Spirituelle Zukunftsmusik: Die Katholikin und Zen-Lehrerin Pia Gyger über die Vision einer politischen Synergie:

„Synergie bedeutet Zusammenwachsen. Ein Organismus hat dann hohe Synergie, wenn die Elemente ihre eigenen Ziele verfolgen, diese Ziele aber im Dienst des Gesamtorganismus stehen. Die Menschheit ist ein Organismus mit noch niedriger Synergie. Damit Synergie im wachsenden Menschheitsleib zunimmt, muss jedes Individuum, jede Völkergruppe und jede Nation die Ziele des Gesamtorganismus Menschheit kennen und bereit sein, diesen Zielen zu dienen.“

Die politische Folgerung aus dieser Prämisse lautet für Pia Gyger, daß die Menschheit ein Zentrum braucht, „das zentrierter ist“ als die heutigen Vereinten Nationen. „Soll Synergie auf Weltebene entstehen, müssen die UN strukturell und ideell erneuert werden.“

 

Drei Gedichte von Robert Gernhardt:

= Gesetzt den Fall ………

Gesetzt den Fall, ihr habt ein Schaf gekränkt – („Gesetzt den Fall“ heißt „Nehmen wir mal an“) -, gesetzt den Fall, es hat den Kopf gesenkt und ist euch böse – ja, was dann?

Dann sollt ihr dem Schaf was Liebes sagen, ihr könnt ihm auch dabei den Rücken streicheln, ihr dürft nicht „Na? Warum so sauer?“ fragen, ihr müßt dem Schaf mit Freundlichkeiten schmeicheln.

Sagt mir jetzt nicht: „Ich wohn doch in der Stadt, wo soll ich da um Himmelswillen Schafe kränken?“ Ich gebe zu, daß das was für sich hat, doch bitte ich euch trotzdem zu bedenken:

Ein gutes Wort ist nie verschenkt, nicht nur bei Schafen, sondern überall. Auch treffe ich Schafe öfter, als ihr denkt. NIcht nur auf Wiesen. Und nicht nur im Stall.

(Na wo denn noch?)

= Schön und gut und klar und wahr

Da sind diese vier weißen Tauben, die sich in das Blau des Himmels schrauben.

Sie leuchten sehr auf beim Steigen, um sich kurz drauf dunkel zu zeigen.

Das machen sie immer gemeinsam, nie flog auch nur eine je einsam.

Warum die das tun? Keine Ahnung. Möglicherweise als Mahnung.

Es ist schön, sich im Aufwind zu wiegen – es ist gut, nicht alleine zu fliegen – es ist klar, daß Steigen schon viel ist – es ist wahr, daß der Weg das Ziel ist.

= K a n t

Eines Tages geschah es Kant, daß er keine Worte fand.

Stundenlang hielt er den Mund, und er schwieg nicht ohne Grund.

Ihm fiel absolut nichts ein, drum ließ er das Sprechen sein.

Erst als man zum Essen rief, wurd´ er wieder kreativ,

und er sprach die schönen Worte: „Gibt es hinterher noch Torte?“

 

Aus Erich Fromms Buch „Die Kunst des Liebens“:

„Die Liebe, die allen Arten der Liebe zugrunde liegt, ist die Nächstenliebe. Damit meine ich das Gefühl der Verantwortlichkeit, der Fürsorge, des Respektes und des Wissens gegenüber allen anderen menschlichen Wesen, also den Wunsch, das Leben des anderen zu fördern. Das ist auch jene Art von Liebe, von der die Bibel spricht, wenn sie sagt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Die Nächstenliebe ist Liebe zu allen menschlichen Wesen; charakteristisch für sie ist das Fehlen der Ausschließlichkeit. Wenn ich die Fähigkeit des Liebens entwickelt habe, kann ich nicht umhin, meinen Nächsten zu lieben. In der Nächstenliebe liegt das Elebnis der Vereinigung mit allen Menschen, das Erlebnis der menschlichen Solidarität und der menschlichen Einheit.

 
 
 

Banale – aber wichtige Hinweise zum Thema Gesundheit

= Vegetarier öfter depressiv: Forscher in den USA haben einen Zusammenhang zwischen dem Verzicht auf Fleisch und einer schlechteren seelischen Gesundheit gefunden. Nach der Auswertung von 18 Studien mit 160.000 Teilnehmern leiden Vegetarier und Veganer öfter unter Depressionen und Ängsten. Unter ihnen finden sich auch zweimal so häufig Betroffene, die verschreibungspflichtige Psychopharmaka einnehmen.

= Man sollte seine Zahnbürste jeden Tag gründlich reinigen, gut trocknen und spätestens nach drei Monaten ersetzen.

= Wenn Sie Lebensmittel einkaufen, achten Sie auf das Haltbarkeitsdatum! Die Ware mit dem länger gültigen Haltbarkeitsdatum steht im Regal immer hinten!

= Keine parfumierte Seife sondern neutrale „Arztseife“ verwenden.

= Während der Malzeiten sollte man nicht trinken – auf keinen Fall mit Zucker versetzte Softgetränke. Zucker ist Giftstoff Nummer Eins – auch schlecht für die Verdauung.

= Warum am Montag keinen Salat kaufen? Weil am Wochenende nicht geerntet wird und der Salat dann mindestens drei Tage alt ist und kaum noch Vitamine enthält.

= Zwei Eier pro Tag sind gesund. Nicht zu hart kochen!

= Man soll sein Essen so gründlich kauen, dass man es trinken kann! Das gilt besonders für Rohkost!

= Sitzen ist nicht optimal für Körper und Muskulatur. Stehen ist besser als Sitzen. Gehen ist besser als Stehen. Tägliche Bewegung verlängert das Leben. Und: Es gibt kein schlechtes Wetter – es gibt nur falsche Kleidung.

= Kurzer Mittagsschlaf (30 – 45 Minuten) macht nicht müde – sondern fit!

= „Frei laufende Hühner“ nehmen mehr Dioxine und schlechte Bodenpartikel auf.

= Gegen Stress oft k l e i n e Mengen trinken. (Empfehlung: Nicht zu kaltes Wasser ohne Kohlensäure)

= Kaffee galt lange als ungesund und wurde von manchen Experten als Gift bezeichnet. Neuere seriöse Studien kommen zu dem gegenteiligen Ergebnis. Bis zu drei Tassen Kaffee am Tag verringern die Sterblichkeit um 17 Prozent, das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall um 15 Prozent und das Risiko für Krebs um 18 Prozent.

= Erhitzter Käse – z.B. auf Pizzen – ist für die Verdauungsorgane ein echtes Problem!

 

Die Welt ist ein Dorf

= Die Märchenerzählungen über Russland gehen weiter – auch in der FAZ. Eine Frau Katharina Wagner schreibt aus Moskau: „Die russische Frau muss sich neben der Arbeit um Kinder und Haushalt kümmern und dazu immer perfekt aussehen. In Fragen der Gleichberechtigung steht Russland heute schlechter da als zu Zeiten der Sowjetunion – aber der Kreml nimmt das Thema nicht ernst.“ Absurder geht es nicht !!!

= Wer sich gegen Rassismus wendet, vergangene Kolonialzeiten anprangert oder sich für die Gleichstellung der Frau einsetzt, tut dies vor allem auch deshalb, weil mit Rassismus, Kolonialismus oder Ungleichbehandlung Einschränkung und Missachtung von Freiheit der Betroffenen verbunden ist. Dass die Protagonisten dieser durchaus berechtigten Anliegen ihre Überzeugung mit den Mitteln der Diskriminierung und Unterdrückung von Meinungen, also mit Eingriffen in die Meinungsfreiheit durchsetzen wollen, ist widersprüchlich und unglaubwürdig. Anderen vorzuschreiben, was sie zu sprechen und zu schreiben und sogar zu denken haben, erinnert an Methoden totalitärer Regime der Vergangenheit und der Gegenwart. Man fragt sich, ob dies allen so bewusst ist, die sich dem Sprachdiktat der Aktivisten unterwerfen. (Frithjof Kühn)

= „Deutschland ist uns sehr nah“. Der neue slowakische Ministerpräsident Eduard Heger in der FAZ: „Jedes Land ist ein vollwertiges Mitglied der EU; alle Stimmen wiegen gleich viel. Das muss man schützen. Natürlich sind einige Länder größer, andere kleiner, und Themen sind hier und dort unterschiedlich wichtig. Aber wichtig ist der gegenseitige Respekt, das ist der Schlüsselwert der EU. Niemand darf seine Interessen denen eines anderen überordnen. Deutschland ist für die Slowakei ein sehr wichtiger Partner, wir sind uns sehr nah, nicht nur in den Handelsbeziehungen. Ich möchte mich bedanken für die langjährige gute Zusammenarbeit. Die Slowakei wird alles dafür tun, dass sich die Beziehungen weiter entfalten.“

= „Die Wüste lebt – und wie! Zwischen den Dünen der Namibwüste und den Schluchten der Naukluftberge spriesst frisches Grün, Lilien öffnen ihre Kelche, und das staubtrockene Sossusvlei hat sich in einen See verwandelt: Im Südwesten Namibias hat es geregnet wie schon lange nicht mehr.“ (NZZ)

= „Im US-Bundesstaat können Todeskandidaten zukünftig wieder erschossen werden. Das zeigt, dass die Todesstrafe nicht abschreckt, sondern die Menschen verroht, die über sie entscheiden.“ (C.i.G.)

= „Exodus der Christen geht weiter. Das katholische Medienzentrum in Amman hat davor gewarnt, dass weitere Christen den Nahen Osten in Richtung Westen verlassen. Gründe sind Kriege und Verfolgung. Damit wird der Region irreparabler Schaden zugefügt. Der christliche Bevölkerungsanteil in Syrien, der früher bei acht bis zehn Prozent (etwa 1,5 Millionen Menschen) lag, hat sich halbiert. Nach der Explosion im Hafen von Beirut haben etwa 380.000 Menschen, mehrheitlich Christen, einen Auswanderungsantrag gestellt.

 
 
 

Deutschland ist ein gutes Land ! Wir haben in den letzten 70 Jahren in allen Bereichen (Wirtschaft + Soziales + Rechtsstaatlichkeit + Außenpolitik u.a.) eine extrem gute Entwicklung genommen. Das verdanken wir auch den Politikern, die seit 1949 für uns tätig sind und die fast immer vom „Volk“ und den Medien in Grund und Boden kritisiert oder diffamiert werden. Wir sollten uns bei den demokratischen Politikern herzlich bedanken ! Und jeder, der mit den Politikern unzufrieden ist, sollte einer demokratischen Partei beitreten und versuchen, es noch besser zu machen !

 
 
 

Waffen oder Fahrzeuge für Verletzte ?

Der Grüne Robert Habeck will sich schon mal für ein Ministeramt qualifizieren und tourt durch die Ukraine, lässt sich vom Staatspräsidenten und Ministerpräsidenten und Außenminister empfangen. Nach den Gesprächen erklärt Habeck, dass er den Wunsch der Ukraine nach Waffenlieferungen für berechtigt hält. Die Lieferung von Waffen in Krisengebiete widerspricht den Prinzipien der Bundesregierung u n d jenen von Habecks Partei. Als der Herr merkte, dass er auf Abwege geraten war, liess er von seinen Mitarbeitern verbreiten, Habeck habe keine Kriegswaffen sondern nur Systeme zur Minen-Entschärfung und ähnliches Gerät gemeint. Der grüne Außenpolitiker Trittin machte seinen Kollegen auf die einheitliche europäische Linie aufmerksam, dass der Ukraine-Konflikt nur politisch und nicht militärisch zu lösen sei.

Bei dieser Gelegenheit wurde nochmal klargestellt, dass die Grünen sich zu Israel, zur Freundschaft mit Frankreich und zur Partnerschaft mit den USA bekennen; an mancher Stelle rücken sie sogar näher an Amerika als andere Parteien; so lehnen sie den Bau der Pipeline Nordstream 2 wegen der angeblichen Abhängigkeit von Russland ab. Auch das nach langen und zähen Verhandlungen erreichte Abkommen zwischen der Europäischen Union und China weisen die Grünen zurück.

Das alles kann nur bedeuten: Zusammen mit den USA gegen Russland und China.

 

Warum will die AfD den Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union ?

Das hat die AFD in ihrem Wahlprogramm für die kommende Bundestagswahl beschlossen. Die Gründe für diesen Beschluss sind logisch und nachvollziehbar: Nur außerhalb der EU kann es der AfD mit einer Mehrheit im deutschen Parlament gelingen, unseren Rechtsstaat auszuhebeln und die parlamentarische Demokratie ihren Machtbedürfnissen „anzupassen“.

Die Wiedereinführung der Deutschen Mark wird dann zu einer drastischen Aufwertung unserer Währung führen und diese Aufwertung wird unsere Exportindustrie veranlassen, Millionen Arbeitsplätze abzubauen. Bei zehn Millioen deutschen Arbeitslosen und einbrechenden Steuereinnahmen bleibt der Regierung keine andere Wahl, als den Notstand auszurufen, die Demokratie „vorübergehend“abzuschaffen, alle „Ausländer“ mit und ohne deutschen Pass aus dem Land zu jagen oder „vorübergehend“ zu inhaftieren.

 

Seiner Zeit weit voraus: August Bebel

Der selbständige Drechslermeister August Bebel war 1869 Mitbegründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SAP), der Vorläuferpartei der SPD. Ab 1871 saß er als Abgeordneter im Reichstag, er blieb es bis zu seinem Tod 1913.

Bebels bekanntestes und wichtigstes Werk, „Die Frau und der Sozialismus“, schrieb Bebel bereits 1879. Zunächst erschien das Buch illegal. Doch bis zu seinem Tod wurden 50 Auflagen veröffentlicht, es wurde somit zum meistgelesenen marxistischen Werk Deutschlands im 19. Jahrhundert. In dem Buch setzt sich Bebel für eine Teilhabe der Frauen am öffentlichen Leben und in der Gesellschaft ein. Unter anderem schrieb er dort:

„Es gibt keine Befreiung der Menschheit ohne die soziale Unabhängigkeit und Gleichstellung der Geschlechter.“

 
 

Ein Buch, das man gelesen haben muss: „Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs“ von Colin Goldner. Daraus einige Zitate:

  • „Am Abend des 27. Juni 1994 fielen in der japanischen Stadt Matsumoto die Vögel vom Himmel, Hunde und Katzen verendeten auf der Straße. Menschen wanden sich in Krämpfen auf dem Boden, sieben davon starben, mehr als 200 erlitten bleibende körperliche Schäden. Als Ursache stellten Wissenschaftler eine freigesetzte Wolke des Nervengiftes Sarin fest, eines Kampfstoffes, der von den Nazis für den Einsatz im Zweiten Weltkrieg entwickelt worden war. Monatelang tappten die Ermittlungsbehörden in Dunklen, auf die Idee, bei der merkwürdigen Sekte „Aum Shinrikyo“ nachzuforschen, die nahe der Stadt eine Dependance errichtet hatte, kam niemand. Man scheute die direkte Konfrontation mit der Sekte, die in diesem Bezirk über 1500 Mitglieder hatte. Aum Shinrikyo war als äußerst gewalttätig bekannt, wer nicht unmittelbar physisch eingeschüchtert werden konnte, wurde mit einer Flut an Prozessen überzogen. Im Rückblick allerdings, wie die Journalisten David Kaplan und Andrew Marshall in ihren minutiösen Recherchen über Aum Shinrikyo es formulierten, erscheint es unfassbar, dass die Behörden nicht gegen die Sekte vorgingen: „Die Liste ihrer Verbrechen wurde jeden Monat länger und erschreckender: betrügerische Geschäfte, Grundstücksschwindel, medizinische Fehlbehandlungen, Erpressung, Drogenmißbrauch, Verstoß gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz, Herstellung chemischer Waffen, Kidnapping und Massenmord. Die Erklärung für die Untätigkeit der Behörden ist ebenso simpel wie erschreckend: Es handelte sich bei Aum Shinrikyo um eine staatlich registrierte und steuerlich begünstigte Religionsgemeinschaft, der niemand kriminelle Taten solch monströsen Ausmaßes zutraute. Nicht zuletzt hatte Aum diese staatliche Anerkennung durch ein offizielles Empfehlungsschreiben des „Rates für religiöse und kulturelle Angelegenheiten seiner Heiligkeit des Dalai Lama“ vom 25. Mai 1989 erhalten.
  • Anfang 1995 konnte die Sekte die Aufdeckung ihrer verbrecherischen Machenschaften gerade noch einmal verhindern. Am Neujahrstag erschien auf der Titelseite von Japans größter Tageszeitung „Yomiuri Shimbun“ ein Artikel, in dem Aum erstmals direkt mit den Giftgas-Vorfällen in Verbindung gebracht wurde. In Windeseile wurde daraufhin die Todesfabrik bei Kamikuishiki zu einem Tempel umgebaut: die chemische Laborausstattung wurde zerstört oder demontiert und in andere Sektenstützpunkte verbracht, die gelagerten Grundstoffe zur Herstellung von Sarin, darunter zehn Tonnen Methylphosphorsäuredimethyl, wurden in einen Brunnen entsorgt, sämtliche Räume wurden gereinigt und desinfiziert. Alles, was auf chemische Produktion hätte hindeuten können, wurde entfernt. Dafür errichtete man im Hauptgebäude eine gigantische Buddhastatue, die man nun der Öffentlichkeit präsentierte. Trotz aller Durchsichtigkeit des Aum-Manövers: wieder fassten die Ermittlungsbehörden nicht nach. Am Montag, dem 20. März 1995, kurz nach acht Uhr morgens, verwandelte sich die Tokyoter U-Bahn in eine Todesfalle. In fünf U-Bahnzügen entwich aus Plastikbeuteln mörderisches Giftgas. Als die Züge stoppten, bot sich ein apokalyptisches Bild: In heilloser Panik stürzten die Menschen aus den Waggons, erbrachen sich, spuckten Blut; mit glasigen Augen stolperten sie wie Zombies auf die Ausgänge zu, viele sackten lautlos in sich zusammen, andere wälzten sich von Krämpfen geschüttelt auf dem Boden, aus ihren Mündern quoll blutiger Schaum. „Da das Nervengas die Lungen der Verseuchten angegriffen hatte, war fast kein menschlicher Laut zu hören.“ Über 5000 teilweise schwer Verletzte wurden auf die Krankenhäuser der Stadt verteilt. Als ein Militärarzt Sarin als Ursache diagnostizierte, wurde überall in der Stadt das Gegenmittel PAM verabreicht. Mehrere Patienten lagen im Koma, die Zahl der Toten war auf zwölf gestiegen.
  • Endlich traten die Behörden in Aktion. Innerhalb einer Woche wurden 25 Aum-Zentren in ganz Japan untersucht. Man fand bizarre Laboratorien, entdeckte biologische Waffen, Sprengstoffe und automatische Gewehre. Die geschockte Öffentlichkeit erfuhr, dass Aum Shinrikyo über ein Arsenal an Gift- und Kampfstoffen verfügte, das ausreichte, um mehrere Millionen Menschen auf einen Schlag zu töten. Der Begründer und Guru der Sekte, Shoko Asahara, wurde aufgespürt; ihm wurde nachgewiesen, dass er persönlich die Giftgasattentate und weitere Morde angeordnet hatte.
  • In den 1980er Jahren hatte Asahara die Idee, seine Aum-Gemeinschaft durch einen Besuch beim Dalai Lama, der in Japan ein enormes Ansehen genoss, aufzuwerten. Er reiste im Sommer 1987 nach Nordindien und wurde sofort vom Dalai Lama in Privataudienz empfangen. Ganz offenbar übte Asahara bei dieser ersten Zusammenkunft enorme Wirkkraft auf den Dalai Lama aus; er wurde mit Weihwasser besprenkelt, gesegnet und mit einer weitreichenden spirituellen Aufgabe betraut. Zurück in Japan veröffentlichte Asahara den Wortlaut seiner Unterredung mit dem Dalai Lama in einer eigenen Schrift „Supreme Initiation“ und er betrieb Werbung mit seinen „besten Verbindungen zum spirituellen Oberhaupt der Tibeter“. In den Folgejahren wurde Asahara noch mehrmals in Privataudienz empfangen und in buddhistische Geheimlehren eingeführt; schließlich erhielt er im Mai 1989 noch zwei hochoffizielle Empfehlungsschreiben, die ihn als „kompetenten religiösen Lehrer“ auswiesen.
  • Asaharas abstruse Endzeit-Visionen, aufbereitet in einer Mischung aus Science-Fiction und Cyborg-Cartoon, fiel gerade bei den jungen Japanern der High-Tech-Generation auf fruchtbaren Boden. Wie zu Beginn seiner Betrügerkarriere verhökerte Asahara seiner gläubigen Anhängerschaft zu Irrwitz-Preisen irgendwelche Wundermittel; so verkaufte er etwa Schnipsel seines Bartes als Heilsbringer, den Zentimeter zu exakt 375 US-Dollar; auch sein schmutziges Badewasser, „Zauberteich“ genannt, konnte käuflich erworben werden – für 800 US-Dollar pro Liter.
  • Sex untereinander war den Aum-Anhängern streng untersagt. Der Guru selbst behielt es sich vor, attraktive weibliche Neuzugänge mittels seiner wundertätigen Körpersäfte zu „initiieren“; daneben hielt er sich einen Harem Dutzender von Gespielinnen. Zwei Gläubige, die beim Sex erwischt worden waren, ließ Asahara an den Füßen aufhängen.
  • War der Dalai Lama blind bei seinen Begegnungen mit Asahara? Was bewog ihn, eine Art spirituelle Bürgschaft auszustellen für einen offensichtlich psychopathologischen Kriminellen? Für einen Menschen, über den die New York Times schrieb: „Er hat Ähnlichkeit mit dem brutalsten Visionär unseres Jahrhunderts (gemeint ist Adolf Hitler), eine wenig beeindruckender, schlecht gebildeter Mann, der eine Lumpensammlung von zweitklassigen Ideen predigte.“ Oder waren die Millionenspenden, die Asahara dem Dalai Lama zukommen ließ, ausschlaggebend?
  • Kritische Stimmen von außen wußte Asahara durch blanken Terror zum Schweigen zu bringen: Ende 1989 etwa wurde der Tokyoter Anwalt und Sektenspezialist Tsutsumi Sakamoto, der eine Bürgerinitiative gegen Aum vertrat, zusammen mit seiner Frau und seinem 14 Monate alten Sohn von einem Rollkommando ermordet.
  • 1995, nur sechs Jahre nach jener einträglichen Empfehlung durch den Dalai Lama, belief sich das Vermögen der Sekte auf rund eine Milliarde US-Dollar.
  • Erst nach weiteren Terroranschlägen 1995 wurde Aum Shinrikyo der Status einer Religionsgemeinschaft aberkannt; bis 1997 wurden über 100 Führungskader der Sekte zu hohen Gefängnis- oder Geldstrafen verurteilt; zwölf Todesurteile wurden verhängt – auch Asahara gehörte dazu; die Todesurteile wurden allerdings nicht vollstreckt.
  • Die Reaktion des Dalai Lama und seines Hofstaates auf die Terroranschläge Asaharas war bezeichnend: Plötzlich wurde behauptet, Asahara sei „niemand Besonderes“ gewesen. „Seine Heiligkeit“ verlautbarte, für ihn sei der Japaner einfach einer unter Hunderten von Verehrern gewesen, die er jedes Jahr empfange. Es wird sogar behauptet, das Foto, auf dem der Dalai Lama händchenhaltend mit Asahara in die Kamera grinst, sei eine Fälschung.
  • Eine wesentliche Rolle in der propagandistischen Vorarbeit für die Verleihung des Friedensnobelpreises an den Dalai Lama hatte die seinerzeitige Bundestagsabgeordnete der Grünen, Petra Kelly, gespielt. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten, dem Bundeswehrgeneral a.D. Gerd Bastian, hatte sie unermüdlich und mit streckenweise ans Pathologische grenzenden Fanatismus Öffentlichkeit für die „Sache Tibets“ herzustellen versucht.

„Goldners Studie ist Aufklärung im besten Sinne und eine von einem demokratischen Gesellschaftsbild geleitete, mit unbeirrbarer Akribie jede Behauptung mit Dokumenten untermauernde Geschichtsschreibung.“ (Badische Zeitung)

„Das Buch entmystifiziert den tibetischen Buddhismus als gewalttätig, terroristisch, frauenfeindlich, demokratiefeindlich.“ (Unsere Zeit)

„Der Mythos vom buddhistischen Pazifismus und von der Zerstörung des tibetischen „Paradieses“ durch die chinesischen Invasoren wird demontiert.“ (humanismus aktuell)

Zu Zeiten des Dalai Lama war das Leben der Tibeter geprägt von Feudalismus, bitterer Armut und religiösem Fundamentalismus. Der Schulunterricht in Klöstern bestand im auswendig-lernen von religiösen Formeln und Phrasen – allerdings nur für Jungen; die Mädchen hatten zu Hause zu bleiben und ihre Mütter hatten auf dem Feld zu schuften. Das hat sich seit der Machtübernahme der Chinesen fundamental geändert. Einerseits hat China den Tibetern seine Einparteien-Diktatur aufgezwungen. Andererseits ist der Lebensstandard (Wohnen, Schulsystem, Gesundheitsfürsorge, Rentensystem, Technologie u.a.m.) drastisch verbessert worden. Millionen Touristen, die außerhalb der Corona-Krise nach Tibet fahren, können das bezeugen.