Kurz und interessant

= B. Obama beschreibt in seinem lesenswerten Buch Angela Merkel: „Nachdem der Eiserne Vorhang gefallen war, stieg sie in die Politik ein und arbeitete sich in den Reihen der CDU mit einer Mischung aus organisatorischem Geschick, strategischem Scharfsinn und unerschütterlicher Geduld planmäßig nach oben. Merkels Augen konnten abwechselnd den Ausdruck von Frustration, Belustigung und Andeutungen von Besorgnis annehmen. Andererseits spiegelte ihre stoische Art ihr nüchtern-analytisches Bewusstsein wider. Gefühlsausbrüchen oder übertriebener Rhetorik stand sie misstrauisch gegenüber, und ihr Team gab später zu, dass sie mich zunächst skeptisch betrachtet habe. Ich nahm ihr das nicht übel, denn ich dachte bei mir, bei einer deutschen Regierungschefin war eine Abneigung gegen mögliche Demagogie vermutlich eine gesunde Einstellung.

= „Bisher gab sich der neue amerikanische Präsident in der Außenpolitik gerne als pazifistischer Idealist. Er ließ die Waffenlieferungen an Saudiarabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) überprüfen, forderte endlich eine Friedenslösung im Jemen, suchte den Dialog mit dem Iran und entschied sich für einen schnellen Abzug aus Afghanistan. Jetzt hat seine Regierung grünes Licht für Waffenverkäufe von über 23 Milliarden Dollar an die VAE gegeben. Das Geschäft besteht u.a. aus der Lieferung von 50 Tarnkappen-Kampfjets und 18 Reaper-Kampfdrohnen.“ (NZZ)

Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums macht aus dem Waffengeschäft eine Friedensmission und erklärt: „Wir werden gegenüber der VAE weiter bekräftigen, dass amerikanische Rüstungsgüter in einer Weise verwendet werden müssen, die die Menschenrechte und das Völkerrecht respektiert.“ Amen.

= Der ukrainische Präsident Selenskyi verlangt „wegen der gewaltigen Aggression Russlands“ den Beitritt seines Landes in die EU und die Nato. Wie wäre es, wenn der Herr Präsident endlich damit beginnt, in seinem Land ein Mindestmaß an Rechtsstaatlichkeit zu erzwingen und die seit Jahren zugesagte Bekämpfung der Korruption auf den Weg zu bringen und die Oligarchen zu entmachten – so wie es sein Kollege Putin in Russland vorgemacht hat.

Beitritt zur EU und Nato? Sollte Herr Selenskyi vergessen haben, dass die Sowjetunion und Präsident Gorbatschow ihr Einverständnis mit der deutschen Wiedervereinigung und dem Rückzug aus den osteuropäischen Ländern nur unter der Bedingung erklärt haben, dass die Nato niemals an die russische Grenze heranrückt?

= Schon vor Jahren hatte die internationale Hilfsorganisation Oxfam mit aus Spendengeldern finanzierten Sexskandalen auf sich aufmerksam gemacht und damit natürlich auch seriösen Hilfsorganisationen schwer geschadet. Jetzt mussten schon wieder zwei Oxfam-Mitarbeiter wegen „sexuellem Fehlverhalten und Ausbeutung“ im Kongo entlassen werden.

= Symon Petljura (1879-1926) ist ein ukrainischer Nationalheld, ähnlich dem Kosaken-Führer Bohdan Chmelnytzki (1595-1657), der als Polen- und Judenschlächter in die Annalen einging, und Stepan Bandera (1909-1959), der ein Kollaboratuer der Nazis war und an Judenmorden nicht unbeteiligt blieb. Bei allen dreien werden in den aktuellen ukrainischen Darstellungen und Gedenkfeiern die Greueltaten geflissentlich ausgespart. In Polen und dem Gebiet der heutigen westlichen Ukraine lebten fast vier Millionen Juden. Unter Petljuras Herrschaft wurden vorwiegend von seinen Kosakenmilizen bei Progromen, den schlimmsten seit Chmelnytzki, bis zu 150.000 Juden bestialisch ermordet. Petljura wurde im Pariser Exil von Scholom Schwartzbard, einem jüdischen Dichter und Anarchisten erschossen, als Vergeltung für die Ermordung von 15 Mitgliedern seiner Familie; Scholom wurde vom Pariser Gericht freigesprochen.

= Verfassungs- und Kirchenrechtler haben dafür plädiert, mit einem neuen Gesetz die finanziellen Staatsleistungen an die Kirchen einzustellen.

= Eine kluge Feststellung: Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist die unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Sozialpolitik.

= Roboter sollen Herz-OPs überflüssig machen: Ein US-Start-up hat einen Roboter-Katheter entwickelt, mit dem Kardiologen am schlagenden Herzen behandeln können.

= Der nicht sehr erfolgreiche Verleger Wolfram Weimer macht gerne mit Medienpreisen auf sich aufmerksam. Jetzt hat er dem Kanzler Sebastian Kurz den „Freiheitspreis der Medien“ zuerkannt.

= Neuer Weltrekord: Die US-Filmserie „Killer-Couples/Möderische Paare“ schafft auf schlimmstem Primitiv-Niveau in Sekunden ein Maximum an brutalen Morden oder an Brechreiz-Sex.

 

Kluge Worte

= Es ist ein Beweis hoher Bildung, die größten Dinge auf die einfache Art zu sagen. (Emerson)

= Bildung ist die Fähigkeit, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden. (Lagarde)

= Wir trauen fast niemand gesunden Menschenverstand zu als dem, der unserer Meinung ist. (La Rochefoucauld)

= Hundert Menschen schärfen ihren Säbel, Tausende ihr Messer, aber Zehntausende lassen ihren Verstand ungeschärft, weil sie ihn nicht üben. (Pestalozzi)

= Der Geist des Mannes ist sonnenlichter Tag. Der Geist des Weibes gleicht mondheller Nacht, und der trübste Tag ist heller als die hellste Nacht. Aber der Tag verdunkelt die Sterne und macht das Leben irdisch, und die Nacht ruft alle Welten hervor und macht das Leben himmlisch. Der Tag bringt Glut und Dürre und Hass. Die Nacht aber bringt Milde, Tau und Liebe. (Börne)

= Masse und Kollektiv können ohne Wahrheit leben. Sie sind ihrer weder bedürftig noch fähig. (Ortega y Gasset)

= Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da. (Sophokles)

= Weise Lebensführung gelingt keinem Menschen durch Zufall. Man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll. (Seneca)

= Cogito, ergo sum. Ich denke, also bin ich. (Descartes)

= Die Freiheit besteht darin, dass man alles tun kann, was einem andern nicht schadet. (Claudius)

= Dummheit, die man bei andern sieht, wirkt meist erhebend auf´s Gemüt. (Busch)

 

Vorsicht! Diese Crash-Propheten können Sie bitterarm machen !!!

  • Jim Rogers kündigte gegen Ende 2011 eine um hundert Prozent schlimmere Krise als 2008 an. Nach Rogers Prognose stiegen die Aktienkurse bis zum Jahr 2015 um etwa 150 Prozent.
  • Im ersten Quartal 2014 äußerste sich der allseits präsente Marc Faber: „Ich denke, es ist sehr wahrscheinlich, dass wir in den nächsten Monaten einen Crash in der Form von 1987 sehen werden.“ Danach stiegen die Kurse bis April 2015 um ca. 50 Prozent.
  • Im Mai 2017, als der Aktienindex etwa bei 12.600 stand, kündigte Jim Rogers „den schlimmsten Crash zu unseren Lebzeiten an.“ Danach schwankte der Index wegen der Corona-Krise stark – steht aber heute über 15.000.
  • Und der Autor Marc Friedrich, der mit seinem Buch „Der Crash ist die Lösung“ viel Geld gemacht hat und dem hoffentlich nicht zu viele Leute gefolgt sind, dieser Herr schwadroniert zum Tiefpunkt der Aktien-Corona-Krise im März 2020: „Jetzt sieht es ganz danach aus, als ob dieses Coronavirus das ganze Kartenhaus zum Zusammenbruch führt.“ Ein paar Tage nach dieser Feststellung begannen die Kurse vehement zu steigen – bis heute um etwa 70 Prozent.
  • Und der allseits bekannte „Fachmann“ Dirk Müller durfte im Mai 2020 bei einem Indexstand von etwa 12.400 in der BILD-Zeitung verkünden: „Wir könnten ein sehr schwaches zweites Halbjahr sehen. Ich wäre momentan sehr vorsichtig.“ In den elf Monaten seit Müllers Aussage stieg der Index auf 15.300.

Aus: Der Aktionär

 

Deutsche Sprache – Schwere Sprache

Zum Thema „generisches Maskulinum“ und zu den niedlichen Gendersternchen hat Peter Voss in der FAZ ein Gedicht veröffentlicht:

„Der Elch hat sich im See versenkt, die Elchin hat ihn tief gekränkt. Sie hat verlangt, dass er nicht mehr der Name ihrer Gattung wär.

Nur noch mit Sternchen sei´s erlaubt, das hat dem Elch den Nerv geraubt. Er tauchte ab, für kurze Zeit, war noch zum Letzten nicht bereit.

So schwamm er hinterrücks an Land, wo er ´ne andere Elchin fand. Sie liebten sich alsbald im Wald, das Sternchen ließ sie beide kalt.

Die ganze Gendertümelei ging ihnen am Geweih vorbei. Die erste Elchin blieb allein mit dem Gefühl, im Recht zu sein.“

 

Das Sündenregister der Medien in 2758 Kapiteln

= Dieses Sündenregister ist schon ein paar hundert Jahre alt: Der Dramatiker und Lyriker Christian Friedrich Hebbel (1813 – 1863) beschrieb das so: „Wenn man die sämtlichen Journalisten, wie sie da sind, ins Zuchthaus sperrte, würde man gewiss nicht so viele Unschuldige hineinsperren, als jetzt schon im Zuchthaus sitzen.“

= Der Standardwitz über den Unterschied zwischen Journalismus und PR ist uralt: Der PR-Berater einer Grossbank und der Journalist haben mit dem Chef der Bank zum Lunch abgemacht. Da fällt vor dem Restaurant ein Rottweiler über ein kleines Kind her. Furchtlos stürzt sich der Bänker auf den Hund und tötet das wilde Tier mit blossen Händen. Der PR-Berater rennt in sein Büro und formuliert das Communiqué: „Banker riskiert sein Leben, um ein Kind zu retten.“ Der Journalist rennt ebenso in sein Büro und formuliert die Schlagzeile: „Bankenboss erwürgt Haustier!“

= Deutschlands unseriöseste Zeitschrift „Focus Money“ lässt sich weiterhin von Fakten nicht beirren und versucht, mit abartigen Panikmeldungen ihre wenigen Leser bei der Stange zu halten. Im Jahr 2017 lauteten einige Schlagzeilen so:

  • Wie der Euro unser Vermögen vernichtet
  • Bald geht unser Geld kaputt
  • Was Sie nicht wissen sollen. Ihr Geld auf der Bank ist in Gefahr.
  • Verrat am Sparer! Verrat am Steuerzahler! Verrat an der Rente!
  • Die Verschwörung ist in vollem Gang: Ihr Geld steht vor dem Kollaps!
  • Italien darf Euro-Schulden in Lira zurückzahlen
  • Der Euro muss platzen (Insider packen aus: Die Wahrheit hinter den Kulissen der EU-Bürokratie)

Wie wir heute wissen, ist nichts – aber auch gar nichts – davon eingetreten.

Besonders lustig sind die vom sogenannten Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Hans-Werner Sinn produzierten Schlagzeilen in Focus-Money. Keine einzige seiner Panik-Behauptungen wurde Realität. Das hält ihn nicht davon ab, auf der Titelseite (April 2021) mit der Schlagzeile aufzutrumpfen: „Wann platzt die Schuldenbombe?“

= News-Group-Journalisten sollen Tausende abgehört haben (S.Z.)

= Der Autor Jürgen Todenhöfer hat vor Gericht einen Rechtsstreit gegen den SPIEGEL „zu 100 Prozent“ gewonnen. Der SPIEGEL muss den Text „Der Märchenonkel“ aus der Online-Ausgabe löschen. Todenhöfer hatte auf Unterlassung gegen 14 (!!) Passagen des Textes geklagt.

= Die Krake Murdoch: Der Medienunternehmer kann sich in Großbritannien fast alles leisten – sogar kriminelle Journalisten.

= Merkel ist eine Hassfigur für viele griechische Medien.

= Sabine Christiansen im SZ-Magazin: „Wissen Sie, wenn mich ein Chefredaktuer einer großen Illustrierten nach der Bekanntgabe meiner Beziehung zu Norbert Medus anruft und mir droht, da hört der Spaß auf. Er sagte, wenn ich nicht bereit sei, über mein Privatleben Auskunft zu erteilen und Fotos zuzulassen, solle ich mich auch nicht wundern, wenn künftig über meine Sendung nur noch negativ berichtet würde.“

 

Nur ein Vogelschiss

Das Heimweh des Walerjan Wrobel

Walerjans Geschichte liegt weit zurück. Im Frühjahr 1941 – er ist gerade 16 Jahre alt geworden – kommt Walerjan zum „Arbeitseinsatz“ nach Deutschland: einer von mehr als zwei Millionen polnischen Zivilarbeitern im „Großdeutschen Reich“. Als „landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter“ wird er vom Arbeitsamt Bremen auf einen Bauernhof vermittelt. Er soll dort arbeiten – für den „Endsieg“. Aber er will zurück. Nach Hause. Walerjan kann kein deutsch. Das Essen ist zu wenig, die Kleidung zu dünn, die Arbeit zu schwer. Walerjan hat Heimweh. Eines nachts läuft er weg. Er will die 900 Kilometer zu seinem Dorf in Polen zu Fuß laufen. Am nächsten Morgen von einer Polizeistreife angehalten, wird er auf den Hof zurückgebracht und verwarnt: Auf „Arbeitsvertragsbruch“ steht „Arbeitserziehungslager“. Walerjan versteht nichts: „Ich Pole! Ich nach Hause!“

Drei Tage später hat er einen neuen Plan. Er wird auf dem Hof Feuer legen. In der Scheune. „Dann sehen die: das ist ein schlechter Arbeiter! Weg mit dem! Zurück nach Polen!“ Er nimmt eine Schachtel Streichhölzer vom Küchenbord, geht in die Scheune und zündet etwas Stroh an. Das Feuer wird sofort entdeckt. Walerjan hilft beim Löschen. Nur das Stroh ist verbrannt. Sonst ist nichts passiert. Aber die Bäuerin packt ihn am Hals und schüttelt ihn. Ein anderer Pole, der auch auf dem Hof arbeitet, schreit ihn an. „Dafür wirst du erschossen!“

Gestapozelle, Vernehmung, Überstellung nach Neuengamme, Konzentrationslager bei Hamburg. Neun Monate Arbeitsqual: Schaufel-Schiebkarren-Kommando. Schlamm, Regen, Dreck, Hunger. Sie müssen einen Stichkanal bauen. Walerjan fällt ins Wasser. Piotrowski, der neben ihm arbeitet, rettet ihn vor dem Ertrinken. Er wird sein Freund. Hoffnung auf Heimkehr. Heimweh.

Der Prozess: Landgericht Bremen. Gerichtsgebäude Domsheide. Strafkammersaal. 8. Juli 1942, 11.45 Uhr: Öffentliche Sitzung des Sondergerichts Bremen. § 3 der Volksschädlingsverordnung. Ziffern II, III, XIV der Polenstrafrechtsverordnung: „…..mußte den Angeklagten trotz seiner Jugend und trotzdem er geistig in seiner Entwicklung zurückgeblieben ist, als Polen zwangsläufig die Todesstrafe treffen, da eine andere Strafe nicht zugelassen ist.“

Warten auf Gnade. Untersuchungshaftanstalt Hamburg. Holstenglacis. Protokoll: „….auch im weiteren Verlauf der Nacht blieb er gleichmäßig ruhig. Nur als er zu seinem letzten Gang fertig gemacht wurde, wurde er etwas aufgeregt. Als Pfarrer Behnen ihm jedoch zuredete: „Ich gehe ja mit!“, wurde er wieder ruhiger, sodaß er den Weg zur Richtstätte ziemlich festen Schrittes zurücklegen konnte….“

 

Das AfD-Programm: Raus aus dem Euro – Raus aus der EU – Rein in die Massenarbeitslosigkeit – Rein in die Parlamentsmehrheit – Rein in die Notstandsverordnungen und „vorübergehende“ Außerkraftsetzung des Grundgesetzes. Dann raus aus der NATO – Rein in die vehemente Aufrüstung incl. Atomwaffen – Dann holen wir uns die „deutschen“ Ostgebiete incl. Schlesien zurück und schicken alle Nicht-Germanen (mit oder ohne deutschen Pass) in ihre frühere Heimat oder auf eine Gefängnisinsel.

 

Die Welt ist ein Dorf

= „Die Bundesrepublik ist kein Einwanderungsland“ – diese Formulierung stand im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP im Jahr 1982. Das war eine Absichtserklärung und keine historische Tatsache, denn ein Deutschland ohne Einwanderung hatte es in den vergangenen 400 Jahren selten gegeben.

Durch den Dreißigjährigen Krieg wurde die Bevölkerung um fast ein Drittel reduziert. Vom Nordosten (Pommern und Mecklenburg) bis nach Südwesten (Württemberg und Schwaben) wurden nach dem Krieg Siedlungswanderer aus kriegsverschonten Gebieten angeworben.

Zugleich begannen deutsche Fürsten, eine „merkantilistisch operierende Migrationspolitik“ zu betreiben, mit der man möglichst viele erwerbstätige und steuerzahlende Untertanen motivieren wollte, einzuwandern. Zunächst wurden Zuwanderer sogar mit Steuerfreiheit und anderen Privilegien gelockt; auch die Religion spielte jetzt eine wichtige Rolle. Die protestantischen Länder wie Brandenburg-Preußen warben über eine halbe Million Hugenotten aus Frankreich an.

Von der Mitte des 18. Jahrhunderts an drehte sich der Spieß um: Bis ins frühe 19. Jahrhundert zog es ca. 740.000 Deutschsprachige nach Ost- und Südosteuropa, insbesondere in die Gebiete entlang der Donau und nördlich des Schwarzen Meeres.

Heute haben in Deutschland knapp 20 Prozent der Bevölkerung einen „Migrationshintergrund“ – das sind ca. 15 Millionen Menschen, die in allen Branchen tätig sind und ohne die vom Bauunternehmer bis zum VW-Konzern relevante Produktionskapazitäten verloren gingen.

= Kolumbien: Ulrike Purrer leitet das Jugendzentrum „Centro Afro“ in Tumaco. Sie lebt in einem Holzhäuschen und teilt den Alltag der Menschen, die unter Gewalt und Perspektivlosigkeit leiden. Tumaco ist der Landkreis Kolumbiens mit der höchsten Mordrate, ist Hotspot von Drogenproduktion, Armut und Arbeitslosigkeit. Seit dem Friedensvertrag mit der FARC-Guerilla hat die Gewalt dort zugenommen. Neue bewaffnete Gruppen und Drogenkartelle füllten das entstandene Machtvakuum. Das Jugendzentrum, das von Comboni-Missionaren gegründet wurde und basisdemokratisch geführt wird, ist dagegen ein Ort des Friedens und der Sicherheit. „Unsere Überzeugungen sind klar: Nein zu den Waffen, zur Gewalt, zu Drogen. Ja zur Partizipation aller, zu Frieden, zu Gerechtigekit“, sagt Purrer. Was man öffentlich nicht zu sagen wage, wird in Musicals, Theaterstücken, Hip-Hop-Liedern und Zirkusshows ausgedrückt -Kunst als mutiger Widerstand.

Die Friedensaktionen des Zentrums finden nicht gegen die bewaffneten Aktuere statt, sondern „Indirekt im Alltag mit ihnen“, betont Purrer. Wenn das Team des „Centro Afro“ etwa einen Friedhof aus Holzkreuzen aufbaut, der an die Menschen erinnert, die ihr Leben durch Gewalt verloren haben, wird das von den bewaffneten Gruppen geduldet. Die Kämpfer sind keine Fremden, sondern Verwandte der Jugendlichen, die das Zentrum besuchen.

Der Einsatz für den Frieden in Tumaco ist eine sensible Arbeit, die Zeit und Geduld erfordert. Weil sich das Zentrum mit seiner befreienden Theologie für die Verbesserung der Lebensumstände vor Ort einsetzt und akzeptiert ist, gelingt manchmal, woran internationale Organisationen von außen scheitern: eine behutsame Annäherung an die Kämpfer. Von offizieller Kirchenseite wünscht Purrer sich mehr Einsatz für den Frieden:

„Das friedensstiftende Potenzial der Religionen wird zu wenig genutzt.“ (Kontinente)

= Das Westjordanland gehört weder inoffiziell noch nach Internationalem Recht zu Israel. Dennoch bauen israelische Siedler mit Duldung ihrer Regierung dort ihre Häuser und beanspruchen Land für ihre Felder.

= Wieder amerikanische „Medienhilfe“ für Osteuropa. Die Radiostation Free Europe (RFE) wurde 1949 als Waffe im Propagandakrieg gegen die Sowjetunion gegründet. Das Hauptquartier stand damals in München und wurde 1995 nach Prag verlegt. Nachdem die Zielländer reduziert wurden, stehen jetzt wieder Ungarn, Bulgarien und Rumänien im Visier der amerikanischen Medienförderung. (NZZ)

= Der Scharfmacher verführt Amerikas Konservative. Tucker Carlson erreicht im Fernsehsender Fox News täglich ein Milllionenpublikum und schürt die Impfskepsis der Republikaner. (NZZ)

 

Der Macho u. die Lady u. das Sofa

Das Verhalten von Herrn Erdogan beim Besuch der EU-Chefs in der Türkei hat wieder mal gezeigt, dass dieser Mann immer noch nicht kapiert, dass sein Land nur dann eine gute Zukunft hat, wenn es wie die europäischen Länder eine glasklare Trennung von Kirche und Staat herbeiführt und wenn die völlige Gleichstellung von Männern und Frauen Normalität ist.

Ursula von der Leyen hat den Verstand am richtigen Fleck, hat cool auf den Macho reagiert und versucht, zur Sache zu kommen und die zahlreichen Probleme zwischen der Türkei und der EU zu besprechen.

Außenpolitik heißt vor allem: „Miteinander reden“ und nicht „Aufeinander schießen“. Die Türkei braucht die EU aus wirtschaftlichen Gründen und will immer noch Mitglied der EU werden. Auch über die Nato-Mitgliedschaft der Türkei gibt es eine verbindende – wenn auch komplizierte – Beziehung.

Europa ist natürlich an einer loyalen Türkei interessiert: Hinter der Türkei liegen Länder wie Syrien, Libanon, Irak, Iran, Saudi-Arabien u.a.m.

Auch wenn die EU-Mitgliedschaft der Türkei noch in weiter Ferne liegt: Mit oder ohne Herrn Erdogan müssen wir versuchen, alle kleinen und großen Probleme zu besprechen und zu lösen und wir dürfen uns von der Arroganz dieses Herrn Erdogan nicht von diesem Ziel abbringen lassen.

 

Besinnt euch ! Jetzt !

„Je weniger ein Mensch unter Todesangst leidet, desto besser ist er in der Lage, im Jetzt und Hier zu leben, die Gegenwart zu gestalten, den Augenblick zu geniessen. Er ist weniger zerrissen zwischen Nostalgie und Zukunftsangst, er ist mit Herz und Verstand in diesem Moment seines Lebens.

Sehnsucht: Nicht abgelenkt und betäubt leben, nicht flüchtig und getrieben, sondern im Bewusstsein des einmaligen Augenblicks; die fortwährende Bewusstmachung des eigenen Todes steht diesem Lebensgefühl nicht im Wege, im Gegenteil, es befördert es. Der Philosoph Peter Bieri hat es poetisch, aber treffend beschrieben: „Sich darauf besinnen, was man eigentlich möchte. Das Bewusstsein der begrenzten ablaufenden Zeit als Kraftquelle, um sich eigenen Gewohnheiten und Erwartungen, vor allem aber den Erwartungen und Drohungen der anderen, entgegenzustemmen. Als etwas also, das die Zukunft öffnet und nicht verschließt…… Endlich dazu übergehen, langgehegte Wünsche zu verwirklichen. Den Irrtum angreifen, dass dafür später immer noch Zeit sein wird. Der Gedanke an den Tod als Instrument im Kampf gegen Bequemlichkeit, Selbsttäuschung und Angst.“ (Fundstück)

 

Was ist Kunst ?

= Frage an Gerhard Richter: „Sind Bilder Modelle einer besseren Welt – schön, vollendet, unangreifbar?“

Richter: „Bilder – z.B. jene von Velázquez oder Vermeer – können ein Trost sein, wenn sie genügend Geheimnis besitzen und ähnlich rätselhaft sind wie das Leben selbst. Allein die Annäherung an diesen Zustand löst Glücksgefühle aus.“

= Andrea Bocelli: „Kunst ist etwas Mysteriöses. Sie ist ein Geschenk, dem man mit Worten nicht beikommt. Kritiken sind nicht viel mehr als Folklore.“

= Impressionismus: Stiller Eindruck – Expressionismus: Starker Ausdruck

= Picasso: „Es gibt Maler, die die Sonne in einen gelben Fleck verwandeln. Es gibt andere, die dank ihrer Kunst einen gelben Fleck in die Sonne verwandeln.“

= Leon Battista Alberti: „Harmonie gibt sich dadurch zu erkennen, dass man weder etwas wegnehmen noch etwas hinzufügen kann.“

= Updike: „Die Wahrheit der Kunst liegt im Leid, das sie birgt. Ja, es ist wahr: Wer nicht gelitten hat, hat nichts zu sagen.“

= Rilke: „Kunstwerke sind von einer unendlichen Einsamkeit und mit nichts so wenig erreichbar als mit Kritik. Nur Liebe kann sie erfassen und halten und kann gerecht sein gegen sie.“

= Picasso: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“

= Kai Pohl: „Gedichte sollten den Verwirrten, Verzweifelten und Verängstigten Nahrung geben und nicht die Germanisten füttern.“

= „Kunst ist eine emotionale Angelegenheit oder es ist keine Kunst. Ohne Emotionalität keine Kunst. Ich muss durch das Bild bezwungen werden. Wenn Sie sich in eine Frau verlieben, dann wird das niemals anhand irgendwelcher Kriterien erklärbar sein.“ (Fundstück)

= Albert Ostermaier: „Die Lyrik Brechts ist erlebbar als etwas, das zeitgenössisch ist, nahe an unserem Puls, als etwas, das mit unseren Sehnsüchten, unseren Ängsten, unserer Wut zu tun hat.“

 

Gebildet müsste man sein!

= Was eben noch einfach nur Stochastik war, das ist jetzt auf einmal große Politik. (Süddeutsche Zeitung)

= Die am ehesten psychologisch-realistische Erzählung der Sammlung „Die Klassenbeste“, enthält auch ein wahrhaft finnougrisches Bekenntnis ……. (Kerstin Holm in der FAZ)

= Der drastische Diss der Mehrheitsgesellschaft ist hier eine politische Performance. (S.Z.)

= Ist das größenwahnsinnige Land Art oder technische Megalomanie?

= ……..wie erst neulich wieder bei einem digitalen Frankfurter Workshop über „Kritische Theorie(n)“ krass fallibilistisch deutlich wurde. (FAZ)

= Ein Mann wie ein Baum, Meghan wie Noahs apokryphe Frau Haikal in seinem Schoß? (FAZ)

= Eine hedonistisch-melancholische Zustandsbeschreibung. (S.Z.)

= Romantische Liebe besteht aus Seligkeit, Lernen und Scheitern. Gefährlich wird ihr eine technik-beflügelte puritanische und tayloristische Moderne. (Die WELT)

= Der Sport ist stets der Appendix wirtschaftlicher oder politischer Interessen eines Landes. (S.Z.)

= In Laurent Binets Roman „Eroberung“ kolonisieren die Inka Europa. Eine Umkehrung der Weltgeschichte und des exotisierenden Blicks. Ist das ein Beitrag zur Selbstrelativierung oder eine besonders verdrehter Ethnozentrismus? (S.Z.)

 

Gedichte von M. Kaleko

= Was wird am Ende von mir übrig bleiben? – Drei schmale Bände und ein einzig Kind. Der Rest, es lohnt sich kaum, es aufzuschreiben. Was ich zu sagen hab, sag ich dem Wind.

Es ist und bleibt das gleiche allerorten – man sagt am Ende nichts in vielen Worten. Zum Reden hat sogar der Feige Mut; doch Schweigen klingt in jeder Farbe gut.

= Im Schaufenster das Krokodil hat Tränen viel verloren. Umsonst: Es war am fernen Nil zur Brieftasche geboren.

= Der Schwan, wenn er sein Ende ahnt, das heißt: wenn ihm sein Sterben schwant, zieht sich zurück, putzt das Gefieder und singt das schönste seiner Lieder. – So möcht auch ich, ist es soweit, mal eingehn in die Ewigkeit.

= Ich frage mich in meinen stillen Stunden, was war das Leben, Liebster, eh du kamst und mir den Schatten von der Seele nahmst. Was suchte ich, bevor ich dich gefunden?

= Ich denke oft an Kladow im April…. Noch hält der Frühling sich im Wald verborgen, die Ufer warten kahl und winterstill, und nur die ersten Knospen rufen „morgen!“

In diesem Haus mit seinen blanken Scheiben, den Fliederbüschen und dem Silbermond, dem See, darauf die kleinen Boote treiben – hier hab ich achtzehn Frühlinge gewohnt.

Von meinem Herzen bleibt ein gutes Stück auf diesem kleinen Erdenfleck zurück. – Und eine Stimme in mir sagt: Ich will die Stunde, wie sie ist, in mir bewahren. Und sieh: da lebt sie noch, nach so vielen Jahren!

= Man lernt sich irgendwo ganz flüchtig kennen und gibt sich irgendwann ein Rendezvous. Ein Irgendwas, – `s nicht genau zu nennen – verführt dazu, sich gar nicht mehr zu trennen. Beim zweiten Himbeereis sagt man sich „du“.

Man hat sich lieb und ahnt im Grau der Tage das Leuchten froher Abendstunden schon. Man teilt die Alltagssorgen und die Plage, man teilt die Freuden der Gehaltszulage, …… Das übrige besorgt das Telefon.

 

Zur aktuellen Lage

Das Manager-Magazin liegt beim Wettkampf um Deutschlands inkompetenteste Wirtschaftszeitschrift immer weit vorne. Vor einigen Jahren hatte der Chef des deutschen Linde-Konzerns – Wolfgang Reitzle – die geniale Idee, den amerikanischen Wettbewerber Praxair zu übernehmen. Das Manager-Magazin schrieb damals, diese Fusion würde vor allem einem nutzen: Reitzle selbst.

Inzwischen ist Linde der weltgrößte Industriegase-Hersteller und hat im vergangenen Jahr trotz Corona gute Ergebnisse erwirtschaftet. Für die nächsten Jahre ist weiteres kräftiges Wachstum angekündigt.

= Wolfgang Reitzle (Linde) ist überzeugt, dass „Deutschland riesiges wirtschaftliches Potenzial hat“, wenn es zu einem parteiübergreifenden Konsens käme. Reitzle schlägt vor:

  • Mehr Wirtschaftskompetenz in der Bevölkerung – u.a. mit der Einführung des Pflichtfachs „Wirtschaft“ an den Schulen.
  • Abbau der Staatsbürokratie und weitgehende Digitalisierung der Öffentlichen Verwaltung.
  • Staatsquote unter 50 Prozent senken.
  • Ein verbindlicher Zehnjahresplan für Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur.
  • Die amerikanischen Internetgiganten sind kaum noch einzuholen; deshalb müssen wir beim „Internet of Things“ die Führung übernehmen.
  • Wenn die Wirtschaft schnell wieder in Schwung kommen soll, müssen die Unternehmen steuerlich entlastet werden.
  • Mit dem Potenzial der Bundeswehr Kompetenzzentren für die Entwicklung von Cyber- und Drohnentechnologie aufbauen.
  • Eine neue ideologiefreie Energie- und Mobilitätspolitik.

= In Italien findet ein fruchtbarer politischer Wandel statt. Nach dem genialen Schachzug, Mario Draghi als Ministerpräsidenten zu installieren, hat jetzt die Sozialdemokratische Partei nach jahrelangen Streitereien den früheren Vorsitzenden Enrico Letta wieder zum Vorsitzenden gewählt. Letta sagt: „Wenn der Wind des Wandels braust, dann ziehen manche Mauern hoch. Andere blicken nach vorn und errichten Windmühlen.“ Letta will seine Partei aussöhnen und neu erfinden und überfällige Reformen angehen: Die aberwitzige Bürokratie – das dahinsiechende Justizwesen – das innovationsfeindliche Steuersystem – die systematische Benachteiligung von Frauen in der Beschäftigungsstruktur u.v.a.m. Als Hauptgegner hat Letta die rechtsnationale Lega benannt.

= Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder ist überzeugt, dass der Westen seine führende Position durch Dummheit und Unfähigkeit verspielt und dass China und Russland ihre Chancen mehren. Schröder glaubt nicht mehr an den Zusammenhalt der transatlantischen Wertegemeinschaft und fordert von Europa, sich von der amerikanische Vormundschaft zu emanzipieren und mit einer echten europäischen Armee selbst für seine Verteidigung zu sorgen – einschließlich klarer Abmachungen mit Russland. Man darf vermuten, dass Präsident Macron und Bundeskanzlerin Merkel Schröders Meinung teilen, aber aus taktischen Gründen noch nicht darüber sprechen wollen.

= Noch vor fünf Jahren haben Ökonomen und Politiker behauptet, dass China bis zum Jahr 2050 braucht, um die USA als Wirtschaftsmacht Nummer Eins zu überholen. Jetzt wurde diese Prognose revidiert und auf das Jahr 2025 vorverlegt.

= Die unbedingt notwendige Verlängerung eines kurzen strengen Lockdowns hat auch ein parteipolitisches Motiv: Nur wenn bis Ende Juni 60 Prozent der Deutschen geimpft sind, kann das gesamte öffentliche Leben wieder auf Vor-Corona-Kurs schalten. Nur dann wird die Wirtschaft komplett Gas geben und die Deutschen können in alle Welt fliegen und ihre Urlaube nachholen und die CDU/CSU hat noch Zeit, sich mit neuen Gesichtern für den Wahlkampf zu profilieren. Laschet macht in Düsseldorf einen guten Job; er ist kompetent und zuverlässig – aber er ist wie Merkel kein Hollywood-Star. Söder hat außerhalb Bayerns weniger Zustimmung. Wer keine grünen Kanzler/in will, muss hoffen, dass die Schwarzen noch etwas aus dem Hut zaubern.

= Der Wahnsinn nimmt zu: In einer Liegenschaft der Freien Universität Berlin wurden verscharrte sterbliche Überreste von Naziopfern gefunden; jetzt soll ein Forschungsprojekt dieses düstere Kapitel aufarbeiten. Auf der Homepage dieses „Projekts Ihnestraße 22“ ist zu lesen: „In der Ihnestr 22 forschten Wissenschaftler_innen schließlich auch an den Körpern von Personen, die in nationalsozialistischen Vernichtungslagern und Heilanstalten ermordet wurden. Insbesondere Sinti_zze und Rom_nja, J_üdinnen, schwarze Personen und Menschen mit Behinderung fielen den Arbeiten des KWI-A zum Opfer.“ Ja! Dort steht tatsächlich J_üdinnen. Wozu soll diese geschlechtergerechte Sprache dienen? Gerechtigkeit?

Es darf nie zur Normalität werden, dass Menschen, nachdem sie als Opfer des grauenvollsten Verbrechens der Geschichte geschändet worden sind, ohne ihr Wissen und Wollen abermals zum Teil einer Ideologie gemacht werden. Die in der Ihnestrasse 22 verscharrten Opfer mörderischer Rassisten haben eine würdige Bestattung und ein angemessenes Gedenken verdient. Wer diese Opfer aber instrumentalisiert, um sich selbst als Zelebrator*in der Gerechtigkeit zu präsentieren, schändet sie ein weiteres Mal. (Julien Reitzenstein NZZ)

 

Die Welt ist ein Dorf

= Die Europäische Union diskutiert endlich über eine gemeinsame Verteidigungsplanung. Während Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer verkündete, dass die „Illusionen einer strategischen politischen Autonomie enden müssen“ und Europa unter dem nuklearen Schutzschirm Amerikas zu bleiben hat, hielt der französiche Präsident Macron dagegen: „Amerika wird Europa als Verbündeten nur dann ernst nehmen, wenn wir in unserer eigenen Verteidigung souverän sind. Wir müssen unsere strategische Autonomie und unsere Fähigkeit, mit Partnern zusammenzuarbeiten, verbessern.“

Für die Machtpolitik und die militärischen Operationen der USA ist Europa seit Jahrzehnten nur Erfüllungsgehilfe. Als Beispiel dient der Irak-Krieg, in den die europäischen Nato-Mitglieder mit erlogenen Gründen hineingepresst werden sollten und der den gesamten Mittleren Osten bis heute destabilisiert hat. Der Mittlere Osten grenzt an die EU und ist weit weg von Amerika. (Bundeskanzler Schröder hat damals die deutsche Beteiligung am Irak-Krieg verweigert).

Hoffentlich setzt sich Macron durch !!!

= Demographische Wende: Nachdem die Zahl der arbeitsfähigen Menschen in Europa, Nord- und Südamerika, Japan und China seit 1980 um mehr als 60 Prozent gestiegen ist, deutet sich eine Umkehr dieser Entwicklung an. Weniger Arbeitskräfte muss nicht mit einem Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung einhergehen, weil Produktivitätsfortschritte (Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Robotik) mehr als einen Ausgleich anbieten. Außerdem kann die fortschreitende Globalisierung helfen, nationalen Alterungsfallen auszuweichen und die weltweite Arbeitsteilung zu vertiefen.

= Auch China hat ein massives Problem mit dem Rückgang der arbeitsfähigen Bevölkerung, deren Zahl im Jahr 2029 einen Höchstwert erreichen und danach ständig sinken wird. Schon jetzt bekommen immer weniger Chinesen Nachwuchs. Im Jahr 2020 sind im Vergleich zum Vorjahr 15 Prozent weniger Neugeborene amtlich gemeldet worden. Gleichzeitig werden Chinas Einwohner immer älter.

= In Spanien wurde der Rapper Pablo Hasél verhaftet, weil er gegen das Gesetz verstoßen hatte. Sofort protestierten Künstler in einem Manifest gegen die Einschränkung der Meinungsfreiheit. Im Namen dieser Meinungsfreiheit werden seitdem Steine geschmissen, Schaufenster eingeschlagen, Waren geraubt, Bankautomaten gesprengt und Polizisten attackiert. Ein Bärendienst für die Meinungsfreiheit.

= Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat der Regierung in Venezuela zum wiederholten Mal Terror, Folter und tausende politische Morde gegen die eigene Bevölkerung vorgeworfen. Ungerührt davon setzt Russland die enge Verflechtung seines Ölsektors mit jenem von Venezuela fort.

= In den entlegenen Minen Westaustraliens arbeiten die Erzkonzerne mit Hochtechnologie. Das Fördern von Bodenschätzen steuert der tausend Kilometer entfernte Joystick.

= Weil China sich in unglaublich kurzer Zeit zu einem Hochtechnologie-Land entwickelt hat, fehlen für die Produktion Unmengen an Halbleitern; zuletzt wurden Halbleiter im Wert von 350 Milliarden Dollar p.a. importiert. Typisch China: Der Staat lässt jetzt in großem Stil Halbleiter-Fabriken errichten.

= Journalistische Arroganz und Dummheit gibt es nicht nur in Deutschland. Die ehemals kompetente NZZ bringt einen Riesenartikel mit folgenden Schlagzeilen: „Die EU-Staaten haben unter dem Eindruck der Coronakrise einem 750-Milliarden-Euro-Fonds zugestimmt, um die Wirtschaft zu beleben. Doch das Projekt ist zum Scheitern verurteilt. Das Geld kommt viel zu spät und wird kaum für Sinnvolles eingesetzt.“ Ist da Neid im Spiel ?

= Israel hätte Besseres verdient als diesen Herrn Netanyahu, der seinen Busenfreund Trump verloren hat und der wegen mehrerer Verbrechen vor Gericht steht und der jetzt sogar erwägt, mit den Extremisten der verbotenen Kach-Partei, die in die Knesset eingezogen sind, ein Bündnis zu schmieden.

 

Gegen die Süddeutsche Zeitung war Karl Marx ein Liberaler !

Schlagzeile Süddeutsche Zeitung: „Die linke Tour. Spätestens seit der Finanzkrise ist Karl Marx so beliebt wie noch nie. Auf einmal finden ihn alle toll – auch die Reichen. Warum gibt es dann keine Revolution? Wer ist der größte Deutsche? Bei einer Umfrage wurde Karl Marx Dritter. Auch im Ritz in Wolfsburg sitzen nun Menschen, die Marx unfassbar gut finden. Wir selbst leben in Ländern, die vor akkumuliertem Reichtum stinken.“

Die S.Z. hat sich den Titel „Antikapitalistisches Kampfblatt“ mehr als verdient. Zitate aus der S.Z.:

= „Die Lösung: Von einer Arbeitszeitverkürzung würden Millionen Arbeitnehmer profitieren, aber auch Unternehmen und die Gesellschaft.“

= Feuilleton S.Z.: „Die Frage ist nicht, ob der Kapitalismus stirbt, sondern wie. Gründe wären die Ausbeutung des Staates, der Krieg gegen das Klima, aber vor allem der Verlust des sozialen Fundaments. Die Elite isoliert sich. Der Rest darbt.“

= „Amerikas Arbeitgeber Walmart erhöht die Löhne, obwohl es eine Milliarde Dollar kostet. Dahinter steckt kein Gutmenschentum, sondern ökonomisches Kalkül.“ (Kommentar: Selten so gelacht)

= „Notwehr – Job und Familie? Das klappt in Deutschland immer noch schlecht. Die Juristin Nina Straßner versucht, das zu ändern. Dafür braucht sie Menschen, die sich trauen, ihren Arbeitgeber zu verklagen.“

= „Die Duisburger Forscher Bosch und Kalina fordern die Politik auf, eine bessere Bezahlung vieler Tätigkeiten durchzusetzen.“ (Gute Idee !! Damit hatten schon Stalin und Mao einen Riesenerfolg. Man liess ein paar Dutzend Millionen Bürger verhungern oder auf andere Art krepieren und konnte so den Lebensstandard der übrigen Bevölkerung um ein Ei pro Tag verbessern.)

= „Die Abkehr von vulgärliberaler Politik ist das wirksamste Instrument gegen den Populismus.“

= „Wissenschaftler befürchten das Entstehen von Armenvierteln in den Großstädten.“

= S.Z.-Serie: „Macht uns der Kapitalismus kaputt? S O S ! Der Ökonom Paech plädiert für ein Wirtschaftssystem ohne Wachstum. Er weiß, dass das weniger Industrie bedeutet. Um dies abzufedern, sollen Jobs umverteilt und die Arbeitszeit für jeden reduziert werden.“ „Wachstumsrücknahme: Radikal schrumpfen.“ „Grundeinkommen: Geld für Alle.“ „Gemeinwohlökonomie: Ethischer Profit“ „Postwachstumsökonomie: Weg vom Konsum.“

= „Kuschen vor Konzernen. Angehörige der Oberschicht ignorieren Mitmenschen. Neoliberalismus pur: Du darfst keine Angst haben, anderen weh zu tun.“

= „Firmenchefs haben schlechten Ruf. Jeder Dritte hält Führungskräfte für korrupt, zeigt eine Umfrage.“

= „Manager: Generation Gier. Der soziale Zusammenhalt geht verloren, wenn Vorstandschefs sich wie Halbgötter benehmen.“

= „Reich und hart. Soziale Ungleichheit fördert Geiz der Wohnhabenden. Die Ergebnisse zahlreicher Studien haben dazu beigetragen, dass reichen Leuten ein lausiger Ruf anhaftet. So beobachteten Wissenschaftler, dass Wohlhabende mit höherer Wahrscheinlichkeit Verkehrsregeln missachten und dabei Fußgänger gefährden. Andere Experimente deuten daraufhin, dass Reichtum das Mitgefühl für Krebspatienten mindert und auch die Bereitschaft reduziert, Menschen in Not zu unterstützen.“ (Kommentar: Brechreiz)

 

Gesundheit

= Unser Immunsystem bekämpft schädliche Viren, Bakterien und mutierte Zellen und funktioniert normalerweise ohne die von Apotheken und Drogerien empfohlenen Nahrungsergänzungsmittel. Man kann das Immunsystem mit einem gesunden Lebenswandel stärken – vor allem mit dem Verzehr von Obst und Gemüse und dem Verzicht auf Zigaretten und Alkohol. Ganz wichtig ist auch ein gesunder Schlaf: Optimal sind etwa sieben bis acht Stunden !!

Wie immer kommt auch das Thema „Bewegung“ ins Spiel: Spazieren gehen oder joggen oder Fahrrad fahren lassen das Blut im Körper zirkulieren und mobilisieren das Immunsystem. Aber kein Sport-Stress! Der Körper hat über 800 Muskeln, die mit Dehnen, Strecken und Belasten von Beinen, Bauch, Rücken, Hals, Armen, Kopf etc. leicht trainiert werden können – besorgen Sie sich dafür eine Übungsanleitung.

Stehen ist besser als Sitzen und Gehen ist besser als Stehen usw.

Auch die richtige Atmung kann das Immunsystem unterstützen: Atmen Sie durch die Nase langsam (sechs Sekunden lang) aus und ein !

= Eine gesunde Lebensweise beginnt beim Einkauf der Lebensmittel: Achten Sie im Supermarkt auf die Haltbarkeitsdaten und darauf, dass die länger haltbare Ware im Regal immer hinten steht! Alle Obstsorten, die mit Schale gegessen werden – wie z.B. Äpfel – müssen Bio sein, weil die Äpfel im Normalanbau bis zu 15 mal mit Chemikalien bespritzt werden. Gemüse wird geerntet (also von der Wurzel abgeschnitten) und verliert nach einigen Tagen seine positiven Substanzen; deshalb sollte man nur tiefgefrorenes Gemüse kaufen, das unmittelbar nach der Ernte gereinigt und schockgefroren wird und bis zum Auftauen seine gesunden Substanzen behält. Vor allem dunkelgrünes Gemüse, das nicht zu stark gekocht wird (oder gedünstet wird!) ist gesund. Auch Fleisch und Wurst sollte man nur vakuum-verpackt kaufen.

= Kaffee hatte über Jahrzehnte einen schlechten Ruf und galt sogar als Gift für den Körper.Eine gute Nachricht für alle Kaffeetrinker: Dieses Getränk ist nicht nur unbedenklich sondern sogar gesund, wie neueste Forschungen ergeben haben: Drei bis vier Tassen täglich verringern Risiken für Herzinfarkt und Schlaganfall und Krebserkrankungen, weil etliche der mehr als 1000 bioaktiven Substanzen im Kaffee eine anti-entzündliche oder anti-oxidative Wirkung entfalten.

= Der Darm ist das Zentralorgan für die Gesundheit ! Essen Sie entspannt ! Geniessen Sie das Essen ! (Auch wenn Sie hin und wieder eine Curry-Wurst essen! Keine Schuldgefühle beim Essen!) Seien Sie sich bewusst, was Sie gerade zu sich nehmen ! Diskutieren Sie keine Eheprobleme während der Mahlzeiten ! Kauen Sie das Essen so lange, bis Sie es trinken können !

= Geh verständnis- und liebevoll auch mit dir um !

= Meiden Sie a l l e Nahrungsergänzungsmittel und anderen Zusatzstoffe und auch alle künstlichen Vitamine !

 

Sparen mit „vernünftiger“ Rendite und wenig Risiko.

Vernünftig heißt, dass ich als Sparer mindestens die doppelte Inflationsrate als Rendite einfahren will. Bei einer Geldentwertung (Inflationsrate) von zwei Prozent muss ich mindestens vier Prozent Rendite erzielen, damit die Steuern gezahlt werden können und ein kleiner Gewinn übrig bleibt und der Inflationsverlust ausgeglichen wird.

Es gibt zahlreiche Aktien von seriösen großen (!!) Unternehmen, die schon seit Jahrzehnten erfolgreich sind und die sich immer wieder neu erfinden – soll heißen: Ihre Produkte bzw. ihr Geschäftsmodell hinterfragen und stetig verbessern.

Erfahrene Investoren erwarten für die Jahre nach der Corona-Krise auf allen Erdteilen ein über dem Durchschnitt der letzten Jahre liegendes Wirtschaftswachstum.

Als Einzelaktien werden folgende Werte empfohlen:

= WKN 840400 Allianz = 843002 Münchner Rück = 855705 Axa = TLX100 Talanx = A140M9 Noril Nickel = 852147 Rio Tinto = 897898 Vale = 851194 Danone = A0JNE2 Unilever = A0Q4DC Nestlé = 710000 Daimler = BASF11 BASF = 723610 Siemens = BAY001 Bayer = 885166 Hyundai = 884241 Reliance = A1JB8N Sberbank = A2H5LX Sea = A0F5DE Baidu = A0SMU8 Nothern Data = 716460 SAP = 865985 Apple = 909800 T.S.C. = A14YSF Alphabet = 906866 Amazon = 870747 Microsoft.

Der wichtigste Rat: Kaufen Sie wegen der zu hohen Gebühren k e i n e Fonds !!

Interessant sind nach wie vor ETF, deren Gesamtgebühren unter 0,20 Prozent liegen und die ein gutes Konzept haben, wie z.B. WKN A1CYW7 Standard & Poors 500 mit 0,05 Prozent Gebühren oder A2PEJW J.P.Morgan mit 0,10 Prozent Gesamtgebühr; dieser ETF umfasst 86 Prozent des gesamten amerikanischen Aktienmarktes oder DBX0NJ Nikkei 225 mit den 225 wichtigsten japanischen Aktien und einer Gesamtgebühr von 0,09 Prozent. Für die Entwicklungsländer und hier vor allem für die asiatischen Länder empfiehlt sich WKN A111X9 Blackrock mit einer Gesamtgebühr von 0,18 Prozent.

Über die WKN erfahren sie im Internet viele Details.

Viel Erfolg !!

 

Kluge Worte

= „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen. Ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen. Ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie Katholiken holten, habe ich nicht protestiert. Ich war kein Katholik. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“ (Fundstück)

= Marie Luise Kaschnitz: Nicht mutig

Die Mutigen wissen, dass sie nicht auferstehen – daß kein Fleisch um sie wächst am jüngsten Morgen – daß sie nichts mehr erinnern – niemandem wiederbegnen – daß nichts ihrer wartet – keine Seligkeit – keine Folter – Ich bin nicht mutig.

= Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist den Augen verborgen. (Saint-Exupery)

= Man sollte nur von Pessimisten Geld borgen, denn sie erwarten ohnehin nicht, dass sie es zurückbekommen. (Georg Thomalla)

= Du bist die Triebfeder der Seele des Universums, und dein Name ist Liebe. (Fundstück)

= Der Mensch ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein in Raum und Zeit begrenzter Teil. Er erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als getrennt von allem anderen – eine Art optische Täuschung des Bewusstseins. Diese Täuschung ist wie ein Gefängnis für uns, das uns auf unsere eigenen Vorteile und auf die Zuneigung zu wenigen uns Nahestehender beschränkt. Unser Ziel muss es sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Horizont unseres Mitgefühls erweitern – bis er alle lebenden Wesen und die gesamte Natur in all ihrer Schönhei umfasst. (Albert Einstein)

= Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit. (Joseph Joubert)

= Die Bergpredigt verstehen kann nur ein Mensch, der den Mut hat, sich selbst radikal in Frage zu stellen – sich selbst, nicht die anderen, nicht nur dies und das an sich selbst. (Karl Rahner)

= Eine Religion, die den Menschen finster macht, ist falsch; denn er muss Gott mit frohem Herzen und nicht aus Zwang dienen. (Kant)

= Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdiene, weil ich es dann am meisten brauche. (Fundstück)

= So lasst uns mit denen, die verständigungsbereit sind, überlegen, ob es überhaupt möglich ist, jeder Art von Gewalttätigkeit in uns ganz und gar ein Ende zu bereiten und dennoch in dieser monströs-brutalen Welt weiter zu leben. Ich halte es für möglich.

Ich möchte vollkommen in Frieden leben. Das bedeutet nicht, dass ich sterben möchte; ich möchte auf dieser prachtvollen Erde, die so weit, so reich, so schön ist, leben.

Ich möchte auf die Bäume, Blumen, Flüsse, Wiesen, Frauen, Knaben und Mädchen schauen und zugleich in völligem Frieden mit mir selbst und der Welt leben. (Jiddu Krishnamurti)

 

Buddhismus: Gut gegen Corona-Stress !!

Nach innerem Frieden zu suchen gehört zu den ältesten Bestrebungen der Menschheit. Das Auf-der-Suche-Sein nach Gelassenheit und Unabhängigkeit hat die überragenden Denker der gesamten Menschheitsgeschichte beschäftigt. Derart real und vordringlich stand offenbar den frühen Denkern ihr Bedürfnis nach innerem Frieden vor Augen, dass sich in den Gesellschaften des Altertums Lehren über geistige Freiheit und entsprechende Techniken zugleich mit den materiell nutzbaren Technologien entwickelt haben.

Das „Wenzi“, ein uraltes chinesisches Buch, beschreibt den Ursprung und die Entwicklung der komplizierter werdenden menschlichen Psyche in verschiedenen Abstufungen. Zunächst „war es noch nicht zum Verlust der reinen Einfachheit gekommen; daher waren alle Wesen sehr entspannt.“ Als die Gesellschaft aus diesem ursprünglichen Zustand herausfiel, „gab es das Erwachen eines von Absichten geleiteten Bestrebens. Die Menschen befanden sich auf der Schwelle zwischen dem Verlust ihres unschuldigen Geistes und einem bewussten Verständnis des Universums.“ Schließlich „hatten sich alle Menschen aufgerichtet, und denkend hielten sie der Belastung durch visuelle und akustische Sinneseindrücke stand. Die Menschen entwickelten sich dahingehend, dass sie an den Dingen Geschmack fanden und ihr Begehren auf diese richteten, und ihr Erkenntnisvermögen wurde von Äußerlichkeiten in die Irre geführt. Die Ursprünglichkeit des Lebens war nicht länger eine reale Gegebenheit.“

Eine sehr populäre Sammlung von Äußerungen über den Weg zum inneren Frieden heißt „Dhammapada“ („Der Wahrheitspfad“ oder „Darlegungen der Grundwahrheit“). Diese Äußerungen sind den Lehrreden des Gautama Buddha entnommen, der etwa 500 Jahre vor Christus lebte. Von Gautama heißt es, er habe vollkommene Geistesruhe erreicht; er soll 49 Jahre darauf verwandt haben, von Ort zu Ort zu wandern, um anderen zu vermitteln, wie sie ebenfalls zu Gelassenheit und Unabhängigkeit gelangen können.

Zitate aus Dhammapada:

  • Die Unvereinbarkeit autoritären Gehabes mit authentischem Buddhismus wird klar ersichtlich. Die Idee, Buddhismus sei autoritär (die sogar von manchen seiner Anhänger, insbesondere im Westen, vertreten wird), beruht auf falschen Vorstellungen von Buddhismus.
  • Steh auf, und sei für dich selbst verantwortlich. Gib acht auf deinen Geist und übernimm selbst die Verantwortung für dich. Sei deiner selbst gewahr und erkenne dich selbst. Falls du nicht über dich Bescheid weißt, kannst du auch sonst nichts wissen. Zunächst sollte man Redlichkeit zur eigenen Lebensgrundlage machen; danach kann man anderen Anleitung geben. Wer Redlichkeit dazu nutzt, von ihm begangenes Unheil wettzumachen, erhellt die Welt wie der unverhüllte Mond.
  • Nie im Leben verlöschen Hassgefühle dadurch, daß man Hass empfindet; vielmehr tun sie das dadurch, daß man keinen Hass empfindet; das ist eine unabänderliche Wahrheit.
  • Wir selbst sind derjenige, der Übles tut, durch uns selbst erfahren wir Leid. Wir selbst sind derjenige, der Übel nicht begeht, durch uns selbst werden wir geläutert.
  • Ein Mensch, der wenig gelernt hat, altert wie ein Ochse; seine Leibesfülle nimmt zu, seine Einsicht dagegen nicht.

Der Buddha ist seinem Selbstverständnis nach kein Gott, auch kein Gottmensch nach Art des Christentums und auch kein von irgendwoher „Erleuchteter“ – sondern ein „Erwachter“: ein Mensch, dem nach langen Wegen und Irrwegen die Selbsterlösung geglückt, nicht eine Fremderlösung zuteil geworden ist. Seine Lehre enthüllt den Leidenscharakter allen Lebens: Leben als Leiden soll überwunden werden.

 

Kurz und interessant

= BASF – einer der weltweit größten Chemiekonzerne – will klimaneutral werden und seine Produktion u.a. mit eigenen Windparks elektrifizieren.

= „Bei den Grünen, denen ich emotional nahestehe, fehlt es an einer politökonomischen Analyse, weil die meisten aus unserer „Klasse“ stammen, Armut und Lebenskampf nicht kennen und diesen Problemen gegenüber allenfalls Mitleid, aber keine Lösungen anzubieten haben.“ (Leserbrief Dr. Ernst Girth FAZ)

= Im Durchschnitt verfügen die Deutschen über 28 bezahlte Urlaubstage sowie über 11 bezahlte Feiertage.

= Die Ertragssteuerbelastung für Kapitalgesellschaften beträgt in Deutschland 31,3 Prozent – In Japan 29,7 % – In Frankreich 27,0 % – In USA 25,9 % – In der Schweiz 21,1 % – In Ungarn 9,0 %.

= Der Geschäftsklimaindex (Ifo-Index) des Münchner Ifo-Instituts kletterte im März 2021 auf 96,6 – das ist der höchste Wert seit Juni 2019.

= Bei der evangelischen Kirche gibt es keine innerkirchliche Jurisdiktion, die Missbrauchsfälle zu bearbeiten und entscheiden hätte. Wenn solche Fälle eintreten, muss der Staatsanwalt eingeschaltet werden.

= Versuchskaninchen: Die DDR testete Doping-Mittel an Hobbysportlern.

= Die Singammer: Die Weibchen bevorzugen die variantenreichen Sänger, und man hatte das bisher mit allen möglichen Eigenschaften wie guten Genen, reichem Revier und Intelligenz in Verbindung gebracht. Das war alles falsch. Ein guter Sänger ist einfach nur ein guter Sänger und weder intelligenter als andere noch konstant ein guter Sänger. Wer in einem Jahr super singt, kann im anderen schlecht singen und wird dann auch nur im guten Jahr von den Weibchen gewählt.

= „Es gibt keine Befreiung der Menschheit ohne die soziale Unabhängigkeit und Gleichstellung der Geschlechter.“ August Bebel in „Die Frau und der Sozialismus“ im Jahr 1879 !!!

= In den USA leben mehr als 18 Millionen Amerikaner mit asiatischen Wurzeln.

= Die Top Ten der Erfinder (Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt 2020): Samsung (Südkorea) 3276 – Huawei (China) 3113 – LG (Südkorea) 2909 – Qualcomm (USA) 1711 – Ericsson (Schweden) 1634 – Siemens (Deutschland) 1625 – Bosch (Deutschland) 1597 – Sony (Japan) 1477 – Philips (Niederlande) 1419 – BASF (Deutschland) 1305.

= J e d e r Porsche-Mitarbeiter erhält für das Jahr 2020 eine Prämie von 7850 Euro, weil trotz Corona mehr Umsatz und Gewinn erwirtschaftet wurden.

= Womit will man den Bürger schrecken, wenn dieser abendlich in Blut und Sperma watet?

= Die miserable Akustik ist ein Dauerärgernis bei deutschen Fernsehfilmen.

= Coole Reaktion: Die AfD-Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner schreibt an Alexander Schraml (Geschäftsführer der Ochsenfurter Main-Klinik): „Ich habe erfahren, dass ein großer oder nicht unerheblicher Teil der Covid-Patienten einen Migrationshintergrund hat. Können Sie mir daher bitte mitteilen, wie viele sogenannte Corona-Patienten bei Ihnen stationär behandelt werden? Und wie viele Corona-Patienten tatsächlich einen Migrationshintergrund haben?“

Schramls Antwort: „Ich habe erfahren, dass ein großer oder nicht unerheblicher Teil Ihrer Fraktion an einer moralischen und intellektuellen Dysfunktion leidet. Können Sie mir bitte mitteilen, wie viele AfD-Abgeordnete dies betrifft und wie viele davon zusätzlich einen politisch zweifelhaften Hintergrund haben?“

 

Leben ohne Fußball ? Möglich. Aber sinnlos !!

Ohne Fußball könnten wir diese Corona-Krise nicht überstehen ! Sollen wir uns etwa den ganzen primitiven Müll im Fernsehen anschauen? Jeden Tag dutzende Kriegsfilme und Thriller aus den USA? Oder diese Klugscheißer-Corona-Experten anhören? Der Fußball hält Millionen Menschen davon ab, über den Sinn des Lebens nachzudenken oder sich ein Motorrad zu kaufen oder Grundsatzdiskussionen mit ihren Ehepartnern anzuzetteln.

Allen dämlichen Untergangs-Szenarien von sogenannten Journalisten zum Trotz gibt es auch ohne Zuschauer tolle, spannende und aufregende Spiele!

Danke Fußball !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Fußball ist sozial ! Ex-Profi Maik Franz (Rauhbein Iron Maik) ist Initiator eines Hilfsprojekts, von dem die Jugendstiftung „Die Arche“ profitieren wird. Mit der Unterstützung von prominenten Kollegen (Sami Allagui, Daniel Caligiuri, Gonzalo Castro, Lars Stindl u.a.) organisieren sie ein Online-Turnier mit Stars wie Erling Haaland und Marco Reus, versteigern Trikots mit Autogrammen und wollen die Einnahmen für bedürftige Jungen und Mädchen spenden. Das Geld geht auch an die bundesweit tätige „Arche“, die sich um Kinder kümmert, deren Familien „in schwierigen finanziellen Verhältnissen“ leben (Untersuchungen zufolge sind in Deutschland 4,4 Millionen Kinder davon betroffen)

 

„Die Emanzipation Europas“

Unter dieser Schlagzeile schreibt der Autor Stefan Baron im Handelsblatt einen Artikel, den man gelesen haben muss und der auch in den Schulen besprochen werden sollte:

Der „alte Kontinent“ sollte sich von Amerika lösen und eine kluge Fernostpolitik nach dem Vorbild von Willy Brandts Ostpolitik betreiben.

Amerikas und Europas Interessen sind nicht mehr dieselben. Anders als für die USA stellt China für unseren Kontinent weniger eine Bedrohung als eine Chance dar. Eine Bedrohung resultiert für Europa dagegen aus der Weigerung Washingtons, seine globale Hegemoniestellung aufzugeben, und dem Versuch, Pekings weiteren Aufsteig zu konterkarieren. Eine strategische Kooperation mit China etwa bei der Initiative „Neue Seidenstraße“ böte Europa und speziell Deutschland beträchtliche Wachstumschancen. Zugleich könte die Zusammenarbeit das Problem der Massenemigration aus Asien und Afrika, die Europa zu destabilisieren droht, erheblich entschärfen.

Mit einer klugen und selbstbewussten Fernostpolitik könnte Europa überdies eine führende Rolle bei der Bildung einer multipolaren Weltordnung spielen und einen neuen Kalten Krieg oder gar bewaffnete Konflikte zwischen den USA und China (plus Russland) verhindern, die uns alle ins Unglück stürzen würden.

Europa muss sich nicht für eine Seite entscheiden, wie manche Politiker meinen. Europa muss vielmehr seine eigenen Interessen verfolgen, seinen eigenen Weg gehen und sich von Amerika emanzipieren.

Wer fürchtet, ein solch dritter Weg, der sich auf die Prinzipien der friedlichen Koexistenz und des Völkerrechts stützt, werde unseren Kontinent am Ende in eine Kolonie Chinas verwandeln, verkennt nicht nur die Kultur dieses Landes und seine geopolitischen Absichten; er hat auch Europa als eigenständige Größe bereits abgeschrieben, kann sich den alten Kontinent nur noch als Wurmfortsatz Washingtons vorstellen.

Sich aus den Armen Amerikas zu lösen heißt nicht, sich in die Arme Chinas zu werfen. Dies wäre geradezu widersinnig. China teilt unsere Vorstellungen von Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten nicht einmal auf dem Papier. Das wird auf absehbare Zeit auch so bleiben.

Dass eine Emanzipation und stärker eurasische Orientierung Europas nicht auf eine endgültige oder vollständige Abkehr von Amerika hinausläuft, versteht sich von selbst. Wahr ist aber auch, dass die Vereinigten Staaten die „westlichen Werte“ nicht mehr allzu glaubwürdig verkörpern.

Als Billigproduzent simpler Massenware war das sozialistische China dem Westen lange hochwillkommen. Als Gegner oder Feind wird China erst wahrgenommen, seit es sich zu einem ernsthaften Wettbewerber aufgeschwungen hat. Aber nicht nur aus diesen Gründen ist die Verteufelung Chinas vor allem durch die USA so unglaubwürdig.

In den USA sind Demokratie, Rechtsstaat und Schutz der Menschenrechte selbst längst nicht mehr das, was sie einmal gewesen sein mögen. Das „Land der Freien“ ist zu einer Plutokratie verkommen, sogar der friedliche Machtwechsel durch Wahlen scheint im „Musterland der Demokratie“ nicht mehr selbstverständlich.

Die Welt ist an einem historischen Wendepunkt. In diesem Jahrzehnt wird sich entscheiden, wie das gesamte 21. Jahrhundert verläuft. Viel hängt davon ab, welchen Weg Europa einschlägt. Nur wenn es den Mut aufbringt, sich von Amerika zu emanzipieren, es die Fahne der „westlichen Werte“ hochhält, echte strategische Autonomie erlangt sowie Washington und Peking auf Augenhöhe gegenübertritt, darf die Welt eine gute Zukunft erwarten.

Stefan Baron ist Mitverfasser des preisgekrönten Bestsellers „Die Chinesen – Psychogramm einer Weltmacht“. In diesen Tagen erscheint sein neues Buch „Ami go home! Eine Neuvermessung der Welt“.