Fußball: Rettungsanker in schwierigen Zeiten !!

Lock-Down! Geschlossene Fußball-Kneipen! Leere Stadien! Kein Urlaub auf Malle! Ehefrauen, die aus gutem Grund einen Bogen um uns machen! Rückfall ins Mittelalter durch Querdenker und Verschwörungstheoretiker! Elektro-Autos mit einhundert Kilometer Reichweite! Keine Politik-Comedy mit Donald Trump! Sex and Crime langweilen!

Unsere Rettung: Fast j e d e n Tag Fußball !! Dritte Liga! Zweite Liga! Erste Liga! Champions-League! Euro-League! Englischer Fußball! Wiederholungen: T o r e – T o r e – T o r e !!

Da wir nicht in Urlaub fahren, haben wir das gesparte Geld in einen Fußball-Fernseher mit Riesenbildschirm investiert. Beim Abendessen kann ich in der Nähe meiner Frau sein: Sie schaut Rosamunde Pilcher und ich Fußball. Alles ist gut!

Noch ein Hinweis an Sky: Wir wollen k e i n e Einblendungen während das Spiel läuft! Keine sogenannten „Match Facts“ von irgendwelchen Ignoranten, keine zusätzlichen Kommentare aus dem Studio und keine Werbung, wenn das Spiel läuft!

Und was machen die angeblichen Intelligenz-Medien aus der verfahrenen Situation? SPIEGEL und Süddeutsche Zeitung u.a. haben riesige Summen investiert, um dem Fußball kriminelle Machenschaften nachzuweisen; das alles firmierte unter dem Medien-Geschäftsmodell „football leaks“ und die Schlagzeilen hörten sich so an:

  • „Comeback der Zockerbande. Nach einer Verhaftungswelle versinkt der europäische Fußball im Wettsumpf: Eine Clique von Betrügern soll rund 200 Spiele verschoben haben. Auch mehrere Profis und ein Schiedsrichter aus Deutschland werden verdächtigt, Schmiergeld kassiert zu haben.“ (SPIEGEL)
  • „Das System Fußball frisst sich von innen auf.“ (SPIEGEL)
  • Der Capo von SPIEGEL-Football-Leaks heißt Klaus Brinkbäumer; er schreibt über „die Lüge vom romantischen Fußball“: Die großen Turniere sind ja längst pervertiert: EM und WM hatten perfekte Formate, doch sie sind aufgebläht und zerstört worden, damit noch mehr Geld hereinkommt. In Europas Ligen ist es langweilig geworden: Es gewinnen die immer Gleichen, es sei denn, Red Bull wirft mit Millionen. Football-Leaks beweist: Die vielen langweiligen Begegnungen und die zerstörten Turniere sind bloß die Symptome. Das Spiel ist ktank.“ (Krank und langweilig ist nur der SPIEGEL!!)
  • Und ein gewisser Tobias Haberl vom Süddeutsche-Zeitung-Magazin outet sich wie folgt: „Die Nationalspieler sind glattrasiert wie nie – das zeigt den riesigen Widerspruch zwischem dem verkommenen System Fußball und seinem ethischen Anspruch an die Profis.“ (Immerhin: Der Mann kann „ethisch“ unfallfrei schreiben!)

Der seriöse FAZ-Journalist Christian Eichler schrieb zu diesen Verleumdungskampagnen: „Der Name des einst angesehenen Bundesligaschiedsrichters Jürgen Jansen war Anfang 2005 im Hoyzer-Skandal aufgetaucht. Er geriet in Verdacht – in g r o ß e n Schlagzeilen. Er wurde rehabilitiert – im K l e i n g e d r u c k t e n. Sein Ruf wird wohl nie wieder derselbe sein. Denn in vielen Medien und damit in der Wahrnehmung vieler Mediennutzer kommt nur die laute Beschuldigung vor; nicht die leise Zurücknahme oder Widerlegung von Beschuldigten.“ (Damals wurde auch der Augsburger Bundesligaspieler André Hofschneider von einer Berliner Zeitung beschuldigt. Daraufhin legte er eine schriftliche Bestätigung der Berliner Staatsanwaltschaft vor, dass kein Verdacht gegen ihn vorliegt!)

Rudi Völler hat mal zutreffend beschrieben, wie einige Fußball-Journalisten arbeiten: „Ihr kennt doch bestimmt die Anekdote von den zwei Journalisten, die abends in der Kneipe sitzen. Jeder hat schon acht Schnäpse getrunken. Kennt ihr nicht? Da sagt der eine zum anderen: ´Hast du auch gehört, dass der Jupp Derwall entlassen wird? Und am nächsten Morgen schreibt der andere, der sogar zehn Schnäpse getrunken hat: „Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, soll Jupp Derwall entlassen werden.“

 

Buddhismus

In seiner ursprünglichen Form ist der Buddhismus eine Lehre und ein Weg; das meiste ist den Anschauungen westlich zivilisierter Menschen völlig entgegengesetzt.

Buddha verstand sich n i c h t als Gott, auch nicht als Gottmensch nach Art des Christentums und nicht als „Erleuchteter“ – sondern als „Erwachter“: ein Mensch, dem nach langen Wegen und Irrwegen die Selbsterlösung geglückt ist und dem keine Fremderlösung zuteil wurde. Wenn Buddha lehrte, leitete er zur Selbsterlösung an. Dabei kommt es auf den W e g an und es ist völlig gleichgültig, ob man das eine Religion oder eine Philosophie oder eine Weltanschauung nennen will.

Im esoterisch spiritualisierten Westen wird der Buddhismus oft verhunzt: „Vom Survival- zum Revival – Training – Aufs Weiterleben mag man nicht verzichten.“ und Buddha wird in einen Fremderlöser oder in einen Heiland umgedeutet.

In Tibet basiert der Lamaismus auf einem klar gegliederten hierarschischen System, einer Theokratie mit Autoritäten, vor denen die Menschen im Westen, die von Bischöfen und Päpsten nichts mehr wissen wollen, begeistert in die Knie gehen.

„Wenn Buddhisten und Christen zusammenkommen, sollten wir in Achtsamkeit ein gemeinsames Mahl als wahre Übung der Kommunion einnehmen. Achtsam ein Stück Brot oder eine Schale Reis zu essen und wahrzunehmen, dass jeder Bissen ein Geschenk des ganzen Universums ist, heißt intensiv leben. Wir brauchen uns nicht vom Essen ablenken zu lassen, auch nicht durch die Lesung von Schriften oder Lebensgeschichten von Bodhisattwas oder Heiligen. Wo Achtsamkeit ist, da sind der Buddha und der Heilige Geist bereits gegenwärtig.

Auf dem Altar meiner Klause in Frankreich stehen die Bildnisse von Buddha und Jesus. Wenn ich Räucherwerk entzünde, nehme ich Kontakt mit beiden als meinen spirituellen Ahnen auf. Dies ist mir möglich, weil ich vielen wahren Christen begegnet bin, Männern und Frauen, deren Leben und Worte die tiefsten Aspekte der christlichen Tradition verkörpern.“ (Fundstück)

„Selbst Vater Thomas Keating, der schon länger als fünfzig Jahre Trappistenmönch ist und von 1961 bis 1981 Abt von Saint Joseph`s Abbey in Spencer/Massachusetts war, sucht im Dialog mit den buddhistischen und anderen traditionellen Weisheitslehren wie auch mit der zeitgenössischen Wissenschaft nach Vertiefung jener uralten Praxis, die er als „Gebet der Sammlung“ bezeichnet. Für Vater Keating hat sich herausgestellt, dass gewisse Elemente der buddhitischen Meditationspraxis die christliche Tradition gut ergänzen, weil sie dem Erleben neue Wege zur Wahrheit Gottes eröffnen. Der weithin bekannte Thomas Merton, Trappist wie Keating und Verfasser von „Der Berg der sieben Stufen“, eines Best- und Dauersellers seit den 1940er Jahren – auch er hat sich in die buddhistische Tradition vertieft. Selbst glühende Christen stellten also fest, dass der Drang zur Gottsuche über das Bett eines einzelnen religiösen Traditionsflusses hinaus ausufert.“ (Fundstück)

Buddhas Unterweisungen handeln n i c h t von Ritual oder Dogma, da er in Abrede stellt, dass diese zu Freiheit und Erleuchtung führen könnten.

Buddha teilte auch n i c h t die Vorliebe der alteingesessenen Priesterschaft für die Pflege kultischen Zeremoniells; er verzichtete auf die verschlüsselten Sprachcodes der brahmanischen Priester und sprach mit Menschen aus allen Lebensbereichen in ihrer eigenen, regional gefärbten Sprache.

Die zahlreichen Lehrreden des Buddha in der mündlichen Überlieferung illustrieren auf wunderschöne Weise die tiefe Abgeklärtheit und unwandelbare Würde dieser Weltanschauung des Friedens.

Nie im Leben erlöschen Hassgefühle dadurch, da man Hass empfindet; vielmehr tun sie das dadurch, dass man keinen Hass empfindet; das ist eine unabänderliche Wahrheit. Ein Sprichwort im Zen-Buddhismus besagt: „Gedanken hervorrufen ist ein Gebrechen; sie nicht aufzugreifen das Heilmittel.“

Buddhisten sehen es als unverrückbares Seinsgesetz an, dass wir – auf individueller und kollektiver Ebene – die Resultate unserer Handlungen erfahren; buddhistische Begriffe von Moral und Verantwortung basieren auf diesem Kausalsatz.“

 
 

Freiheit und Gleichheit aller Weltbürger

Kants Welt ist unsere Welt, wie sie sein sollte. Sie ist für uns aktuell, weil sie fast alle großen geistigen und politischen Herausforderungen, denen wir uns heute konfrontiert sehen, klar und deutlich herausgearbeitet und möglichen Lösungen zugeführt hat: vom Problem des Friedens über die Grenzen des Sag- und Denkbaren bis zu den verführerischen Heilsversprechen religiöser und politischer Moralisten; und sie deutet zugleich auf etwas hin, das durch keine Tatsachenbeschreibung oder -erklärung erfasst werden kann: auf das Ethos einer moralischen Welt, in der die Freiheit und Gleichheit aller Weltbürger möglich sein kann und der Gerichtshof der Vernunft zwar dem Streit, aber nicht dem Krieg sein Recht zugesteht.

 

Wolf Wondratschek über Poesie

Borges zitiert den großen amerikanischen Dichter Walt Whitman, einen Satz, worin er feststellt, dass er die Nachtluft, die wenigen goßen Sterne viel überzeugender fände als bloße Argumente.

Der Poet ist der Musiker unter den Schriftstellern. Er ist der, dem die Geheimnisse des Gefühls kostbarer sind als die Wahrheiten des Verstandes. Gedichte sind keine zu lösenden Rätsel. „Mit jedem Tag“, lesen wir bei Marcel Proust, „messe ich dem Verstand weniger Bedeutung zu.“

Was bedeutet das Streichquartett Schuberts? Was bedeutet Wohlklang? Zwei rote Rosen quer über dem Mond. Oder eine erste Gedichtzeile wie: Gelassen stieg die Nacht an Land. Lassen Lehrer zu, Schüler sich in diesen Satz verlieben zu lassen? Wie unbekannt ist die Einsicht, dass Interpretationen allen Zauber stört – und zerstört? Wer ein Gedicht nicht versteht, hat vielleicht höhere Einsichten. Es hat ihm die Sprache verschlagen beim magischen Aufleuchten des Unverständlichen.

 
 
 
 

Wie kann man nur so dumm sein ?!?!

Die Jungsozialisten haben auf ihrem Bundeskongress vor ein paar Tagen die extremistische und antisemitische „Fatah-Jugend“ als „Schwesterorganisation“ bezeichnet und sich mit ihr solidarisiert.

Im Israel/Palästina-Konflikt haben beide Seiten keine weiße Weste. Israel bricht mit dem sogenannten Siedlungsbau oder der Aneignung des Westjordanlandes oder der Besitznahme von Jerusalem das Völkerrecht und verhindert auf lange Sicht ein friedliches Zusammenleben mit den Palästinensern. Premierminister Netanjahu sät Hass zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Lagern und zwischen Juden und Arabern und zwischen Aschkenasen und Sepharden und zwischen Säkularen und Religiösen.

Die Bundesregierung ruft dazu auf, „alle Schritte zu unterlassen, die eine friedliche Konfliktlösung im Nahen Osten weiter erschweren; der Siedlungsbau in den palästinensichen Gebieten ist völkerrechtswidrig.“ Das hindert den israelischen Verteidigungsminister nicht daran, den Ausbau der Siedlungsaktivitäten anzukündigen; die Zahl der Siedler soll auf eine Million verdoppelt werden.

Seit Jahrzehnten provozieren die Palästinenser Isreal mit ihrem Raketenterror und legen unterirdische Waffenlager an – alles finanziert von radikalen arabischen Staaten. Die Organisation Human Rights Watch wirft der palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland und der Hamas-Führung im Gazastreifen systematische Menschenrechtsverletzungen vor: „Kritiker wie Journalisten oder politische Gegner werden willkürlich festgenommen und systematisch gefoltert; die Bedingungen in den Haftanstalten sind barbarisch. Um im Gefängnis zu landen reicht schon ein kritischer Artikel auf Facebook oder die Mitgliedschaft in einer nicht genehmen Studentengruppe.“

In den Schulen Palästinas werden die Schüler zum Israel-Hass erzogen und singen das Lied: „Hamas, Hamas – Juden in das Gas.“

Der israelische Schriftsteller David Grossman, der seinen Sohn Uri im Libanonkrieg verloren hat, lässt sich nicht beirren: „Ich wünsche unserer Regierung, dass sie weniger verschlagen wäre und dafür klüger. Man kann die Besatzung nicht über 50 Jahre lang aufrechterhalten und eine Demokratie bleiben. Man darf ja träumen. Für Isreal lohnt es sich zu kämpfen. Unseren palästinensischen Freunden wünsche ich dasselbe: Ein Leben in Unabhängigkeit, Freiheit und Frieden und den Aufbau einer neuen veränderten Nation. Und ich wünsche mir, dass in siebzig Jahren unsere Enkel und Urenkel, israelische wie palästinensische, hier stehen und ihre jeweilige Nationalhymne singen. Aber einen Vers werden sie zusammen singen können, auf Hebräisch und Arabisch: „ein freies Volk zu sein in unserem Land.“

Und der (verstorbene) israelische Schriftsteller Amos OZ: „Wir Unterstützer einer Zweistaatenlösung haben es gerade nicht einfach. Alle reden von einer Unumkehrbarkeit, ich aber lehne das Wort ab. Alles ist umkehrbar, außer der Tod. Es gibt keine Alternative zum Frieden. Wir werden nie von hier verschwinden, und die Palästinenser werden auch hier bleiben. Eine große Familie, das werden wir nicht, also müssen wir das Haus aufteilen in zwei Wohnungen. Wir werden nicht mit den Palästinensern in ein Honeymoon-Bett springen. Nach Jahrzehnten des Hasses brauchen wir erst einmal eine Scheidung, eine gerechte Scheidung.“

 

Die Welt ist ein Dorf

Panama-Kanal: Als im Jahr 1914 das erste Schiff den Panamakanal nahm, verkürzte sich der Weg von New York nach SanFrancisco von 21000 auf 8000 Kilometer, da Frachter nun nicht mehr die Route um Kap Hoorn nehmen mussten.

Der Franzose Graf Ferdinand de Lesseps, der auch den Suez-Kanal gebaut hatte, vehob sich an dem Projekt und scheiterte bei dem Versuch, die 26 Meter Höhenunterschied zwischen Atlantik und Pazifik mit Schleusen auszugleichen. Während der achtjährigen Bauzeit starben im Schnitt sieben Menschen pro Tag an Malaria. Die Kosten explodierten. Bestechung und gezielte Fehlinformation der Investoren lösten in Frankreich den größten Finanzskandal des 19. Jahrhunderts aus. Im Jahr 1889 gab die von Lesseps gegründete Panama-Gesellschaft auf.

Nachdem die USA Kolumbien unter Androhung von Gewalt gezwungen hatten, das Territorium abzutreten, riefen sie den Staat Panama aus und übernahmen den Bau zum Spottpreis von 40 Millionen Dollar. Die USA sicherten sich das Kanal-Territorium und ein Interventionsrecht durch Vertrag als Faustpfand für das politische Wohlwollen der „unabhängigen“ Regierung. Die zweite Bauphase dauerte ebenfalls acht Jahre.

Obwohl das Interventionsrecht bereits 1936 fiel, ließen die USA im Jahr 1989 abermals militärisch ihre Muskeln spielen, als ihnen der Präsident Manuel Noriega nicht passte. Erst zehn Jahre später zogen sie ihre Truppen ab. Seit 1999 gehört der Kanal zu Panama, seit 2007 wird er für 5,2 Milliarden Dollar ausgebaut – ein Fünftel der gesamten Wirtschaftsleistung des winzigen Landes.

Im Schnitt zahlt ein Schiff 48000 US-Dollar Gebühr, um den Kanal passieren zu dürfen.

 

Die größte Wallfahrt der Welt: Kumbh Mela

Zu diesem hinduistischen Fest werden in Indien 140 Millionen Pilger erwartet. Gläubige Hindus strömen ins nordindische Allahabad, wo die heiligen Flüsse Ganges und Yamuna mit dem mythischen Saraswati zusammenfließen. Die Wallfahrer tauchen in den heiligen Strom ein und wollen so im Wasser, das sich nach der Legende in den Honig der Unsterblichkeit verwandelt, ihre Sünden abwaschen, damit sie schneller den Kreislauf der Wiedergeburt verlassen können. (C.i.G.)

 
 

Kluge Worte

= Ich halte klare, dynamische Polit-Strategien für sinnvoller als Kunst. Ich halte es für ein reines Märchen, dass wir unsere Welt mittels Schönheit verändern können. Kunst und Kultur haben nur dann einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft, wenn alle genug zu essen haben, wenn es Gesetze, Unterkunft, Sicherheit und ein demokratisches System für a l l e gibt. (Shean Penn)

= Wahre Liebe ist nur mit Verständnis möglich. Wenn Verständnis vorhanden ist, entsteht Mitgefühl. (Fundstück)

= Mit Fanatikern zu diskutieren heißt mit einer gegnerischen Mannschaft Tauziehen spielen, die ihr Seilende um einen dicken Baum geschlungen hat. (Hans Kaspar)

= Die Verbrecherregime wurden nicht von Verbrechern, sondern von Fanatikern geschaffen, die überzeugt waren, den einzigen Weg zum Paradies gefunden zu haben. (Milan Kundera)

= Morgen nennt man den Tag, an dem die meisten Fastenkuren beginnen. (Gustav Knuth)

= Die Fantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind. (Albert Camus)

= Irren ist menschlich. Nur wer uns lobt, ist unfehlbar. (Oliver Hassencamp)

= Gott, gib mir die Gelassenheit, das hinzunehmen, was ich nicht ändern kann; den Mut, das zu ändern, was ich ändern kann; und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. (Reinhold Niebuhr)

= Freundschaft ist Heimat. (Kurt Tucholsky)

= Alles Schöne im Leben hat einen Haken: Es ist unmoralisch, illegal oder es macht dick. (Mae West)

= Jeder junge Mensch macht früher oder später die verblüffende Entdeckung, dass auch Eltern gelegentlich recht haben können. (André Malraux)

= Die Fähigkeit, im Frieden mit anderen Menschen und mit der Welt zu leben, hängt sehr weitgehend von der Fähigkeit ab, im Frieden mit sich selbst zu leben. (Thich Nhat Hanh)

 

Zur aktuellen Lage

= Deutschlands Wirtschaft ist stark, krisenresistent und zukunftsfähig. Nach der Finanzkrise vor zehn Jahren waren sich alle Chef-Analytiker und Ökonomen-Experten und die Medien einig: Jetzt geht`s bergab. Jetzt kommt die Hyperinflation. Der Euro bricht auseinander. Usw. usw. usw. Das Gegenteil ist eingetreten. Die Politiker der EU haben die richtigen Entscheidungen getroffen und die südeuropäischen Länder vor der Pleite gerettet. Auch die deutsche Bundesregierung hat mit Mut und Verstand reagiert und tausenden Unternehmen die Existenz und Millionen Arbeitnehmern den Job gerettet. Schon ein bis zwei Jahre nach der Finanzkrise ging es wieder aufwärts und die Staatsschuldenquote wurde rasch gesenkt und der deutsche Finanzminister konnte die „Schwarze Null“ einführen. Gleichzeitig entstanden hunderttausende neue Jobs – mit dem Ergebnis, dass wir über 42 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse vorzeigen konnten. Man kann das ohne Übertreibung als ein Wirtschaftswunder bezeichnen. Nochmal: Daran waren Arbeitnehmer, Unternehmer und die Bundesregierung beteiligt.

Aufgrund der Corona-Krise haben wir eine ähnliche Situation. Wieder kommen die üblichen Experten aus ihren Löchern und prangern eine rasante Überschuldung des Staates und die Pleite vieler – teilweise großer Unternehmen an. Selbstverständlich wird auch wieder von Hyperinflation und von Millionen Arbeitslosen gefaselt. Und dann kommt auch noch die große Schreckensmeldung: Der deutsche Staat steuert im Jahr 2021 auf ein Defizit von 180 Milliarden Euro zu !

Auch jetzt trifft die Bundesregierung die richtigen Entscheidungen: Tausende kleine und große Unternehmen müssen gerettet werden, damit die Arbeitslosigkeit nicht zu stark ansteigt und damit wir in einem Jahr sagen können: Alles wieder gut !! Gemeinsam schaffen wir das !! Und im Jahr 2022 stehen wir besser da, als vor der Coronakrise. Genau so war es zwei Jahre nach der Finanzkrise auch. (Die Staatsschuldenquote wird bis Ende 2021 wieder auf 70 Prozent ansteigen, um danach wieder unter 60 Prozent zu fallen. Von 70 Prozent träumen fast alle Staaten der Welt!)

= Die verabschiedeten „Wiederaufbaupläne“ Europas helfen natürlich bei der Bewältigung der aktuellen Krise. Vor allem aber dienen diese Pläne mit wirtschaftlichen, industriellen, sozialen und ökologischen Zielen der Vorbereitung auf die Zukunft. In einer Welt, die von der politischen und wirtschaftlichen Rivalität zwischen China und den USA beherrscht wird, muss sich Europa emanzipieren. Wie das funktionieren soll, kann man in dem Bericht „Verantwortungsvoller Kapitalismus: Eine Chance für Europa“ des Institut Montaigne und des Comité Médicis mit 17 konkreten Vorschlägen lesen. Es geht u.a. darum, Europa von der Abhängigkeit der USA zu befreien – vor allem von der Abhängigkeit amerikanischen Kapitals (und des Dollars).

Europa soll nicht gegen die USA oder gegen China agieren! Es geht um unabhängige Unternehmen und um ein wirtschaftlich und politisch unabhängiges Europa. Europa darf nicht den Turbo-Kapitalismus der USA oder den Staatskapitalismus von China anstreben. Europa muss die Heimat eines verantwortungsvollen Kapitalismus mit einer Sozialen Marktwirtschaft werden.

= Eine sehr gute Entscheidung: Die EU- Länder haben gestern beschlossen, den Europäischen- Stabilitäts-Mechanismus (ESM) zu reformieren und wetterfest zu machen. Das bedeutet z.B. bei extremen Wirtschafts- oder Banken- oder Staatskrisen unter klar formulierten Voraussetzungen Hilfestellung für die betroffenen Staaten oder Unternehmen.

= Auch der deutsche Staat hat noch viel Verbesserungs-Potential: Die immer noch überbordende und hohe Kosten verursachende Bürokratie und ein Rentensystem, bei dem inzwischen zahlreiche Änderungen und Verbesserungen zu einem Flickenteppich geführt haben. Zum Thema Rente liegen einige konstruktive Vorschläge auf dem Tisch. Beispiel: Jeder Berechtigte soll selbst entscheiden, wann er in Rente geht. Geht er früher, so erhält er weniger Rente – geht er später, dann gibt es mehr.

Für das Planen und Bauen von Offshore-Anlagen und Windparks mussten die Unternehmen früher drei Jahre bis zur Genehmigung einplanen – heute sind es sechs Jahre. Bis zu 200 Entscheidungsträger sind von Amts wegen mit der Errichtung eines einzigen Windparks beschäftigt. Für eine einzige Genehmigung müssen 30 Leitz-Ordner mit rund 18000 Blatt Papier bei den Behörden eingereicht werden (EnBW-Manager Matiaux im SPIEGEL). Der Staat kann auch die Digitalisierung nutzen und mit einem drastischen Bürokratie-Abbau (auch im Steuerrecht) bei sich selbst und bei den Unternehmen viele Milliarden Euro einsparen; mit diesen Milliarden kann man Steuern und Abgaben für alle senken !!

 

Nur ein Vogelschiss

Bericht der Westfälischen Rundschau Dortmund – August 1996:

„Zur Zeit der Einstellung des deutschen Verfahrens gegen den SS-Hauptsturmführer Priebke im Jahr 1971 ist die verantwortliche Staatsanwaltschaft Dortmund von früheren Nationalsozialisten geleitet worden.

Bei der Einstellungsentscheidung Priebke sind wichtige italienische Akten unberücksichtigt geblieben, d.h. konkret: unübersetzt in der Ablage verschwunden; diese Unterlagen hätten einen Mordvorwurf gegen Priebke gerechtfertigt.“

Aus „Die Kleinbahn hält noch immer in Stutthoff Waldlager“ von H.J.Schneider in der F.R. vom 6.2.1993:

„Im KZ Stutthoff (einem „kleineren“ KZ) waren im Laufe seiner Existenz etwa 3000 SS-Leute tätig; von diesen wurden in der Bundesrepublik vier vor Gericht gestellt und zu drei bis zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Der Kommandant Hoppe erhielt neun Jahre wegen Beihilfe; das Gericht hielt ihm zugute: „…..ihm ist zu glauben, dass er es nicht habe begreifen können, dass diese Menschen, nur weil sie Juden waren, getötet werden sollten. ……er hat nicht die sittliche Kraft gefunden, sich dem ihm angesonnenen Unrecht zu entziehen.“

Im Jahr 1996 (!!!) schrieb der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in einer Urteilsbegründung:

„Die vom Volksgerichtshof gefällten Todesurteile sind ungesühnt geblieben, keiner der am Volksgerichtshof tätigen Bundesrichter und Staatsanwälte wurde wegen Rechtsbeugung verurteilt, ebensowenig Richter der Sondergerichte und Kriegsgerichte. Die Nationalsozialistische Gewaltherrschaft hatte eine „Perversion der Rechtsordnung“ bewirkt, wie sie schlimmer kaum vorstellbar war, und die damalige Rechtsprechung ist angesichts exzessiver Verhängung von Todesstrafen nicht zu Unrecht als „Blutjustiz“ bezeichnet worden.“

 

Das Sündenregister der Medien in 2789 Kapiteln:

= „Denn heutzutage sind Nachrichten keine Nachrichten mehr, zumindest nicht jene, die die meiste Aufmerksamkeit erregen. Nachrichten sind ein Fall für Spezialisten geworden. Ein Mann, der an einem Schreibtisch in Washington oder New York sitzt, liest die Agenturtelegramme und ändert sie so ab, dass sie seinem persönlichen Denkmuster und seinem Namenszug entsprechen. Was uns oftmals als Nachrichten präsentiert wird, sind überhaupt keine Nachrichten, sondern die Meinung eines Halbdutzend Experten, was diese Nachrichten bedeuten.“ (Aus dem Buch „Russische Reise“)

= Im Pressekodex ist in den Ziffern 8 und 11 geregelt, dass zum Schutz der Persönlichkeit auf „Unangemessen sensationelle Darstellung“ verzichtet werden soll. Nach der schrecklichen Germanwings-Katastrophe haben Fernsehsender und Zeitungsreporter bewiesen, dass sie sich einen Dreck um diesen Kodex scheren. Familien der Piloten wurden extrem belästigt, Anwohnern wurde Geld für Interviews geboten, in Gedenksträußen wurden Handykameras versteckt. Im Pressekodex heißt es: „Die Identität von Opfern ist besonders zu schützen“ – das hält den SPIEGEL nicht davon ab, in einer Titelgeschichte zwanzig Opfer namentlich zu nennen. Der Kriminalpsychologe Rudolf Egg erlog im ZDF die Falschinformation, dass der Co-Pilot einen Abschiedsbrief hinterlassen habe. Zahlreiche andere Experten durften in den Medien ihre abartigen Ferndiagnosen verkaufen.

= Der Hohe Gerichtshof in London hat Trinity Mirror, den Verlag der Boulevardzeitungen „Daily Mirror“, Sunday Mirror“ und „Sunday People“ zu Entschädigungszahlungen von 1,25 Millionen Pfund für die Verletzung der Privatsphäre in acht Fällen durch das Abhören der Mailboxen von Prominenten verurteilt. Zu den Opfern gehört der Fußballspieler Paul Gascoigne, der mit 188250 Pfund entschädigt wird. Die Schauspielerin Sadie Frost erhält 260250 Pfund.

= Fast täglich können wir in den Medien lesen „Wie Recherchen zeigen“ oder „Wie Recherchen ergaben“ – auch in seriösen Verlagen. Kaum eine Sendung wird noch ausgestrahlt, ohne dass auf eigene Recherchen verwiesen wird. Neunzig Prozent aller Recherchen in Presse und TV sind keine Recherchen – sie sind billige Prahlerei. Etikettenschwindel ist die neue Branchenkultur.

= Umberto Eco schreibt ein Buch über die Medien und sagt: „Journalismus ist ein Schweinegeschäft und die Pressefreiheit ein Witz. Wahrheit bedeutet den Medienleuten nichts.“

= Es gehört zu den Usancen der italienischen Presse, von vermeintlich exclusiven Gesprächen zu berichten, die nie stattfanden. So machte der „Corriere“ im Herbst aus dem Papstinterview mit ein paar Dutzend mitreisenden Journalisten beim Anflug auf Washington ein Exclusivgespräch.

= Die ARD Tagesschau machte aus den reichsten 62 der Welt „Oligarchen, Ölscheichs oder Milliardenerben“. Ein Blick auf die angebliche Oligarchenliste bei Forbes zeigt, dass in dieser Rangliste der Superreichen ganz überwiegend US-Amerikaner sind, kein einziger Russe, kein Scheich und kaum reiche Erben.

= Wer Österreich regiert, bestimmen die Wähler erst in zweiter Linie. Den Kanzler macht die „Kronen Zeitung“. (FAZ)

= Lange nichts mehr von Herrn Jakob Augstein gehört. Eine seiner herausragenden Feststellungen hörte sich so an: „Angela Merkel – und hier kann man mal einen historischen Prozess an einer einzelnen Figur festmachen – hat Griechenland in eine Rezession gestürzt, die schlimmer ist als die berüchtigte Große Depression der USA. Manche Griechen vergleichen Merkel jetzt sogar mit Hitler.“ (In der damaligen Finanz- und Eurokrise haben Merkel und Schäuble u n d die Merheit der anderen EU-Länder die richtigen Entscheidungen getroffen: Hilfen der EU nur gegen Umsetzung der vereinbarten Reformen. So ist es umgesetzt worden und so hat sich Griechenland mit einer kompetenten neuen Regierung aus der schlimmen Krise befreit)

= Frage der S.Z. an Wolfgang Schäuble: „Sie haben beklagt, dass Kameraleute im Bundestag immer draufhielten, wenn Sie eine Rampe hinunterfuhren.“ Schäuble: „Ich habe gesagt, wenn ich dabei umfiele, würde ich das Bild nicht mehr los. Ich hasse es auch, wenn ich eine Rampe hochfahre und sie stehen da mit den Kameras. Da kann ich ganz unfreundlich werden. Ein bisschen Respekt könnte man ja gegenüber einem Menschen in meiner Situation haben. Ja, diesen Preis zahlt man als Politiker.“

= Bad News are good News – dieses Prinzip pflegt auch die Süddeutsche Zeitung; so lautete im Oktober 2014 eine völlig absurde Feststellung: „Das deutsche Wunder ist zu Ende. Namhafte Wissenschaftler sagen voraus, dass durch den rasanten Fortschritt in der Informationstechnologie beinahe alle Arbeitsplätze der Mittelschicht durch intelligentere Roboter oder neue digitalisierte Prozesse wegfallen.“