Sogyal Rinpoche:

„Spirituelle Wahrheit ist nichts Kompliziertes oder Esoterisches, sie ist einfach tiefgründiger, gesunder Menschenverstand. Wenn wir die Natur des Geistes erkennen, fallen die Schichten der Verwirrung ab. Wir „werden“ nicht zu einem Buddha, sondern hören einfach allmählich auf, verblendet zu sein. Ein Buddha zu sein bedeutet nicht etwa, sich in eine Art allmächtigen, spirituellen Supermann zu verwandeln, sondern – endlich – ein wahrer Mensch zu sein.“

 

Ein Weg zum inneren Frieden

Nach innerem Frieden zu suchen gehört zu den ältesten Bestrebungen der Menschheit. Das Auf-der-Suche-Sein nach Gelassenheit und Unabhängigkeit – ein Phänomen, daß vielleicht unweigerlich mit Bewußtsein einhergeht – hat die überragenden Denker der gesamten Menschheitsgeschichte beschäftigt. Derart real und vordringlich stand offenbar den frühen Denkern ihr Bedürfnis nach innerem Frieden vor Augen, daß sich in den Gesellschaften des Altertums Lehren über geistige Freiheit und entsprechende Techniken zugleich mit den materiell nutzbaren Technologien entwickelt haben.

Das „Wenzi“, ein uraltes chinesisches Buch, beschreibt den Ursprung und die Entwicklung der komplizierter werdenden menschlichen Psyche in verschiedenen Abstufungen. Zunächst war es noch nicht zum Verlust der reinen Einfachheit gekommen; daher waren alle Wesen sehr entspannt. „Als die Gesellschaft aus diesem ursprünglichen Zustand herausfiel „gab es das Erwachen eines von Absichten geleiteten Bestrebens. Die Menschen befanden sich auf der Schwelle zwischen dem Verlust ihres unschuldigen Geistes und einem bewußten Verständnis des Universums.“ Schließlich hatten sich alle Menschen aufgerichtet, und denkend hielten sie der Belastung durch visuelle und akustische Sinneseindrücke stand.“ Letzten Endes „entwickelten sie sich dahingehend, daß sie an den Dingen Geschmack fanden und ihr Begehren auf diese richteten und ihr Erkenntnisvermögen wurde von Äußerlichkeiten in die Irre geführt.“ Diese über die Menschheit gekommenen geistigen Gebrechen hörten in der Folgezeit nicht auf, Angst, Zwistigkeiten, unrechtmäßige Übergriffe und alles andere hervorzubringen, was wir als verderblich und nicht wünschenswert ansehen.

Über Jahrhunderte, ja Jahrtausende hinweg sind unzählige Wege zum inneren Frieden ausprobiert, aufgegriffen, adaptiert und fallengelassen und dann auch schriftlich festgehalten worden.

Ein besonders hoch angesehener Text heißt „Dhammapada“ (Der Wahrheitspfad oder Darlegung der Grundwahrheit). Es ist eine populäre Sammlung von Äußerungen über den Weg zum inneren Frieden; sie sind den Lehrreden des Gautama Buddha entnommen, der etwa 500 Jahre vor Christus lebte. Von Gautama heißt es, er habe vollkommene Geistesruhe erreicht. Er soll 49 Jahre darauf verwandt haben, von Ort zu Ort zu wandern, um anderen zu vermitteln, wie sie ebenfalls zu Gelassenheit und Unabhängigkeit gelangen können.

Buddhas Unterweisungen handeln n i c h t von Ritual oder Dogma, da er ja in Abrede stellte, daß diese zu Freiheit und Erleuchtung führen könnten. Buddha teilt auch n i c h t die Vorliebe der alteingesessenen Priesterschaft für die Pflege kultischen Zeremoniells; er verzichtete auf die verschlüsselten Sprachcodes der brahmanischen Priester und sprach mit Menschen aus allen Lebensbereichen in ihrer eigenen, regional gefärbten Sprache.

„Nie im Leben erlöschen Hassgefühle dadurch, daß man Hass empfindet; vielmehr tun sie dies dadurch, daß man keinen Hass empfindet; das ist eine unabänderliche Wahrheit.“ Ein Sprichwort im Zen-Buddhismus besagt: „Gedanken hervorrufen ist ein Gebrechen; sie nicht aufzugreifen das Heilmittel.“

Buddhisten sehen es als unverrückbares Seinsgesetz an, daß wir – auf individueller und kollektiver Ebene – die Resultate unserer Handlungen erfahren; buddhistische Begriffe von Moral und Verantwortung beruhen auf diesem Kausalsatz.

Zitate aus Dhammapada:

„Schaue nicht auf die Fehler von anderen oder auf das, was andere getan oder nicht getan haben; gib Obacht auf das, was du selbst getan oder nicht getan hast.“

„Ein Narr, der sich seines Unverstands bewusst ist, ist durchaus weise; der Narr, der sich selbst für weise hält, ist derjenige, den man als Narren bezeichnen muss.“

„Ein Mensch, der wenig gelernt hat, altert wie ein Ochse; seines Leibesfülle nimmt zu, seine Einsicht dagegen nicht.“

„Sei deiner selbst gewahr und erkenne dich selbst; falls du nicht über dich Bescheid weißt, kannst du auch sonst nichts wissen.“

„Autoritäres Gehabe und Buddhismus sind unvereinbar: Die Idee, Buddhismus sei autoritär, die sogar von manchen seiner Anhänger, insbesondere im Westen, vertreten wird, beruht auf falschen Vorstellungen von Buddhismus.“

„Wer Vollendung erlangt hat, ist frei von Furcht, Leidenschaft oder Anhaften; er hat die Schranken des Daseins durchbrochen und ist frei von dem Zwang „jemand sein“ zu müssen; er hat den vollkommenen inneren Frieden erlangt.“

Fortsetzung folgt.

 

Primitive Verleumdung

Der Star-Journalist Feldenkirchen im SPIEGEL über Angela Merkel:

„Viel wahrscheinlicher ist, dass sie als Frau in die Geschichtsbücher eingehen wird, die das deutsche Parteiensystem auf dem Gewissen hat.

Merkel hat die CDU bewusst weit nach links gerückt, um die SPD derart zu schrumpfen, dass sie als einzige Konkurrentin um die Macht ausfällt. Dass die Union damit den rechten Rand preisgegeben hat und so den Aufstieg einer neuen, rechten Partei ermöglichte, hat Merkel in Kauf genommen.

Merkels Politik zeugt von einer Sorg- und Achtlosigkeit gegenüber der politischen Stabilität im Lande, deren Folgen sich nun zeigen.

Nach 18 Jahren Angela Merkel als Vorsitzende der CDU und nach 13 Jahren als Bundeskanzlerin ist die politische Landschaft so zerzaust und durcheinandergewirbelt wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik.“

 

Fremde Heimat – Fernes Land

Vor 200 Jahren gründeten Auswanderer aus Württemberg ein Dorf im Kaukasus. Jetzt entdeckt der Ort seine Vergangenheit.

Dieses Licht! Sanft und doch strahlend, so frisch und klar, man meint es riechen zu können. Jetzt dort hinten mit dem Pferd über die grasbewachsene Eben galoppieren, auf das Gebirge zu, auf die schneebedeckten Gipfel des Kleinen Kaukasus. Schwer zu begreifen: Diese Weiten, sattgrün im Frühling, sonnenverbrannt im Herbst, das war ihre Heimat. Die der Auswanderer aus Württemberg, aus Reutlingen, Betzingen, Altbach, insgesamt 140 Familien, die vor zwei Jahrhunderten dieses Dorf hier gegründet haben, nach einer gefahrvollen und verlustreichen Reise von anderthalb Jahren: Helenendorf.

Sie hatten einem Land den Rücken gekehrt, das unerträglich geworden war. Württemberg war ausgeblutet durch zwei Jahrzehnte napoleonische Kriege, regiert von einem König, dem die hungernden Bauern erklärtermaßen wurscht waren und der das Land auspresste, um in Stuttgart und Ludwigsburg seinen prächtigen Hofstaat zu unterhalten. Dazu kam eine fürcherliche Serie von Missernten – mit dem Höhepunkt 1816, dem „Jahr ohne Sommer“. Die Obstbäume fruchteten nicht, das Getreide verfaulte auf den Feldern; der Zehnt aus der Weinernte, der an die Oberfinanzkammer gemeldet wurde, fiel von 16.842 Eimern im Jahr 1811 auf 654 Eimer 1816. Für viele war der Glaube die einzige Zuflucht; der Pietismus und die Hoffnung auf eine baldige Wiederkehr Christi entwickelten sich zu einflussreichen Strömungen.

Da kam das Angebot des russsichen Zaren Alexander I. (der ein halber Schwabe war, denn seine Mutter war Württembergerin) wie gerufen: Er bot Auswanderwilligen eine neue Heimat im Kaukasus, mit Religionsfreiheit und ohne Militärpflicht. Wer dabei sein wollte, musste allerdings Handwerker oder Weinbauer sein und ein beträchtliches Barvermögen von 300 Gulden vorweisen. Es war klassischer Mittelstand, der da sein Land verließ.

So entstand diese deutsche Dorf, weitab im Orient. „Romantisch und lieblich am Nordhang des Kleinen Kaukasus gelegen“, so eine Reisebericht von 1910, „erblüht im fernen Asien zwischen wilden Völkern ein deutsches Gemeinwesen.“ Der Autor lobt die „Arbeitsamkeit und Redlichkeit“ der Siedler, die sich „eine feste Anhänglichkeit an das Heimatland ihrer Voreltern bewahrt“ hätten. Nach extrem schwieriger Anfangszeit war Helenendorf zu einer prächtigen Gemeinde herangewachsen. Die Wagenbaufirma Votteler verkaufte weithin ihre vierrädrigen Pferdewagen, die Vohrers und die Hummels verkauften ihren Wein; es gab Kirche und Schule, Sinfonie- und Blasorchester, alle denkbaren Handwerke und die erfolgreiche Winzergenossenschaft Konkordia, die in vielen Städten Niederlassungen unterhielt.

Wie fern das alles ist! Das Land heißt heute Aserbaidschan, und Helendorf heißt Göygöl.

Margarete Reitenbach wurde 1933 in Helenendorf geboren; ihr Vater wurde 1937 als angeblicher Spion verhaftet und erschossen. 1941 wurde Helene mit ihrer Familie wie alle Deutschen in die kasachische Steppe deportiert, wo es in den ersten Monaten ums nackte Überleben ging; jahrzehntelang lebte sie dann im sowjetischen Kassachstan, bis sie Anfang der Neunziger nach Deutschland übersiedeln durfte. Jeder hier hat solche Geschichten von Vater, Onkel, Großvater, deportiert, verhaftet, erschossen; oft existieren nicht einmal Unterlagen über die genauen Todesumstände, geschweige denn, das man einen Ort zum Trauern hätte.

Darauf angesprochen, erzählt Margarete Reitenbach von ihrem Enkel, der in der Schule gefragt wurde, wie viele Sprachen er spreche. „Drei“, war die Antwort, „Deutsch, Russisch und Wogehtschtna.“ – „Was ist das?“ – „So spricht d´Oma.“ Die wahre Heimat ist manchmal eben doch die Sprache. (Aus der FAZ – Autor Martin Rasper)

 
 

Langfristig sinnvoll sparen: Das geht nur mit Aktien !

Alle Katastrophen und Kriege der letzten 120 Jahre haben nicht verhindern können, dass Aktien großer und kompetenter Unternehmen unter Einbeziehung der Inflationsraten einen Wertzuwachs geschafft haben. Gute Beispiele sind die Finanzkrise vor über zehn Jahen, als angeblich alles den Bach runterging und die Kurse danach höher lagen als vor der Krise und auch aus der Corona-Krise wird die Weltwirtschaft gestärkt hervorgehen und die Kurse werden – wahrscheinlich – im Laufe des nächsten Jahres das Vorkrisen-Niveau übertreffen.

Natürlich steigen nicht alle Kurse ! Für die Beurteilung sind zwei Aspekte besonders wichtig:

  • Nicht alle Regionen der Welt entwickeln sich im gleichen Tempo. Asien wird m.E. bei den Wachstumsraten deutlich vorne liegen. Charles Munger von Berkshire beschreibt das so: „Die Asiaten sind so, wie die Deutschen nach dem Krieg waren – es gibt eine neue Art von Deutschen, die man Chinesen nennt; die neuen Deutschen sind gelb. Als komplette Volkswirtschaft hat sich China schneller entwickelt, als je ein einziges der großen Unternehmen in der Menschheitsgeschichte gewachsen ist. Auch Korea hatte keine guten Voraussetzungen für seine Entwicklung: kein Öl, keine Kohle, dazu schlechte Bedingungen für die Landwirtschaft und einen langen schmerzhaften Krieg; 40 Millionen Menschen auf einem lausigen Stück Land – und schauen Sie, was sie aus nichts gemacht haben, seit der Krieg vorbei ist.“ Auch Taiwan, Singapur, Indonesien, Malaysia und andere Länder werden versuchen, die „gelben Deutschen“ zu kopieren. Auf die Schwellen- und Entwicklungsländer entfallen etwa 80 Prozent der Weltbevölkerung – aber nur etwa 15 Prozent des Börsenwerts aller an den Weltbörsen gehandelten Aktien. (Auch Europa und die USA werden sich gut entwickeln, weil sie eine wissenschaftlich und technologisch und politisch starke Basis haben)
  • Natürlich werden nicht alle Branchen gleich stark wachsen. Bei längerfristigen Prognosen fallen zwei Trends besonders auf: Die Weltbevölkerung wird in den nächsten 20 Jahren weiter stark wachsen und die Menschen werden aus verschiedenen Gründen immer älter; das führt logisch dazu, dass innovative und große Unternehmen aus der Pharma- und der Lebensmittelbranche überdurchschnittlich wachsen werden. Folgende Unternehmen sind für diese „Megatrends“ bestens vorbereitet: Danone, Unilever, Nestlé, Diageo, Apple, Coca Cola, McDonald, Amazon, Procter & Gamble, Novartis, Medtronic, Johnson & Johnson, Visa, Fresenius Medical Care, Elly Lilly, Strykker, Novo Nordisk, Nike, Lóreal, Beiersdorf u.a.m. Manche dieser Unternehmen sind schon jetzt in über 150 Ländern vertreten. Auch große Versicherungen wie Allianz, Axa und Zürcher werden von den Megatrends profitieren. Einige der genannten Aktien haben eine gute Dividendenrendite.

Liebe Leser, lassen Sie die Finger von allen Fonds ! Damit machen Sie nur die Finanzinstitute reich. Wenn Sie keine Einzelaktien aus Entwicklungsländern kaufen wollen, dann nehmen Sie ETF, die maximal 0,20 Prozent Gesamtgebühren kosten !

Und für Ihre Kinder oder Enkel können Sie schon ab 50 Euro monatlich mit den genannten Aktien einen Sparplan basteln (auch hier: keine Fonds!)

 

Corona: Sinnvolle Schutzmaßnahmen

= Keine Hände schütteln – Oberflächen von Türklinken u.ä. sind oft kontaminiert – Nicht ins Gesicht fassen – Hände oft waschen.

= Größere Tröpfchen verhalten sich „ballistisch“ – fallen zu Boden; die kleinen Aerosole schweben in der Luft; deshalb ist in geschlossenen Räumen eine Übertragung über mehr als zwei Meter möglich – draußen bei zwei Meter Abstand nicht.

= Aerosole werden beim Atmen, Sprechen, Singen, Lachen abgegeben und bestehen aus Speichel und Atemwegssekret. Je lauter ich spreche, desto mehr Aerosole stoße ich aus: Beim Sprechen 10 mal mehr als beim Atmen – Bei lautem Singen und Schreien 50 mal mehr als beim Atmen.

= In kalten Räumen überleben die Aerosole länger. Grippe- und Coronaviren überleben in trockener Luft länger.

= Je mehr Viren eingeatmet werden, desto schwieriger der Krankheitsverlauf.

= Schützt der Abstand von zwei Metern in Innenräumen vor Ansteckung? Nein! Das Risiko wird reduziert, aber die Aerosole verteilen sich im ganzen Raum; ist der Raum groß und belüftet, ist das Risiko kleiner.

= Draußen ist das Risiko, sich mit Aerosolen anzustecken kleiner, weil der Wind die Aerosole in alle Richtungen verteilt. Trotzdem: Menschenansammlungen draußen meiden.

= Intensives UV-Licht schadet den Viren.

= Zu Hause (im Büro und allen Räumen) täglich Luftaustausch mit Durchzug ! D.h.: Alle Fenster gleichzeitig öffnen; 15 bis 30 Minuten reichen. (Fenster auf Kippe reicht nicht!)

= Masken sind eine gute Barriere gegen Aerosole; sie müssen passen und an allen Seiten dicht anliegen. Masken Typ Nr. FFP2 bieten gößte Sicherheit.

 

Fünf mal Winston Churchill

= Keine Illusionen: Churchill war alles andere als ein schöner Mann, und doch war er bei jeder Gelegenheit von zahlreichen Verehrerinnen umgeben. In einer Gesellschaft hauchte ihm eine der Damen zu: „Sind Sie nicht schrecklich aufgeregt, wenn bei Ihren Reden der Saal immer überfüllt ist?“ – „Nun, das ist natürlich sehr schmeichelhaft für mich“, sagte Churchill, „aber dann überlege ich mir, daß bestimmt dreimal soviel Leute gekommen wären, wenn ich statt ans Rednerpult zum Galgen schritte.“

= Warnung: „Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selbst, er gibt auch anderen eine Chance.“

= Cheers: Als Churchill im April 1925 als Finanzminister der konservativen Regierung sein erstes Budget vorlegte, war darin unter anderem eine Erhöhung der Alkoholsteuer vorgesehen. Mitten in der Rede griff er zu einer vor ihm stehenden Whiskyflasche, schenkte sich ein, nahm einen kräftigen Schluck und fuhr fort: „Es ist notwendig, daß ich das Steuereinkommen hebe, und ich werde nun mit Erlaubnis der ehrenwerten Abgeordneten fortfahren, meinen eigenen Beitrag dazu zu leisten.“

= Gewußt wie: Eine gute Rede, so sah es Churchill, verlangt „vorn ein Bonmot und hinten ein Bonmot und diese beiden nahe beieinander.“

= Über einen Unterhauskollegen: „Wir alle wissen, daß er mehr als jeder andere die Gabe besitzt, die größte Zahl von Wörtern in die kleinste Zahl Gedanken zu pressen.“

Jonas wird 18 – wie geil ist das denn !!!

Bleib so wie du bist, chille und zocke so oft es geht, lass alle Klamotten auf dem Boden liegen, sammle leere Flaschen, Geschirr und Gläser auf dem Schreibtisch, helfe nicht im Haushalt und mähe bloß nicht den Rasen! Nur so lieben wir dich! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag von deiner Köchin, von deinem Chauffeur, deiner Putzfrau, deinem Geldinstitut, deinem Getränkelieferanten und deinem Partyservice. Alles Gute wünschen dir Mama und Papa – Nadine und Leonie. (Aus „Westfälische Nachrichten“)

 
 
 

Kurz und interessant

= Gute Nachrichten:

  • Deutlich mehr Netto vom Brutto: Gut- und Normalverdiener profitieren 2021 von den Steuerentlastungen. Höheres Kindergeld und Soliabbau.
  • Das Minus bei den Steuereinnahmen ist geringer als erwartet. Im August ergab sich ein Minus von 2,3 Prozent zum Vorjahr und von Januar bis August 2020 beträgt das Minus 7,3 Prozent; erwartet war ein Minus von 9,9 Prozent.
  • Die deutschen Universitäten ziehen immer mehr Spitzenforscher aus aller Welt an; durch die Corona-Krise wird sich dieser Trend verstärken, zumal die USA Studenten und Forscher nach Hause schicken.
  • Zur Finanzkrise 2009 hatte Deutschland 3,4 Millionen Arbeitslose; im Jahr 2017 waren es 2,5 Millionen und jetzt zur Corona-Krise sind es „nur“ 2,8 Millionen – also viel weniger als befürchtet.
  • Im Erdgasstreit zwischen der Türkei und Griechenland ist Entspannung angesagt. Ankara hat ein Forschungsschiff abgezogen und eine Hotline mit Athen eingerichtet.
  • Beim Friedensprozess in Lybien gibt es Fortschritte. Der Waffenstillstand wird jetzt eingehalten. Konferenz unter Leitung der UN.
  • Die deutsche Industrie hat fast so viele Aufträge wie vor der Corona-Krise. Auch der Welthandel kommt besser voran als gedacht.

= Diser Schuss geht nach hinten los! Das von den Gutmenschen geplante Lieferkettengesetz soll deutsche Unternehmen verpflichten, soziale Standards in jenen Fabriken zu erzwingen, von denen sie Produkte beziehen. Beispiel Bekleidung aus Indien, die auch mit Kinderarbeit hergestellt wird. Ein indischer Bauer oder Arbeiter, der acht Kinder hat, aus seiner Arbeit aber nur zwei Kinder ernähren kann, steht dann vor einem großen Problem. Wenn keine Kinder mehr beschäftigt werden, muss der Produzent die Löhne und damit die Preise anheben; das kann dazu führen, dass er keine Aufträge mehr erhält und seine Fabrik schließt.

= Der AfD-Vorsitzende Gauland lässt die Öffentlichkeit wissen, dass die Äußerungen des ehemaligen Fraktionssprechers Lüth „in keiner Weise mit den Zielen und der Politik der AfD“ vereinbar sind. Wenn das so ist, muss Gauland auch Herrn Höcke aus der Partei schmeißen, denn der spricht darüber, dass wir „auch leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind, sich fortschreitender Afrikanisierung zu widersetzen.“ Höcke spricht auch von „der wohltemperierten Grausamkeit, um die man nicht herumkommen wird, wenn das groß angelegte Remigrationsprojekt der AfD Wirklichkeit werden sollte.“

„Vergasen“ und „Erschießen“ (Lüth) sind die konkrete Umsetzung des von Höcke propagierten Vernichtungsprogramms für alle Menschen, die der AfD nicht in die völkisch-nationalistische Weltanschauung passen. Nach der „Umsetzung“ darf niemand sagen, er habe nichts gewusst.

= Die leitenden Angestellten des „Qualitäts“ – Fernsehsenders ZDF erhalten bis zu 20.000,- Euro Rente – finanziert von den Zwangsgebühren.

= Der Strombedarf der chemischen Industrie wird bei vollständiger Dekarbonisierung um mehr als 1000 Prozent wachsen.

= Rudolf Kirsten – Herbstgeschichte:

„Ach, nun bin ich zu gar nichts mehr nütze!“, klagte ein Blatt, als es im Herbst zur Erde fiel. Da kam ein Käferchen vorbei und schnappte sich das Blatt, um darunter seinen Winterschlaf zu halten. Und beim Einschlummern dachte es: „Ein schöneres Dach könnte ich mir nicht wünschen.“

 

Ohne Moos nix los !!

B a n k a u t o m a t. Eine deutsche Großbank hat einen „Drive In“ – Bankautomat in Betrieb genommen. Damit sind alle Kunden in der Lage, Bargeld abzuheben, ohne ihr Auto verlassen zu müssen.

Für unsere männlichen Kunden:

  1. Fahren Sie an den Bankomat heran. 2. Öffnen Sie Ihre Fensterscheibe. 3. Führen Sie Ihre Karte ein und geben ie Ihre PIN-Nummer ein. 4. Geben Sie den gewünschten Betrag ein und entnehmen Sie das Geld. 5. Entnehmen Sie Ihre Karte. 6. Schließen Sie Ihr Fenster und fahren Sie weiter.

Für unsere weiblichen Kunden:

  1. Fahren Sie an den Bankomat heran. 2. Starten Sie den abgewürgten Motor. 3. Fahren Sie rückwärts, bis der Bankomat wieder in Höhe Ihres Seitenfensters ist. 4. Öffnen Sie die Fensterscheibe. 5. Öffnen Sie die richtige Fensterscheibe. 6. Leeren Sie Ihre Handtasche auf den Beifahrersitz und suchen Sie Ihre Karte. 7. Falls Sie Ihren Eyeliner entdecken, checken Sie Ihr Make-Up jetzt nicht. 8. Versuchen Sie, Ihre Karte in den Bankautomaten einzuführen. 9. Öffnen Sie die Autotür, um den Bankomaten besser erreichen zu können. 10. Führen Sie die Karte in den vorgesehenen Schlitz ein. 11. Entnehmen Sie die Karte und führen Sie sie in richtiger Richtung nochmals ein. 12. Nehmen Sie Ihre Handtasche und suchen Sie Ihren Terminplaner. Der PIN steht auf der ersten Innenseite unter dem Vermerk „PIN (geheim!!!!!)“ 13. Geben Sie die PIN ein. 14. Geben Sie den gewünschten Betrag ein. 15. Überprüfen Sie währenddessen Ihr Make-Up im Rückspiegel. 16. Entnehmen Sie Ihr Bargeld. 17. Öffnen Sie die Fahrertür und heben Sie das heruntergefallene Geld auf. 18. Ignorieren Sie die hupenden Autos hinter Ihnen. 19. Starten Sie den Motor. 20. Starten Sie den abgewürgten Motor erneut. 21. Fahren Sie rückwärts zum Bankomaten und entnehmen Sie Ihre Karte. 22. Stecken Sie Ihre Karte in die dafür vorgesehene Hülle. 23. Betätigen Sie nicht den Anlasser bei bereits laufendem Motor. 24. Fahren Sie los. 25. Lösen Sie nach zwei bis drei Kilometern die Handbremse.
 

Ethischer Realismus statt universalistischer Moralismus !

Dieser Artikel von Heinz Theisen (Professor der Katholischen Hochschule Köln) erschien vor ein paar Jahren in der FAZ und hat an seiner Aktuallität nichts eingebüßt:

Die Interventionen und Demokratisierungsbemühungen des Westens haben in der islamischen Welt von Afghanistan über den Irak bis Lybien niederschmetternde Ergebnisse hervorgebracht. In den palästinensischen Autonomiegebieten führten die vom Westen erzwungenen freien Wahlen zur Merhrheit der islamischen Hamas, zu Bürgerkrieg und Spaltung der Autonomiegebiete. Im Irak wurden die Konfessionskämpfe zwischen Schiiten und Sunniten freigesetzt, die sich heute im gesamten Mittleren Osten zu einer erbitterten Konfrontation zwischen den jeweiligen Vormächten Iran und Saudi-Arabien zuspitzen.

Fremde Kulturen sind uns deshalb fremd, weil wir sie nicht verstehen. Solange der Westen diese wesenhafte Fremdheit nicht akzeptiert, schadet er seiner Position in der neuen multipolaren Weltordnung, die weder den ideellen noch den strukturellen Universalismus des Westens zu akzeptieren bereit ist. So versteht Russland die geplante Aufnahme Georgiens und der Ukraine in die Nato als Eingriff in die eigene Interessensphäre. Wer Russland oder auch China keine Machtspähre zubilligt, erhebt damit Anspruch auf eine universelle, westliche Einflussspähre.

Für eine Realpolitik der Kulturen ist sowohl die Abkehr vom politischen Universalismus des Westens als auch vom religiösen Universalismus des Islam erforderlich. Statt um Einmischung geht es um Distanz, statt um Interkulturalismus um eine Beschränkung auf Handel und auf technologischen Wandel.

Der universalistische Moralismus des Wesens muss durch einen ethischen Realismus ersetzt werden. Dieser umfasst Verhaltensregeln wie Vorsicht, Demut gegenüber Unabänderlichkeiten, Studium der Kulturen, Verantwortung gegenüber den Folgen und Akzeptanz der Werteordnungen fremder Kulturen. Der Westen kann sich nur behaupten, wenn er nach innen unterscheiden lernt, was zu tolerieren ist, und nach außen, was zu ändern und was nicht zu ändern ist. Er muss unterscheiden, was verallgemeinerbar ist und was partikular beleiben soll.

 

Nadeschda Mandelstam: Das Jahrhundert der Wölfe

Dieses Buch muss man gelesen haben !! Es ist eines der erschütternsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Nadeschda Mandelstam erzählt ihr Leben und das ihres Mannes, der zu den größten Dichtern Russlands gehört und der in Stalins Gulag verschwand.

Auch dieses Buch sollte – wie z.B. Primo Levis „Ist das ein Mensch“ – zur Pflichtlektüre für alle Schüler gehören und damit die politische Bildung voranbringen.

Wer solche Bücher gelesen hat, wird unserer parlamentarischen Demokratie großen Respekt entgegenbringen und sie schützen wie das eigene Kind.

„Demokratie ist die Staatsform, die auf Mitbestimmung durch die Bürger setzt und darum hohe Legitimität geniesst. Mehrheitsentscheide sind per se freilich weder böse noch gut, weder richtig noch falsch. Die Vermutung einer moralischen oder vernünftigen Legitimation ist nur unter idealen Voraussetzungen denkbar: die Freiheitsrechte des einzelnen werden in hohem Maße respektiert; der einzelne seinerseits versteht sich als Verantwortungsträger fürs Ganze (für das Gemeinwesen – aber auch für den Nächsten); Anstand, Respekt und Augenmass bestimmen die politische Auseinandersetzung: Wo dieses Fundament erodiert, wandelt sich auch die Demokratie von einem Mittel zur Beschränkung der Macht zu einem blossen Herrschaftsinstrument der einen üner die anderen.“ (Hans-Dieter Vontobel)