundertsten Gründungsjahr der Kommunistischen Partei reisen Millionen Chinesen an die Orte der Revolution, singen rote Lieder und huldigen Mao, der für die Massenmorde an Millionen unschuldigen Chinesen verantwortlich ist. Der Tag wird kommen, dass auch China dieses dunkelste Kapitel seiner Geschichte aufarbeiten muss.

 

Fußball – Fetischist

Ohne Fußball wäre die Corona-Welt nicht auszuhalten. Kliniken für Psychiatrie wären überfüllt; tausende Ehen würden geschieden und die Selbstmordraten würden stark zunehmen. Es ist ein Segen, dass die vielen ausgefallenen Spiele nachgeholt werden und die drei deutschen Bundesligen und der Pokal und die Champions-League und die Euro-League uns fast jeden Tag in Spannung versetzen. Danke Fußball !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Und was machen die sogenannten Qualitätsmedien? Sie versuchen den Fußball jenseits aller Realitäten kaputt zu schreiben. Die WELT ließ vor einiger Zeit einen leibhaftigen Diplom-Psychologen folgenden Müll absondern: „Fußballer fallen häufig mit Eskapaden auf. Diese jungen Menschen haben einen kleineren IQ (Intelligenzquotienten). Sie sind nicht besonders charakterstark oder besonders intelligent – sie haben eine Inselbegabung: Fußball spielen.“

Jetzt bringt die WELT die Riesenschlagzeile: „Ist der Fußball dabei, sich zu ruinieren? In der Pandemie wollten die Manager bescheidener und bodenständiger werden. Stattdessen gab es Rekord-Ablösesummen und Skandale. Kommt den Deutschen ihr Lieblingssport abhanden?“

Hoffentlich kommt uns bald der von Amerikanern aufgekaufte Springer-Konzern mit der WELT abhanden !!!

Als wegen der Epidemie keine Zuschauer mehr in die Stadien gelassen wurden, wussten die Qualitätsmedien sofort, dass die Spannung weg ist und der Fußball den Bach runtergeht. Fakt ist, dass Millionen Menschen – mehr als vor der Krise !! – vor dem Fernseher sitzen und Fakt ist, dass von der dritten bis zur ersten Liga weder Aufstiege noch Abstiege noch Meisterschaften entschieden sind und die Spannung hoch bleibt.

Spätestens im Herbst dieses Jahres sind wir Fußball-Verrückten wieder in den Stadien und wir werden unseren Club leidenschaftlicher anfeuern als jemals zuvor. Und auch die Kids und die Amateure können endlich wieder den Ball rollen lassen. Das Leben ist schön !!

(Natürlich versuchen die Qualitätsmedien die gravierenden Probleme an der Spitze des DFB auszuschlachten. Wir schlagen vor, den gesamten Vorstand – vor allem den inkompetenten und charakterlich nicht erstklassigen Herrn Koch aus Bayern – in die Wüste zu schicken. Anschließend sollten Leute wie Andreas Rettig und Reinhard Rauball den Laden aufräumen und ein neues Team zusammenstellen; dazu darf auf keinen Fall Herr Rummenigge gehören!)

 

Gedichte

Die alte Waschfrau (Autor ?)

Du siehst geschäftig bei dem Linnen die Alte dort in weißem Haar, die rüstigste der Wäscherinnen im sechsundsiebzigsten Jahr. So hat sie stets mit sauerm Schweiß ihr Brot in Ehr und Zucht gegessen, und ausgefüllt mit treuem Fleiß den Kreis, den Gott ihr zugemessen.

Sie hat in ihren jungen Tagen geliebt, gehofft und sich vermählt; sie hat des Weibes Los getragen, die Sorgen haben nicht gefehlt; sie hat den kranken Mann gepflegt; sie hat drei Kinder ihm geboren; sie hat ihn in das Grab gelegt und Glaub und Hoffnung nicht verloren.

Da galt´s die Kinder zu ernähren; sie griff es an mir heiterm Mut, sie zog sie auf in Zucht und Ehren, der Fleiß, die Ordnung sind ihr Gut. Zu suchen ihren Unterhalt entließ sie segnend ihre Lieben, so stand sie nun allein und alt, ihr war ihr heitrer Mut geblieben.

Sie hat gespart und hat gesonnen und Flachs gekauft und nachts gewacht, den Flachs zu feinem Garn gesponnen, das Garn dem Weber hingebracht; der hat´s gewebt zu Leinewand; die Schere brauchte sie, die Nadel, und nähte sich mit eigener Hand ihr Sterbehemde sonder Tadel.

Ihr Hemd, ihr Sterbehemd, sie schätzt es, verwahrts im Schrein am Ehrenplatz; es ist ihr Erstes und ihr Letztes, ihr Kleinod, ihr ersparter Schatz. Sie legt es an, des Herren Wort am Sonntag früh sich einzuprägen, dann legt sie´s wohlgefällig fort, bis sie darin zur Ruhe sie legen.

Und ich, an meinem Abend, wollte, ich hätte diesem Weibe gleich, erfüllt, was ich erfüllen sollte in meinen Grenzen und Bereich; ich wollt, ich hätte so gewusst am Kelch des Lebens mich zu laben, und könnt am Ende gleiche Lust an meinem Sterbehemde haben.

Ludwig Uhland – Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht, sie säuseln und weben Tag und Nacht, sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herz, sei nicht bang! Nun muss sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag, man weiß nicht, was noch werden mag, das Blühen will nicht enden. Es blüht das fernste, tiefste Tal: Nun armes Herz, vergiss die Qual! Nun muss sich alles, alles wenden.

Franz Werfel – Elternlied

Kinder laufen fort. Lang her kann´s noch gar nicht sein, kamen sie zur Tür herein, saßen zwistiglich vereint alle um den Tisch.

Kinder laufen fort. Und es ist schon lange her, schlechtes Zeugnis kommt nicht mehr. Stunden Ärgers, Stunden schwer: Scharlach, Diphterie!

Kinder laufen fort. Söhne hängen Weibern an. Töchter haben ihren Mann. Briefe kommen, dann und wann, nur auf einen Sprung.

Kinder laufen fort. Etwas nehmen sie doch mit. Wir sind ärmer, sie sind quitt, und die Uhr geht Schritt für Schritt um den leeren Tisch.

Kurt Tucholsky – Park Monceau

Hier ist es hübsch. Hier kann ich ruhig träumen. Hier bin ich Mensch – und nicht nur Zivilist. Hier darf ich links gehn. Unter grünen Bäumen sagt keine Tafel, was verboten ist.

Ein dicker Kullerball liegt auf dem Rasen. Ein Vogel zupft an einem hellen Blatt. Ein kleiner Junge gräbt sich in der Nasen und freut sich, wenn er was gefunden hat.

Es prüfen vier Amerikanerinnen, ob Cook auch recht hat und hier auch Bäume stehn. Paris von außen und Paris von innen: sie sehen nichts und müssen alles sehn.

Die Kinder lärmen auf den bunten Steinen. Die Sonne scheint und glitzert auf ein Haus. Ich sitze still und lasse mich bescheinen und ruh von meinem Vaterlande aus.

Heinrich Heine – Leise zieht durch mein Gemüt

Leise zieht durch mein Gemüt liebliches Geläute. Klinge, kleines Frühlingslied, kling hinaus ins Weite.

Kling hinaus bis an das Haus, wo die Blumen sprießen, wenn du eine Rose schaust, sag, ich lass sie grüßen.

Peter Hacks – Zum ersten Mal

Ich mag einmal nicht klassenkämpfen. Das soll man im November tun. Ich will zum Lied die Leier dämpfen und waldwärts ziehn auf Flügelschuhn.

Da wohnt der Mai auf einer Wiese. Und Birken stehen. Und der Wind ist lau, als wenn er gar nicht bliese. Und jeder Käfer ist mein Kind.

Doch will mich wer davongehn heißen, weil er der Eigentümer sei, dann werd ich den mit Hölzern schmeißen zum ersten Mai.

 

Fragwürdige EU-Sanktionen gegen China

Unter diesem Titel schreibt Rolf Cremer (Professor und Vizepräsident der China Europe International Business School in Schanghai) in der NZZ: „Die EU möchte die Lage der Uiguren verbessern, indem sie Sanktionen über China verhängt. Das ist der falsche Weg. Die EU sollte Chinas Aufstieg als Bereicherung begreifen und konstruktive Arrangements mit dem Land fördern. Glaubt die EU wirklich, dass sich die Lage der Uiguren verbessert, wenn sie Sanktionen über China verhängt? Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Druck erzeugt Gegendruck. Richtig bleibt hingegen der Ansatz „Wandel durch Handel“.

Wer China wirklich kennt, weiss, dass sich das Land in den vergangenen vierzig Jahren epochal verändert hat – und zwar zum nachweislichen Nutzen seiner 1,4 Milliarden Menschen und der ganzen Welt. In chinesischen Megacitys ist das Leben kaum noch von dem in westlichen Metropolen zu unterscheiden. Die wirtschaftliche Armut der Mao-Zeit ist verschwunden. Das durchschnittliche Einkommen pro Kopf der Bevölkerung ist um mehr als das Hundertfache gestiegen.

Die Sanktionen führen nicht nur nicht zu Fortschritten für die Uiguren. Sie haben darüber hinaus negative wirtschaftliche Konsequenzen, auch in und für Europa. Dabei geht es nicht nur um Unternehmensprofite, wie es immer wieder abfällig von jenen unterstellt wird, die für sich in Anspruch nehmen, das einzig Gute hochzuhalten. Tatsächlich geht es um Millionen Arbeitsplätze und Einkommen und Versorgung in der EU.

Es verwundert, dass Menschenrechtsverletzungen in anderen Teilen der Welt für die EU keine oder kaum eine Rolle spielen. Warum fixiert man sich immer wieder auf China?

Der wirtschaftliche, politische und militärische Aufstieg Chinas ist insbesondere eine Herausforderung für die USA, nicht für die EU. Wir in der EU sollten Chinas Aufstieg als wirtschaftliche und kulturelle Bereicherung begreifen, so wie wir auch das Zusammenleben mit den USA positiv gestalten. Dass es dabei immer wieder zu wirtschaftlichen und politischen Konflikten kommt, bleibt nicht aus. Seit Jahrzehnten arrangieren wir uns mit den USA und ihren für uns manchmal schwierigen Positionen; man denke an den Irakkrieg, an Nord Stream 2 oder die mit der Iranpolitik der USA verbundenen Sanktionen gegen europäische Unternehmen. Im Gegensatz dazu sind die gegenwärtigen EU-Sanktionen nicht geeignet, um konstruktive Arrangements mit China zu fördern.“

 

Von Gott offenbart ?

= Das Reformkonzil Vaticanum II (1962-1965) hat in der „Dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung“ u.a. erklärt: „Das von Gott Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift enthalten ist und vorliegt, ist unter dem Anhauche des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden; denn auf Grund apostolischen Glaubens gelten unserer heiligen Mutter, der Kirche, die Bücher des Alten wie des Neuen Testaments in ihrer G a n z h e i t mit allen ihren Teilen als heilig und kanonisch, weil sie, unter der Einwirkung des heiligen Geistes geschrieben, Gott zum Urheber haben und als solche der Kirche übergeben sind.“

Das Alte Testament wimmelt von Aufrufen zu Mord und Totschlag gegen unschuldige Menschen. All das ist also heilig und kanonisch?

= Pius IX. galt als „liberaler“ Kardinal und wurde 1846 zum Papst gewählt. Nach der 1848er Revolution wandte er sich einem tiefen Konservatismus zu, verkündete 1854 das Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariä und auf dem Vatikanischen Konzil 1868/1870 das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes.

Nach katholischer Lehre sind die Dogmen geoffenbarte, absolute Wahrheit.

„Das Dogma, daß das bloße Vorgeben und Nachsagen unbegreiflicher Dinge eine Art und gar die einzige sei, Gott zu gefallen, muss mit aller Macht bestritten werden.“ (Hans Meister)

„Jesus betont nachdrücklich die Selbsterkenntnis und Selbstveränderung des Einzelnen. Er war allem Rituellen und Kultischen, allem Liturgischen und Sakramentalen, allem Institutionellen und Hierarchischen abhold. Ihm kam es auf die wirkliche, nicht die symbolische Verwandlung des Gläubigen an.“ (Fundstück)

Jesus überwindet die Schranken des Judentums in Richtung auf eine universale Religion. Er bricht mit dem Auserwähltheitsanspruch Israels, mit der dogmatischen Fixierung auf die Tora, namentlich den übersteigerten Sabbat-, Essens- und Reinheitsgeboten, die nicht zuletzt der Absonderung des Volkes Israel von den Völkern der Welt dienen. Jesus´ Gottesbild zeigte einen Gott der Wahrheit und der Liebe, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Glückseligkeit für alle Menschen.

“ Gott fragt nicht nach dem, was wir glauben, sondern nach dem, was wir tun. Glauben und Tun sind für ihn eins.“

Emmanuel Levinas: „Die eigentliche Würde erlangt das menschliche Ich erst dann, wenn es Verantwortung für den anderen Menschen übernimmt.“

Johannes Chrysostomos: „Gott kann nicht durch Vorstellungen und Begriffe erfahren werden. Rufen wir ihn als den unaussprechbaren Gott an, der unbegreifbar, unsichtbar und unerkennbar ist.“

J. Krishnamurti: „Religion ist nicht Idee, sondern Ihr Verhalten im täglichen Leben. Ihre Gedanken, Ihre Sprache, Ihr Verhalten sind die eigentliche Essenz von Religion; ohne sie kann Religion nicht existieren. Sie können herumgehen und viele Worte abspulen, in verschiedene Zirkuszelte gehen, aber das ist keine Religion.“

Der Pfarrer und Theologe Jörg Zink schrieb: „Ich wünsche mir eine Theologie und Kirche, in der frei und offen über all das gesprochen werden kann, was uns allen notorisch unklar ist. Wir müssen von der Vorstellung loskommen, im Besitz einer absoluten, in geoffenbarten Schriften niedergelegten Wahrheit zu sein. Alle Religionen sind gleich weit entfernt von der Wahrheit, die wir nie besitzen, nur anzielen können. Die Sehnsucht nach Gerechtigkeit gehört zu den zentralen Anliegen der Bibel. Andererseits aber grenzt der Eingottglaube aus, weil er die anderen Götter als „Götzen“ und ihre Verehrer als Heiden einstuft. Ob das dann in Feindschaft umschlägt, kommt auf die Spielart des Monotheismus an. Der altisraelische Eingottglaube tritt in der Bibel nur literarisch gewaltsam auf. Geschichtlich hat er jedoch bei den Juden – wenn man von den Makkabäerkrigen absieht – nicht zu wirklicher Gewaltausübung geführt. Die findet sich dann erst bei Christen und Muslimen. Das Judentum lebt von der Differenz, es kapselt sich ab und kümmert sich nicht um die anderen Völker.“

„Sowohl im Brahmanismus, wie auch im Buddhismus und Taoismus ist das letzte Ziel der Religion nicht der rechte Glaube, sondern das richtige Handeln. Auch die jüdische Religion hat den Hauptwert auf die rechte Art zu leben, die Halacha, gelegt.“

„Buddhisten sehen es als unverrückbares Seinsgesetz an, dass wir – auf kollektiver und individueller Ebene – die Resultate unserer individuell und kollektiv ausgeübten Handlungen erfahren, buddhistische Begriffe von Moral und Verantwortung basieren auf diesem Kausalsatz.“

„Wer Redlichkeit dazu nutzt, von ihm begangenes Unheil wettzumachen, erhellt die Welt wie ein unverhüllter Mond.“

„Nur zwei Dinge können meiner Meinung nach als wirklich göttliche Offenbarung in der Geschichte begriffen werden, die mehr als menschliche Projektion sind: Zum einen das göttliche Gebot „Du sollst nicht töten“ und zum anderen die Aufforderung Jesu zu Liebe und zu Vergebung. Die Liebe, wie von ihr die Bibel spricht und wie sie Jesus verkörpert und bezeugt, ist jenes „ganz andere“, ist die Weise der göttlichen Anwesenheit in der menschlichen Geschichte. Alles andere, womit wir Menschen die Geschichte füllen, ist menschlich, allzu menschlich und häufig unmenschlich. Das, was Gott in sie hineinträgt und wo man ihn suchen kann, ist die Liebe. Ich bin Christ, weil ich den Glauben an diese Liebe angenomen habe.“ (Thomas Halik in „Glaube und sein Bruder Zweifel“)

Korinther 13,2 und 3: „Wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnisse und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich all meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir´s nicht nütze.“

 

Die Welt ist ein Dorf

= Die Einwohner der Insel Neubritannien im Indopazifik bezahlen mit Schnecken so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Mit ihrer traditionellen Währung können die Tolai Tabak, Schuhe, Gemüse oder Datenpakete für das Handy kaufen. Seit mehr als 3000 Jahren gilt die „harte Währung“, die aus dem Gehäuse der Meeresschnecke „Nassarius arcularia“ hergestellt wird. Die leeren Schneckengehäuse werden in der Sonne getrocknet, dann gelocht und auf Rattenfäden gezogen. Ein „param“, eine Schnur aus 300 aufgereihten Schneckenschalen, hat einen Wert von umgerechnet 1,60 Euro. Wer größere Beträge mit sich führen möchte, muss also schwer schleppen. Heuzutage ist es aber auch möglich, in Wechselstuben das Schnecken- gegen Papiergeld zu tauschen. Offizielles Zahlungsmittel der Insel ist der „kina“, die Währung Papua-Neuguineas. Ausgediente Schneckenschalen haben immer noch spirituellen Wert – als Glücksbringer, unter Häusern vergraben, sollen sie den Bewohnern Wohlstand bringen. (Kontinente)

= In den Tagen des Corona-Lockdowns treffe ich Jean-Marie Lassausse bei den Karmelitinnen in Mazille, Südburgund. Der Priester, der seit 2001 in Algerien lebt, wollte längst wieder in seiner Wahlheimat sein, doch die Pandemie erschwert die Einreise. Bis vor kurzem war er für die Klosteranlage von Tibhirine verantwortlich, jenes Klosters, das sich für den Dialog zwischen Muslimen und Christen einsetzte und das durch die Ermordung der Trappistenmönche 1996 bekannt wurde. Lassause erzählt von seinen Projekten zusammen mit Migranten aus subsaharischen Ländern, von den Jahren des Terrors in Algerien und von den anrührenden Erfahrungen mit seinen Glaubensgeschwistern des Islam. Der „Gärtner von Tibhirine“, so der Titel seines in Frankreich veröffentlichten Lebenszeugnisses, ist ein authentischer Gottsucher im Geist des Friedens, der Gerechtigkeit und der Versöhnung. (Michael Meyer/Kontinente)

= Somaliland kennt kaum jemand, obwohl es in nur dreißig Jahren zu einem sicheren und friedlichen Staat auf dem afrikanischen Kontinent geworden ist – und das ohne Entwicklungshilfe. Seit 1991 ist Somaliland von Somalia getrennt. Trotz internationaler Milliardenhilfen versinkt Somalia im Terror, während in Somaliland Frauen studieren, Sport treiben und sich frei bewegen können.

= Der Kontinent der Zukunft: Europa !! Jetzt will der Industriekommissar Breton modernste Chip-Fabriken in die EU holen.

= Kann der Traum wahr werden? Kann Kim Jong-uns Reformpolitik der Schlüssel zur Wiedervereinigung Koreas sein?

= Europäische Solidarität sieht anders aus! Die polnische „Gazeta Wyborcza“ fordert: „Das Projekt der deutsch-russischen Pipeline Nord Stream 2 muss verworfen werden.“

= Chinas BIP ist im 1. Quartal 2021 um 18,3 Prozent gestiegen; das resultiert aus niedrigen Vergleichswerten des Vorjahres und aus der nach wie vor dynamischen Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft. Der IWF prognostiziert für das Gesamtjahr 2021 für China ein Wachstum von 10,3 Prozent.

Der Siemens-Konzern nimmt im Jahr 2021 ein neues digitales Werk im Geschäftsbereich „Motion Control“ in Nanjing/China in Betrieb. Außerdem bestätigte der Siemens-Chef Roland Busch weitere Investitionen in Fertigung, Software und Infrastruktur in ganz China. U.a. unterstützt Siemens Chinas größten Glasbehälterhersteller bei der Digitalisierung von 15 Fabriken.

Am 31. März 2021 wurde Chinas sphärisches Fünfhundert-Meter-Apertur-Radioteleskop (FAST) offiziell für Wissenschaftler auf der ganzen Welt geöffnet. Astronauten können über die Webseite fast.bao.ac.cn Anträge auf Beobachtungen einreichen.

 

Wie machen wir unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat wetterfest?

Bei der nächsten Bundestagswahl wird die Corona-Krise weitestgehend überwunden sein und die Wirtschaft nimmt wieder volle Fahrt auf. Dennoch werden etwa 30 Millionen Bundesbürger nicht zur Wahl gehen oder radikale Parteien wählen. Jetzt hat sich der Bundestag mit einem Gesetzentwurf für eine „Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ ausgesprochen; dabei geht es auch darum, die zahlreichen bestehenden Erinnerungsstätten wie die Paulskirche, das Hambacher Schloss und den Friedhof der Märzgefallenen und das Haus der Weimarer Republik ins Bewusstsein zu rufen und bekannter zu machen. Vor allem aber will das neue Gesetz daran erinnern, dass Deutschland ein freiheitliches-demokratisches Land ist und dass das Bewusstsein verloren geht, wie hart erkämpft eine demokratische Verfasstheit ist und wie gefährdet sie stets bleibt. Die komplexen Probleme einer modernen Gesellschaft – in der Pandemie ist das wieder zu sehen – rufen immer wieder Kräfte mit einfachen Antworten und schnellen Lösungen auf den Plan. Verschwörungstheoretiker – Corona-Gegner – AfD-Politiker – Millionen Ignoranten.

Nur mit mehr politischer Bildung kann der Feindseligkeit gegenüber der Demokratie begegnet werden. Es geht um mehr politisches Wissen und das Bewusstsein, welcher Schatz die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist. Genau da setzt der Bund mit seiner Stiftung an: Es geht um „Impulse für eine aktive Beteiligung am demokratischen Miteinander:“

Theodor Adorno hat geschrieben: „Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“

Wenn es uns gelingt, die jüngeren Generationen mit mehr politischem Wissen zu füttern und sie zu motivieren, in den demokratischen Parteien mitzuarbeiten, dann wird unsere Demokratie wetterfest.

 

Roma und Sinti

Eine wesentliche Rolle bei der Verfestigung der Vorurteile gegenüber Roma und Sinti spielte die Verbreitung der so genannten Eugenik, einer Pseudowissenschaft, die davon ausging, dass das soziale Verhalten erblich bestimmt sei. Ausgehend von den USA verbreitete sich diese Theorie rasch in den wissenschaftlichen Kreisen Europas und führte schon bald zu so genannten „rassehygienischen Maßnahmen, wie etwa der zwangsweise oder heimlich durchgeführten Sterilisierung von tauben Menschen, weil man auch Taubheit für eine ererbte Behinderung hielt. Hatte man im 18. Jahrhundert noch versucht, die „Zigeuner“ durch verschiedene Maßnahmen wie Zwangsansiedlung, Verbot des Gebrauches ihrer Sprache sowie Wegnahme der Kinder und deren Erziehung durch Bauernfamilien zu „zivilisieren“, zu vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft zu „erziehen“, so setzte sich im 19. Jahrhundert unter dem Einfluss der Eugenik mehr und mehr die Ansicht durch, dass solche Maßnahmen zum Scheitern verurteilt wären, da den „Zigeunern“ ihr angeblich „abartiges“ Verhalten eben angeboren sei. Die Experten der Rassenhygiene waren überzeugt, dass vor allem auch der Hang zur Kriminalität ererbt sei – und der so genannte „Wandertrieb“ galt als eines der sichersten Zeichen, um „geborene Verbrecher“ erkennen zu können. Besonders die Wissenschaftler an der Psychiatrischen Klinik Burghölzli in Zürich sollten in dieser Hinsicht für Europa richtungsweisend werden.

Den meisten Roma und Sinti, welche den nationalsozialistischn Völkermord überlebt hatten, wurde eine Anerkennung als Opfer nationalsozialistischer Verfolgung, wurden Restitution und Entschädigung über Jahrzehnte verwehrt. Viele deutsche Sinti und Roma erhielten nach 1945 die deutsche Staatsbürgerschaft, die ihnen von den Nazis entzogen worden war, nicht wieder zurück und wurden in den 1950er und 1960er Jahren ausgebürgert. Die Anerkennung als Verfolgungsopfer musste von jungen Aktivisten zu Beginn der 1980er Jahre mühsam erkämpft werden. Im Zuge dieses politischen Kampfes um Anerkennung, der in einem Hungerstreik in der KZ-Gedenkstätte Dachau kulminierte, kam ans Tageslicht, dass die ehemalige nationalsozialistische „Reichszentrale zur Erfassung des Zigeunerunwesens“ mitsamt ihrer Kartei in München nach 1946 unter der beschönigenden Bezeichnung „Landfahrerzentrale“ weitergeführt worden war. Viele der nationalsozialistischen Täter waren nach Kriegsende wieder in den Polizeiapparat übernommen worden und leiteten dort auch wieder die mit „Zigeunerangelegenheiten“ betrauten Abteilungen deutscher Landeskriminalämter.

Erst zu Beginn der achtziger Jahre erkannte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt offiziell den nationalsozialistischen Völkermord als solchen an, Bundeskanzler Helmut Kohl wiederholte diese Anerkenntnis. Und erst im Februar 2016 (!!!!) entschuldigte sich die Präsidentin des Bundesgerichtshofs, Bettina Limperg, formell für die „unerträgliche“ Rechtsprechung ihres Gerichts.

Die Errichtung des Gedenkortes für die von den Nationalsozialisten und ihren Helfern ermordeten Sinti und Roma in Berlin, der im Oktober 2012 eingeweiht wurde, und die Rede des niederländischen Sinto Zoni Weisz im Deutschen Bundestag anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2011 markieren deutlich und öffentlich das Ende der staatlichen Diskriminierung.

(Aus dem Buch „…….weil ich selber so überrascht war, dass ich so wenig wusste.“ Herbert Utz Verlag)

Fortsetzung folgt

 

Besondere Menschen: Albert Camus

Camus war ein Humanist, der z.B. nach dem Zweiten Weltkrieg die Siegermächte aufforderte, den Deutschen eine Chance zu geben und der sich damit vor allem in Frankreich viele Feinde machte. Camus war ein herausragender Schriftsteller, dessen Texte bei vielen Lesern seelische Schwindelanfälle auslösten. Camus war ein politischer Journalist, der die linksradikalen Intellektuellen (Sartre und Co.) heftig attackierte und der von diesen Herrschaften gehasst wurde; der Hass steigerte sich noch, als Camus den Literaturnobelpreis erhielt. Für Camus war auch der Journalismus eine Frage der Moral: „Ein freier Journalist veröffentlicht nichts, was den Hass schüren oder die Verzweiflung fördern könnte. Wahrheit und Freiheit sind anspruchsvolle Geliebte, die nur wenige Liebhaber haben.“

Camus erkannte die Entmenschlichung der linken wie der rechten Politik. Gerechtigkeit ohne Freiheit bedeutet Diktatur. Freiheit ohne Gerechtigkeit führt zum Faustrecht des Stärkeren. Camus wollte die Freiheit u n d die Gerechtigkeit. Am Tag nach den Nürnberger Prozessen forderte er die weltweite Abschaffung der Todesstrafe. Dazu schreibt Camus in „Fragen der Zeit/Betrachtungen zur Todesstrafe“: „…. es kann schwerlich behauptet werden, sie (die Todesstrafe) sei dazu angetan, ihrer eigentlichen Aufgabe getreu mehr Frieden und Ordnung in das Gemeinwesen zu bringen. Es wird im Gegenteil deutlich, daß sie genau so empörend ist wie das Verbrechen und daß dieser weitere Mord die der Gesellschaft zugefügte Beleidigung nicht nur nicht wiedergutmacht, sondern durch eine neue Schmach verschärft. Wie wahr diese Feststellung ist, geht aus dem Umstand hervor, daß niemand offen von dieser Zeremonie zu sprechen wagt.“

Im Spätsommer 1945 hatte Camus als einziger prominenter französischer Intellektueller die Bedeutung und Bedrohung der Atombombe erkannt. In der im Widerstand gegründeten Zeitung „Combat“ reagierte er nach Hiroshima voller Entsetzen auf den „größten Vernichtungsrausch der Menschheit seit Jahrhunderten“.

Und Camus sagte als leidenschaftlicher Fußball-Spieler und Torwart der algerischen Nationalmannschaft: „Alles was ich weiß über Moral und Gerechtigkeit verdanke ich dem Fußball.“ Auf die Frage einer Journalistin „Haben Sie im Gymnasium Theater gespielt“ antwortete er: „Nein, ich habe Fußball gespielt.“

Am glücklichsten war Camus auf der Bühne und auf dem Fußballplatz; es war der Sport der kleinen Leute, billig und prestigelos, aber ein wenig ebnete er doch die Klassenunterschiede ein und die Kluft zwischen den Völkern. In der Schule zu spielen, hatte seine Großmutter verboten, weil sich die Schuhe abnutzten – er spielte trotzdem; das zubetonierte Viereck, wo Camus so glücklich war, liegt an der Straße; der Torwart spielte barfuß; die Jungs kicken wie die Teufel; Fußball war ein Kleine-Leute-Sport.

In „Der erste Mensch“ schreibt Camus: „Mit den Fußballbegeisterten rannte er auf den zementierten Hof, der auf allen vier Seiten von Arkaden mit dicken Säulen umschlossen war (unter denen die Streber und die Braven plaudernd auf und ab gingen)…. und wenn er mit dem Ball am Fuß voranstürmte, um nacheinader einem Baum und einem Gegner auszuweichen, fühlte er sich wie der König des Hofs und des Lebens.“

Camus stand immer auf der Seite der Armen und Entrechteten; für ihn waren Werte wie Treue, Bescheidenheit, Aufrichtigkeit, Ehre und Würde wichtig. Camus´ Vater war Landarbeiter und seine geliebte Mutter Putzfrau.

Annabella Hirsch: „Eines Tages, als der Regen von Algier endlich aufhört und er die Absperrungen um die Ruinenstätte von Tipasa einfach übergeht, findet er das Licht und die Luft und das Rauschen des Meeres von früher wieder und hat das Gefühl, sein lange stillgestandenes Herz beginne neu zu schlagen. Er findet die frühere Schönheit wieder, als würde sie sich hier jeden Tag neu erfinden. Und dann sagt er den Satz, der klingt wie das Ende einer Suche, die fast sein ganzes Leben dauerte:

„In den Tiefen des Winters erfuhr ich schließlich, daß in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt.“

 

Richtig sparen !

Bevor wir einige Empfehlungen geben, machen wir nochmals darauf aufmerksam, die Finanzzeitschrift „Focus Money“ nicht einmal mit der Pinzette anzufassen. Auf dem Titelblatt der neuesten Ausgabe stehen folgende Schlagzeilen:

  • Die höchsten Gewinne mit der großen Kursziel-Analyse
  • Die genialsten Gewinne mit den neuen Timing-Strategien
  • Die sichersten Gewinne mit Aktien und ETFs, die seit 10 Jahren immer steigen.

Kommentar überflüssig.

Von seriösen Analysten wird für den Aufbau eines Vermögens ein Anlage-Mix empfohlen; so rät Volker Looman von der FAZ dazu, je 25 Prozent in Anleihen und Immobilien und 50 Prozent in Aktien zu investieren und dabei sehr günstige ETF mit einer Gesamtkostenquote von 0,07 bis 1,05 % auszuwählen.

Anleihen werden dann problematisch, wenn die EZB und andere Großinstitute die Zinsen erhöhen, weil die Inflation sich verfestigt und sogar ansteigt. Dann steigen die Zinsen und die Anleihekurse fallen.

Internationale Immobilien-Fonds sind zur Zeit interessant, weil mit einer starken Konjunktur- und Bevölkerungsentwicklung massiv in Wohn- und Gewerbeimmobilien investiert wird. Zwei Entwicklungen gibt es zu bedenken: 1. Alle Experten kündigen an, dass der weltweite Anstieg der Bevölkerung noch 20 oder 30 Jahre anhalten und dann in die Gegenrichtung steuern wird. Ist der Weltmarkt dann gesättigt? 2. Die Corona-Krise zeigt uns, dass zumindest in Klein- und Mittelstädten tausende oder zehntausende Gewerbeimmobilien für Einzelhandel u.a. nicht mehr benötigt werden; schon jetzt sind Immobilienbesitzer dabei, diese Flächen in Wohnungen umzuwandeln. Außerdem wird die Digitalisierung und Automatisierung dazu führen, dass auf deutlich weniger Fläche die gleichen Produktionskapazitäten erreichbar sind.

Volker Looman empfiehlt für den Aktienbereich vier günstige ETF; zwei davon empfehlen wir auch:

  • Isin IE00B5BMR087 S+P 500 – Gesamtkostenquote 0,07 Prozent
  • Isin LU0908500753 Eurostoxx 600 – Gesamtkostenquote 0,07 Prozent

Die Weltwirtschaft ist im Umbruch und die Technologieunternehmen jagen von einem Rekord zu nächsten. Niemand kann voraussagen, welche Tec-Unternehmen in 20 Jahren an der Spitze stehen. Aber es gibt Branchen, die in 20 Jahren mit absoluter Sicherheit gebraucht werden:

  • Die Gesundheits-Sparte sorgt schon seit Jahren mit hohen Investitionen und innovativen Forschungsmethoden für immer bessere Medikamente und Operationsroboter usw. usw. Diese Entwicklung wird anhalten. So haben die großen Firmen Novartis (WKN 904278) und Sanofi (WKN 920657) und Roche (WKN 855167) und Merck (WKN 659990) viel Erfahrung und sind groß genug, um viel Geld in die Forschung investieren zu können.
  • Gegessen wird immer! Auch noch in 20 Jahren! Vielleicht gibt es dann die geliebte Bratwurst nicht mehr, weil sie mit Grünzeug-Wurst ersetzt wird. Auch dieses kleine Beispiel zeigt, dass man auf große Firmen setzen muss, die mit ihren Marken schon jetzt in fast allen Ländern vertreten sind und die neue Marken entwickeln und bewerben können. Bei Unilever (WKN AOJNE2) und Nestlé (WKN AOQ4DC) kann man fast nichts falsch machen und beide schütten auch noch ansehnliche Dividenden aus.
 

Die Welt ist ein Dorf

= Eine gute Nachricht: Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Macron hielten vor ein paar Tagen eine Videokonferenz mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping ab, um über Klimaschutz und Biodiversität zu beraten. China ist entschlossen, die kurzfristigen Zielmarken zur Einsparung von CO2 zu verschärfen und will im Jahr 2060 Co2-neutral sein.

= Noch eine gute Nachricht: China hat den amerikanischen Klima-Sonderbeauftragten John Kerry zu Verhandlungen mit seinem chinesischen Kollegen Xie Zhenhua eingeladen. Kerry und Zhenhua kennen und schätzen sich; sie waren schon 2014 dabei, als eine Übereinkunft zwischen Amerika und China den Weg für das Pariser Klimaschutzabkommen ebnete.

= Deutschland wird in der ganzen Welt geschätzt. Das hat viele Gründe. Ein Grund ist die Tatsache, dass wir mit unserer Entwicklungshilfe zum zweiten Mal die Zielmarke der Vereinten Nationen übertroffen und im vergangenen Jahr 0,73 Prozent unserer Wirtschaftsleistung – das sind 23,9 Milliarden Euro – zur Verfügung gestellt haben. Der OECD-Durchschnitt beträgt 0,48 Prozent.

= Die Europäische Union tut gut daran, mit allen Staaten unseres Kontinents gute wirtschaftliche und politische Beziehungen zu pflegen. Das dient dem Frieden und es dient unserem Wohlstand. Aserbaidschan hat keinen guten Ruf, obwohl das laizistische Land Mitglied im Europarat ist und den militanten Islamismus bekämpft. Noch wird Aserbaidschan autoritär regiert – aber die Fortschritte in Richtung Rechtsstaat und Demokratie und technologischer Entwicklung sind nicht zu übersehen. Nach dem Motto „Fördern und Fordern“ wird die EU diesem Land sukzessive näher kommen.

= Wo Glaube keine Privatsache ist: Viele Christen und Muslime in der ägyptischen Provinz Minya fordern, dass die Religionszugehörigkeit nicht mehr im Ausweis erfasst wird. Wenn der Glaube nicht mehr im persönlichen Dokument vermerkt sei, verhindere das Feindschaft und fördere das friedliche Zusammenleben der Religionen. Ziel müsse sein, religiösen Hass und Diskriminierung einzudämmen. Es kommt immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen radikaler Muslime auf koptische Christen. Dabei stammen die Kopten aus der Urbevölkerung Ägyptens und machen heute etwa zehn Prozent der Einwohner aus. Offiziell sind Muslime, Christen und Juden anerkannte Gläubige. In Artikel 2 der Verfassung heißt es allerdings, dass der Islam Staatsreligion ist. Die Scharia gilt als „Hauptquelle der Gesetzgebung.“

Der Abgeordnete Nasr El-Din forderte die Religionszugehörigkeit aus dem Ausweis zu streichen, damit es in Ägypten ein allgemeines Bürgerrecht geben kann. In einem zivilen Staat dürften Glaube oder Nicht-Glaube für die Staatsbürgerschaft keine Rolle spielen.

= „Auch wenn Moskau dies nie zugeben wird: Langfristig wird Russland ein Interesse haben, sich in einer verschärfenden globalen Konkurrenzsituation auf Europa als Partner zu besinnen. Bis dahin braucht unsere Politik dreierlei:

Erstens langen Atem und einen weiten Blick, denn Veränderungen wird es nicht morgen geben. Zweitens muss jedem russischem Regelverstoß entschieden entgegengetreten werden – in transatlantischer Geschlossenheit. Wenn der Kreml auf eine vage Art nicht ausschließen mag, wieder gegen die Ukraine anzugreifen, muss es hierfür ein Preisschild geben. Optionen liegen auf dem Tisch. Unverändert profitiert Russland davon, dass im Westen gerne russische Staatsanleihen gekauft werden. Ohne das globale Netz von SWIFT können russische Geldhäuser ihre internationalen Geschäfte nicht abwickeln.

Drittes Element unserer Russland-Politik muss unbedingt die Bereitschaft sein, im Dialog zu bleiben. Angesichts der Entwicklung der zurückliegenden Jahre und der aktuellen Eskalation scheint eine solche Forderung manchen naiv. Doch die Tür zuschlagen beeindruckt am meisten die Tür. Russland wird wieder ein Interesse an größerer Nähe zu uns haben. Darauf müssen wir vorbereitet sein.

Russland ist uns näher, als die Machthaber im Kreml uns aus vordergründigen Erwägungen gerne glauben lassen.“ (Rüdiger von Fritsch – Von 2014 bis 2019 deutscher Botschafter in Moskau)