G e d i c h t e

= Heinrich Heine: Du bist wie eine Blume

Du bist wie eine Blume, so hold und schön und rein; ich schau dich an, und Wehmut schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände aufs Haupt dir legen sollt, betend, daß Gott dich erhalte so rein und schön und hold.

= Eduard Mörike: Er ists

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte; süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon, wollen balde kommen.

Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bists! Dich hab ich vernommen!

= Unbekannter Dichter: Es waren zwei Königskinder

Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb, sie konnten zusammen nicht kommen, das Wasser war viel zu tief.

„Ach Liebster, kannst du nicht schwimmen, so schwimme doch her zu mir, drei Kerzen will ich dir anzünden, und die sollen leuchten dir.“

Das hört eine falsche Nonne, die tat als wenn sie schlief, sie tät`die Kerzen auslöschen, der Jüngling ertrank so tief.

Ein Fischer wohl fischte lange, bis er den Toten fand: „Sie da, du liebliche Jungfrau, hast hier deinen Königssohn.“

Sie nahm ihn in die Arme und küßtihm den bleichen Mund, es mußt ihr das Herze brechen, sank in den Tod zur Stund`.

= Erich Fried: Wie du solltest geküsst sein

Wenn ich dich küsse, ist es nicht nur dein Mund, nicht nur dein Nabel, nicht nur dein Schoß, den ich küsse. Ich küsse auch deine Fragen und deine Wünsche, ich küsse dein Nachdenken, deine Zweifel und deinen Mut.

Deine Liebe zu mir und deine Freiheit von mir, deinen Fuß, der hergekommen ist und der wieder fortgeht, ich küsse dich, wie du bist und wie du sein wirst, morgen und später und wenn meine Zeit vorbei ist.


 

Nur ein Vogelschiss

= Kein Friedhof ist wie der andere. Es gibt Orte, da geben Menschen ihren Toten durch ihre Fürsorge eine Art von zweitem Leben. Ein anderes Mal sind die Gräber ein Spiegel unserer zerrissenen Welt. Wie antike Katakomben oder moderne Mahnmale, an denen wir eine Zeitlinie durchschreiten und den Schmerz der aus dem Leben Gerissenen spüren.

Für den Friedhof in Villeneuve dÀscq, einem nordfranzösischen Dorf vor den Toren von Lille, trifft das in aller Härte zu. Dort, wo der Boden durch das Blut hunderttausender Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg getränkt ist, verübte die SS-Division „Hitlerjugend“ in der Nacht vom 1. auf den 2. April 1944 eines der grausamsten Kriegsverbrechen auf französischem Boden. Nach der Explosion an Bahngleisen durch die Rèsistance, den französischen Widerstand, die niemanden verletzte, aber zwei Waggons entgleisen ließ, ließ SS-Obersturmführer Walter Hauck in der Nacht alle Männer des Dorfs zusammentreiben. 86 Menschen, die Jüngsten erst fünfzehn Jahre alt, wurden erschossen durch eine der brutalsten SS-Einheiten. Nachträgliche Untersuchungen erwiesen, dass keines der Opfer etwas mit dem Anschlag zu tun hatte. Unschuldige Zivilisten wurden bestialisch niedergemäht. „Verflucht sei das Kriegsvolk“, heißt es in dem Gedicht von Louis Aragon über das Massaker von Ascq. (C.i.G.)

= Marianna Adam, Häftlingspflegerin auf dem Krätzeblock Birkenau: „In diesem Zwischenarbeitslager bleiben wir etwa fünf bis sechs Wochen, dann wurde dieses Lager geräumt und wir wurden in Waggons verfrachtet, 130 bis 140 Personen in einem Waggon. Wir blieben drei Tage lang ohne Essen und Trinken und auch ohne Luft. Unser Zug wurde immer wieder verschoben. Einige wurden im Waggon wahnsinnig, andere starben, aber auch die Toten sind stehen geblieben, weil kein Platz war.“

 

Wer ist Herr über Leben und Sterben ?

Zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts für ein Recht auf Selbsttötung und deren geschäftsmäßige Unterstützung hat „Christ in der Gegenwart“ einige interessante Leserbriefe veröffentlicht:

  • Jochen Selbach: „Kranke, pflegebedürftige Menschen dürfen nicht motiviert werden, Suizidhilfe zu beanspruchen, und erst recht nicht, sie als Grundrecht geltend zu machen. Schon die sprachliche Verwirrung des Begriffs „Sterbehilfe“ verrät seinen atheistischen Ursprung. Gott braucht unsere Hilfe nicht.“
  • Klaus J. Wendler: „Es geht um Menschen in größter Not. Deshalb der Wunsch zur Beendigung ihres Leidens. Missionarischer Eifer ist hier nicht nur unangemessen, er richtet sich gegen die gebotene Menschlichkeit. Ja, hier wird ein absoluter Grenzbereich berührt. Und gerade deshalb braucht es das Gottesvertrauen Jesu an der Seite der Leidenden.“
  • Peter Dresen: „Bemerkenswert ist, dass die Kirche nur die Selbsttötung strikt verbietet, die Tötung fremden Lebens, etwa im Krieg oder als Strafe, wird dagegen zumeist akzeptiert.“
  • Christina Niedermeier: „Ich kann nicht glauben, dass es gegen die göttliche Ordnung ist, unheilbar erkrankten Menschen den Leidensweg abzukürzen. Ich habe jahrelang einen schwer behinderten und depressiven Mann begleitet. Er wäre so gern diesen Weg gegangen, stattdessen musste er so viel ertragen. Er war gläubig, aber das hat ihm nicht viel geholfen. Für mich kann ich nur sagen, dass ich in einem solchen Fall diese Hilfe annehmen würde.“
  • Beate Friedrichs-Leuckel: „Meine Erfahrung in der Sterbebegleitung meines Vaters hat mir gezeigt, dass Gott allein Herr über Leben und Sterben ist. Als am Morgen des Sterbetags das Atmen schwerer wurde und die Morphine keine Wirkung mehr zeigten, wurde mir mitgeteilt, dass man einen Palliativmediziner hinzuziehen wolle. Als ich das Zimmer verlassen hatte, hauchte mein Vater sein Leben aus in einem Frieden und einer Liebe, wie sie nicht von dieser Welt sein konnten. Der Palliativmediziner wurde wieder abbestellt. Gott hatte das letzte Wort.“
 

Braucht auch das Handelsblatt dieses Primitiv-Niveau, um zu überleben ?

Das Corona-Virus ist plötzlich und unerwartet über uns hereingebrochen. Unsere Politiker mussten innerhalb weniger Wochen gravierende Entscheidungen treffen, um unsere Wirtschaft und damit auch unsere Demokratie vor einem Zusammenbruch zu bewahren. Es kann durchaus sein, dass die Rettungspolitik auch zu Fehlentwicklungen und Betrügereien führt. Aber die Politiker haben genau das n i c h t getan, was ihnen immer vorgeworfen wird: Zu langes diskutieren und abwägen, um dann faule Kompromisse zu schließen. Auch dann hätte das Handelsblatt auf die Pauke gehauen. Dieser Journalismus ist einfach widerlich !!

 
 

Neid und Arroganz !

Mitten in der globalen Corona- und Wirtschaftskrise gibt es wichtigere Probleme als den Stillstand im Fußball. Die Bekämpfung des Virus steht über allem ! Danach kommt der Kampf für Arbeitsplätze und betroffene Unternehmen ! Ich bin nach wie vor optimistisch, dass wir bis zum Jahresende den Umschwung geschafft haben werden.

Es versteht sich von selbst, dass Fußballspiele mit oder ohne Zuschauer ausgesetzt werden mussten. Die Gründe sind bekannt. Aber jetzt verlangen wir, dass im Rahmen der weiteren Lockerungsmaßnahmen wieder Fußball gespielt werden darf. Es gibt keine Gründe, Bundesligaspiele ohne Zuschauer weiterhin zu verbieten, zumal DFB und DFL glasklare Zusagen gemacht haben, wie die gesundheitlichen Risiken für Spieler, Schiedsrichter und Mitarbeiter (insgesamt maximal 300 Personen) in den Stadien sichergestellt werden.

Fußball ist schon im normalen Leben für Millionen Deutsche unersetzlich ! Neben der Familie und dem Lieben Gott gibt uns der Fußball die Freude und die mentale Nahrung, die jeder Mensch braucht.

Lasst uns doch wenigstens die neunzig Minuten am Fernseher ! Das motiviert uns dann auch, die anderen durch die Krise verursachten Probleme zu bewältigen.

Ich habe nullkommanull Verständnis für diese Ultragruppen, die sich mal wieder in Szene setzen wollen und gegen die sogenannten Geisterspiele Stellung bezogen haben. Ist es euch egal, wenn euer Verein pleite geht ? Ist es euch egal, dass 99 Prozent der deutschen Fußball-Fans Geisterspiele besser finden als gar keine Spiele ? Na klar ist euch das egal ! Hauptsache ihr könnt eure Eitelkeit streicheln und steht mal wieder in der Presse !

Und genau so wenig Verständnis habe ich für diese sogenannten Fußball-Journalisten, die wie ein gewisser Michael Horeni von der FAZ a.S. die Krise dazu nutzen, ihre Arroganz und ihre Eitelkeit zu füttern. Horeni schreibt z.B.: „Es gibt gute Gründe, vom Fußball die Einsicht einzufordern, dass ihm der Platz auf dem Sonnendeck der Gesellschaft nicht weiter wie selbstverständlich zusteht, während das Virus seine Opfer fordert …… . Für das von der Politik zugestandene Comeback sollte die milliardenschwere Kickerbranche dankbar sein und sich nicht wie ein Parvenu aufspielen, der sich alles erlauben kann, nur, weil er es kann.“ (Was ist ein Parvenu ?)

Wir Fußballer haben uns über mehr als hundert Jahre alles Schritt für Schritt mit viel Einsatz erarbeitet. Anders als Opernhäuser und Museen zahlt die „miliardenschwere Kickerbranche“ jedes Jahr allein in Deutschland hunderte Millionen an Steuern und jeden Cent von diesen „Milliarden“ haben wir uns selbst verdient. Aber viel wichtiger ist die Tatsache, dass hunderttausende Amateure und Kinder Fußball spielen und daß Millionen Rentner, Frauen, Ausländer, Männer und und und in die Stadien kommen oder vor dem Fernseher sitzen und sich freuen oder abreagieren und die meisten von ihnen „ihrem“ Verein lebenslang die Treue halten (und diese Treue oft auch noch vererben).

Es gibt keine Institution, keinen Sport, keine Religion und keine Kultur-Branche, die ihren Anhängern im Laufe ihres Lebens so viel Freude und Trost und Spannung bringt wie der Fußball, der damit weltweit hohe gesellschaftspolitische Bedeutung hat.

 

Kluge Worte

= Wenn der Dialog fruchtbar sein soll, müssen wir zutiefst unsere eigene Kultur leben und zugleich zu anderen hinsehen und ihnen intensiv zuhören. Wir können die Schönheit und den Wert unserer eigenen Kultur u n d der Kultur der anderen schätzen und würdigen. (Fundstück)

= Mit Fanatikern zu diskutieren heißt, mit einer gegnerischen Mannschaft Tauziehen spielen, die ihr Seilende um einen dicken Baum geschlungen hat. (Hans Kaspar)

= Beim Wohnen ist der geeignete Platz wesentlich, beim Denken die Tiefe, beim Umgang mit anderen die Güte, beim Reden die Ehrlichkeit, beim Regieren die Gerechtigkeit, beim Arbeiten das Können, beim Handeln der richtige Zeitpunkt. (Lao-Tse)

= Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

= Seltsamer Zufall, dass alle Menschen, deren Schädel man geöffnet hat, ein Gehirn hatten. (Ludwig Wittgenstein)

= Erst in der Liebe zu jenen, die meinen Zwecken nicht dienen können, beginnt die Liebe sich zu entfalten. In der Nächstenliebe liegt das Erlebnis der Vereinigung mit allen Menschen, der menschlichen Solidarität und der menschlichen Einheit. (Erich Fromm)

= Breits im Alter von zwei Tagen können Neugeborene den Duft ihrer Mutter von fremden Frauen unterscheiden. Ist das Baby unruhig, dann kann es helfen ein von der Mutter getragenes T-Shirt in die Wiege zu legen; seine Signalwirkung „Mama ist bei dir“ beruhigt und lässt den kleinen Schnüffler selig einschlafen.

= Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen. (Arthur Schopenhauer)

= Der Gott, den Jesus zu verkünden kam, war alles andere als neutral. Er ergriff die Partei der Unterdrückten, der Armen, der Ausgebeuteten, nicht weil sie heiliger oder moralisch besser waren als ihre Unterdrücker. Nein, er stand einzig und allein auf ihrer Seite, weil sie unterdrückt waren. (Desmond Tutu)

= Es werden so viele schöne Worte über Freiheit geredet, aber nichts in der Welt macht so unfrei wie Armut. (M.A. Nexo)

= Demokratie ist gewiss ein preisenswertes Gut, Rechtsstaat ist aber wie das tägliche Brot, wie Wasser zum Trinken und wie Luft zum Atmen, und das Beste an der Demokratie gerade dieses, dass nur sie geeignet ist, den Rechtsstaat zu sichern. (Gustav Radbruch)

= Der Glaube geht nicht durch den Verstand, so wenig wie die Liebe. (Hermann Hesse)

 

China – Bashing

Die Zeitung „Lianhe Zaobao“ aus Singapur schreibt einen ausgewogenen Kommentar zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China: „Das künftige Verhalten Pekings gegenüber Hongkong und Taiwan wird Auswirkungen auf die gesamte Region haben. Das gilt auch für die globale Seidenstraßenstrategie. China braucht einen längeren Gewöhnungsprozess, um in seiner neuen Rolle als Weltmacht aufgehen zu können. Das kann gelingen, wenn es die Reform- und Öffnungspolitik fortsetzt, auf Hegemonialstreben und militärische Mittel verzichtet und stattdessen die Welt mit seinem moralischen Wertesystem überzeugt.“

Wertesystem ? In China ? Die sperren doch alle Minderheiten in Umerziehungslager, knüppeln die sogenannte Demokratiebewegung in Hongkong nieder, unterdrücken auf brutalste Weise die Menschen in Tibet, bedrohen Taiwan und die Nachbarstaaten am südchinesischen Meer mit Atomwaffen und betrügen die Welt mit falschen Fakten in Sachen Corona-Virus. Außerdem kaufen sie deutsche Firmen auf, um unsere Technologie zu stehlen und langfristig unsere weltweit erfolgreiche Industrie als Konkurrenten auszuschalten. Usw. usw……………….

Ein Beispiel für die absurde Inkompetenz deutscher Medien: Die Süddeutsche Zeitung schrieb im Jahr 2014: „China. Hoffnungsloser Fall. Die Blase am Immobilienmarkt ist zu groß geworden, sie muss irgendwann platzen. Die Preise fallen. Die Märkte kollabieren. Pekings Wachstum ist in den vergangenen Jahren komplett aus dem Gleichgewicht geraten. Die Verschuldung ist auf 200 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen. Der Export ist gesättigt, die Welt benötigt nicht noch mehr T-Shirts aus China.“ Nichts, nada, niente von diesen lächerlichen Behauptungen ist eingetreten. T-Shirts aus China ? Hat die S.Z. schon mal was von chinesischen High-Tec-Produkten gehört ?

Und was ist mit Tibet ? Der Dalai Lama und seine Klosterbrüder haben die Kinder des Landes fünf Stunden am Tag religiöse Formeln runterrattern lassen. Wirtschaftliche Entwicklung Fehlanzeige ! Dafür aber frühe Sterblichkeit ! 1949 gab es in Tibet keine einzige echte Straße. Die Chinesen haben die feudale Leibeigenschaft beseitigt und damit Millionen Leibeigene und Sklaven von der brutalen Ausbeutung befreit. Die historischen und kulturellen Begebenheiten lockten letztes Jahr in Tibet fast 30 Millionen Touristen an.

Ein paar positive Nachrichten über China gibt es auch:

  • Die größten Teile der Gesellschaft haben vom bestehenden System so stark profitiert, dass sie dankbar sind. In rein wirtschaftlichen Belangen ist die Lage transparenter und rechtsstaatlicher geworden (Prof.Sabrina Habich-Sobiegalla/Freie Uni Berlin)
  • Die Einheit, den Zusammenhalt und die Unversehrtheit der chinesischen Zivilisation – des Zivilisationsstaats – zu bewahren, wird als die höchste politische Priorität und als die sakrosankte Aufgabe des chinesischen Staates verstanden. Anders als im Westen, wo der Staat mit verschiedenen Abstufungen des Misstrauens, ja sogar der Feindseligkeit betrachtet und in der Konsequenz als Außenseiter angesehen wird, sieht man den Staat in China als Vertrauten, als Teil der Familie, ja sogar als das Familienoberhaupt an; es ist interessant, dass der chinesische Ausdruck für Nationalstaat „Nationalfamilie“ ist. (Fundstück)
  • „Seit den neunziger Jahren ist Chinas Bruttosozialprodukt um das Neunfache gestiegen. Die Chinesen haben Interesse an unserer Denkweise und Kultur, auch wenn sie sie nicht unbedingt übernehmen wollen. Dagegen sehen viele meiner Altersgenossen in China nur einen luftverschmutzten, Technologien klauenden Überwachungsstaat.“ (Lea Deuber S.Z.)
  • „Vor 35 Jahren gab es in China weder Richter noch Anwälte, wenige Gesetze und keine unabhängige Gerichtsbarkeit. Westlichen Maßstäben entspricht auch heute nicht, was sich auf dem Gebiet der Rechtsetzung und der Rechtsprechung entwickelt hat- und es wird westlichen Maßstäben auch nie entsprechen. Eine zweite Revolution ist die Rechtsentwicklung in China dennoch.“ (Peter Schulz)
  • Der Wissenschaftler Prof. Paul Robert hat in der Schweizer Online-Zeitung „Die Mittelländische“ Klartext geredet in Sachen Corona und China-Bashing. Robert bezeichnet die Reaktionen des Westens auf die aus China kommenden Informationen als „hochnäsig“ und kritisiert die anfängliche Schadenfreude. Als China den Westen bei der Corona-Bekämpfung unterstützt, wird mit bösartigen Diffamierungen reagiert. China hat vier Milliarden Masken produziert und 38 Millionen Schutzanzüge und 2,4 Millionen Infrarot-Temperatur-Messgeräte und auch noch 16.000 Beatmungsgeräte anderen Staaten zur Verfügung gestellt. (Der Artikel von Prof. Robert über Corona etc. ist äußerst lesenswert !)
 

Der „stern“ im freien Fall !

Natürlich meinte der „stern“ in seiner Ausgabe vom November 2017 nicht sich selbst – das wäre wegen der deutlich sinkenden Auflage ja mal die Wahrheit gewesen. Nein ! Die andauernde Verleumdung unserer Politiker bindet immer noch ein paar tausend Leser und könnte auch die AfD-Wähler motivieren. Wie die anderen sogenannten Qualitätsmedien SPIEGEL, ZEIT, ARD etc. hat der „stern“ sich über zwanzig Jahre an Angela Merkel abgearbeitet und dabei die Fakten verbogen; einige Beispiele:

  • Schon im Jahr 2000 schrieb die Süddeutsche Zeitung zur Wahl Merkels als CDU-Vorsitzende: „Ich fürchte, wir werden einer Verbrennung entgegensehen.“
  • Der „stern“ 2001: „Ausgemerkelt. So rasant wie Merkel ist selten ein Politiker abgestürzt. Sie kann es nicht, sie lernt es auch nicht mehr.“
  • Am 1. September 2011 klamaukte der „stern“ mit dem Artikel „Merkelfinsternis. Es wird einsam um die Kanzlerin. Nach drei Jahren Dauerkrise ist Angela Merkels unterkühlter Politikstil an sein Ende gekommen.“
  • Als der Bundestag Ende September 2011 über einen Euro-Rettungsschirm abstimmte, urteilte der SPIEGEL: „Es liegt an ihr. Sie kann es nicht. Sie kann nicht erklären, nicht überzeugen, nicht führen. Damit hat sie die Kanzlerschaft verwirkt.
  • Im November 2015 wieder der „stern“: „Die Autorität der Kanzlerin zerfällt. Die Migrationswelle fegt die Kanzlerschaft Merkels hinweg.“
  • Sogar die New York Times schloss sich dem Motto von Pegida und AfD an und schrieb: „Merkel muss gehen. Kanzlerin der Einsamkeit.“
  • Dann gewann Merkel die nächste Bundestagswahl und schon ging es wieder los und der Focus fragte: „Scheitert Merkel an Jamaika ?“ und der hochintelligente Soziologe (!!!) Wolfgang Streeck durfte in der FAZ vom 16. November 2017 feststellen: „Die Ära Merkel geht zu Ende und das ist auch gut so.“ Und die Bild-Zeitung: „Nur drei Unionsabgeordnete stehen hinter Merkel.“ Und die ZEIT im Juni 2018: „Ja, die Amtszeit von Angela Merkel geht in diesen Wochen zu Ende.“ Da fehlt nur noch ein gewisser Malte Piper von der ARD: „Merkel traut in Europa keiner mehr über den Weg.“

Deutschland ist ein politisch und wirtschaftlich stabiles Land – sogar in Zeiten der Corona-Krise. Wir werden in der ganzen Welt beneidet – auch wegen unserer soliden und seriösen Politik und wegen Angela Merkel. Einige wenige Leserbriefe in der FAZ teilen meine Meinung:

„Ich blicke mit klammheimlicher Vorfreude auf die Zeit nach Merkel, wenn die teils hasserfüllten „Merkel muss weg“-Schreihälse verstummen müssen und sich nicht wenige Deutsche nach ihrer ruhigen Hand zurücksehnen werden; dann bekommt sie die Wertschätzung, die ihrer würdig ist – vor allem wegen ihres im besten Sinne pragmatischen und unprätentiösen und skandalfreien Regierungsstils.“

„Die Kanzlerin hat ihren Kredit verbraucht ? Was für eine Fehleinschätzung. Genau das Gegenteil ist richtig. Denn Merkels Scheck ist gedeckt: wirtschaftlich, politisch, moralisch. Unsere Kanzlerin ist eine feste Größe, um die wir in der ganen Welt beneidet werden.“

Und zum Schluss Susan Vahabzadeh: „An ihr (Merkel) wird jeder gemessen werden, der ihr nachfolgt. Und das wird gar nicht so einfach sein. Dass sie immer über allem stand, auf keine Beleidigung reagierte und ihrerseits nie jemanden auf unziemliche Weise angegriffen hat, das hat einfach Klasse. Donald Trump poltert ständig herum, und selbst Macron hat schon Wähler angeblafft. Angela Merkel aber hat es geschafft, 19 Jahre an einem Stück niemals aus der Rolle zu fallen. Auch das ist eine Kunst.“

Mir machen die gegen die Politiker gerichteten hasserfüllten Kommentare im Internet und die Erfolge der AfD und die geringe Wahlbeteiligung Sorgen. Die demokratischen Parteien verlieren immer mehr Mitglieder. Millionen unserer lieben Mitbürger sind zu faul, sich fundiertes politisches Wissen anzueignen und viele lassen sich von gewissen Medien oder radikalen Parteien dazu motivieren, diese Demokratie zu verachten. Hans-Dieter Vontobel spricht mir aus dem Herzen und dem Verstand:

„Demokratie ist die Staatsform, die auf Mitbestimmung durch die Bürger setzt und darum hohe Legitimität geniesst. Mehrheitsentscheide sind per se freilich weder böse noch gut, weder richtig noch falsch. Die Vermutung einer moralischen oder vernünftigen Legitimation ist nur unter idealen Voraussetzungen denkbar: die Freiheitsrechte des einzelnen werden in hohem Maße respektiert; der einzelne seinerseits versteht sich als Verantwortungsträger fürs Ganze (für das Gemeinwesen aber auch für den Nächsten); Anstand, Respekt und Augenmaß bestimmen die politische Auseinandersetzung. Wo dieses Fundament erodiert, wandelt sich auch die Demokratie von einem Mittel zur Beschränkung der Macht zu einem bloßen Herrschaftsinstrument der einen über die anderen.“


 
 

Kurz u. interessant

= „Du wirst meine wiederholt ausgesprochene Bitte verstanden haben, dass ich hinter meinem Werk verschwinden will, daß ich anonym bleiben will… Ich will, daß man mich gänzlich ausschaltet – nur eine Stimme, ein Seufzer für die, die lauschen wollen.“ (Nobelpreisträgerin Nelly Sachs)

= Die Deutsche Umwelthilfe will die sofortige Einführung eines Tempolimits zur Vermeidung von Unfällen, weil die Krankenhäuser jedes Bett bräuchten, um Covid-19-Erkrankte zu versorgen.

= Wir müssen alle beten oder Daumen drücken, dass bald eine Impfung gegen Corona möglich ist; dann können wir unser „normales“ Leben wiederhaben.

= „Ich war elf, und später wurde ich sechzehn. Verdienste erwarb ich mir keine, aber das waren die wunderbaren Jahre.“ (Truman Capote)

= Kardinal Woelki sagt, der Stifterwille Jesu lässt uns keine Vollmacht und Handhabe, Frauen zu weihen. Dagegen hören wir im Matthäus-Evangelium (16,18f.) „Du bist Petrus, der Fels….. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben, was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein.“ (CiG)

= China hat im Jahr 2019 mit 59.000 Patentanmeldungen die USA überholt. Mehr als die Hälfte aller Patentanmeldungen fielen auf Asien. Deutschland belegt mit 19.350 Anmeldungen den vierten Platz.

= Die Erfolgsprämien von Porsche sind einzigartig, weil sie sehr hoch sind und jeder Mitarbeiter das Gleiche bekommt. Für das Jahr 2019 gab es 9700 Euro.

= Gabriella Loser Friedli führte jahrelang eine geheime Beziehung mit einem katholischen Ordensmann. Berichte über ein homoerotisches Klima und über Kindsmissbrauch in der Kirche erstaunen sie kein bisschen. Das Keuschheitsgebot hält sie für eine Farce, da sich maximal ein Viertel aller Priester daran halte. „Manchmal hat die Kirche die Kosten für die Abtreibung übernommen.“ (NZZ)

= Siemens-Chef Joe Kaeser über Angela Merkel: „Sie hat eine unglaubliche Geduld, kann Krisen mit Umsicht deeskalieren und sucht immer wieder den Dialog. Als es im letzten Jahr Fernsehbilder von Staatsbesuchen gab, auf denen es Frau Merkel augenscheinlich nicht so gut zu gehen schien, wurde ich weltweit von meinen Geschäftspartnern sorgenvoll gefragt: Wie geht es ihr, und wird sie Kanzlerin bleiben? Überall auf der Welt!“ (Handelsblatt)

 

Was getan werden muss.

Deutschland ist ein politisch, wirtschaftlich und sozial erfolgreiches Land; unsere Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg hätte niemand für möglich gehalten. Wir werden auch aus der Corona-Krise lernen und gestärkt daraus hervorgehen. Dennoch ist die Krise genau der richtige Anlass, innezuhalten und zu fragen, was wir im Zeitalter der Globalisierung und der zunehmenden Konkurrenz aus Asien ändern oder besser machen müssen, damit wir auch in zwanzig Jahren sagen können: „Es geht uns gut“.

  1. Wir brauchen bessere Bildung und mehr Wissen. Unser Schulsystem ist ein Desaster, weil 16 Bundesländer autark entscheiden, was und wie und mit welchen Mitteln gelernt werden soll. Der Zustand der Schulgebäude ist in ärmeren Gegenden ein völlig anderer als in München-Grünwald. Lern- und Lehrmethoden- und Erfolge sind völlig unterschiedlich. Die meisten Schüler pauken auf eine gute Note in der Klassenarbeit und haben danach alles vergessen. In Bayern gibt es den autoritären Frontalunterricht und in Bremen freut man sich, wenn Schüler im Unterricht nicht einschlafen. Wir brauchen einen Dialog zwischen Schule, Hochschule und Wirtschaft; Lehrer und Hochschullehrer müssen noch einmal in die Schule gehen und Praktika in der Wirtschaft absolvieren, damit sie betriebliche Realität kennen lernen und weitergeben können. Die neuen medialen Möglichkeiten können das Lernen viel effektiver und spannender gestalten. Neunzig Prozent der Schüler haben „keinen Bock“ aufs Lernen; Schule muss dazu ermuntern, an die eigene Kraft zu glauben; Schule muss Lernen aufregend machen und Kreativität fördern. Schule muss politisches Wissen vermitteln und die Schüler motivieren, sich politisch zu engagieren. Alle Hausaufgaben müssen ausschließlich i n der Schule erledigt werden und die Lehrer sind für Erfolge und Misserfolge der Schüler mitverantwortlich. Wir brauchen in ganz Deutschland ausschließlich Ganztagsschulen mit einem identischen Lehr- und Lernsystem in allen Bundesländern
  2. Die Belastung der Bürger mit Steuern und Abgaben ist auch deshalb viel zu hoch, weil Gesetze und Bestimmungen und Durchführungsverordnungen, die auf Millionen Seiten festgehalten und von hunderttausenden Mitarbeitern im Öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft bearbeitet und umgesetzt werden, weil das alles und noch viel mehr uns Zeit und Geld und Nerven kostet. Unser kompliziertes und teilweise absurdes Steuerrecht ist ein Beispiel dafür (tote Esel werden anders besteuert als lebende Esel). Wie bei den Schulen ist die gegenseitige Verschränkung von Bundesgesetzgebung und Landesverwaltung sowie das kommunale Hebesatzrecht viel zu komplex und führt zu Fehlanreizen. Die Steuerdatenerhebung muss durch eine alle Gebietskörperschaften repräsentierende Behörde für alle berechtigten Steuerdatenempfänger durchgeführt werden. Statt des Familiensplittings können steuerliche Einkommensbeträge – der Höhe nach begrenzt – auf Ehegatten und Kinder übertragen werden (Realsplitting); das führt zur Senkung der Gesamtbelastung. Die in den Kommunen stark voneinander abweichende Grunderwerbssteuer muss abgeschafft werden, weil sie Investitionen verhindert und den in Deutschland dringend erforderlichen Privatbesitz von Wohneigentum einschränkt. (Es gibt noch viele sinnvolle und notwendige Vorschläge zur Änderung des Steuerrechts: Da müssen wir ran !!)

Kluge Worte zum Thema Wissen und Bildung:

  • Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes beginnt nicht in der Fabrikhalle oder im Forschungslabor. Sie beginnt im Klassenzimmer. (Lee Iacocca)
  • Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung. (John F. Kennedy)
  • Bildung macht frei. (Joseph Meyer)
  • Der Geist ist demselben Gesetz unterworfen wie der Körper: Beide können sich nur durch beständige Nahrung erhalten. (Vauvenargues)
  • Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück. (Benjamin Britten)
  • Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer. (Chinesisches Sprichwort)
  • Es ist ein Beweis hoher Bildung, die größten Dinge auf die einfachste Art zu sagen.
  • Der Mensch soll lernen. Nur die Ochsen büffeln. (Erich Kästner)
 

Auf Ihre Gesundheit !

= Erdnüsse sind die Hauptverursacher von Lebensmittelallergien, die zum Tod führen. In den Schleimhäuten von Magen und Darm der Erdnussallergiker entdeckten Forscher mehrere kleine Ansammlungen von „Antikörper-Fabriken“. (NZZ)

= Darüber sind sich alle Fachleute einig: Zucker ist in mehrfacher Hinsicht schädlich. Daß Süßigkeiten viel Zucker enthalten, dürfte jedes Kind wissen. Aber auch Tiefkühlpizza, Soße für die Pasta, Suppe aus der Dose u.v.a.m. enthalten Zucker. Im Supermarktregal wird die Wahrheit bei der Produktbeschreibung so frisiert, dass der Kunde getäuscht wird: „Ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“ weist darauf hin, daß das Aroma mit Zucker aufgepeppt wurde. Und statt „Zucker“ heißt es dann: Dextrose, Maltodextrin oder Glukosesirup. Zucker in Fertigspeisen regt den Appetit an und macht nach kurzer Zeit wieder hungrig. Bei Bioprodukten ist es nicht viel besser: „Rohrohrzucker“ klingt ziemlich gesund – ist es aber nicht. Das Dinkelmüsli hat 20 Prozent Zucker – in der Variante mit Schokolade noch erheblich mehr.

Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass Zucker auch die Nierenfunktion stört, weil sich mehr Harnsäure bilden und das zu Nierensteinen führen kann.

= Vitaminreiche und gesunde Lebensmittel sind Gemüse (Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, Bohnen, Mangold, Erbsen, Hülsenfrüchte, Zwiebel, Fenchel) und Walnüsse, Eier, Wildlachs, ungespritzte Äpfel, Rote Beete, Blaubeeren, Hering, Spargel, Ingwer, Kartoffeln, Omega-3-Fettsäuren wie Leinöl, Weizenkeimöl, Fleisch (besonders nicht zu stark gebratenes Schweinefleisch).

Gemüse nicht zu lange kochen – sondern nur köcheln; dann schmeckt es besser und ist gesünder.

Kaufen Sie nur tiefgefrorenes Gemüse ! Das wird sofort nach der Ernte gereinigt und schockgefroren und kommt schließlich über die Tiefkühltruhe im Supermarkt in die Truhe bei Ihnen zu Hause. Frischer geht es nicht !

= Stehen ist besser als Sitzen ! Gehen ist besser als Stehen ! Radeln oder joggen ist besser als Gehen !

= Neueste Analysen von 200 Studien haben eindeutig gezeigt, dass Kaffee (drei bis Tassen pro Tag) gesund ist und die Risiken für Herzinfarkt, Schlaganfall, Stoffwechsel- und Lebererkrankungen u.a. deutlich senkt. Die mehr als 1000 bioaktiven Substanzen im Kaffee entfalten anti-entzündliche oder anti-oxidative Wirkung, die auch vor Krebs schützen kann.

= Küchenhygiene ist sehr wichtig !

= Checken Sie Ihren Urin mit den in der Apotheke erhältlichen Teststreifen.

 
 

Die Welt ist ein Dorf

Wogende Netze: In dem Wust von Fischernetzen scheint die zierliche Vietnamesin beinahe zu versinken. Wie ein wogendes Meer legen sie sich um ihre Beine. Geschickt fliegen ihre Hände über das feine Garn der traditionell von Hand geknüpften Netze. Hunderttausende werfen sie in Vietnam täglich aus, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In Vietnam ist die Fischerei vorrangig noch in den Händen von Familienbetrieben; der industrielle Fischfang entwickelt sich erst seit einigen Jahren. (Kontinente)

 
 

Die Welt ist ein Dorf

= „Wir stammen von den Schiffen“ sagen die Argentinier, wenn man sie nach ihrer Herkunft fragt. Fast alle Bewohner des Pampalandes stammen von Einwanderern ab. Die indigene Bevölkerung war von den spanischen Eroberern und vor allem durch den grausamen „Wüstenfeldzug“ des argentinischen Generals Julio Argentino Roca weitgehend ausgelöscht worden. Heute gibt es in Argentinien ebenso so viele Deutschstämmige wie Nachfahren der Ureinwohner – jeweils rund eine Million Menschen. Die meisten Argentinier stammen von Italienern und Spaniern ab; in der Zeit des Nationalsozialismus kam fast jeder dritte Einwanderer aus Deutschland. Bis zum Beginn der Nazizeit waren die deutschen Einwanderer überwiegend männlich, jung und unverheiratet. Nur ein Drittel kam mit Familie nach Argentinien, schreibt die Soziologin Beate Hock in ihrem Buch „In zwei Welten“, das sich in zwanzig exemplarischen Frauenporträts ganz auf die Minderheit der aus Deutschland eingewanderten Frauen konzentriert.

Wirtschaftliche und politische Gründe veranlassten auch die Großväter von Ronaldo Kürbs, aus dem Deutschland der Weimarer Republik nach Argentinien auszuwandern; der Großvater mütterlicherseits war ein notorischer Spieler und vor seinen Gläubigern aus München nach Buenos Aires geflohen. Der andere, ein Gewerkschafter und Sozialist, hatte sich als Arbeiter bei Opel an einem Streik beteiligt und war deswegen entlassen worden. Der Werkzeugmacher Karl Kürbs entschied sich für Argentinien – nicht zuletzt deswegen, weil er schon in Deutschland zum Fan des berühmten Fußballclubs Boca Juniors geworden war; sein Sohn Karl-Heinz, der bei der Übersiedlung 1924 erst neun Jahre alt war, wurde argentinischer Jugendmeister im Zehnkampf und bekam 1936 das Angebot, in die Leibgarde Adolf Hitlers einzutreten. „Wenn du das annnimst, bist du nicht mehr mein Sohn“, beschied Vater Karl. Der Sohn blieb. „Darum bin ich heute hier“, sagt Enkel Ronaldo.

Das war Argentinien, und das ist es: Einwanderungsland. Für viele war es nicht erste Wahl. Bobzins Großvater wollte eigentlich in die Vereinigten Staaten; doch im Hafen von Genua gab es auf Monate keine Passagen dorthin. In vier Tagen ginge jedoch ein Schiff nach Buenos Aires, sagte man ihm. „Wo ist denn das?“ fragte Franz. „In Südamerika.“ „Das ist auch gut“ – und los ging es in ein neues Leben.

„Argentinien ist doch ein Hort für Nazis“, heißt es oft, wenn die Rede auf das südamerikanische Land als Ziel deutscher Einwanderer kommt. Tatsächlich flohen zahlreiche NS-Kriegsverbrecher wie Adolf Eichmann, Josef Mengele oder Erich Priebke nach dem Zweiten Weltkrieg auf den sogenannten „Rattenlinien“ nach Argentinien. Weniger bekannt ist dagegen, dass in der Zeit des Nationalsozialismus auch Abertausende Juden in Argentinien Zuflucht vor den Nazis fanden.

 

Sparschwein

Das Geldvermögen der Deutschen beträgt fast sechs Billionen Euro und davon liegt etwa ein Viertel – also 1,5 Billionen – zinslos auf Girokonten oder versteckt im Keller oder wo auch immer.

Wer keine Aktien kaufen will, kann mit Staatsanleihen von EU-Ländern – z.B. Rumänien – immerhin zwei Prozent Verzinsung erreichen. Damit ist zumindest die Inflationsrate ausgeglichen. Bitte wählen Sie Laufzeiten von maximal zehn Jahren.

Wir Deutsche sind bei finanziellen Entscheidungen nicht besonders clever – um es vorsichtig auszudrücken. So zahlten die Vebraucher im letzten Jahr für Ratenkredite 2,2 Milliarden mehr Zinsen, als sie bei der Wahl eines günstigen Anbieters aus dem Internet hätten zahlen müssen.

Bitte kaufen Sie keine wie auch immer bezeichneten Fonds ! Die Kosten und Gebühren sind zu hoch ! Es gibt m.E. nur drei sinnvolle Möglichkeiten der Geldanlage:

  • Eine selbst genutzte Immobilie.
  • Auf Euro lautende Staatsanleihen mit gutem Rating und einer Laufzeit von maximal zehn Jahren.
  • Aktien und Aktien-ETF.

In diesen Tagen überschlagen sich mal wieder Heerscharen von Experten und Instituten mit spektakulären Weissagungen über die Entwicklung der deutschen, der europäischen und der Weltwirtschaft. Diese Prognosen differieren bis zu 150 Prozent. Wenn man die Aussagen der seriösen Experten zusammenfasst, kommt man zu dem Ergebnis, dass die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um etwa fünf Prozent zurückgeht und im nächsten Jahr um sieben Prozent zulegt; für Asien sind die Prognosen etwas besser und in den USA wird die anstehende Wahl dafür sorgen, dass der Rückgang wegen Corona so schnell wie möglich umgekehrt wird.

Auf Sicht von zwei/drei Jahren ist m.E. ein deutlicher Anstieg der Aktienkurse in Sicht.

Für vorsichtige und langfristig orientierte Anleger empfehle ich:

  • WKN 857209 Thermo Fischer – Bio-Tech-Gigant mit 25 Milliarden Dollar Umsatz; übernimmt z.Zt. das deutsche Molekular-Diagnostikunternehmen Quiagen.
  • WKN A14M2J Medtronic (Irland) Stellt u.a. über 50 Prozent der weltweit implantierten Herzschrittmacher und innovative Lösungen für Diabetes und minimalinvasive Therapien usw. her. Jetzt kommt eine kleine Kapsel hinzu, die durch den Magen-Darm-Trakt wandert und dem Arzt Bilder für die Diagnose liefert und Darmspiegelungen überflüssig macht. Die Aktie ist z.ZT. sehr günstig zu haben.
  • Die VW-Aktie ist viel zu billig ! (WKN 766403) VW ist nach wie vor die Nr. Eins der Welt mit mehreren erfolgreichen Marken vom PKW bis zum LKW. Für 2021 schätze ich das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf fünf bei einer Dividende von sechs Prozent.
  • Wer Risiken eingehen und die Chance auf einhundert bis zweihundert Prozent Kursgewinn haben möchte, der kauft die völlig abgetauchten Bankaktien wie ING, Santander, Societé Generale.
 

Nur ein Vogelschiss

In der Zeitschrift „Die Aula“, herausgegeben vom Akademikerverband der FPÖ in Österreich, wurden entlassene KZ-Häftlinge noch im Jahr 2015 als „Landplage“ und „Massenmörder“ bezeichnet, die plündernd durch das Land gezogen seien und die Bevölkerung drangsaliert hätten. Nach dem Krieg hatte selbst der Sozialist und Präsident der neuen Republik, Karl Renner, erklärt, dass die Rückkehr der Juden nach Österreich unter allen Umständen verhindert werden solle.